Zurüruck zum Inhalt

Die Mondlandung

Eine Buchrezension

 

Bischof Stefan Oster (Passau) und Rudolf Gehrig, seines Zeichens Journalist bei der Catholic News Agency  (z.Zt. Rom) haben im vergangenen Jahr gemeinsam ein Buch herausgebracht:

Den ersten Schritt macht Gott, Über Erfüllung, Berufung und den Sinn des Lebens, Freiburg (Herder) 2021

Sie finden es (samt Leseprobe) hier und so sieht es aus:

Oster/Gehrig, Den ersten Schritt macht Gott, 2021 (Bild: Herder-Verlag)

Daß ich so ungebührlich lange gebraucht habe, bis ich diese Rezension schreiben konnte, tut mir sehr leid, es hat, soviel sei vorweggenommen, mit dem Buch nichts zu tun!

Ein Buch über Berufung, über Berufungen. Für mich ein vollständig fremdes Thema.
Niemand in meiner doch von beiden Seiten klar und seit langem katholischen Familie hat es je aufgebracht, und das lag nicht nur daran, daß ich einziger Sohn war. Da hatte es in der durchaus näheren Verwandtschaft, wiederum von beiden Seiten, etliche Priester gegeben, von Koblenz bis Oldenburg, aber daß es sich dabei um die konkrete Möglichkeit einer Lebensentscheidung handeln könnte, das ‘kam nicht vor’ und blieb mir etwa so fremd, wie die Idee einer Landung auf dem Mond.
Wobei: An die Übertragung einer (der?) Mondlandung auf dem extra aus diesem Anlaß angeschafften (Schwarz/Weiß-) Fernseher erinnere ich mich – an ein ernsthaftes Gespräch zum Thema Berufung nicht.

Genau so einer war’s: Wegavision 767 EL-1

So näherte ich armes Kind der Konzilsgeneration mich der Angelegenheit also, sagen wir einmal, “unvoreingenommen”, jedenfalls aber neugierig.

Der äußere Eindruck war leider nicht so positiv, denn Titel wie Untertitel schienen mir doch ein wenig sehr vollmundig, das unscharfe (sic…) Titelbild und die Typographie taten ein übriges… Aber, wie heißt es so richtig, ‘don’t judge a book by its cover’, dachte ich mir, vor allem aber wußte ich ja etwas über beide Autoren – und zwar nur Gutes. Zu Bischof Oster erübrigt sich jedes weitere Wort (zuletzt auf PuLa z.B. hier) und Rudolf Gehrig kannte ich von seinem Twitter-Account (@RudolfGehrig) und dem, was er für die CNA schreibt.

Entstanden ist das Buch aus der (überarbeiteten) Niederschrift von fünf Interviews, die Gehrig im Jahr 2017 für EWTN  mit Bischof Oster geführt hat, und die die fünf Hauptkapitel des Buches bilden. Daraus macht der Text auf dem Back-Cover ein “packendes Gespräch” und das Verrückte ist – das ist tatsächlich mehr als nur Marketingsprache!

Den beiden Gesprächspartnern gelingt nämlich ein ganz und gar ‘eigentlicher’ Dialog. Hier werden die Dinge beim Namen genannt, ganz ohne die großen Gefahren alles Sprechens im kirchlichen Raum, die da heißen: Betulichkeit oder Anbiederei.
Zwei katholische Menschen tauschen sich da über ihre Erfahrungen zum Thema ‘Berufung’ aus, offen, aber diskret, etwa da, wo es um die ehemalige Freundin von Bischof Oster geht, und notwendiger- und richtigerweise sparen sie dabei ganz grundlegende Fragen des Lebens in und für Kirche nicht aus, etwa, wenn es um die Frage des richtigen Freiheitsbegriffs im Raum steht:

Ich bin also erst dann richtig frei, wenn ich das will, was Gott will?

In unserem christlichen Sinne ist dies die eigentliche Form der Freiheit, ja.

Aber das bedeutet zunächst einmal Unterwerfung.

Ja, es bedeutet im Grunde so etwas wie Kapitulation. (Lacht.) […]
(S. 17)

Auch die sattsam bekannten “Heißen Eisen” wie die Frage der Frauenordination (S. 61 ff.) oder die nach dem “Doppelleben” von Priestern (S. 94f.)  finden Erwähnung – und werden von Bischof Oster in unaufgeregter Klarheit in Übereinstimmung mit der Lehre beantwortet. Und das ist genau, was ich an diesen Gesprächen, an diesem Buch so wertvoll finde, neben der richtigerweise immer wieder in verschiedenen Facetten ansetzenden Frage danach, wie sich “Berufung” denn nun ‘anfühlt’, sozusagen vor ihrer Klärung, während ihrer Bewährung und, gegebenenfalls, auch nach ihrem Scheitern.

Der Leser erhält nämlich einen Eindruck davon, wie das ist, persönlich ‘in Kirche’ leben. Mit allerlei Schwierigkeiten und Gefährdungen, aber eben auch mit dem, was (einen) trägt, was schön, wertvoll und von Dauer ist.
Ich hätte in diesem Zusammenhang nicht das Wörtchen ‘packend’ verwendet, aber es ist auf  jeden Fall ‘berührend’, wie Bischof Oster die Muttergottes geradezu mit der Kirche identifiziert, wie er von Maria spricht, die “»Wohnort Gottes« in der Welt” ( S. 46f.) und “tatsächlich die Mutter der Kirche” ist!  (S. 118f., und nochmal ausführlich S. 134 -143)
Wie nötig ist doch gerade heute genau diese Perspektive – und um wie vieles mehr ist sie es, für jeden Menschen, der tatsächlich eine geistliche Berufung spürt!

(An dieser Stelle möchte ich, wörtlich, eine Klammer aufmachen, weil das folgende nur bedingt zu einer Rezension gehört, die sich ja dem eigentlichen Thema des Buches widmen sollte, aber mein Eindruck war zu stark, um es unerwähnt zu lassen. Wer meint, daß ein Bischof, der so von der Kirche spricht, so traditionell, so geistlich, ja ‘zärtlich’, der kann nicht annehmen, daß der gleiche Mensch dem sog. “Synodalen Weg” in die Richtung folgt, die dort eingeschlagen wurde. Das wird, wenn es zum Schwur kommt, nicht möglich sein und wenn ich mir persönlich etwas wünschen dürfte, dann wäre es, daß Bischof Oster diese Unausweichlichkeit auch jetzt schon deutlicher macht. Klammer zu.)

Auf die fünf Hauptteile folgen noch “Praktische Tipps zum Schluss” von Rudolf Gehrig, denen man anmerkt, daß sie jemand geschrieben hat, der die Innensicht eines Ringens um die Frage der eigenen Berufung kennt.

Zusammengefaßt verfüge ich, um im Bild zu bleiben, nun zwar immer noch über keinen Atlas des Mondes, aber ich durfte an ein paar wichtigen Stellen seine Topographie kennenlernen. Dafür bin ich den beiden Autoren sehr dankbar und kann die Lektüre des Bändchens nur rundum empfehlen, weit über die Kategorie “Firmgeschenk” hinaus.

 

Gereon Lamers

 

PS: Unsere hiesigen Leser mag es zusätzlich freuen zu hören, daß die Herstellung des Buches fest in mitteldeutscher Hand lag: Satz im sächsischen Torgau, Herstellung im thüringischen Pößneck! 😉

Von der Freude an (katholischen) Dingen

Eine Ermutigung

Die Freude an den Dingen in dieser Welt, sie hat im Bereich des Christlichen nicht gerade den besten Ruf.

Und dafür gibt es schon Gründe, nehmen wir nur das Evangelium des heutigen Tages (NO, “18. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C”), in dem von dem reichen Landbesitzer “noch in dieser Nacht” sein Leben zurückgefordert wird, ihm also seine Freude an den Dingen, hier der reichen Ernte, so gar nichts hilft (Lk 12, 13–21).

Leider sind auf dieser richtigen Grundlage auch schlimme Übertreibungen entstanden, die die Prinzipien der ‘Analogie des Glaubens’ und der Einheit der Hl. Schrift mißachten und damit viel zu dem doch so völlig falschen Eindruck beigetragen haben, das Christentum sei überhaupt eine der Materialität unseres Seins abholde und in dem Sinne freudenfeindliche Angelegenheit.

Weil wir aber in unserem katholischen Glauben die wahre Religion haben, lehrt sie uns hilfreich das klassische ‘et-et’, das recht verstandene ‘sowohl als auch’. Blicken wir nur einen Sonntag zurück, so haben wir im ‘Tagesgebet’ gehört: 

[…] hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, daß wir die ewigen nicht verlieren.

Oder in der Fassung der lateinischen Oration:

[…] sic bonis transeuntibus nunc utamur,
ut iam possimus inhærere mansuris

[…] wir die vergänglichen Güter nun so nutzen,
daß wir den bleibenden [jetzt] schon anhangen können

Worin ja klar zum Ausdruck kommt: Es ist möglich, ja geboten, die irdischen Güter ‘richtig’ zu nutzen, sie sind nicht per se “böse” und ihr Gebrauch dem ewigen Leben nicht notwendig abträglich. 

Wie wäre es denn sonst auch möglich, daß die Kirche Dinge segnet, ja, gar für ‚heilig‘ erklärt, also auf den Ursprung alles Heiligen hinordnet?

Letzten Endes begegnen wir auch hier dem Ineinander der Geheimnisse von Schöpfung und Inkarnation, in dem uns auf unüberbietbare Art und Weise deutlich wird, wie wertvoll dem Schöpfer seine Schöpfung auf immer bleibt, die er, als der Gute schlechthin, nicht anders als gut gedacht haben kann.

Hm, weit ausgeholt, scheint mir, für das, was ich eigentlich tun wollte 😉 und das ist einfach, Ihnen zu zeigen, wie es war, als einige “Katholische Dinge” vor kurzem wieder zu uns zurückkamen. Zwei von den drei Sachen kennen Sie sogar schon!

Noch eingepackt.

Unschwer zu erkennen, zwei Bücher und etwas anderes. Wie gesagt, die Bücher kennen Sie. Ob Sie sie wohl hier schon er-kennen?

 

Teils enthüllt

Es handelt sich um die altbewährte Allioli-Bibel, die Ihnen schon länger auf PuLa vertraut ist (hier) und das “Katholische Hausbuch”, das Sie mit dem Adventskalender des Jahres 2012  😯 kennengelernt haben.

Ausgepackt (alles eigene Bilder)

Diese beiden Bücher haben wir nämlich restaurieren lassen, in der sehr empfehlenswerten, traditionsreichen Weimarer Buchbinderei Lüttichum sie für unseren und den Gebrauch (!) durch die nächsten Generationen zu ertüchtigen. Es ist ein großes Vergnügen, sie jetzt wieder in die Hand zu nehmen! 

Und der Rosenkranz? Der gehört dem jüngeren Kind und war in Benutzung an einer Stelle gerissen (was dazu führte, daß ich ihr einen von ihrem Ur-Urgroßvater ausleihen mußte). Um solchem Ungemach künftig vorzubeugen hat seine Herstellerin “Panzerdraht” aus Kanada bestellt, ungelogen! Die Luxemburger Dame, die das “Rosenkranz-Atelier” betreibt, ist allen Sonderwünschen gegenüber sehr aufgeschlossen und sehr gut in dem, was man heute wohl after-sales-service nennt 🙂 , ebenfalls eine Empfehlung!

So, hoffe ich, können Sie in dem beschriebenen Sinne teilhaben an an der Freude, die es für uns bedeutete, als diese Dinge zu uns zurückkehrten!

Gereon Lamers 

 

PS: Wo wir gerade bei frühen Adventskalendern sind: Gestern habe ich leider versäumt, Sie auf einen höchst erfreulichen und, namentlich hierzulande, viel zu wenig verbreiteten Gedenktag hinzuweisen: Gestern vor 100 Jahren wurde der große Gilbert Keith Chesterton in die Kirche aufgenommen

Und von ihm handelte ja der allererste der Adventskalender hier auf PuLa. Ich gehöre seit damals zu denen, die hoffen, daß die Bemühungen um seine Kanonisierung irgendwann Erfolg haben mögen, auch wenn sie momentan wohl zumindest offiziell ruhen müssen.

Dieses großartige Gedicht hat er anläßlich seiner Konversion geschrieben:

The Convert

After one moment when I bowed my head
And the whole world turned over and came upright,
And I came out where the old road shone white.
I walked the ways and heard what all men said,
Forests of tongues, like autumn leaves unshed,
Being not unlovable but strange and light;
Old riddles and new creeds, not in despite
But softly, as men smile about the dead

The sages have a hundred maps to give
That trace their crawling cosmos like a tree,
They rattle reason out through many a sieve
That stores the sand and lets the gold go free:
And all these things are less than dust to me
Because my name is Lazarus and I live.

… aber spanische Trompeten haben wir nicht auch noch

Der Thüringer Orgelsommer 2022 in Herz Jesu Weimar 

Als beinahe letztes Konzert des diesjährigen Thüringer Orgelsommers gastierte Martin Schmeding, Orgelprofessor an der HMT Leipzig, in der Weimarer Herz Jesu Kirche. Sein Programm speiste sich aus vier Jahrhunderten Musik von der iberischen Halbinsel und war nach einem berühmten, bereits für etliche Instrumente bearbeiteten Stück von Antonio Soler (1729-1783) mit „Fandango“ betitelt.

Konzertprogramm und Eintrittskarte (eigenes Bild)

Da bis ins 18. Jahrhundert nicht genau bezeichnet wurde, für welche Art von Tasteninstrument eine „Sonata para teclado“ – eine ‚Sonate für Clavier‘ – konkret gedacht war, ist es nichts Unübliches, ein und demselben Stück in einer Aufführung mit Cembalo, aber auch in einem Orgelkonzert zu begegnen. Eines der Eingangsstücke, Solers Sonate No. 33 in G-Dur, kam durch die Möglichkeiten der Orgel mit ihren verschiedenen Klang nachahmenden Registern ganz entzückend und einprägsam zur Geltung. Leider konnte ich auf YouTube nur Einspielungen auf einem Cembalo finden. Aber Ihre musikalische Phantasie wird Ihnen die fehlende Klangvielfalt mühelos ersetzen, die aus Solers Aneinanderreihung von Prallern, Trillern und Tonleitersequenzen in Martin Schmedings Spiel dieser Sonate ein wahres Vogelkonzert machte:

Dafür ist Herz Jesu Weimar mit der Franz-Liszt-Gedächtnisorgel hervorragend gerüstet. Doch Martin Sturm, der als Orgelprofessor der HfM Weimar die Hochschule als Eignerin des Instrumentes vertrat und ins Programm einführte – die Pfarrei hatte mal wieder keine/n offizielle/n Vertreter/in in die Veranstaltung entsendet – konnte viel von den spanischen Trompeten und ihren Horizontalzungenpfeifen erzählen. Sie zu ersetzen, ist in Weimar nicht so einfach. Schauen Sie mal, wie so etwas aussieht:

Horizontalzungenpfeifen einer Barockorgel im spanischen Trujillo (Bild wikimedia commons, user Carlets)

Und so erschien denn auch Juan Cabanilles “Tiento de Batalla” in nicht ganz so typischem akustischem Gewand.

Doch Martin Schmeding wußte bspw. mit der Nutzung des Fernwerks allemal Möglichkeiten der Orgel auszuspielen, die für uns Gemeindemitglieder nicht oft zu hören sind. Und während wir den Klängen des dritten Teils von José Lidóns „Cuatro Piezas para la Misa“ lauschten, wünschte ich mir einmal wieder, Vergleichbares einfach wirklich mal im Vollzug der Messe zu hören: Solches zunächst für das Werk unseres Gemeindemitglieds Franz Liszt zu realisieren, war schließlich Michael Kapsners Ausgangsvision zum Bau der neuen Orgel in Herz Jesu Weimar gewesen. Mit einer Einspielung der „Elevación“ von Lidón möchte ich meine kurze Rezension beenden. Enjoy! 🙂

 

Cornelie Becker-Lamers

„Du bist gebenedeit unter den Frauen“ 2/2

Ein Close reading zur Begegnung in Ain Karim

Im vorangeganenen Teil des vorliegenden Beitrags hatten wir begonnen uns Gedanken zu machen, wie der Evangelientext zum Besuch Marias bei der schwangeren Elisabeth innerhalb der Bibel intertextuell vernetzt ist, was er für unseren Glauben und was er für Nachrichten über Marias Lebensumstände bereithält.

Maria – ein junges unverheiratetes Mädchen – macht sich zu ihrer Verwandten auf den Weg. Vermutlich zu Fuß. Von Nazareth in Galiläa „in eine Stadt im Gebirge von Judäa“ (V. 39). Es muß nicht Jerusalem sein, wo Zacharias, der Mann Elisabeths, im Tempel Dienst tut. Schließlich war es durchaus üblich, daß auch Priester, die nicht in Jerusalem ansässig waren, sich zu ihrem Dienst dorthin begaben. Aus dem biblischen Text erfahren wir leider nichts Konkretes, sondern es heißt: „ Als die Tage seines [des Zacharias] Dienstes zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurück.“ (V. 23) Doch Katholizismus bedeutet bekanntlich, Schrift und Tradition zu Rate zu ziehen, und da ich natürlich nicht die erste bin, die sich über diese Unschärfe in der Überlieferung ärgert, gibt es längst eine Übereinkunft, wo man das Zuhause der Elisabeth zu vermuten hat: „Die örtliche Tradition“, schreibt Pater Martin Ramm, FSSP zum Fest der Heimsuchung Mariens, „lokalisiert die Begegnung zwischen Maria und Elisabeth an einem Ort westlich von Jerusalem namens Ain Karim (= Weinberg-Quelle)“ (Volksmissale, Thalwil 2015, zum 2. Juli auf Seite 295 S). Voilà!

Jerusalem liegt etwa im Zentrum Judäas und die Entfernung bis Nazareth beträgt in der Luftlinie 100 km, der Weg wird vom Computer mit 150 km errechnet. Aber auch wenn man der traditionellen Ortsangabe mißtraut und die Geschichte geographisch im Unscharfen belassen will: Nach Judäa ist es von Nazareth aus in jedem Fall ein ganzes Ende. Dazwischen liegt bekanntlich noch Samaria. Auch der nördlichste Zipfel Judäas dürfte also durchaus 100 km Wegstrecke von Nazareth entfernt liegen. Aber Maria geht vermutlich in die Nähe von Jerusalem. Die Heimsuchung präfiguriert damit auch den zweiten Weg der Schwangeren, den Weg zur Volkszählung nach Bethlehem, einem südlichen Vorort Jerusalems, durch den sich die Schrift erfüllt und Jesus in der Stadt Davids geboren wird. Und sie weist auf den dritten Weg nach Jerusalem voraus, auf die Pilgerfahrt zum Paschafest (schon wieder was mit „hüpfen“!), bei welcher der 12jährige Jesus im Tempel mit den Schriftgelehrten zu diskutieren beginnt, seine Eltern ihn drei Tage lang suchen müssen und er ihnen einen ersten kryptischen Hinweis auf Gott als seinem Vater gibt (Lk 2, 41-46). Der freudenreiche Rosenkranz verknüpft in seinen Gesätzen diese Reisen alle ebenfalls.

Wer begleitet Maria eigentlich auf dem ersten Weg, dem Weg zu Elisabeth? Oder – wie das ja gerne gedacht wird: wer schützt oder ‚beaufsichtigt‘ das junge Mädchen in dieser Zeit? Davon erzählt die Geschichte erstaunlich wenig. Um genau zu sein: Davon erzählt sie nichts. Anders als Tobias, der Sohn des Tobit, wird Maria offenbar auch nicht vom Erzengel Raphael, dem Begleiter der Wanderer, zu Elisabeth geführt. Sie „eilt“ (Lk 1, 39) mehrere Tage zu Fuß 100 km oder mehr durch das Land, soweit wir wissen, allein. Und sie kommt heil an. Ich liebe diese Geschichte, seit mir dieses Detail aufgefallen ist. Läßt es nicht vermuten, daß wir in das Frauenleben der damaligen Zeit doch einiges hineinprojizieren, was sich an Lebensumständen und Gefährdungen erst im Laufe der Patriarchalisierung für die Frauen verschlimmerte? Bevor Gefahren real werden, müssen sie ja immer zunächst erst einmal denkbar sein.

In Verse gefaßt und vertont habe ich die Geschichte von Ain Karim als „Magnificat oder der Besuch bei Elisabet“ im Rahmen des Liederzyklus „Weltreise durchs Kirchenjahr“ schon im Jahr 2008. Uraufgeführt haben es die Cäcilini (damals noch als Kinderschola der Herz-Jesu-Gemeinde Weimar) noch im selben Jahr zum Schuljahresabschlußgottesdienst. Das kam zeitlich gerade sehr gut aus, es war Sonntag, der 6. Juli. Eine kammermusikalisch instrumentalisierte und den Dialogen entsprechend solistisch besetzte Fassung gab es dann vier weitere Male: im Verbund mit sechs weiteren Liedern szenisch aufgeführt am 2. Juli und am 2. November 2014 auf dem Gemeindefest in Apfelstädt bzw. einem Gottesdienst in St. Christopherus Tiefurt, zum Rosenkranzmonat mit anderen meiner Marienlieder am 6. Oktober 2016 für unsere Senioren und zur Eröffnung der Maiandachten kombiniert mit dem Salve Regina am 1. Mai 2018. Nachdem der erste Film auf dem YouTube-Kanal der Cäcilini inzwischen über 1200-mal angehört worden ist, habe ich zwei weitere Versionen mit anderen Solistinnen ebenfalls ins Netz gestellt. Aber während der zuerst eingestellte Film immer mehr Aufrufe sammelt, gehen die beiden anderen Versionen nicht so richtig los. Was schade ist: Namentlich der Livemitschnitt aus der Maiandacht 2018 in Herz Jesu Weimar ist zwar akustisch durch den Kirchenhall etwas hallig, aber von den Stimmen her sehr hörenswert. Deshalb möchte ich beide neueren Filme hier einmal verlinken. Zunächst die Einspielung aus dem Jahr 2018, dann die der Uraufführung aus dem Jahr 2008. Enjoy! 🙂

 

 

Cornelie Becker-Lamers

„Du bist gebenedeit unter den Frauen“ 1/2

Ein Close reading zur Begegnung in Ain Karim

Wie schon im vergangenen Jahr angekündigt (aber damals nicht geschafft), möchten wir noch einmal einen Beitrag zum Fest Mariä Heimsuchung posten. Dieses Fest ist trotz seines wesentlichen Gehalts bloß ein Fest II. Klasse und wurde vom Datum her zwischen dem 31. Mai und dem 2. Juli umhergeschoben. Ich denke, das trägt dazu bei, daß vielen Christen das Gedenken wegrutscht, das Gedenken an Marias Besuch bei ihrer Verwandten Elisabeth aus dem Hause Aaron.

Warum ist das so bedauerlich? Was macht das Fest so wichtig, das der Heilige Bonaventura vor gut 750 Jahren, nämlich 1263, für den Franziskanerorden einführte und das kein geringerer als Pius V. (#Lepanto) um 1570 in den allgemeinen Kalender der Kirche aufnahm? Was hält die Geschichte expressis verbis für unseren Glauben und was hält sie en passant an Informationen über Maria und ihre Lebensumstände bereit? Welche Verbindungen innerhalb der Bibel stellt sie her? Welche Ereignisse präfiguriert die Wanderung von Nazareth nach oder in die Nähe von Jerusalem?

Schauen wir, was genau erzählt wird. Es steht im ersten Kapitel des Lukasevangeliums, ab Vers 26. Als Elisabeth im sechsten Monat schwanger ist – auch ihres Sohnes Geburt wurde durch einen Engel verkündet –, wird

Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt, die mit einem Mann namens Josef aus dem Haus Davids verlobt war. Der Name der Jungfrau war Maria. Er trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über das Wort und sann nach, was dieser Gruß bedeuten solle. Der Engel sagte zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wird du gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben.

Als Maria eingedenk ihrer Jungfräulichkeit über diese Nachricht stutzt, erklärt ihr der Engel, daß sie vom Heiligen Geist empfangen wird. Um ihr die Allmacht Gottes zu verdeutlichen, erwähnt er zusätzlich ihre Verwandte Elisabeth, die trotz ihres hohen Alters ein Kind gebären wird: „Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch einen Sohn empfangen in ihrem Alter“.

Daraufhin macht sich Maria auf den Weg. Und es scheint, als ob sie trotz ihres Glaubens und ihrer Einwilligung erst durch den Gruß Elisabeths wirklich verstünde, was geschehen ist. Denn diese spricht sie als Auserwählte und als Mutter ihres Herrn an. Erst durch den Besuch bei Elisabeth, dessen wir im Fest Mariä Heimsuchung gedenken, wird der werdenden Gottesmutter ihre Bestimmung und – ja: ihre eigene zukünftige Rolle und Bedeutung endgültig klar. Die Worte ihrer älteren Verwandten leiten Marias berühmten Lobpreis ein:

Elisabet wurde vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! Woher wird mir dies zuteil, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn als der Klang deines Grußes in mein Ohr drang, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was ihr vom Herrn gesagt wurde. Da sagte Maria: Hochpreist meine Seele den Herrn/ und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn er hat geschaut auf die Niedrigkeit seiner Magd./ Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Der Ablauf macht deutlich, daß das Fest eigentlich so ungefähr am Oktavtag der Verkündigung gefeiert werden müßte. Aber acht Tage nach dem 25. März landet man dummerweise auf dem 1. April und der war – beispielsweise als Geburtstag von Judas, dem Verräter – schon immer ein mißtrauisch beäugtes Datum, das irgendwie mit dem Wirken des Teufels oder doch zumindest des Spötters in Verbindung gebracht wurde. Aber es bis hinter den Oktavtag von Johanni zu schieben, also nach dem 24. Juni zu feiern, ist definitiv bitter und zeigt schon, wie wenig die Kirche offenbar ernst nimmt, worauf das Gedenken sich bezieht.

Aber liefert dieses Ereignis nicht eine erste Erscheinung des Herrn und den ersten Gottesbeweis? Erkennt Johannes der Vorläufer nicht im Mutterleib schon Christus und hüpft er nicht vor Gott, dem Sohn, wie David vor der Bundeslade hüpft? (Vgl. 2 Sam 6, 5.14.16) Und hat obiger Textauszug nicht bereits zitiert, was die Worte der Elisabeth nicht nur im Rahmen der Erzählung für Maria, sondern auf der Metaebene auch für die Kirche so bedeutsam macht? Elisabeth formuliert etwas, das wir als Teil des Ave Maria wie des Salve Regina bis heute wiederholen: „Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Sohnes, Jesus.“ Wenn Sie echte Verblüffung sehen möchten, erinnern Sie einen bibelfesten Protestanten daran, daß der Wortlaut des von ihm verschmähten Ave Maria zumindest zur Hälfte, nämlich als Gruß des Erzengels Gabriel bzw. der Elisabeth, schlicht im Evangelium steht. Immer wieder schön 😉 ! Doch auch die Katholische Kirche scheint sich wie gesagt nicht in vollem Umfang bewußt zu sein, welche Relevanz der Begegnung zwischen beiden Frauen im Rahmen des Heilsgeschehens zukommt – und daß hier die Marienverehrung („Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter“) mit höchster Autorität, nämlich biblisch begründet wird.

Aber gehen wir weiter: Was sagt uns die Geschichte über ihre Darstellbarkeit? Alle Gemälde, die beide Frauen mit kugelrunden Bäuchen zeigen, verfehlen erkennbar, was die Erzählung vermittelt: Daß sich Maria sofort nach der Empfängnis auf den Weg gemacht hat und bei Elisabeth letztendlich ihre Bestimmung versteht. Es sei denn natürlich, man postuliert eine darstellerische Intertextualität und geht von einer Bezugnahme der Künstler auf diejenigen Gemälde aus, die im Moment der Verkündigung den vollentwickelten Jesusknaben in Marias Leib auf den Weg schicken 😉 . Genau das ist tatsächlich die Spur, die zum Verständnis dieser eigentlich „falschen“ Darstellungen führt – wenn sie auch nicht als Bezugnahme der Künstler untereinander zu denken ist, sondern als Ausdruck des „gesteigerten mittelalterlichen Bedürfnisses nach Anschaulichkeit“, wie das LThK formuliert (Stw. Heimsuchung, II, Herder: Sonderausgabe 2009, Bd. 4, Sp. 1369). In der Tat wird die erste „revelatio“ des inkarnierten Herrn nur in der Darstellung zweier schon entwickelter Kinder deutlich, die sich, umgeben von einer Gloriole, in den Leibern ihrer Mütter gegenübersitzen. Wer das Marienfest der Heimsuchung als Herrenfest begehen möchte, muß den Wortlaut der Erzählung übersteigen und Christus bereits als kleinen Menschen sichtbar machen.

Was hält die Geschichte noch bereit? Die Formulierung von der „Frau aus dem Volke“, die uns Maria immer am liebsten als Proletarierin verkaufen möchte, wird fragwürdig, wenn man sich die (vermutlich mütterlicherseitige) Verwandtschaft ins Priestergeschlecht vor Augen führt. Elisabeth ist aus dem Stamme Aarons.

Fortsetzung folgt 

 

Cornelie Becker-Lamers

P.S.: Das mit dem Hüpfen Davids vor der Bundeslade (2 Sam 6, 5.14.16) und dem Hüpfen des Kindes im Mutterleib (Lk 1, 41a. 44) geht leider nur in den deutschen Übersetzungen so schön auf. In der Septuaginta bzw. dem griechischen Original wird zwischen dem Tanzen Davids und dem Hüpfen des Kindes im Vokabular unterschieden. Auch die englische Übersetzung schreibt zum einen ‘dance’, zum anderen ‘leap’. Das ergibt sich aus den Interlinearbibeln, die online zur Verfügung stehen. Dennoch glaube ich, daß hier eine typologische Verweisfunktion des alttestamentlichen Textes auf die Erzählung des Lukasevangeliums vorliegt.

PuLa-Reloaded: Spekulatius

Dieses Reload (ja, die Reihe geht weiter!), ursprünglich veröffentlicht zu Neujahr 2012 (!) gehört zu unseren Lieblingstexten. Und auch, wenn es jahreszeitlich so gar nicht passend erscheinen will, nach dem gestrigen Beitrag müssen wir wohl nicht erklären, warum wir es mitten im Sommer bringen, oder? 😉 

 

DIE SPEKULATIUSPLÄTZCHEN

Ein Sketchlet zu Neujahr 2012 für vier Personen

(Wundersdorf, Haus der Familie Langenfeld. Küche. Edith, Emily und Teresa versuchen sich zum ersten Mal an echten Spekulatiuskeksen. Teresa ist gerade dabei, dem vorbereiteten Teig aus Butter und Gewürzen das Mehl hinzuzufügen.)

Edith (alarmiert): Nicht von so weit oben!

Emily: Darf ich jetzt den Speck schneiden?

Teresa: Das wollte ich machen!

Emily: Du hast doch schon das Mehl dazugetan!

Teresa: Na und? Dafür hast Du die Butter geschmolzen.

Emily: Du bist sowieso noch zu klein für das scharfe Messer!

Teresa: Das ist gemein! Immer willst du alles machen!

Emily: Wo ist überhaupt der Speck? Hol ihn doch erst mal aus dem Kühlschrank!

Teresa: Ich weiß ja gar nicht wo der ist!

Emily: Siehst du! Du kannst es gar nicht!

Teresa: Du bist so gemein! (Sie bereitet sich gerade aufs Losheulen vor, als Edith dazwischengeht.)

Edith (versucht die beiden zu übertönen): Hört auf euch zu streiten! Und wieso eigentlich Speck? Da kommt doch gar kein Speck rein!

(Emily und Teresa blicken ihre Mutter entgeistert an. Einen Moment lang ist es mucksmäuschenstill im Raum. Emily hat sich als erste wieder gefangen.)

Emily: Und warum, bitte schön, heißt das ganze dann SPECKulatius?

Edith (legt ihr Gesicht in ihre bemehlten Hände): JETZT versteh ich, was ihr meint! (Sie lacht.) Ihr seid süß! Und klug!

Emily: Warum lachst du dann?

Edith (hat jetzt bemehlte Wangenknochen): Weil es trotzdem nicht stimmt! Spekulatius kommt nicht von Speck und schreibt sich auch nur mit „k“, nicht mit „ck“ …

Emily (zu Teresa): „Speck“ schreibt man nämlich mit „ck“!

Teresa (gereizt): Weiß ich!

Edith: … sondern Spekulatius kommt von „speculator“, das ist lateinisch und heißt in etwa „der Späher“.

Emily: Hä?

Edith: Auf den Modeln hier (sie nimmt eine der Formen von der Arbeitsfläche und zeigt sie den Kindern) war ursprünglich der Bischof abgebildet, wie er zur Visitation – also zum Besuch – auf seinem Pferd in die Gemeinden reitet.

Teresa: Warum?

Edith: Naja, das Wort „Bischof“ hat auch mit Schauen und Spähen zu tun: Bischof kommt von Epi-scopus, und „scopein“ heißt auf griechisch „Schauen“.

Emily: „Scopein“ heißt „Schauen“?

Edith: Ja! Wie in „Tele-scop“, womit man weit schaut.

Emily (begeistert): … oder „Micro-scop“ …

Teresa: … oder „Horror-scop“! (Teresa ist fasziniert. Edith muß lachen.)

Emily: Also, „scopein“ heißt „schauen“. Und „epi“? Das heißt dann wohl „weg“?

Edith: Neinneinnein, das heißt in dem Fall natürlich „drauf“; der Epi-scopus ist eigentlich der Aufseher, der herumreitet in seinem Bistum und nach dem Rechten sieht.

Emily (überlegt einen Augenblick): Und warum kommt unser Bischof dann nicht mal nach Wundersdorf?

Teresa (besorgt): Vielleicht kann er nicht reiten?

Emily: Das wird es sein!

Teresa: Was machen wir denn da?

Emily: Er könnte doch auch fahren!

Teresa: Genau! Papa fährt doch auch jeden Tag in die Hauptstadt!

Emily: Da wohnt doch der Bischof auch, oder, Mama?

Edith (ein wenig ratlos): Jaja, ihr habt völlig Recht …

Teresa: Na also! Dann kann unser Bischof das doch auch!

Emily: Am besten, wir schicken ihm ein paar von unseren Spekulatius-Plätzchen!

Teresa: Jaaaa! Das machen wir! Wo ist der Speck?

Edith und Emily (betont): Es kommt kein Speck rein!!!

Teresa: Ach, stimmt ja! (Sie setzt ihr charmantestes Garfield-Grinsen auf.)

Edith: Neinnein, wir sind fertig mit den Zutaten.

Emily: Dann los! Ich will kneten!

Teresa: Das wollte ich doch!

Edith: Geht das schon wieder los?

Emily (begütigend zu Teresa): Ich halte die Schüssel und du knetest. (Edith atmet erleichtert auf und wirft Emily einen dankbaren Blick zu. Teresa fährt mit den Händen in den fettigen Teig und hat gerade die ersten Klumpen erzeugt, als Richard den Kopf zur Tür hereinsteckt.)

Richard: Hallo Kinder! Habt ihr schon gesehen? Es schneit!

Emily und Teresa: Es schneit!!!! (Beide rennen zum Fenster, wobei Teresa jede Menge Teig auf dem Fußboden verteilt.)

Edith (macht ihr „manchmal fühle ich mich so müde“-Gesicht): Hättest du mit dieser Nachricht nicht noch fünf Minuten warten können? Wir hatten es fast geschafft!

Richard: Entschuldigung! (Er kostet die ersten fertigen Teigklumpen.) Hm! Wird aber lecker!

Emily (vom Fenster aus): Die sind ja auch für unseren Bischof!

Richard: Für den Bischof? Und ich?! (Nimmt mit gespielter Angst die Schüssel in die Arme und dreht sie ein wenig weg.)

Teresa: Ja! Damit er daran denkt, daß er auch ein Aufseher ist!

Richard: Ah, so ist das! Man bekommt Plätzchen geschenkt, zur Ermunterung für seine Arbeit? Das muß ich mir merken! (Er legt Edith den Arm um die Schulter und gibt ihr einen Kuß.)

 

ENDE

Cornelie Becker-Lamers

 

 

Sketch des Monats: Die Visitation

Ein Sketch für sechs Personen

Wundersdorf, Oderbruch. Im Wohnzimmer der Familie Langenfeld. Gemeinsam mit einigen Freunden wollen Richard und Edith die offizielle und wie es scheint pflichtschuldigst abgefeierte Visitation des Bischofs auswerten. Gerade spricht man über die Abendmesse am Eröffnungsabend. Denn sowohl Richard als auch Hanna haben diese Abendmesse verpaßt.

Hanna: Hat er denn nun was zur Wundersdorfer Situation verlauten lassen?

Richard: Genau! Deshalb wart ihr doch hingegangen. – Karl – rot oder weiß? (Er hält zwei Weinflaschen hoch.) Beides Saale-Unstrut.

Edith: „Buy local“ (sie lacht). 

Karl (studiert die Etiketten): Oh! Da hast du ja mal einen halbtrockenen? (Er lacht.) Wie kommt’s?

Edith: Der Kerner geht auf mein Konto. Ich vertrag‘ diese Säure einfach nicht …

Karl: Ja – aber ich würde sagen – nach dem Kuchen – warum nicht?! (Er hält Richard sein Glas hin.)

Richard: Also wirklich den Weißen?

Karl: Den Kerner. Ja!

Richard (gießt Karls Glas bis zur breitesten Stelle voll): Aber jetzt erzählt!

Karl: Natürlich hat er nichts gesagt!

Helene: Naaa – ich denke, es ging nach dem Motto: Wer Ohren hat zu hören der höre!

Karl: Das mit dem „Das ist besonders für Wundersdorf interessant“?

Edith: Das auch, ja, aber ich denke, schon das opening …

Richard (ist noch reihum mit dem Weinausschank beschäftigt): „Opening“ (er schnaubt).

Edith: Naja … also die einleitenden Worte nach dem Kreuzzeichen, bis es wirklich losging, das war schon … also da merkte man schon … das war schon anders …

Hanna: Wie?

Silke: Die ausführlichen Betrachtungen zur Vergebung?

Edith: Ja, das meinte ich. Das war doch länglich. Daß wir im Credo bekennen, daß wir an die Vergebung der Sünden glauben, daß Gott vergibt …

Karl: … ja – aber wie hat er die Kurve gekriegt zu: Das setzt voraus, daß wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind, und daß andere uns vergeben, die an uns schuldig geworden sind … ?

Helene: Gar nicht. Er hat die Kurve gar nicht gekriegt. Er hat es einfach aneinandergehängt.

Karl: Ja! (Er dreht sein Glas in den Händen.)

Richard (hebt sein Glas): Dann laßt uns aber erstmal anstoßen – daß wir endlich mal wieder ans Reden kommen (sie prosten sich zu und trinken einen Schluck.)

Edith: Also das war schon einschlägig in meinen Augen.

Hanna: Stimmt schon … vor dem Hintergrund, daß das Schuldbekenntnis oft ganz hinten runterfällt …

Richard: Trotzdem etwas unspezifisch … Karl, du erwähntest doch vorhin noch etwas von einer Bemerkung in die Richtung „Das ist besonders für Wundersdorf interessant“ …

Karl: Ja, das war gegen Ende der Predigt.

Hanna: Worüber ging denn die?

Helene: Oh! Um einen Tagesheiligen …

Silke: Justin den Märtyrer … gestorben 165 …

Edith: …der doch tatsächlich Jugendliche angesprochen hat! (Alle lachen.)

Karl: Ja – das waren noch Zeiten!

Silke: Nein! Aber das für Wundersdorf Interessante kam im Zusammenhang mit Clemens von Alexandrien …

Hanna: Aaaah! Sein Lieblingsthema!

Richard: Klar! Den kennt kaum jemand, und unser Bischof hat über ihn promoviert …

Helene: Clemens von Alexandrien hat nämlich die Musik so sehr geschätzt – und da kam dann der Hinweis auf Wundersdorf – weil (sie dehnt die Silbe und macht es spannend) in der Musik verschiedene Stimmen in Harmonie zusammenklingen.

Alle (durcheinander): Aaaaah! – ooooh! – na da! – Hört hört … – Sieh mal einer an! 

Edith: Ja! Nicht wahr?! Herzerwärmend! Durch die Musik könne man lernen, daß verschiedene Stimmen harmonisch zusammenklingen können! (Sie macht ein wichtiges Gesicht.)

Helene: Und dabei hat unser Bischof das wichtigste vergessen! (Sie hebt die Augenbrauen. Alle blicken sie gespannt an.) Das funktioniert nur, wenn alle erstens dasselbe Stück spielen …

Silke: Das ist wahr! Und niemand darf falsch spielen wollen. Sonst hat es sich mit der Harmonie!

Helene: Uuuuund …

Hanna: Ja?

Helene (triumphierend): Es braucht einen Dirigenten!

Richard: Jaaa! Das ist wahr! Irgend jemand muß trotz allem die Stimmen koordinieren.

Hanna: Aber er wollte ja nicht wirklich eine Predigt über Musik halten. Das bezog sich schon aufs Gemeindeleben …

Edith: … wo der Dirigent letztlich wer ist?

Karl: Der Ortsgeistliche und letztlich …

Alle: … der Bischof!

Helene: Genau! Der Bischof muß die Harmonie koordinieren und den Stimmen ihre Einsätze geben; keine vergessen und alle auf das gleiche Stück einschwören.

Richard (nickt): Die berühmte Metaerzählung, die in Wundersdorf seit 2015 fehlt …

Edith: … und mit Ende März 2022 nochmal komplizierter geworden ist! Noch mehr verbrannte Leute … noch mehr „War da was?“ … noch mehr fehlende Entschuldigungen …

Richard: … ohne die es auch kein Verzeihen geben kann … schließlich kann man nicht in den luftleeren Raum hinein vergeben … so auf Vorrat …

Silke: „To whom it may concern“ … (sie lacht).

Hanna: Das heißt, unser guter Bischof hat einfach mal wieder seine eigene Rolle in dem Stück unterschlagen! (Alle schauen eine Schrecksekunde lang in die Runde. Karl fängt sich als erster wieder.)

Karl: Ja – aber das paßt doch zu seiner Schlußbemerkung über den Begriff „Bischof“.

Edith (stöhnt): Aaaah! Ich hasse es, wenn diese Leute ihr Amt und den Diskurs mißbrauchen, um den Leuten einen Bären aufzubinden!

Richard: Um Himmels Willen! Was war los?

Helene: Er sagte, Bischof heiße ja wörtlich „Aufseher“, werde in der Bibel ganz häufig mit „Besucher“ übersetzt.

Hanna: Pfff! Die Einheitsübersetzung übersetzt auch Unicornus mit Wildbüffel! Das ist doch kein Maßstab! (Sie schnaubt.) Wer Einhörner abschafft …

Edith: … schafft auch Visitationen ab. Genau! Nein, es kommt noch besser. Ich hab’s nämlich nachgeguckt.

Silke: Jetzt wird’s spannend.

Edith: Das LThK nennt die fünf Stellen, in denen es in der Bibel überhaupt um Bischöfe geht.

Richard: Stimmt! So viele können das naturgemäß gar nicht sein. Kann ja nur in den Briefen.

Edith: Und in der Apostelgeschichte. Genau. Und an allen fünf Stellen übersetzt das MNT natürlich „Aufseher“ …

Alle (durcheinander): Soll sein! … Heißt es ja auch! … Jaja, das MNT ist ja immer nah an der griechischen Wortbedeutung …

Edith: … der Allioli in allen Fällen schlicht „Bischof“. Und weil man da im Grunde drüber weg liest, über den heute so selbstverständlichen Amtstitel, schreibt die neue EÜ dann auch zum Teil wieder „Vorsteher“.

Silke: Ach so?!

Edith: Ja! Und um Visitationen geht es da gar nicht. Der „Besucher“, der herumreist, ist ja jeweils der Briefschreiber – also Paulus oder so. Petrus. In den Textstellen über die Bischöfe geht es drum, wen man vor Ort einsetzt, um dessen seelische und charakterliche Qualitäten.

Karl: Also um Visitationen geht es da gar nicht?

Edith: Nö.

Richard (schiebt seinen Sessel zurück): Jetzt hol ich aber doch mal das LThK … ich will jetzt wissen, was die zum Thema Visitationen schreiben. (Er geht zum Bücherregal und kommt mit einem Lexikonband wieder. Er blättert, liest, und fängt an zu lachen.)

Helene (nimmt Richard das Lexikon aus der Hand und liest vor): „Entsprechend dem Ziel des Gemeindeaufbaus werden in die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Visitation möglichst viele Gemeindemitglieder einbezogen.“ (Alle brechen in schallendes Gelächter aus.)

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers

 

Ja, so geht’s zu in Wundersdorf! Die armen Pfarrkinder, die ihr Bischof da – offensichtlich aus reinem Selbstschutz und damit sie ja nichts von ihm und seiner Visitation erwarten – hinters Licht geführt hat. Die Textstellen, in denen die Bibel Bischöfe erwähnt, sind jedenfalls – zum Nachlesen der Übersetzungen – Apg 20,28 (dort ist aber Christus gemeint); 1. Petrus 2,25; Phil 1,1; 1. Tim 3,2 und Tit 1,7. Das Zitat über den Zweck von Visitationen und dessen Erreichen findet sich im Lexikon für Theologie und Kirche, Freiburg etc.: Herder, Sonderausgabe 2009, Bd. 10, Sp. 819.

Tja! Bloß gut, daß Bischof Neymeyr anläßlich seiner Visitation um Pfingsten herum sich direkt in der Musikhochschule wenigstens hat erklären lassen, warum das Konzept der Umgehung einer Kantorenstelle für Weimar eine Schnapsidee ist. Aber ob die Einwände auf fruchtbaren Boden gefallen sind … ?

Das ging jetzt schnell…

Von gestern abend bis heute vormittag wurde die Homepage des Eichsfeldklinikums im Unterpunkt “Seelsorge” korrigiert. Sehen Sie selbst:

Screenshot Eichsfeldklinikum/Seelsorge am 4. Mai 2022, ca. 11.45 Uhr

Da hat ganz offenbar ‘über Nacht’ jemand unseren Beitrag von gestern abend gelesen und gehandelt; sehr gut!
Hoffen wir, daß dies zügig, systematisch und gründlich geschieht.  

Gereon Lamers 

Eilmeldung: Pfr. Kämpf suspendiert

“Pfarrer Carsten Kämpf, Klinikseelsorger in Heiligenstadt
Seit 30.03.2022 bis auf Weiteres vom priesterlichen Dienst suspendiert”

So steht es, unterzeichnet von “Raimund Beck, Generalvikar” in der aktuellen Ausgabe des “Amtsblatts für das Bistum Erfurt”, ziemlich lapidar unter der Überschrift “Personalnachrichten”.
Sehen Sie selbst:

Ausschnitt aus dem aktuellen Amtsblatt (eigenes Bild)

Wie vor langer Zeit schon einmal (damals ging es um den Papstbesuch und dieselbe Person, die nicht hingehen wollte, hier), haben wir gründlich darüber nachgedacht, ob wir auf PuLa darüber schreiben sollten (in diesem Fall seit Sonntag mittag).

Und obwohl es sich anzunehmenderweise um sehr verschiedene zugrunde liegende Sachverhalte handelt, war auch in diesem Falle klar: Eine solche Nachricht geht alle an, die ganze (Orts-) Kirche und natürlich umso mehr die Pfarrei, in welcher der Betreffende jahrelang gearbeitet hat.
Übrigens erscheint sie ja genau wegen des öffentlichen Interesses im (grundsätzlich) jedem zugänglichen Amtsblatt. 

Das ist eben keine “interne Angelegenheit” und wir hoffen inständig, daß die Unkultur des “Hoffentlich bemerkt es keiner” inzwischen wirklich überwunden ist. Die Anzeichen sind, ehrlich gesagt, gemischt.
Denn wie soll man es, um nur damit heute einmal anzufangen, in dem Zusammenhang bewerten, daß zumindest bis heute auf der Homepage des Eichsfeld-Klinikums keinerlei Hinweis auf die neue Lage zu entdecken ist? Gibt es hier keine berechtigten Interessen, wie diejenigen von Menschen, die in einer schwierigen Lebenssituation nach seelsorglichem Halt verlangen? Ist nur der Klinikbetreiber (der neben dem Landkreis gleich zwei katholische Stiftungen umfaßt…) in der Umsetzung säumig, oder hat man es ihm nicht mitgeteilt? Seit Ende März?!!

Screenshot Eichsfeldklinikum/Seelsorge am 3. Mai 2022, ca. 20.45 Uhr

Wir müssen über die Angelegenheit noch weiter nachdenken, bevor wir ggf. mehr schreiben, werden aber gewiß erneut, wie seit nun 11 Jahren, nicht alles schreiben, was wir wissen, aber nochmal sei es gesagt: Hier handelt es sich schon grundsätzlich und strukturell definitiv nicht um eine Kleinigkeit, die man nonchalant unter den Tisch fallen lassen kann!

Bis dahin nehmen wir schon mal gerne die Bitten um Entschuldigung bei uns entgegen.

Seitens einer völlig einseitig verblendeten Lokalpresse, deren potentiell rufschädigende Elaborate immer noch im Netz stehen.
Seitens derjenigen, die sich in “den Gremien” des tatsächlichen Klerikalismus schuldig gemacht haben, als sie uns beschimpften und herauszudrängen versuchten, um den vermeintlich “armen Pfarrer” zu schützen.
Und nicht zuletzt von denjenigen, die unsere relativ kleinen Kinder in der Kirche deswegen bedrängt haben. 

Die einfache Wahrheit ist nämlich: PuLa hatte immer schon recht (und alle, die damals mit uns gestritten haben).
Seit 2011.
Und irgendwann werden wir dann von den kirchlichen Autoritäten bestätigt.
Zuerst 2015.
Und 2022 wieder.
Leider. 

Gereon Lamers 

 

Sketch des Monats: Der Aprilscherz

Ein Sketch für drei Personen

Wundersdorf/ Oderbruch. In der Küche der Familie Langenfeld. Es schneit. Noch immer ist Wundersdorf ein Reservat für Ungeimpfte. Doch zur Stunde werden rundum die Zäune abgebaut, denn morgen ist überall Schluß mit 2G. Wir haben schließlich den ersten April, und länger als bis zum 2. sollte es dann ja doch (fast) nirgendwo dauern. Nicht mal in Wundersdorf. Deshalb ist auch Silke einfach von Draußen zu Besuch gekommen und sitzt mit Richard bei einer Tasse Tee. 

 

Silke: Sind auch wirklich nette Leute. Aber vor allem freut er sich, daß die Einliegerwohnung durch diese Familie endlich einmal wieder bewohnt ist.

Richard (nickt): Der Tourismus lag ja jetzt wirklich zwei Jahre brach. Und ob das überall so schnell wieder anspringt? Gerade hier, so ein bißchen ab vom Schuß? (Er nippt an seinem Tee.)

Silke: Aber auch ein Zufall, daß die Familie nicht ins Reservat eingewiesen wurde. Eigentlich wohnen ja alle in Wundersdorf. Die meisten Ukrainer sind ja ungeimpft.

Richard (lacht): Ja. Das war ein Schreck für die Regierenden! Und wir haben uns gefreut. Rappelvolle Kirche – fromme Leute – alles gut!

Silke (trinkt einen Schluck Tee): Sag mal – wo ist eigentlich Edith?

Richard (grinst): Mit einem Sack voll Brioches und Popcorn und allem, was sie finden konnte in der Kaufhalle. Sie müßte aber eigentlich längst zurück sein. Dann kann ich mich vermutlich auf was gefaßt machen. (Er lacht.) Gut, daß du da bist.

Silke (wird von Richards Grinsen angesteckt): Wieso? Was ist los?

Richard: Ich hab ihr gesagt, die Regierung kauft Backwaren für zehn Euro die Packung zurück, um das verbackene Sonnenblumenöl wieder zu extrahieren.

Silke (bricht in Gelächter aus): Und das hat sie geglaubt?

Richard (lacht auch): Sie hat zumindest alles zusammengesucht und ist damit losgerannt.

(Draußen im Flur dreht sich der Haustürschlüssel im Schloß und die Wohnungstür geht. Im nächsten Moment steht Edith grinsend in der Küchentür. Sie stemmt die Fäuste in die Seite und schaut Richard mit schmalen Augen an.)

Richard (vorsichtig): April, April!

Edith: Ich hab’s gemerkt! (Sie lacht auf.) Ich bin aber auch so doof und falle drauf rein! Sonnenblumenöl aus Backwaren extrahieren! (Sie faßt sich an die Stirn) Aber grüß dich erstmal, Silke (sie kommt an den Tisch und umarmt ihre Freundin).

Richard (erleichtert): Na? Wo sind die Brioches?

Edith (schaut ihn lächelnd an): Die hab ich ein paar Jugendlichen geschenkt.

Richard (irritiert): Wieso Jugendlichen?

Edith: Die standen am Hauptmarkt rum und haben zugeschaut, wie sie rundum in den Straßen zum Markt hin die zweisprachigen ukrainisch-deutschen Straßenschilder wieder abgenommen haben. Morgen ist ja Schluß, da werden die Flüchtlinge weiter verteilt.

(Sie bringt im Flur ihren Mantel zur Garderobe und kommt zurück in die Küche.)

Richard (jammerig): Und denen hast du sämtliche Brioches gelassen? Das waren ein Haufen und ich hatte mich so darauf gefreut, heute zum Kaffee welche davon zu essen.

Edith: Na, dann lauf und schau, ob du noch welche abbekommst. Es waren ja wirklich viele.

Richard: Das mach ich auch. Und außerdem interessiert mich das mit den zweisprachigen Straßenschildern. (Er steht auf.) Bis gleich! (zu Silke) Falls wir uns nicht mehr sehen: bis die Tage! Gruß an Hermann!

Silke: Mach ich!

(Als die Haustür hinter Richard ins Schloß gefallen ist, packt Edith aus ihrem Rucksack sieben Pakete Osterbrioches aus.)

Edith: Das muß gefeiert werden! Jetzt mach ich mir erstmal einen Kaffee. Möchtest du Brioches?

Silke (verwirrt): Ja, sehr gerne, lecker! Aber ich denke, die hast du an ein paar schaulustige Jugendliche verschenkt?!

Edith: Auf der Straße bei dem Schneegestöber waren keine Jugendlichen. (Sie macht einen kleinen Kuchenteller mit dem Gebäck zurecht.)

Silke: Und die Straßenschilder?

Edith: Wundersdorf hatte nie zweisprachige Straßenschilder. Mal gucken, wie lange Richard sucht.

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers

 

Schade eigentlich, denn “Петергаген Шоссе” hätte bestimmt sehr cool ausgesehen. 😉