Zurüruck zum Inhalt

Ob der Islam

„zu Deutschland gehört“, das wird im politischen Raum gerade erneut kontrovers diskutiert, und wenn ich es endlich mal schaffe, werde ich auch einmal etwas zu dem „Erfinder“ dieser Floskel, Chr. Wulff schreiben, der ist schließlich (formal! 🙄 ) katholisch und gehört damit zu PuLas Betätigungsfeld!

Nur gelegentlich wird in diesen Debatten auch der historische Aspekt einbezogen („jüdisch-christliches Erbe“), noch viel seltener aber die Frage „wie hältst Du’s mit der Religion“ im eigentlichen Sinne.

Dazu ließen sich gewiß ganze Bibliotheken vollschreiben, aber – das ist nicht der einzige Weg, sich der Frage zu nähern!
Manchmal kann auch eine wirklich gute Karikatur, eine, die verletzenden Hohn und Spott nicht nötig hat…, ein Schlaglicht werfen, in dem so manche Frage mit einem Mal in grellen Konturen vor uns steht.

So vor zwei Tagen geschehen durch NEL (bürgerlich: Ioan Cozacu, vgl. hier), der glücklicherweise u.a. in der TLZ (Erscheinungsort Weimar) zeichnet.

PuLa ist glücklich und dankbar, daß NEL uns die Verwendung hier auf dem Blog großzügigerweise ausdrücklich gestattet hat:

"Müssen sie uns erinnern" (mit freundl. Genehmigung von I. Cozacu, NEL-Cartoons)

„Müssen sie uns erinnern“ (mit freundl. Genehmigung von I. Cozacu, NEL-Cartoons)

Meinerseits möchte ich dazu heute gar nichts weiteres sagen (auch wenn mir das als bekennendem Vielschreiber natürlich schwerfällt 😉 ) das sollte man getrost auf sich wirken lassen – wenn es auch vermutlich nicht gerade die Stimmung fördert; aber das muß Kunst, gesellschaftlich relevante Kunst, ja auch nicht unbedingt.

Ich füge daher nur noch ganz kurz an, daß sich NELs hervorragende Zeichnungen (schauen Sie hier auf seiner Seite noch weitere an, Navigationspfeile nutzen!) in letzter Zeit erfreulicherweise immer besser in das Gesamtbild der TLZ fügen, die mittlerweile nicht mehr das Zentralorgan des „Reform“-Katholizismus in Thüringen ist! Aber davon ein anderes Mal mehr;

The times, they are a changing! 😆

Ein Lied für den (Frischen) Wind

Um dem möglicherweise entstandenen Eindruck, auf PuLa herrsche aber gerade ein wenig „Flaute“, entgegenzuwirken,  bringen wir heute in mittlerweile ja schon bewährter Art und Weise ein neues Lied vom YouTube-Channel der Cäcilini Weimar, der sich weiter füllt!

Wir widmen es angesichts von Inhalt und Titel dem geschwisterlich verbundenen Blog unserer lieben Freundin ******** ****, dem „Frischen Wind“!

Und wer ansonsten, bzw. darüber hinaus meint, wir wären, bloß weil hier mal ein bißchen länger als gewohnt nichts erscheint, etwa untätig: Das wäre eine irrige Annahme, eine ganz und gar irrige Annahme… 😎

Der Bischof kommt! (Und wer kann noch kommen?)

Schon lange bevor die Nachricht am gestrigen Sonntag auch in den Gottesdiensten verkündigt wurde, hatte sich die Neuigkeit in der Pfarrei Herz-Jesu-Weimar in Windeseile verbreitet: Bischof Ulrich Neymeyr ist am kommenden

Mittwoch, 14. Januar 2015, 9.00 Uhr

zum ersten Mal (offiziell…) in Weimar.

Diese wichtige und von vielen Pfarrkindern durchaus sehnsüchtig erwartete Nachricht hat es zwar nicht in die Kategorie „Aktuelles“ unserer (= unser aller!) Homepage geschafft, auf die Startseite allerdings immerhin schon. Nur wie…

Schauen Sie selbst:

Herz Jesu Weimar, Startseite der Homepage am 12. Januar 2015

Herz Jesu Weimar, Startseite der Homepage am 12. Januar 2015

Sehen Sie, was ich meine? „Morgengebet“ steht da – und sonst nichts! Die Worte: „mit dem Bischof“ hätten aber schon noch hingepaßt!

In den Vermeldungen steht folgendes:

[…] Am Mittwoch, dem 14. Januar 2015, wird er in diesem Zusammenhang unserer Kirchengemeinde einen kurzen Besuch abstatten. Alle Mitglieder unserer Gemeinde, die es ermöglichen können, sind eingeladen, an diesem Tag um 9.00 Uhr in der Pfarrkirche zu einem Morgengebet mit dem neuen Bischof zusammen zu kommen.“

Tja, „[alle], die es ermöglichen können“, dieser kleine Relativsatz, bzw. das dahinterstehende Faktum sorgt nun seit Bekanntwerden der Nachricht für einigen Wirbel. Denn natürlich war die erste Frage: Was ist das denn für ein Termin? An einem Werktag um 9.00 Uhr?! Wer kann denn da kommen?“ Namentlich alle Berufstätigen haben natürlich schlechte Karten… Und so kam es denn auch aus priesterlichem Munde (!) öffentlich zu der emphatischen Feststellung: „Ein unmöglicher Termin!“

Nun, PuLa sieht die Angelegenheit eher gelassen: Bischof Ulrich wird ja, deo volente, noch länger unser Hirte sein und uns gewiß bald auch zu einer Hl. Messe zu einem günstigeren Termin besuchen. Freilich, so gelassen sehen das nicht alle und natürlich ist es auch nicht verborgen geblieben, daß der Bischof am Abend desselben Tages beabsichtigt, in Jena bereits die zweite Messe zu halten, vgl. hier und hier. (Vielleicht sind wir ja nach 200 Jahren wieder bei der „Pfarrei Jena/Weimar“ angelangt? Vgl. hier 😉 )

Es hilft daher also leider nichts, diese Termingestaltung ist mit Blick auf ihre Wirkung in Weimar schon ungeschickt. Auf wen sie wohl zurückgeht? Man kann sich ja hier schon Menschen vorstellen, denen es ganz recht ist, wenn da „die falschen Leute“ eben nicht anwesend sein können…

Und was wissen wir sonst noch über diesen Termin? Nun, er soll ca. 45 Minuten dauern und anschließend soll es zu einem Gespräch mit den „Gremien“ kommen, bevor der Bischof um 12.00 Uhr die Schwestern im Karmel in Weimar-Schöndorf besuchen will.

Hm! Nach hiesiger Kenntnis „wirken“ in Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat doch aber auch berufstätige Menschen, oder? Da kann man sich ja schon vorstellen, welche „Auswahl“ an Vertretern dann anwesend sein wird. Das ist allerdings weitestgehend gleichgültig, denn die bisherigen Erfahrungen mit den Gremien in ihrer augenblicklichen Zusammensetzung (die sich seit den Wahlen im Herbst 2012 grosso modo nicht zum Besseren verändert hat) zeigt eines ganz klar: Ein auch nur ansatzweise realistisches bzw. faires Bild der Zustände in unserer Pfarrei werden diese Leute dem Bischof sowieso nicht präsentieren.

Aber Bischof Ulrich ist ein in der Gemeindeseelsorge sehr erfahrener Mann, er wird, da sind wir sehr zuversichtlich, wissen, wie man solche Äußerungen zu bewerten hat!

Was mich freilich doch interessieren würde, ist, welche Begriffe man hinter verschlossenen Türen benutzen wird, um  „die falschen Leute“ zu kennzeichnen.
Ob da wieder die hintenrum  nach wie vor benutzten verleumderischen Wörter „Schädlinge“ (vgl. hier) und Kirchenfaschisten“ (vgl. hier) fallen werden?
Nur das Wörtchen „Wessis“, das ja ohnehin immer schon nur den kleinsten Teil der „falschen Leute“ charakterisieren konnte, das kann man diesem Bischof gegenüber wohl schwerlich nutzen – „dumm gelaufen“ aber auch 🙂

Die Sendung: Ein Sketchlet

Die Sendung

Ein Sketchlet für sieben Personen und jede Menge Statisten

 

Wundersdorf/ Oderbruch. Im Gemeindehaus der Pfarrei Maria hilf! Direkt nach dem Aussendegottesdienst für die Sternsinger. Um eine Tischreihe, hinter der sich Fabian, der Gemeindereferent, in Sicherheit gebracht hat, tummeln sich ein knappes Dutzend Mütter und jede Menge in prächtige Umhänge gehüllte gekrönte Häupter, um alles zur Vorbereitung ihres Sternsingerumganges Notwendige zu regeln. Vor lauter aufgeregtem Geplapper versteht man sein eigenes Wort nicht. Auch Edith und Hanna stehen an, um sich Adreßlisten, geweihte Kreide und Sammelbüchse abzuholen. Aber das ist in diesem Jahr bei weitem nicht alles …

Fabian (verteilt an die jeweiligen Begleitpersonen der Kinder die Adressenlisten der verschiedenen Wohngebiete. Freundlich): Markiert sind die Namen, wo die Leute sich für einen Besuch angemeldet haben (ruft) Neudorf (nach und nach strecken die Mütter den Arm aus und nehmen eine der Adressenlisten an sich.) Umgebung Petershagener Damm –Kleiner Berg – Waldmoor – (Edith greift nach den zusammengetackerten Tabellenausschnitten.) Feldmark – Frankfurter Chaussee – Wundersdorf West (Die ersten Mütter beginnen nach Durchsicht ihrer Adressen nach einer Sammelbüchse zu schauen.)

Fabian: Zu den Sammelbüchsen kommen wir gleich. (Freundlich): In diesem Jahr gibt es einige Formalitäten zu beachten. Einfach weil man die Sammlungsbedingungen in diesem Jahr auch den Regeln der Länder angepaßt hat. (Ruft) Einfach mal zuhören bitte! (Wieder ruhig) Ich gebe jetzt mal einen Stapel Papier rum, wo sich bitte einfach jeder was nimmt. Das sind einfach nochmal Kinderschutzerklärungen, einfach um das auch abzusichern. (Er reicht einen Stapel doppelseitig bedruckter DIN A4-Bögen herum. Die Mütter nehmen sich kommentarlos ein Blatt und reichen den Stapel weiter.) Und es gibt in diesem Jahr Vordrucke wegen der Spendenbescheinigung – da sind dann einfach die Namen und Adressen genau einzutragen …(Er reicht einen weiteren Stapel durch die Reihen. Die Frauen nehmen sich meist mehrere Blätter.) Die selbstklebenden Vordrucke … da habe ich vielleicht nicht genug … (superfreundlich) hier wären sie einfach nochmal in blanko …

Edith: Was für Vordrucke?

Natascha (von halblinks vorne über die Schulter): „C+M+B“

Edith: Ah! Ok.! (Die dicken Bögen mit den schwarzen Papierstreifen sind bei ihr angekommen und sie nimmt sich zwei Exemplare herunter. Da kommt ein weiterer Stapel.) Was ist das denn jetzt?

Silke: Das sind die Sammlerausweise. Damit wir uns ausweisen können.

Hanna: Die wollen’s aber ganz genau wissen! (Die beiden nehmen sich einen Sammlerausweis. Andere Mütter beginnen schon, sich Sammelbüchsen zu nehmen.)

Fabian (freundlich): Die Sammelbüchsen sind in diesem Jahr verplombt, einfach auch um das auch … das heißt natürlich nicht, daß nicht jeder das, was er gesammelt hat, auch zählen darf, das muß immer unter vier oder sechs Augen passieren, das machen wir dann einfach am Samstag abend gemeinsam.

Edith: Ich mußte bisher jedesmal Geld wechseln …

Hanna: Darfst du halt nicht machen.

Silke: Ich werd mir selber Wechselgeld von der Bank holen – zweihundert Euro in Zehnern oder so.

Edith: Hm! Das wär ne Idee … Ich weiß nämlich nicht, ob die Leuten das wirklich machen, wenn sie sagen: Ach, dann bring ich’s mal im Pfarrbüro vorbei …

Hanna: Apropos …

Silke: Wer ist eigentlich jetzt im Pfarrbüro?

Die drei blicken sich fragend an. Warum, das erzählen wir unseren Lesern ein andermal. Das führt jetzt zu weit.

Fabian: Die Büchsen sind in diesem Jahr auch numeriert. Wenn sich jeder bitte hier einträgt …

Hanna, Edith und Silke treten an den Tisch und legen wie alle ihre Papierstapel ab, um je eine Sammelbüchse auszusuchen und sich einzutragen.

Edith: Da! Die 7!

Hanna: Paß auf, die hat keinen Henkel!

Edith: Das haben sie ja wieder ganz toll hingekriegt!

Silke: Hier: 13. Das ist auch gut.

Die Frauen tragen sich auf einem DIN A4-Blatt ein. Danach gehen sie links zu den geweihten Kreiden und stellen sich eine bunte Mischung zusammen.

Edith: Grün!

Silke: Weiß braucht man auf jeden Fall genug.

Hanna: So! Das war‘s jetzt hoffentlich. (Sie hält nach den Kindern Ausschau, mit denen sie gleich losgehen will. Ein Mädchen nutzt den Stern gerade als Speer und stiefelt damit quer durch den Gemeindesaal. Ruft) Elvira! Nicht! (Für sich) – Wird Zeit, daß wir loskommen! (Während Hanna eilig ihre Unterlagen zusammenrafft, läßt das Mädchen im ersten Schreck den Speer sinken, um sofort wieder angriffslustig um sich zu blicken. Auch Edith und Silke packen ihre Papiere zusammen und wollen sich mit Unterlagen, Sammelbüchse, Kreidebox und den Handschuhen, Schals und Mützen einiger Kinder bepackt den Weg zur Tür bahnen, als Edith noch einmal innehält.)

Edith: Moment … Hab ich jetzt alles? Also … Sammelbüchse, Kreide, Sammlerausweis … hier: … die Zettel für die Spendenbescheinigungen … Kinderschutzerklärung … die selbstklebenden Vordrucke und hier dasselbe nochmal blanko … Ey! Wo sind denn meine Adressen? (Sie versucht, zum Tisch vorzudringen, auf dem sich die letzten Mütter in die Sammelbüchsenliste eintragen. Aber hier liegen nur noch die Reste der verschiedenen Vordrucke-Stapel.) So ein Mist! (Sie läßt ihre Augen auf dem Fußboden und den übrigen Tischen schweifen – umsonst! Da kommen einige Kinder ihrer Sternsingergruppe angestürmt.)

Teresa: Mamaaaaa!

Edith: Ja, mein Schatz?

Teresa (lacht sich kaputt): Mama! Haben wir ein Kamel oder einen Elefanten mit, wenn wir durch die Straßen ziehen?

Edith (mit Blick auf den Stapel ihrer Unterlagen, seufzend): Nein, aber einen Amtsschimmel …

Teresa: Hä? (Die Kinder verschwinden lachend so schnell wie sie gekommen sind.)

Silke (ist an der Tür nochmal umgekehrt): Was suchst du?

Edith: Meine Adressenliste …

Silke (muß lachen): Na, das ist ja …

Edith (entschlossen): Ach, weißt du?! Ich geh doch sowieso bloß bei uns in der Nachbarschaft herum. Da brauch ich das alles nicht! (In einem kurzen Prozeß schiebt sie ihre Unterlagen zusammen und versenkt sie im Papierkorb.) Teresa! Annemarie! Lenni! Kommt! Wir wollen los!

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

Das Crossover, ein Sketchlet zum Dreikönigstag

Das Crossover

Sketchlet zum Dreikönigstag für fünf Schafe, zwei Lämmchen und beliebig viele Schaftstatisten

 

Wundersdorf/ Oderbruch, vor den Toren der Stadt. Gemütlich grasen die Schafe in dichten Gruppen die winterliche Vegetation ab. Wer aber die Herde kennt und genauer hinschaut, der sieht, daß einige Schafe fehlen: Kohle, Grauchen und Blütenweiß recken seit Stunden die Hälse, um Flocke und Wolle, Fixi und Huf zu finden. Sie vermissen sie seit dem frühen Morgen.

Da! Da kommen Flocke, Fixi und Huf in eigentümlicher Kostümierung über die Weide getrabt. Wolle, ebenfalls verkleidet, schnauft hinterher, einen langen Stecken mit sternförmiger Spitze im rechten Lauf. Die vier scheinen die Weide über den Hügel verlassen zu wollen. Was haben sie vor?

Kohle (läuft auf die Gruppe zu und ruft): He! Da seid ihr ja! Guten Morgen allerseits!

Flocke (bleibt kurz stehen): Ah! Grüß dich, Kohle! Wir haben leider schrecklich wenig Zeit. (Sie trabt weiter.)

Wolle: Unser Chauffeur erwartet uns nämlich um 10.30 Uhr hinter dem Hügel.

Kohle (glaubt sich verhört zu haben): Euer Chauffeur?

Fixi (stolz): Ja-a! Und es ist nicht der Weihbischof! (Hinweis der Redaktion: „Insiderwitz“!)

Huf: Aber – klar! Unseren Pritschenwagen gibt’s ja nicht mehr

Grauchen: Ja, aber … wo um alles in der Welt wollt ihr denn in diesem Aufzug hin?

Blütenweiß (will einen Witz machen): Ihr seht ja aus wie die drei Weisen aus dem Morgenlande …

Fixi: Der Kandidat hat hundert Punkte! (Die Schafe traben weiter Richtung Hügel.)

Kohle (läuft hinterher): Moment mal! Das war doch als Witz gemeint.

Flocke: Stimmt aber. Wir untersetzen die Brandenburger Sternsinger mit etwas ländlichem Flair.

Wolle (finster entschlossen): Beziehungsweise ersetzen sie wenn nötig! (Stapft weiter.)

Grauchen: Aber was … wie kommt ihr denn jetzt darauf?

Blütenweiß: Das haben wir doch noch nie gemacht?!

Fixi (finster): Es hat sich ja auch noch nie der Personalrat eines Ministeriums beschwert, wenn die Sternsinger empfangen worden waren! (Sie stapft weiter.)

Blütenweiß: Ministerium? Personalrat? Was redet ihr da?

Flocke (bleibt stehen): Letztes Jahr hat die Brandenburgische Bildungsministerin, Frau Münch, die Sternsinger zum Neujahrsempfang eingeladen.

Kohle: Ganz normal!

Grauchen: Ist ja auch katholisch, unsere ehemalige Ministerin.

Wolle: Eben! Wir finden das normal …

Fixi: … und die Ministerin auch.

Flocke: Aber kaum waren die Kinder weg, da gab es einen offenen Brief, in dem der Personalrat sich beschwerte: Das sei religiöse Vereinnahmung etc. etc.

Huf: Und jetzt dürfen die Sternsinger in diesem Jahr, unter dem neuen Hausherrn Minister Baaske, gar nicht erst kommen.

Kohle (fassungslos): Das gibt’s doch gar nicht!

Fixi: Du warst wohl lange nicht auf Twitter? Hat in der Presse hohe Wellen geschlagen!

Kohle (verlegen): Hm! Hast Recht, jetzt so über die Feiertage …

Huf: Siehst du! Man muß immer wachsam bleiben!

Kohle (streng): Ah ja! Auf meinem Tablet …

Fixi und Huf (verlegen): Äh – du hattest doch gesagt … – „das kann man den Lämmchen heute nicht mehr verbieten“, hast du gesagt! – Genau das hast du gesagt!

Kohle (gutmütig): Ist ja schon gut! Vor allem, wenn ihr so schön aufpaßt!

Grauchen: Und jetzt? Jetzt wollt ihr wohl mit Gewalt ins Ministerium spazieren und …

Die Sternsingerschafe (durcheinander): Wo denkst du hin? – Wir und Gewalt?! – Doch nicht mit Gewalt! – Naaaaain!

Flocke: Wir haben uns ein Crossover ausgedacht, alles ordentlich beantragt und sogar Gelder und Sachleistungen bewilligt bekommen!

Kohle (sprachlos): Gelder und Sachleistungen …

Wolle: Naja! Irgendwo müssen die Kostüme ja herkommen, und einen Wagen mußten sie auch schicken.

Grauchen: Ihr … ihr werdet abgeholt?

Fixi (leichthin): Haben wir doch gesagt: Chauffeur.

Kohle (mit Interesse und Anerkennung): Wie kommt es, daß das alles so schnell ging?

Flocke: Na ja …

Wolle: … äh … Richard hat ein bißchen telefoniert …

Flocke: … der kannte da jemanden von früher …

Wolle: … weil er sich halt immer mit allen gut stellt … soweit irgend möglich.

Flocke: Und da stellte sich heraus, daß sie noch Restgelder aus 2014 hatten, die mußten dringend raus …

Fixi: Sie nennen das dort den „Hildebrandt-Effekt“.

Huf: Frag mich aber nicht, was damit gemeint ist …

Grauchen: Verstehe …

Blütenweiß: … Beziehungen schaden nur dem, der keine hat …

Wolle: So ist es! Wir sind schließlich im Auftrag des Herrn unterwegs. (Sie zückt eine schwarze Sonnenbrille.)

Kohle (ungeduldig): Und worin besteht nun das Crossover?

Fixi: Ministerium für Bildung, Jugend und Sport …

Huf: … trifft Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft …

Flocke: … in einem nachhaltigen interdisziplinären Sportprojekt für Mensch und Tier.

Wolle: Für das Impulsreferat werden wir im Ministerium empfangen.

Fixi: Und wenn wir erstmal drin sind …

Alle: … dann singen wir los! Und fertig die Laube!

„Wir kommen daher aus dem Morgenland/ Wir kommen geführt von Gottes Hand./ Wir wünschen euch a-ain fröhliches Jahr./ Kaspar, Melchior und Balthasar!// Es führt …“

Kohle (hält sich die Ohren zu): … schon gut, schon gut! Tolle Idee, wirklich! Raffiniert! (Er nimmt die Hufe wieder von den Ohren. Interessiert): Aber sagt mal – was ist das denn für ein „Sportprojekt für Mensch und Tier“?

Flocke (harmlos): Bockspringen mit echten Schafen.

Kohle (elektrisiert): Bockspringen?! Ihr habt doch überhaupt keinen Bock dabei?! (Er fängt mit gespielter Aufregung eine Verfolgungsjagd unter den Sternsingerschafen an.) Etikettenschwindel! Dann seid ihr plötzlich alle Böcke, ja?

Die Sternsingerschafe stieben schreiend und lachend auseinander. Nach einer Weile:

Flocke (außer Atem): Dann komm halt mit!

Kohle (schnaufend): Darf ich? Ja?

Fixi: Wenn du nicht falsch singst – na klar! Warum nicht?

Huf (kommt herangesprungen): Wir üben unterwegs noch ein bißchen die Texte – kein Problem!

Wolle (schlägt sich an die Stirn): Schaf! Das löst ja zugleich unser Problem mit dem schwarzen König!

Flocke (begeistert): Aber das ist ja wahr! Kohle! Wie konnten wir diese Sache nur ohne dich planen!

Kohle (verlegen): Tja! (Räusper) Eben!

Wolle (behängt Kohle mit ihrer eigenen Verkleidung und drückt Flocke den Stern in die Hand): Geh du für mich! Dann paßt alles. Und ich reiß mich sowieso nicht drum!

Hinter dem Hügel hört man es mehrmals und dringlich hupen.

Fixi und Huf: Au weia! – Unser Wagen! – Den hatte ich ganz vergessen!

Flocke: Jetzt aber schnell! (Die vier Sternsingerschafe galoppieren die Weide hinauf und sind bald hinter dem Hügel verschwunden.

Wolle, Grauchen und Blütenweiß (winken und rufen ihnen nach): Viel Erfolg!

 

ENDE

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

Ja, so geht’s zu rund um Wundersdorf! Und allein die Projektankündigung hat offenbar schon so manchen zum Umdenken bewogen; das man aber auch immer erst laut werden muß… 😉

Doch jetzt sind unsere Schafe einmal auf dem Weg! Etwa so 🙂

"Potsdam, wir kommen!" (eigenes Bild)

„Potsdam, wir kommen!“ (eigenes Bild)

 

Und noch mehr Musik zum Tage gibt’s hier:

Spaß mit (Gotteslob-) Hüllen III.

Der vorerst letzte Beitrag in der quasi unerschöpflichen Reihe: „Spaß mit (Gotteslob-) Hüllen“ (hier) endete am 21 Juni mit den Worten:

„Jaja, es bleibt dabei: Mit dem Thema werden wir noch eine Menge Spaß haben, denn der Trend geht zur Dritt-Hülle… Und zur DIY-Hülle“

Und genau so ist das auch, konnten wir doch auf dem Adventsbasar der Pfarrei Herz-Jesu Weimar zwei sehr schöne, neue Exemplare erstehen, sehr sinnig gestaltet und ganz wunderbar präzise gearbeitet – und natürlich für einen guten Zweck! Dem Kreis derjenigen, die jedes Jahr den Adventsbasar mir ihrer Hände Arbeit bestücken, gebührt wirklich hohe Anerkennung und Dank! (Was wir hier auf PuLa ja schon immer gesagt haben, hier und hier)

Weiter so! (eigenes Bild)

Weiter so! (eigenes Bild)

Demgegenüber haben die Leihexemplare der „Gotteslöber“ 😉 in der Pfarrkirche sage und schreibe Klarsichthüllen erhalten… Daß klares PVC am ehesten vergilbt und versprödet und dann unansehnlich wird (selbst neueres), ist eigentlich bekannt, von der vertanen Chance, dem unsinnigen Logo zu wehren mal ganz zu schweigen… (vgl. hier und hier)

Ob am Ende der Basarkreis das Problem ganz individuell lösen könnte?

Wie dem auch sei, das Thema wird uns gewiß erhalten bleiben, denn der Trend geht zur Viert-Hülle! 🙂

Wo Sie gerade sagen: „Silvester“

„Wir feiern Silvester, zu Ende das Jahr, doch wißt ihr, Silvester, wer dieser Mann war?“

Herzliche Grüße und beste Wünsche für das neue Jahr von den Cäcilini Weimar!

PS: Ich „habe mir sagen lassen“ 😉 , da gibt es noch mehr Lieder zu den Heiligen eines Kirchenjahres, wer also Lust hat, den Channel zu abonnieren, nur zu! 🙂

Da Capo: Allioli

Seit dem 1. Dezember hat uns hier auf PuLa die Übersetzung der Heiligen Schrift von Joseph Franz Allioli durch den Advent begleitet.

Allioli 1851, Frontispiz (eigenes Bild)

Allioli 1851, Frontispiz (eigenes Bild)

Wir haben gemeinsam verfolgen können, wie dieser gelehrte geistliche Herr vor rund 180 Jahren ein ums andere Mal glückliche Formulierungen gefunden hat und wie das Original aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine mittlerweile ungefähr vier späteren „Bearbeitungen“ regelmäßig „in die Tasche steckt“! Hier auf PuLa werden wir künftig gewiß öfter auf diese große Leistung zurückgreifen!

Allioli 1851, Approbation, S. 1 (eigenes Bild)

Allioli 1851, Approbation, S. 1 (eigenes Bild)

Die nachgerade kaum zu überschätzende Bedeutung, die sein Werk, die von ihm gefundene Sprache dieser ersten päpstlich approbierten Bibel in deutscher Sprache für viele Generationen deutscher Katholiken hatte, steht im krassen Mißverhältnis zu seinem heutigen Bekanntheitsgrad, auch, was das Bildliche angeht.

J. Fr. Allioli (Bild: Wikimedia)

J. Fr. Allioli (Bild: Wikimedia)

Jedoch, dieser Name hat etwas Inspirierendes, gerade, was  das Bildliche angeht;

Voila, Spaghetti Allioli:

"Spaghetti Allioli" (eigenes Bild)

„Spaghetti Allioli“ (eigenes Bild)

Und in Wundersdorf haben unsere Freunde den Adventskalender wohl auch verfolgt, wenn man hier so schaut. 🙂

Mit diesem mittlerweile schon traditionellen „Bildnis des Bloggers mit eigentümlicher Kopfbedeckung“ (vgl. hier, hier und hier) verabschiedet sich PuLa, wenn nicht noch etwas ganz außergewöhnliches passiert, für dieses Jahr von seinen Lesern und wünscht einen guten, gesunden und fröhlichen Jahreswechsel!
Im Januar erwartet Sie voraussichtlich: Wachwechsel an der „Reform“-Front?, oder: Neuigkeiten von der Regionalpresse, Der Heiligabendempfang und die Taxifahrerin, oder: Warum Bedürftige nicht automatisch infantil sind und natürlich die obligatorische Weimarer Jahresendbilanz, Sie dürfen schon jetzt gespannt sein!

PS: Sollte jemand rufen: „Er war schon mal besser rasiert!“, so antworte ich: Schauen Sie sich mal echte italienische Köche an! 😉

 

Der Psalmen-Adventskalender, Tag/Psalm 24 „Ad te, Domine, levavi animam meam…“

1 […] Ad te, Domine, levavi animam meam.

2 Deus meus, in te confido ; non erubescam.

3 Neque irrideant me inimici mei : etenim universi, qui sustinent te, non confundentur.

4 Confundantur omnes iniqua agentes supervacue. Vias tuas, Domine, demonstra mihi, et semitas tuas edoce me.

5 Dirige me in veritate tua, et doce me, quia tu es Deus salvator meus, et te sustinui tota die.

6 Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiarum tuarum quæ a sæculo sunt.

7 Delicta juventutis meæ, et ignorantias meas ne memineris. Secundum misericordiam tuam memento mei tu, propter bonitatem tuam, Domine.

8 Dulcis et rectus Dominus; propter hoc legem dabit delinquentibus in via.

12 Quis est homo qui timet Dominum ? legem statuit ei in via quam elegit.

13 Anima ejus in bonis demorabitur; et semen ejus hæreditabit terram.

14 Firmamentum est Dominus timentibus eum ; et testamentum ipsius ut manifestetur illis.

 

1 […]. Zu Dir, HErr, hab‘ ich erhoben meine Seele;

2 mein Gott, auf dich vertrau‘ ich, laß mich nicht zuschanden werden,

3 und mich nicht verlachen von meinen Feinden; denn alle, die auf Dich warten, werden nicht zu Schanden.

4 Zu Schanden sollen alle werden, die Böses thun freventlich. Deine Wege, HErr, zeige mir und Deine Steige lehre mich.

5 Leite mich in Deiner Wahrheit, und lehre mich; denn Du bist, o Gott, mein Heiland und auf Dich hab‘ ich gehofft den ganzen Tag.

6 Gedenke, HErr, Deiner Erbarmungen und Deiner Gnaden, die vom Anbeginne her sind.

7 Der Sünden meiner Jugend, und meiner Unachtsamkeit gedenke nicht. Nach Deiner Barmherzigkeit gedenke Du mein; um Deiner Güte willen,  HErr!

8 Gütig und gerecht ist der HErr; darum wird er ein Gesetz geben den Fehlenden auf dem Wege.

12 Wer ist der Mensch, der den HErrn fürchtet? Er hat ihm ein Gesetz auf dem Wege gegeben, den er erwählen soll.

13 Seine Seele wird weilen im Guten und sein Same wird erben das Land.

14 Eine Veste ist der HErr denen, die ihn fürchten; und sein Bund ist, daß er ihnen offenbar werde.

 

Psalm 24 ist der erste der nach dem (hebräischen) Alphabet geordneten. Wolter spricht von einem „gemeinschaftlichen, für Kult und Leben brauchbaren Lied“, einem „Kirchengebet für jeden Notstand“. Spaemann nennt ihn einen „Alltagspsalm“ ohne „sehr spezifischen Gedanken“, eine „Para­phrase des Kyrie eleison“ als dessen Meditation man ihn beten könne – um dann darin „geradezu ein Mus­terbeispiel eines sogenannten dialektischen Dreischritts […]: These, Antithese, Synthese“ zu entdecken; Philosophen-Alltag offenbar… 😉 (GL)

 

Dreifache Bedürftigkeit

Dreifach ist die Bedürftigkeit, die uns […] das Kyrie eleison rufen läßt: Unwissenheit, Sünde und Schwäche. Aus dieser Bedürftigkeit »erhebe ich meine Seele zu Dir …« levavi animam meam, wie die Vulgata übersetzt). Das Gebet läßt uns in eine andere Dimension eintreten, die Dimension des Lichtes, der Reinheit und der Kraft, die Dimension Gottes, die der Dimen­sion der Sünde, der Dunkelheit und der Schwäche entgegenge­setzt ist. Das Gebet ist eine »Erhebung« in diese Dimension. Die Bedürftigkeit drängt uns zu dieser Erhebung.

[Der Beter] hat das Urvertrauen nicht verloren, er hat es […] dort festgemacht, wo es nicht mehr enttäuschbar ist: »Keiner wird zuschanden, der auf Dich hofft.«
Diese Gewißheit des Beters ist keine dingliche Sicherheit, sondern selbst von der Art der Hoffnung. Sie existiert nicht un­abhängig vom Gebet, so daß es des Gebetes gar nicht mehr be­dürfte. Darum betet der Psalmist: »Laß mich nicht zuschanden werden!«, um dann einen Vers später zu sagen: »Keiner wird zu­schanden, der auf Dich hofft.« Das heißt: Keiner wird zuschan­den, der bittet: »Laß mich nicht zuschanden werden.« Die so nicht bitten, die »leichtfertigen Verächter«, werden sehr wohl zu­schanden.
[Allioli hat in Vers 4 das „supervacuus“ mit „freventlich“ übersetzt, Spaemann denkt bei den „leichtfertigen Verächtern“ offenbar eher an die Bedeutung „nichtig, überflüssig“, man könnte es, wie das beim Lateinischen oftmals möglich ist, auch einmal sozusagen ‚quasi-wörtlich‘ versuchen, d.h. man bedient sich bei den uns vertrauten Bedeutungen der aus der alten und doch so wirkmächtigen Sprache: „super“, also „überaus leer“, was, finde ich, auch sehr sprechend und passend ist, GL]

Wahrheit und Weg

[…] Der Psalm setzt das Wort »Wahrheit« beinahe mit dem Wort »Weg« gleich. Die Wahrheit Gottes ist dem bloß theoretischen Vorstellen nicht zugänglich. Sie erschließt sich nur in der Weise eines zu gehenden Weges. »Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, der wird erkennen …« (vgl. Joh 7,17). Umgekehrt aber: Es gibt keinen göttlichen Weg, der nicht in der Wahrheit ist. Eine Pastoral, die glaubt, von der Fülle der geoffen­barten Wahrheit etwas ablassen zu dürfen, verdient nicht den Na­men »Pastoral«: Das Gebet um Belehrung über den Weg Gottes ist, wenn es ernstgemeint ist, ein gefährliches Gebet. Es wird nämlich erhört. Und nicht immer ist es dem Menschen lieb und willkommen, wenn ihm der schmale Pfad wirklich gezeigt wird, der gerade ihn zu Gott fuhren soll. […]

Das Kyrie eleison des Psalms bittet Gott, Seines Anfangs »von Ewigkeit« [„von Anbeginn“ GL] zu gedenken, sich Seiner eigenen »Vergangenheit« zu erinnern, nicht aber der Vergangenheit des Beters. Die Bitte des Beters geht ja dahin, daß Gott den sündigen, unwissenden und schwachen Beter in Seine Dimension der Reinheit, des Lichtes und der Kraft hineinnimmt und ihn nicht in der eigenen Dimen­sion der Sünde, der Verwirrung und der Schwäche stecken läßt. […].
Es ist Sein Wesen, barmherzig und gütig zu sein. Und der Beter bittet um nichts anderes, als daß Gott Gort sein möge, so wie wir im Gloria danken, daß Er Gott ist: gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam – »Wir sagen Dir Dank ob Deiner großen Herrlichkeit.« Der wahre Dank und die wahre Bitte an Gott krei­sen letzten Endes immer um Gott selbst. Wir bitten, daß Er Er sei, und wir danken, daß Er Er ist. […]

Nun wird eine Frage gestellt und auf eine Weise beantwortet, die für die Offenbarung bezeichnend ist. »Wer ist der Mann, der den Herrn fürchtet?«, wird gefragt. Aber dieser Mann wird nicht beschrieben in dem, was er tut, sondern es wird gesagt, was Gott ihm tut. Und dies ist die Antwort auf die Frage: Er zeigt ihm den Weg, Er ist sein Freund, Er läßt ihn Seinen Bund wissen. Wem tut Er das? Dem, der Ihn fürchtet. Aber wer ist es, der Ihn fürchtet? Der, dem Gott dies tut. Das Tun Gottes kommt also vor dem Tun des Menschen. Weil Gott jemandem Seinen Weg zeigt, ihn Seinen Bund wissen läßt […] (RS)
[Allioli hat diese Stelle wunderbar gelöst: „und sein Bund ist, daß er ihnen offenbar werde“ Hervorhebung von mir; die „überarbeitete Version“ hat demgegenüber: „und sein Bund wird ihnen offenbar“, was vergleichsweise wirklich ‚lahm‘ ist und die lateinische Konstruktion (ut manifestetur) schlankweg ignoriert…! GL]

 

Damit ist nun auch der vierte Adventskalender auf PuLa zu Ende. Wie immer habe ich das Gefühl, im Zweifelsfall selber am meisten davon profitiert zu haben, aber die Rückmeldungen lassen mich auch zuversichtlich davon ausgehen, daß er recht gut aufgenommen worden ist, worüber ich mich sehr freue!
Ganz ehrlich, es war anstrengender, als ich erwartet hatte, was einerseits an der Dichte und Qualität des Spaemannschen Textes liegt, andererseits und vor allen Dingen aber daran, daß mich die Psalmen selbst immer wieder so stark bewegt haben – auch scheinbar simple Kürzungen gingen einem alles andere als leicht von der Hand und erforderten stets, sich mit dem ganzen Text in ein Verhältnis zu setzen.

Aber, wie sagt der Hl. Apostel Paulus im Römerbrief?

Quæcumque enim scripta sunt, ad nostram doctrinam scripta sunt : ut per patientiam, et consolationem Scripturarum, spem habeamus.

Denn alles was geschrieben worden, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch die Geduld und den Trost aus der Schrift die Hoffnung haben. (Röm 15,4, Allioli-Fassung)

“Die Geduld und den Trost aus der Schrift”; Genau!

 

PuLa wünscht allen Lesern von Herzen einen fröhlichen Heiligen Abend und ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

 

PS: Ja, es wird wohl auch wieder ein Weihnachtsphoto geben… 😉

Der Psalmen-Adventskalender, Tag/Psalm 23 „Domini est terra…“

1 […] Domini est terra, et plenitudo ejus; orbis terrarum, et universi qui habitant in eo.

2 Quia ipse super maria fundavit eum, et super flumina præparavit eum.

3 Quis ascendet in montem Domini? aut quis stabit in loco sancto ejus?

4 Innocens manibus et mundo corde, qui non accepit in vano animam suam, nec juravit in dolo proximo suo.

5 Hic accipiet benedictionem a Domino, et misericordiam a Deo salutari suo.

6 Hæc est generatio quærentium eum, quærentium faciem Dei Jacob.

7 Attollite portas, principes, vestras, et elevamini, portæ æternales, et introibit rex gloriæ.

8 Quis est iste rex gloriæ? Dominus fortis et potens, Dominus potens in prælio.

9 Attollite portas, principes, vestras, et elevamini, portæ æternales, et introibit rex gloriæ.

10 Quis est iste rex gloriæ? Dominus virtutum ipse est rex gloriæ.

 

1 […] Des HErrn ist die Erde, und was sie erfüllt; der Erdkreis und alle, die darauf wohnen.

2 Denn Er hat ihn auf Meere gegründet; und auf Strömen ihn bereitet.

3 Wer wir hinaufsteigen den Berg des HErrn? oder wer wird stehen an Seinem heiligen Orte?

4 Wer unschuldig an Händen und rein von Herzen, seine Seele nicht gebraucht zum  Eitlen, und nicht fälschlich schwöret seinem Nächsten.

5 der wird den Segen vom HErrn erlangen und Barmherzigkeit von Gott, seinem Heilande.

6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm verlanget, die da verlangen nach dem Angesichte des Gottes Jacobs.

7 Hebet eure Thore, ihr Fürsten, erhebet euch, ihr ewigen Thore, daß einziehe der König der Herrlichkeit.

8 Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der HErr, der starke und mächtige, der HErr, mächtig im Kriege!

9 Hebet eure Thore, ihr Fürsten, erhebet euch, ihr ewigen Thore, daß einziehe der König der Herrlichkeit.

10   Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der Herr der Heerscharen, dieser ist der König der Herrlichkeit!

 

Vers 7-10 sind ein Wechselgesang im liturgischen Spiel eines großen Welttheaters: Einzug Gottes – der Bundeslade? – in den Tempel.

‚Alpha‘ – die Schöpfung…

Die Welt ist Gottes Eigentum, denn Er hat sie gemacht. Die Wahr­heit, daß wir mit allem, was ist, unser Sein in jedem Augenblick nur im Gewolltsein durch Ihn haben, muß auch vom Christen immer wieder meditiert werden. Denn es ist dieser Gedanke, der jeden Versuch, in irgendeiner Weise unabhängig von Gott, an Seiner Weisung vorbei leben zu können, als das erscheinen läßt, was er ist: als Unsinn. Die Welt war einmal nicht und wird einmal nicht mehr sein. Sie hat ihren Sinn nicht in sich.

‚Zwischenzustand‘ – Liturgie…

Immer und überall sollen wir unschuldige Hände und ein rei­nes Herz haben. Aber weil wir nicht, wie es in einer Präfation der Messe heißt, »immer und überall danksagen«, darum gibt es den heiligen Berg, der sich zum Erdreich verhält wie das Erdreich zum Meer; für ihn ist Heiligkeit eine Zutrittsbedingung. Denn durch sein Versprechen nach der Sintflut hat ja dieser Gott auf Heiligkeit als Bedingung für den Aufenthalt auf Erden verzich­tet. Das aber ist der Anfang eines gesonderten heiligen Bezirks, für den diese Bedingung weiterhin gilt. […]

Wir leben im Zwischenstadium zwischen der ersten und der zweiten Ankunft Christi. Tempel und heiliger Berg haben aufge­hört, Stätten der allein authentischen Anbetung zu sein, seit die »Sehnsucht der ewigen Hügel« (Cor Jesu, desiderium collium aeternorum – so wird Jesus in der »Litanei vom heiligsten Herzen Jesu« auch genannt) in der Welt erschienen ist. Die Anbetung im Geist und in der Wahrheit hat begonnen. Aber das Erdreich als Ganzes ist noch nicht durchs Feuer gegangen. Und so hat auch die neue Anbetung noch kultisch-liturgische Form. […]

Der Deus universi ist nicht ein Allerweltsgott, sondern der Gott Jakobs, der Vater Jesu Christi. Und die, die ihn suchen, bilden ein »Geschlecht«, ein Volk, die civitas Dei die verborgene Gemeinschaft derer, die durch die glei­che Liebe miteinander verbunden sind […] Dieses Geschlecht, dieses Volk bildet nun selbst den »Berg des Herrn«.[…]

Und solche Bemühung [um das ‚reine Herz‘ GL] kann nur eine Vorbereitung sein für den »Segen des Herrn« und die »Gerechtigkeit vom Gott meines Heiles«. Der Psalm spricht in dieser Reihenfolge: erst vom Segen und dann vom Geschlecht derer, die Dich suchen. […] Die Liebe zu Gott, die Suche nach seinem Sich-Zeigen ist bereits die Folge der heiligmachenden Gnade, der »Gerechtigkeit vom Gott seines Heiles«, und durch sie hat Gott, den wir suchen, bereits Wohnung in uns genommen.

…und ‚Omega‘ – Eintritt Gottes in die Welt

Daher kehrt sich das Thema des Psalms konsequenterweise um. Gefragt war: »Wer darf auf Gottes Berg gehen?« Nun aber ist plötzlich die Rede vom Einzug Gottes. […] Die unbeantwortbare Frage am Anfang des Psalms beantwortet sich erst mit diesem Ende. Unschuld der Hände, Reinheit des Her­zens, Wahrheit, Suchen des Antlitzes des Gottes Jakobs — das alles reduziert sich nun auf den Ruf: »Machet die Tore weit, hebt euch, ihr uralten Pforten!« Mit vollem Recht nimmt das Advents­lied (»Macht hoch die Tür«) diesen Ruf auf. Was das liturgische Spiel des Tempeleinzugs symbolisierte, das ist nun Wirklichkeit. Der Herr der Welt, der in ihr war von Anfang an, zieht mit der Menschwerdung Christi in sie ein.

[…] Der Zusammen­hang der beiden Teile dieses Psalms wird erst durch Ihn sichtbar, denn »der Weg ins Heilige war noch nicht offenbart worden, so­lange der vordere Teil der Stifthütte stand« (Hebr 9,8). Der Ein­zug Gottes in den Tempel und der Zutritt des Menschen mit reinem Herzen erweisen sich nun als ein und dasselbe Ereignis. […]
Der Einzug Gottes in die Welt […] geschieht aller­dings nie ohne die Freiheit des Menschen. Denn es handelt sich um jene Anwesenheit »als Er selbst«, die ohne die Freiheit dessen, für den Er anwesend wird, gar nicht geschehen kann. So mußte sich für die Menschwerdung Gottes zuerst die »uralte Pforte« eines menschlichen Herzens heben, des Herzens Mariae: Salve radix, salve porta, ex qua mundo lux est orta (»Wurzel, der das Heil entsprossen, Tür, die uns das Licht erschlossen« – aus der Antiphon »Ave Regina Caelorum«). Und so geschieht der adventus Domini immer nur durch die Tore menschlicher Herzen: »Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, euer Herz zum Tempel zubereit‘.« (RS)

Die wahre Bundeslade

Die erkorene Gottesmutter Maria heißt drum mit Recht in der Liturgie die lebendige Arche, die Bundeslade, Foederis arca. Ihr unbeflecktes, makelloses Herz verschloß nicht nur, wie das goldene Kapporeth, das Gesetz Gottes, sondern den Gott des Gesetzes, nicht bloß einen Priesterstab, sondern den ewigen Hohenpriester selbst, und kein vergängliches Manna, sondern das unvergängliche Himmelsbrot. (MW) [Hervorhebung im Original; zur Kapporet vgl. hier und hier (engl.)]

PS: Schauen Sie doch auch noch einmal auf die Einträge vom 17. (Kommentarbereich, Danke, Andreas!) und 22., da hat sich „musikalisch“ auch noch etwas getan!