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Das Video

Ein Sketchlet zum Gedenktag der Heiligen Agnes
für drei Lämmchen, sechs Schafe und beliebig viele Schafstatisten

Wundersdorf, Schafweide. Eisiger Wind bläst über den Oderbruch. Die gefühlte Temperatur liegt noch einmal deutlich unter den gemessenen Werten. Also deutlich unter Null. Die Schafe lassen sich’s aber nicht verdrießen, stehen dicht beieinander und scharren mit den Hufen zwischen den Schneeresten nach winterlich kargem Gras. Tatze liegt wie immer unter der Tanne und schläft.

Soweit ist also alles friedlich.

Wäre da nicht Kohle, der suchend über die Weide trabt und nach Fixi und Huf Ausschau hält. Jetzt ruft er sogar. Was hat er nur?

Kohle: Fixi! – Hu-uf!!! (Er bleibt lauschend stehen.)

Kohle (trabt weiter): Fixi!!! – Hu-uf!!!

Grauchen (aus dem Innern der Herde heraus): Mäh! Ich glaube, die sind im Unterstand.

Kohle: Hm! Hätt‘ ich mir ja denken können. (Laut) Danke, Grauchen!

Er trabt zum Unterstand, stößt mit der Schnauze die Tür auf und erblickt ganz richtig Fixi und Huf, dazu Flocke, Wolle, Blütenweiß und außerdem Xenia und deren Mama, Euterpe. Sie sitzen gedrängt um Kohles Notebook und starren gebannt auf den Bildschirm.

Kohle: Ha! Da hab ich Euch ja gleich alle auf einen Schlag!

Fixi und Huf: Pscht!

Flocke (flüstert): Was kommst du hier so reingestürmt?

Wolle: Psssst!

Kohle (stutzt zunächst, schleicht sich dann aber auf Hufspitzen an die Gruppe heran, ebenfalls flüsternd): Was gibt es denn so wichtiges?

Blütenweiß: Euterpe kennt die Lämmchen! (Sie weist mit der Schnauze auf das Display, über das bewegte Bilder flimmern.)

Kohle: Welche Lämmchen?

Huf: Pscht!

Fixi (exaltiert): Da! Da schaut sie so süß!!! (Sie schiebt die Abspielanzeige des YouTube-Videos nach links und präsentiert allen Zuschauenden die Stelle dadurch noch einmal.)

Kohle (als das kaum eine Minute lange Video abgelaufen ist): Wie oft habt ihr das jetzt schon geschaut?

Fixi: Öööööh …

Flocke: Ein paarmal halt, es ist wirklich süß!

Xenia: Und Mama kennt die beiden Hauptdarstellerinnen.

Euterpe: Ja. Das waren die Erstgeburten meiner guten Freundin, aus unserer Herde auf den Kykladen, wo ich aufgewachsen bin. (schwärmerisch) Sie waren aber auch schön! Fell wie Seide! (Sie streichelt wie zur Veranschaulichung Xenia über den Rücken.)

Kohle: Und? Was kommt in dem Film vor?

Wolle: Die Lämmersegnung zum Gedenktag der Heiligen Agnes, also eigentlich heute. Aber das gibt es nicht mehr.

Kohle: Ach so. Und von wann ist der Film?

Huf: Dreimal darfst du raten …

Kohle: Äh – ‚Bene‘?

Fixi: Klar! Papst Benedikt hat sowas natürlich gemacht.

Flocke: Der war halt in jeder Hinsicht traditionsbewußt.

Wolle: Schöne Sachen, mit denen man sich identifizieren kann. So als normales Schaf eben.

Euterpe: Wirklich! Endlich mal ein Identifikationsangebot. Und das sage ich jetzt nicht, weil ich die Lämmchen selber kannte!

Flocke: Nee, is klar!

Wolle: Wir empfinden das ganz genauso!

Kohle: Schöner Brauch!

Huf: Fixi wollte schon zum Casting!

Fixi (stupst ihn unsanft in die Seite): Mußt du immer alles rausposaunen?

Flocke: Aber das war doch eine sehr gute Idee! Nur daß der Brauch halt grad mal wieder nicht mehr praktiziert wird. (Sie seufzt und läßt das Video noch ein letztes Mal anlaufen.)

Kohle: Hm! Und woher wißt ihr das?

Xenia: Bellfrell hat’s getwittert – heute morgen.

Kohle: Bellfrell? Der mit der Möwe?

Fixi: Yep! (Sie schaut das Video.)

Kohle: Schreibt ihm schönen Dank!

Huf: Haben wir schon.

Flocke: Aber jetzt sag mal, Kohle, warum kamst du eigentlich vorhin so dringlich hier reingestürmt und hast für kalte Zugluft gesorgt?

Kohle: Ich wollte euch holen. Wir müssen endlich mal zu Edith, Richard und den andern in die Stadt und ihnen erzählen, was aus unserem Spiel geworden ist.

Flocke: Dove Sveta?

Kohle: Dove Sveta!

Wolle: Hast recht! Das müssen wir! (Sie klappt, nachdem sie kurz in die Runde geschaut hat, das Notebook zu und steht auf. Auch die andern kommen auf die Hufe und traben Richtung Tür.)

Euterpe: Dürfen wir mitkommen?

Kohle: Selbstverständlich!

Flocke: Aber sag mal, sollen wir uns da heute noch auf den Weg machen?

Kohle: Muß ja nicht, wenn es euch heute schon zu spät ist. Aber wir müssen klar absprechen, wann es endlich mal wird!

Wolle: Du hast recht! Laß uns morgen früh aufbrechen!

Kohle: So machen wir’s!

Blütenweiß: Ich sag noch Grauchen Bescheid. Die muß auch mit!

Flocke: Klar doch!

ENDE

Cornelie Becker-Lamers

Die Schafe! Immer unterwegs! Was sie nun wohl wieder vorhaben? Wir werden sehen. Aber bevor wir uns für heute von ihnen verabschieden, wollen wir doch wissen, was für einen Film sie sich da immer und immer wieder angeschaut haben. Hier ist er:

Post festum: Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 24: Unschuldige Kinder

Nisi quia Dominus erat in nobis : cum exsurgerent homines in nos,
forte vivos deglutissent nos; cum irasceretur furor eorum in nos,
forsitan aqua absorbuisset nos;
Benedictus Dominus, qui non dedit nos in captionem dentibus eorum.
Anima nostra sicut passer erepta est de laqueo venantium; laqueus contritus est, et nos liberati sumus.
Adjutorium nostrum in nomine Domini, qui fecit cælum et terram.
PS 123, 2-4; 6-8

Wäre nicht der Herr bei uns gewesen, als die Menschen sich wider uns erhoben;
vielleicht hätten sie uns lebendig verschlungen, da ihr Zorn wider uns entbrannte,
vielleicht hätte uns das Wasser verschlungen.
Gebenedeit sey der Herr, der uns nicht zum Raube gab ihren Zähnen.
Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Stricke der Jäger; der Strick ist zerrissen und wir wurden erlöst.
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

„Altar der ‚Unschuldigen Kinder‘ in der Basilika St. Anna des bayerischen Wallfahrtsortes Altötting, Wikimedia Commons, User: Sziklai, Januar 2008)

 

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 23: Heut ist geboren

Factum est autem, cum essent ibi, impleti sunt dies ut pareret.
Et peperit filium suum primogenitum, et pannis eum involvit, et reclinavit eum in præsepio : quia non erat eis locus in diversorio.
Et pastores erant in regione eadem vigilantes, et custodientes vigilias noctis super gregem suum.
Et ecce angelus Domini stetit juxta illos, et claritas Dei circumfulsit illos, et timuerunt timore magno.
Et dixit illis angelus : Nolite timere : ecce enim evangelizo vobis gaudium magnum, quod erit omni populo:
quia natus est vobis hodie Salvator, qui est Christus Dominus, in civitate David.
Et hoc vobis signum : invenietis infantem pannis involutum, et positum in præsepio.
Et subito facta est cum angelo multitudo militiæ cælestis laudantium Deum, et dicentium:
Gloria in altissimis Deo, et in terra pax hominibus bonæ voluntatis.
Lk 2, 6-14

Es begab sich aber, als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte.
Und sie gebar ihren erstgebornen Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
Und es waren Hirten in derselben Gegend, die hüteten und Nachtwache hielten bei ihrer Heerde.
Und siehe, ein Engel des Herrn stand vor ihnen und die Herrlichkeit Gottes umleuchtete sie und sie fürchteten sich sehr.
Der Engel aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! denn siehe, ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volke widerfahren wird;
denn heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren worden, welcher Christus, der Herr ist.
Und dieß soll euch zum Zeichen seyn: ihr werdet ein Kind finden, in Windeln eingewickelt und in einer Krippe liegend.
Und sogleich war bei dem Engel eine Menge himmlischer Heerscharen, welche Gott lobten und sprachen:
Ehre sey Gott in der Höh‘ und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind!

Wie stets am Ende eines weiteren PuLa-Adventskalenders sind wir ein wenig erschöpft, und zwar wirklich wir, denn einige der Videos sind wenige Stunden, bevor sie hier erscheinen konnten, erst fertiggestellt und hochgeladen worden 🙂 , erschöpft aber wie immer auch zufrieden und mit dem Gefühl, sich selbst beschenkt zu haben, wie es sich eben einstellt, wenn man intensiv mit biblischen Texten umgeht und das zu guter Musik, an der für uns ja auch viele schöne Erinnerungen hängen!
Wir hoffen, es hat Ihnen erneut ein bißchen Freude gemacht und melden uns in ein paar Tagen wie immer mit einem kleinen „PS“. Außerdem, ja, außerdem sollten Sie sich vorbereiten auf eine beinahe revolutionäre Entwicklung in Bezug auf das „Bildnis des Bloggers mit seltsamer Kopfbedeckung“; ich glaube, Sie werden begeistert sein, ich bin es jedenfalls! 😉

Gereon Lamers

Allen Lesern von Herzen eine gesegnete, frohe Weihnachtszeit!

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 22: Wisset, jeden kann erlösen

Tunc dicet rex his qui a dextris ejus erunt: Venite benedicti Patris mei, possidete paratum vobis regnum a constitutione mundi
esurivi enim, et dedistis mihi manducare : sitivi, et dedistis mihi bibere: hospes eram, et collegistis me
nudus, et cooperuistis me.
Mt 25, 34 -36a

Alsdann wird der König zu denen, die zu seiner Rechten seyn werden, sagen: Kommet, ihr Gesegneten meines Vaters! besitzet das Reich, welches seit Grundlegung der Welt euch bereitet ist
Denn ich war hungrig, und ihr habt mich gespeiset; ich war durstig, und ihr habt mich getränket; ich war ein Fremdling, und ihr habt mich beherberget;
ich war nackt, und ihr habt mich bekleidet.

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 21: Denn Jesus kauft von Sünden frei

Indicavitque ei apud quem fuisset operata : et nomen dixit viri, quod Booz vocaretur.
Cui respondit Noëmi : Benedictus sit a Domino : quoniam eamdem gratiam, quam præbuerat vivis, servavit et mortuis. Rursumque ait : Propinquus noster est homo.
Ruth 2, 19b-20

Und sie [Ruth] erzählte ihr, bei wem sie gearbeitet und sagte den Namen des Mannes , daß er Booz heiße.
Und Noemi antwortete ihr: Gesegnet sey er vor dem Herrn! denn dieselbe Gnade, die er den Lebenden erwiesen, hat er auch den Todten nicht entzogen! und wiederum sprach sie: Der Mann ist unser Verwandter!

„In Ruth, Jesus is our kinsman and redeemer“, so heißt es gerne auf Englisch, wenn die Bücher des Alten Testaments aufgezählt werden, unter dem typologischen Motto: Jesus is in every book of the bible! Damit sind die beiden Begriffe des ‚Verwandten‘ (wie hier in der Allioli-Übersetzung) und des ‚Lösers‘ [engl. wortgleich mit ‚Er-löser‘] schön verbunden. Zum Begriff des ‚Lösers‘, wie ihn die heutigen Übersetzungen und auch das Lied verwenden, vgl. hier.

Gereon Lamers

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 20: Anima Christi sanctifica me

Thomas autem unus ex duodecim, qui dicitur Didymus, non erat cum eis quando venit Jesus.
Dixerunt ergo ei alii discipuli : Vidimus Dominum. Ille autem dixit eis : Nisi videro in manibus ejus fixuram clavorum, et mittam digitum meum in locum clavorum, et mittam manum meam in latus ejus, non credam.
Et post dies octo, iterum erant discipuli ejus intus, et Thomas cum eis. Venit Jesus januis clausis, et stetit in medio, et dixit : Pax vobis.
Deinde dicit Thomæ : Infer digitum tuum huc, et vide manus meas, et affer manum tuam, et mitte in latus meum : et noli esse incredulus, sed fidelis.
Respondit Thomas, et dixit ei : Dominus meus et Deus meus.
Joh 20, 24-28

Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling genannt, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
Darum sprachen die anderen Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sagte zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe, und meinen Finger in den Ort der Nägel, und meine Hand in seine Seite lege, glaube ich nicht.
Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder darin, und Thomas mit ihnen. Da kam Jesus bei geschlossenen Thüren, stand in ihrer Mitte und sprach: Friede sey mit euch!
Dann sagte er zu Thomas: Lege deinen Finger herein und sieh meine Hände und reiche her deine Hand und lege sie in meine Seite; und sey nicht ungläubig, sondern gläubig!
Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 19: He, he Herodes

Tunc Herodes videns quoniam illusus esset a magis, iratus est valde, et mittens occidit omnes pueros, qui erant in Bethlehem, et in omnibus finibus ejus, a bimatu et infra secundum tempus, quod exquisierat a magis.
Tunc adimpletum est quod dictum est per Jeremiam prophetam dicentem :
Vox in Rama audita est ploratus, et ululatus multus : Rachel plorans filios suos, et noluit consolari, quia non sunt.
Defuncto autem Herode, ecce angelus Domini apparuit in somnis Joseph in Ægypto,
dicens : Surge, et accipe puerum, et matrem eius, et vade in terram Israël : defuncti sunt enim qui quærebant animam pueri.
Mt 2, 16-20

Als nun Herodes sah, daß er von den Weisen hintergangen war, wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ ermorden in Betlehem und in der ganzen Umgegend desselben alle Knäblein von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen erforscht hatte.
Da ward erfüllet, was gesagt ist, durch den Propheten Jeremias, der da spricht:
‚Eine Stimme wird gehöret zu Rama, viel Weinens und Heulens; Rachel beweinet ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie dahin sind‘ [Jer, 31, 15]
Nachdem aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien ein Engel des Herrn dem Joseph im Schlafe in Aegypten
und sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn die dem Kinde nach dem Lebens strebten sind gestorben.

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 18: Drei Magier aus Ekbatana

Surge, illuminare, Jerusalem, quia venit lumen tuum, et gloria Domini super te orta est.
Quia ecce tenebræ operient terram, et caligo populos ; super te autem orietur Dominus, et gloria ejus in te videbitur.
Et ambulabunt gentes in lumine tuo, et reges in splendore ortus tui.
Leva in circuitu oculos tuos, et vide : omnes isti congregati sunt, venerunt tibi ; filii tui de longe venient et filiæ tuæ de latere surgent.
Tunc videbis, et afflues, mirabitur et dilatabitur cor tuum, quando conversa fuerit ad te multitudo maris, fortitudo gentium venerit tibi.
Inundatio camelorum operiet te, dromedarii Madian et Epha ; omnes de Saba venient, aurum et thus deferentes, et laudem Domino annuntiantes.
Jes 60, 1-6

Mach dich auf, werde Licht Jerusalem! denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht über dir auf.
Denn sieh, Finsterniß bedecket die Erde und Dunkel die Völker; aber über dir geht der Herr auf und seine Herrlichkeit erscheinet in dir.
Es wandeln die Völker in deinem Lichte und die Könige im Glanze, der dir aufgegangen.
Erhebe ringsum deine Augen und schaue; sie alle versammeln sich und kommen zu dir; deine Söhne kommen von ferne und deine Töchter erheben sich von allen Seiten.
Dann wirst du schauen die Fülle und dein Herz wird sich wundern und weit werden wenn des Meeres Menge sich zu dir bekehrt hat und die Macht der Heiden zu dir gekommen ist.
Eine Fluth von Kameelen wird dich bedecken, Dromedare aus Madian und Epha; aus Saba kommen all, opfern Gold und Weihrauch und verkünden das Lob des Herrn.

Das konnte ich mir nicht entgehen lassen! Wenn schon ein Lied zu Epiphanias vor dem Weihnachtsfest (wie es Adventskalenderbedingt unvermeidlich ist) dann konnte ich diese wunderbare Stelle aus Jesaja, die an diesem Fest gelesen wird, nicht beiseite lassen! „Inundatio camelorum“ eine ‚Einwogung‘ von Kamelen – einfach herrlich! 🙂

Gereon Lamers

 

 

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 17: Der Weg nach Betlehem

Videns ergo Noëmi quod obstinato animo Ruth decrevisset secum pergere, adversari noluit, nec ad suos ultra reditum persuadere :
profectæque sunt simul, et venerunt in Bethlehem. Quibus urbem ingressis,
velox apud cunctos fama percrebruit : dicebantque mulieres : Hæc est illa Noëmi.
Ruth 1, 18f.

Als nun Noemi sah, daß Ruth fest bei sich beschlossen, mit ihr zu ziehen, wollte sie nicht mehr entgegen seyn und zur Rückkehr zu den ihrigen sie bereden
Und sie zogen mitsammen fort und kamen nach Betlehem. Und als sie in die Stadt gekommen waren, ging alsbald bei allen das Gerücht von ihnen und die Weiber sprachen. Das ist die Noemi!

 

Der heutige Abschnitt aus dem Buch Ruth, jener „anmuthigen Geschichte aus der Zeit der Richter“, wie die Allioli-Bibel so schön und unbefangen formuliert 😉 schließt direkt an den gestrigen Abschnitt an. Einmal, nämlich am kommenden Samstag, werden wir dem Buch Ruth in diesem Advent noch begegnen, und dann wird noch klarer werden: „Jesus is in every book of the bible! 🙂

Gereon Lamers

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 16: Gemeinsam meistern wir das Leben

Quæ respondit : Ne adverseris mihi ut relinquam te et abeam : quocumque enim perrexeris, pergam, et ubi morata fueris, et ego pariter morabor. Populus tuus populus meus, et Deus tuus Deus meus.
Quæ te terra morientem susceperit, in ea moriar : ibique locum accipiam sepulturæ. Hæc mihi faciat Dominus, et hæc addat, si non sola mors me et te separaverit.
Ruth 1, 16f.

Und sie antwortete: Sey mir nicht entgegen, so daß ich dich verlassen und zurückkehren sollte; denn wo du auch hingehst, gehe ich hin, und wo du bleibest, bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott mein Gott!
Das Land, das dich im Tode aufnimmt, darin will ich sterben, und da soll der Ort meiner Begräbniß seyn. Dieß und das möge der Herr mir thun, wenn nicht der Tod allein mich trennet von dir!

„Dein Volk ist mein Volk und dein Gott mein Gott!“ – ganz schön entschlossen, der ‚Integrationswille‘, den die „Migrantin“ Ruth da zeigt. Wobei, der Erfolg hat ihr recht gegeben…

Gereon Lamers