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Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 17: Der Weg nach Betlehem

Videns ergo Noëmi quod obstinato animo Ruth decrevisset secum pergere, adversari noluit, nec ad suos ultra reditum persuadere :
profectæque sunt simul, et venerunt in Bethlehem. Quibus urbem ingressis,
velox apud cunctos fama percrebruit : dicebantque mulieres : Hæc est illa Noëmi.
Ruth 1, 18f.

Als nun Noemi sah, daß Ruth fest bei sich beschlossen, mit ihr zu ziehen, wollte sie nicht mehr entgegen seyn und zur Rückkehr zu den ihrigen sie bereden
Und sie zogen mitsammen fort und kamen nach Betlehem. Und als sie in die Stadt gekommen waren, ging alsbald bei allen das Gerücht von ihnen und die Weiber sprachen. Das ist die Noemi!

 

Der heutige Abschnitt aus dem Bucht Ruth, jener „anmuthigen Novelle aus der Zeit der Richter“, wie die Alliloli-Bibel so schön und unbefangen formuliert 😉 schließt direkt an den gestrigen Abschnitt an. Einmal, nämlich am kommenden Samstag, werden wir dem Buch Ruth in diesem Advent noch begegnen, und dann wird noch klarer werden: „Jesus is in every book of the bible! 🙂

Gereon Lamers

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 16: Gemeinsam meistern wir das Leben

Quæ respondit : Ne adverseris mihi ut relinquam te et abeam : quocumque enim perrexeris, pergam, et ubi morata fueris, et ego pariter morabor. Populus tuus populus meus, et Deus tuus Deus meus.
Quæ te terra morientem susceperit, in ea moriar : ibique locum accipiam sepulturæ. Hæc mihi faciat Dominus, et hæc addat, si non sola mors me et te separaverit.
Ruth 1, 16f.

Und sie antwortete: Sey mir nicht entgegen, so daß ich dich verlassen und zurückkehren sollte; denn wo du auch hingehst, gehe ich hin, und wo du bleibest, bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott mein Gott!
Das Land, das dich im Tode aufnimmt, darin will ich sterben, und da soll der Ort meiner Begräbniß seyn. Dieß und das möge der Herr mir thun, wenn nicht der Tod allein mich trennet von dir!

„Dein Volk ist mein Volk und dein Gott mein Gott!“ – ganz schön entschlossen, der ‚Integrationswille‘, den die „Migrantin“ Ruth da zeigt. Wobei, der Erfolg hat ihr recht gegeben…

Gereon Lamers

Das rosa Gewand 7/n

‚Tis the Season“ (was bekanntlich ebenfalls ein musikalisches Zitat passend zur Zeit ist!), ja, es ist wieder soweit, ein weiterer Gaudete-Sonntag hat zwar Weimar erneut kein rosa Meßgewand gebracht, aber Ihnen allen ein neues Lied dazu.
Ladies and gentlemen, enjoy: 🙂

Jaja, mit einer anderen, „neuen“ Melodie sogar, die wir wohl kaum vorzustellen brauchen, oder? Schauen Sie ggf. das Video einfach auf YouTube direkt an, da haben wir ein paar (Quellen-) Hinweise vermerkt.

Im übrigen sieht unser Adventskranz dieses Jahr ein wenig anders aus:

Adventskranz 2018 mit „Deko“ (eigenes Bild)

aber keine Sorge, der Tee ist wird da nicht dauerhaft aufbewahrt 😉 , nein, er ist aber dieses Jahr Teil unserer Freude zu diesem Tag, langte er doch, im Grunde deutlich verspätet!, so gesehen aber doch ganz pünktlich an!
Was daran katholisch im Sinne des OCC (Obligatory Catholic Content) ist? Ganz einfach, die Firma hatte angeboten, wegen der Verspätung (bedingt durch politische Streiks im Produktionsgebiet Darjeeling) versandkostenfrei Ersatz zu liefern – worauf wir aber verzichtet haben, schließlich ist der Advent eine Fastenzeit! Schön, wenn sich das dann so fügt, oder? Gerade waren die deutlich weniger leckeren Alt-Tees alle geworden, die wir stattdessen aufgebraucht haben! (Ach ja, lieber Kirchortrat: ‚nachhaltig‘ ist es übrigens auch noch, auf möglichst seltenen Versand zu setzen und nur einmal im Jahr zu ordern! 😉 )

Und wo wir schon dabei sind: Vielleicht interessiert Sie ja ein Eindruck von den Entstehungsbedingungen des Adventskalenders, komplett mit aufgeschlagener Allioli-Bibel:

Blogger-Arbeitsplatz (eigenes Bild)

PS: Wer den Bänkelgesang der Vorjahre vermißt, kein Problem:

PPS: Wir haben selbstverständlich keine Werbevereinbarung mit der Teekampagne, so etwas gibt es auf PuLa nicht! Umso leichter fällt uns in diesem Fall eine ehrlich gemeinte und auf jahrelanger Erfahrung beruhende Empfehlung!

Adventskranz 2018, Detail (eigenes Bild)

PPPS: Und zum guten Ende hat es heute in Weimar auch noch geschneit, ein bißchen jedenfalls:

Überzuckert (eigenes Bild)

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 15: Mariä Himmelfahrt und Krönung

Ecce audivimus eam in Ephrata ; invenimus eam in campis silvæ.
Introibimus in tabernaculum ejus ; adorabimus in loco ubi steterunt pedes ejus.
Surge, Domine, in requiem tuam, tu et arca sanctificationis tuæ.
Quoniam elegit Dominus Sion, elegit eam in habitationem sibi.
Hæc requies mea in sæculum sæculi ; hic habitabo, quoniam elegi eam.
Ps 131, 6-8, 13f.

Siehe, wir hörten von ihr [der Lade] in Ephrata; wir fanden sie im Waldfelde
Laßt uns eingehen in sein Zelt, anbeten an dem Orte an dem Orte, wo seine Füße stehen.
Erhebe dich Herr, zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Heiligung.
Ja, der Herr hat Sion erwählet, hat es erwählet zu seiner Wohnung.
Das ist meine Ruhe ewiglich, da will ich wohnen; denn ich habe sie erkoren.

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 14: Der Besuch bei Elisabeth/Magnificat

Dixit autem Maria : Ecce ancilla Domini : fiat mihi secundum verbum tuum. Et discessit ab illa angelus.
Exsurgens autem Maria in diebus illis, abiit in montana cum festinatione, in civitatem Juda :
et intravit in domum Zachariæ, et salutavit Elisabeth.
Et factum est, ut audivit salutationem Mariæ Elisabeth, exsultavit infans in utero ejus : et repleta est Spiritu Sancto Elisabeth :
et exclamavit voce magna, et dixit : Benedicta tu inter mulieres, et benedictus fructus ventris tui.
Et unde hoc mihi, ut veniat mater Domini mei ad me ?
Ecce enim ut facta est vox salutationis tuæ in auribus meis, exsultavit in gaudio infans in utero meo.
Et beata, quæ credidisti, quoniam perficientur ea, quæ dicta sunt tibi a Domino.
Lk 1, 38-45

Maria aber sprach: Siehe, ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort! Und der Engel schied von ihr.
Maria aber machte sich in jenen Tagen auf und ging eilends auf das Gebirg in eine Stadt (des Stammes) Juda.
Und sie kam in das Haus des Zacharias und grüßte die Elisabeth.
Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörte, hüpfte das Kind freudig in ihrem Leibe auf und Elisabeth ward erfüllet von dem heiligen Geiste;
und sie rief mit lauter Stimme und sprach: Gebenedeit bist du unter den Weibern und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!
Und woher geschieht mir dieß, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
Denn siehe, als die Stimme deines Grußes in meinen Ohren erscholl, hüpfte das Kind freudig auf in meinem Leibe.
Und selig bist du, daß du geglaubt hast; den was dir von dem Herrn gesagt worden ist, wird in Erfüllung gehen.

 

Wer heute früh sehr aufmerksam war, hat die frühere Version des Videos noch ohne Vorspiel und „Lyrics“ gesehen, ein kleiner Irrtum, den wir nachzusehen bitten! 😉 Der Text lohnt aber!

Gereon Lamers

 

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 13: In hoc signo vinces

Post hæc vidi turbam magnam, quam dinumerare nemo poterat, ex omnibus gentibus, et tribubus, et populis, et linguis : stantes ante thronum, et in conspectu Agni, amicti stolis albis, et palmæ in manibus eorum :
et clamabant voce magna, dicentes : Salus Deo nostro, qui sedet super thronum, et Agno.
Offb 7, 9f.

Nach diesem sah ich eine große Schaar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; sie standen vor dem Throne und vor dem Lamme, angethan mit weißen Kleidern und hatten Palmen in ihren Händen
und sie riefen mit starker Stimme und sprachen: Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamme!

In der Offenbarung des Johannes wird der Seher des finalen „Siegeszeichens in den Himmeln“ gewahr, das alle Völker verbindet, symbolisiert zugleich durch das antike Siegeszeichen: Die (Dattel-) Palme!

Gereon Lamers

Das Lied „In hoc signo vinces“ beschreibt den Höhepunkt im Kindermusical „Konstantin. Die Legende. Ein Musical für Kinder über den ersten christlichen Kaiser“.
Es unterlegt die Szene, in der Konstantin vor der entscheidenden Schlacht gegen seinen Mitkaiser Maxentius, der Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahre 312, die Vision eines Kreuzes hatte, verbunden mit der Botschaft, in diesem Zeichen werde er siegen (In hoc signo vinces bzw. – wie hier in Raffaels Gemälde zu lesen – ἐν τούτῳ νίκα).
Da die Konstantinische Armee tatsächlich gegen die Übermacht der in den Mauern Roms geschützten Maxentischen Truppen siegte, war die Macht Gottes nach damaligem Verständnis erwiesen. Archäologisch nachgewiesen sind römische Helme und Schilde aus dem frühen 4. Jahrhundert, die mit der Christogramm (dem übereinander geschriebenen Chi und Rho, X und P, für Christos) gekennzeichnet sind. 313 erließ Konstantin das Mailänder Toleranzedikt, das das Christentum den übrigen Religionen im römischen Reich gleichstellte. Zum Gedenken daran galt das Jahr 2013 als Konstantinjahr. Das Kindermusical „Konstantin. Die Legende“ wurde vollständig überarbeitet und erweitert. Die hier veröffentlichte Aufnahme stammt aus der St. Walpurgis-Kirche in Apfelstädt bei Erfurt.
Nach Abschluß des Liedes hört man die Stimme „Konstantins“, der die Kennzeichnung der militärischen Schilde mit einem Kreuz befiehlt.

Cornelie Becker-Lamers

Das Lichterfest

„Lucia trägt das Licht schon im Namen“, sagt Pfarrer Gothe. Dieser Name kommt nämlich von „lux“. In der Tat steht die Heilige Lucia oder Lucia von Syrakus für den Brauch eines Lichterfestes, der jedenfalls vor das Jahr 1582 zurückreichen muß. In diesem Jahr nämlich führte Papst Gregor XIII in der Nacht vom 4. auf den 15. Oktober (der Todesnacht der Heiligen Teresa von Avila) die Kalenderreform vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender durch und schob damit das Datum der längsten Nacht erst wieder auf das Weihnachtsfest. Die Verschiebung ihres Datums im Julianischen Kalender hatte den Lichterbrauch zum Fest der Heiligen begünstigt – obwohl er auch in ihrer Legende wurzelt: Soll sie sich doch, um kranken Christen (zur Zeit der Verfolgung unter Diokletian) Verpflegung in die Verstecke bringen zu können, einen Lichterkranz auf den Kopf gesetzt haben. (Lucia wäre demnach so ganz nebenbei auch noch die Erfinderin der Grubenlampe, bzw. Stirnlampe. 😉 )

Heute ist der Lichterbrauch, auszuführen durch die jeweils älteste Tochter einer Familie, in Schweden sehr lebendig. Ausgerechnet im protestantischen Schweden? Vielleicht, weil man in Skandinavien eben besonders unter den langen Winternächten und dem fast völligen Verschwinden des Lichtes leidet.

Jedenfalls Schweden. Jede Menge Erläuterungen zum Luciafest und eine glühende Verteidigung zur Erhaltung der Tradition finden Sie hier

Aber zu Lucia gibt’s nicht nur was für’s Auge, sondern auch für die Ohren: Neben dem Lichterbrauch hat sich in Schweden eine Tradition an mehrstimmigen Gesängen zum Luciafest herausgebildet, die von Studierenden der Musikhochschule Weimar vor einiger Zeit entdeckt und der Pfarrei – oder eigentlich der ganzen Stadt – seit drei Jahren zum Geschenk gemacht wird.

So war auch gestern – als Vorabend zum Luciafest – zwischen 18.00 und 18.45 Uhr eine Lichterfeier zu erleben. Als ich mich vielleicht zehn vor sechs in die Kirche begab, rechnete ich mit den typischen 30-50 Besuchern einer werktäglichen Abendandacht oder einer Roratemesse. Aber weit gefehlt! Die Kirche war voll und wurde bis zum Beginn der Lichterfeier, die sich als Konzert mit geistlichen Impulsen entpuppte, immer noch voller. Als ich die Schwingtür zum Kircheninneren zur Seite klappte, hatte ich den Eindruck, weniger einer Andacht als einem veritablen gesellschaftlichen Ereignis beizuwohnen. Denn beim Überfliegen der Menschenmenge hatte ich den Eindruck, wirklich andere Leute in der Kirche zu sehen als gewöhnlich zur Messe. Aber auch nicht nur Kommilitonen der Ausführenden – nein, alle Altersgruppen.

Pfarrer Gothe war genau darauf bereits eingestellt und begrüßte uns nicht im Namen des Vaters […], sondern mit „Liebe Gäste“. Und als er – als geistlichen Impuls eben, nachdem eine Studentin nach den ersten beiden Liedern bereits etwas zu Legende und Brauch der Lucia vorgelesen hatte – daran ging, das „Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt“ aus Jesaja 60 vorzutragen, kündigte er es als Prophezeiung an, die den Juden als Verheißung erschienen war und die die Christen in Jesus Christus erfüllt sehen. Man war also sichtlich um eine objektivierte Distanz bemüht.

Das änderte sich erst am Schluß, als Pfarrer Gothe wirklich als Priester in Erscheinung trat und einen christlichen Schlußsegen sprach – und dann auch endlich das Kreuzzeichen schlug. Fand ich sehr gut, daß das noch kam und die Stunde damit eben doch deutlich über eine reine Kulturveranstaltung hinaushob.

Der studentische Projektchor inszenierte die Lichterfeier genau so, wie es in Schweden Brauch zu sein scheint. Eine der jungen Frauen hatte sich genau so einen Kranz – oder soll man sagen: Gestell – besorgt, das die vielen Kerzen – echte Kerzen, die die ganze Zeit über brannten – sicher auf ihrem Kopf hielt. In einer langen Prozession schritt der 18köpfige Chor – seit Tagen des tapferen Kaplans Genau, jetzt Dechant in Dingelstädt, in der Weimarer Pfarrei eine nicht mehr gesehene Anzahl singender Jugendlicher – von der Sakristei im südlichen Seitenschiff nach hinten und durch den Mittelgang nach vorne und nahm auf den Altarstufen Aufstellung. Ein Video aus Göteborg vermittelt einen genauen Eindruck dieser Lucia-Züge:

Die Kirche war bis auf den Strahler im Altarraum abgedunkelt worden und nur durch die Kerzen der Sänger/innen und je ein kleines Windlicht in jeder Bankreihe erhellt. Die in perfekter intonatorischer Klarheit vorgetragenen Gesänge wurden mehrmals durch Instrumentalmusik im Folk-Stil ergänzt, wenn Blockflöte, Klarinette und Geige erklangen.

Wunderwunderwunderschön!

Ich kann diesen Abend, der hoffentlich auch in den folgenden Jahren wieder stattfinden wird, wärmstens empfehlen! Möge das Ereignis auch der kontinuierlichen musikalischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Pfarrei Auftrieb geben!

Cornelie Becker-Lamers

Der studentische Projektchor zur Lichterfeier der Heiligen Lucia, Herz Jesu Weimar, am Abend des 12. Dezember 2018 (eigenes Bild)

 

PS: Zur Abrundung dieser schönen Betrachtung gehört auch noch eine liturgische Notiz: Lucia gehört nämlich auch zu den Heiligen, die im Canon Romanus (heute auch als „erstes Hochgebet“ bekannt) erwähnt werden, genauer im ‚Nobis quoque‘, zu Ende des Gebets.

Diesen großartigen Text, der im novus ordo ja auf deutsch und laut gesprochen wird, hören wir traurigerweise viel zu selten, dabei überragt er an inhaltlicher Qualität die weitaus meisten anderen Hochgebete bei weitem, nicht zuletzt das unangebrachter Weise viel zu oft zu hörende „Hochgebet für besondere Anliegen II“, dieses problematische Konstrukt der 70er Jahre…

Vor drei Jahren, da schien es eine Zeitlang so, als würde sich das in Herz-Jesu-Weimar ändern und ich habe mich damals so gefreut! Jedoch ist nach meinem Eindruck diese Entwicklung leider schnell wieder zu einem Ende gekommen (und wenn ich mich täuschen sollte – niemand wäre darüber glücklicher als ich!!).

Warum nur? Haben da diejenigen gehetzt, die sozusagen ‚Latein auch dann nicht vertragen, wenn es auf deutsch ist‘?, diese armen Nostalgiker ihrer zerstobenen liturgischen und allgemein kirchenpolitischen Jugendträume?

Leider kann ich mir das gut vorstellen, daher lassen Sie uns gemeinsam die Hl. Lucia um ihre Fürsprache anrufen, daß gerade diese Menschen an ihrem Gedenktag erleuchtet (sic!) werden, damit ihnen die unzerstörbare Schönheit unserer Tradition aufscheine:

Hl. Lucia, bitte für uns!

Gereon Lamers

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 12: Lichtmess

Nunc dimittis servum tuum Domine, secundum verbum tuum in pace :
quia viderunt oculi mei salutare tuum,
quod parasti ante faciem omnium populorum :
lumen ad revelationem gentium, et gloriam plebis tuæ Israël.
Et erat pater ejus et mater mirantes super his quæ dicebantur de illo.
Et benedixit illis Simeon, et dixit ad Mariam matrem ejus : Ecce positus est hic in ruinam, et in resurrectionem multorum in Israël, et in signum cui contradicetur :
et tuam ipsius animam pertransibit gladius ut revelentur ex multis cordibus cogitationes.
Lk 2, 29-35

Nun entlässest du Herr! nach deinem Worte deinen Diener in Frieden;
denn meine Augen haben dein Heil gesehen,
das du bereitest hast vor dem Angesichte aller Völker
als ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel.
Und sein Vater und de Mutter wunderten sich über die Dinge, welche von ihm gesagt wurden.
Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Falle und zur Auferstehung vieler in Israel und als ein Zeichen, dem man widersprechen wird
und ein Schwert wird deine eigene Seele durchdringen, damit die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.

Uns ist natürlich bewußt, daß zum heutigen Tage im Grunde ein Lied zu St. Lucia gehört hätte. Das gibt es auch und es ist schon öfters aufgeführt worden, bei unseren Senioren z.B.. Nur eingespielt ist es noch nicht; daher also heute, ein wenig verfrüht 😉 Lichtmess.

Gereon Lamers

Und hier der Liedtext:

Refrain:

Lichtmeß! Lichtmeß! Darstellung des Herrn.

Lichtmeß! Lichtmeß! Licht entzünd ich gern.

Licht dieser Welt, leucht uns, geh voran,

daß niemand fällt, nicht mehr weiter kann.

Ich behalt im Herzen deinen Stern.

Lichtmeß! Lichtmeß! Darstellung des Herrn.

1. Ich erzählt euch, was passierte:

Vierzig Tage nach der Nacht,

als Maria Wehen spürte

und das Licht zur Welt gebracht,

machte sie sich auf die Reise

nach der Stadt Jerusalem

mit zwei Täubchen still und leise,

um zum Tempel dort zu gehen.

Refrain

2. Hannah kam ihr dort entgegen,

die Prophetin hochbetagt,

sprach zum Kind: „Du bringst uns Segen!“

sagt es allen ungefragt.

Simeon, der sterben möchte,

soll zuvor den Heiland sehn,

und so betet der Gerechte:

„Herr, nun laß mich ruhig gehen!“

Refrain

3. Kerzen laßt uns heut entzünden.

Christus ist das Licht der Welt,

will, daß wir zum Glauben finden,

der das Leben uns erhellt.

Kerzen weihen wir für Zeiten,

wo uns Nacht und Angst umfängt,

so soll uns das Licht begleiten,

nach dem alles Leben drängt.

Refrain

Cornelie Becker-Lamers

Der Adventskalender mit den Cäcilini, Tag 11: Ich muß mich wundern

Præibis enim ante faciem Domini parare vias eius,
per viscera misericordiæ Dei nostri, in quibus visitavit nos, oriens ex alto :
illuminare his qui in tenebris et in umbra mortis sedent : ad dirigendos pedes nostros in viam pacis.
Lk 1, 76b; 78f.

Denn du wirst vor dem Angesichte des Herrn hergehen, um ihm den Weg zu bereiten
durch die innigste Barmherzigkeit unseres Gottes in welcher uns heimgesucht hat der Aufgang aus der Höhe
um denen zu leuchten, die im Finstern und Todesschatten sitzen und unsere Füße auf den Weg des Friedens zu leiten.

Das vorliegende Lied aus der „Heiligen Nacht“ schließt direkt an das gestrige an und markiert den Wendepunkt in der Geschichte: Der Hirte wundert sich über die Vorgänge um Josef, der mit bloßen Händen glühende Kohlen in seinen Mantel gesammelt hat, ohne sich zu verletzen. Er wird dem fremden Mann folgen und Christus als hilflosem Kind begegnen…
Die Noten zum Krippenspiel „Die Heilige Nacht“ sind 2017 beim Strube Verlag München verlegt worden.

Cornelie Becker-Lamers

Robert Spaemann, 5. Mai 1927 – 10. Dezember 2018

Wie heute bekannt wurde, starb gestern, im Alter von 91 Jahren, Robert Spaemann, hier auf PuLa vor allem durch den Adventskalender 2014 mit Auszügen aus dem ersten seiner zwei Psalmenbücher vertreten.
Ich bin sehr traurig, denn von den Zeitgenossen verdankt mein Glaube niemandem außer natürlich Spaemanns Freund Joseph Ratzinger so viel!
Ich sage ausdrücklich ‚mein Glaube‘, denn sagte ich ‚mein Denken‘, es wäre dem großen Philosophen gegenüber eine unglaubliche Überhebung.
Aber es waren eben gerade auch die philosophischen Werke und Essays, die dazu beigetragen haben, wurden die beiden stets sorgfältigen getrennten Sphären, von Robert Spaemann doch auch immer aufeinander bezogen und blieben in seiner Person verbunden.

Und eben das war es, was ich brauchte, den lebendigen Beleg für die Möglichkeit vernünftigen Glaubens – auf höchstem denkerischen und sprachlichem Niveau – nicht umsonst hat man davon gesprochen, schriebe Sokrates heute, er läse sich wohl wie Spaemann.

So sage ich danke und bitte den Herrn inniglich, daß er Robert Spaemann all das Gute zurechnen möge, daß er mir ganz persönlich durch sein Werk getan hat. Ich glaube, wir dürfen für seinen Weg in der nächsten Welt zuversichtlich sein.

Gereon Lamers