Zurüruck zum Inhalt

Ein Rücktritt…

…und die verhinderten Folgen
Ein weiterer Beitrag aus der Reihe „Vor Jahresfrist“

Die glücklicherweise verhinderten Folgen!

Wenn man in diesen Novembertagen PuLa liest, zwischen heiteren Reiseberichten, höchst erfreuten Rezensionen (morgen!) und dem ein oder anderen Sketch (wieder in den nächsten Tagen), man könnte beinahe übersehen, wie die Lage vor genau einem Jahr aussah.

Da gab es zu heiterer Gelassenheit keinen Anlaß, denn die alten Kräfte versuchten gerade, das noch so zarte Pflänzchen des Neuanfangs in unserer Pfarrei massiv zu schädigen. So las man am 5. November 2015 in der TLZ: „Kirchenvorstand tritt zurück“ (immer noch hier nachzulesen).

Nun, zu unser aller Glück war der damals offenbar ganz bewußt seitens der Informanten der Zeitung erzeugte Eindruck, „der“ Kirchenvorstand sei zurückgetreten, also das gesamte Gremium, bzw. alle Laienvertreter, falsch. Nein, einer war standhaft geblieben, der, bezeichnenderweise, dem Gremium noch gar nicht lange angehörte. Diesem tapferen Mann sind wir alle zu großem Dank verpflichtet (und PuLa hat auch schon damals in ganz bescheidener Weise versucht, dem Ausdruck zu verleihen), denn er hat verhindert, daß es die in der Zeitung ‚im Auftrag‘ herbeigeschriebenen Neuwahlen gab, deren Ausgang in der damaligen aufgeheizten Lage zumindest unberechenbar gewesen wären.

Man muß sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Nur zwei Monate nach Amtsantritt des neuen Pfarrers schmeißt der gesamte ‚alte‘ Teil des rechtlich einzig bedeutsamen Laiengremiums ihm nicht nur den Bettel vor die Füße, nein, am nächsten Morgen steht auch noch eine wahrheitswidrige Darstellung in der Zeitung, die in den Worten gipfelt, er, der Pfarrer, habe es nicht vermocht „ Vertrauen zum Kirchenvorstand aufzubauen“. Wie absurd! ‚Der Schwanz wackelt mit dem Hund‘, kann man da nur sagen, umso mehr, als, auch gleich noch versucht wurde, den Bischof mit unter (Handlungs-) Druck zu setzen!

Aber, wie gesagt, dieser Versuch ist gescheitert, denn – in Weimar wie in Erfurt haben alle die Nerven behalten, haben angewendet, was das Recht für diesen Fall so klug vorgesehen hatte und dann haben sich, wie wir von PuLa das immer vorhergesagt hatten!, sehr zügig aufrechte und kompetente (!) Personen beiderlei Geschlechts gefunden und haben das Gremium durch ihre Bereitschaft zur Mitarbeit wieder arbeitsfähig gemacht. Seit dem verrichtet es in guter Atmosphäre seine vielfältige und intensive (!) Arbeit – und jetzt auch wirklich vollständig ehrenamtlich…

Warum wir damals nicht über diese Vorgänge berichtet haben? Weil wir darum gebeten worden sind und die Einschätzung teilten, unser Schweigen (das uns o!, so schwer gefallen ist!) könne einen kleinen Beitrag zur Beruhigung leisten; „hinter den Kulissen“ waren wir nicht stumm, das können Sie uns glauben!

Und warum bringen wir es heute? Aus zwei Gründen. Erstens haben wir ja ausführlich dargelegt, warum nach unserer tiefen Überzeugung das Vergessen nicht zugelassen werden darf (hier) und wir ergo unserer Chronistenpflicht nachkommen wollen.

Zweitens aber weil die nächsten Wahlen, jedenfalls die zum Kirchenvorstand, ja bald bevorstehen (was auf der anderen Seite die sog. „Pastoralen Gremien“ [ugh!] angeht, so wird das davon abhängen, ob die erforderlichen Regelungen in rechtssicherer Form noch rechtzeitig fertig werden, woran man allerdings vor einigen Wochen im Rahmen allfälliger Informationsveranstaltungen gewisse Bedenken bekommen konnte, aber das ist eine andere Geschichte).

Einige Vorfälle der letzten Zeit lassen aber leider daran zweifeln, ob wirklich bei allen, die damals auf so schlimme Weise versucht haben, Pfr. Gothe und uns allen zu schaden, das notwendige Schamgefühl oder die notwendige Einsicht so ausgeprägt ist, daß sie nunmehr auf eine erneute Kandidatur (egal für welches Gremium!) verzichten, so selbstverständlich das auch jedermann erscheinen sollte!

PuLa wird das sorgfältig beobachten und, wenn nötig, klare Wahlempfehlungen aussprechen, d.h., Namen nennen. Niemand soll uns je vorwerfen dürfen, wir hätten nicht alles versucht, um die Rückkehr schlechter alter Zeiten zu verhindern.

Gereon Lamers

Das Pula-Plus

Wir haben es gefunden, das Pula-Plus!

Ach, Sie meinen, Sie hätten schon längst erkannt, worin das „Plus“ liegt, diesen Blog zu lesen, deswegen täten Sie es ja schließlich seit Jahren?

Danke, das ist sehr freundlich! 🙂

Am Hafen (Bild CBL)

Am Hafen (Bild CBL)

Tatsächlich geht es in diesem Beitrag aber auch gar nicht um PuLa und seine Inhalte, sondern um unseren Pula-Besuch, also um die kroatische Hafenstadt, die ja auch ein klein bißchen anders geschrieben wird. 😉

Pula, Haus am Markt (Bild CBL)

Pula, Haus am Markt (Bild CBL)

Ja, dort waren wir für eine Woche zu Abschluß der Herbstferien und es war sehr schön; eine entspannte, freundliche Stadt mit dem zurecht immer wieder gerühmtem Flair, das nicht zuletzt aus der Mischung so vieler historischer Schichten herrührt: Römisch, venezianisch, habsburgisch, italienisch… Daß sich dabei das kulinarische Erbe nicht zuletzt in österreichisch inspiriertem wunderbaren Backwerk manifestiert, haben wir weidlich genutzt! 🙂

Beeindruckend, daß dort immer wieder ‚einfach so‘ Kirchen aus dem 5. oder 6. Jahrhundert stehen – leider auch in Kroatien nicht immer einfach zugänglich, zumal in der Nachsaison; aber wir waren ja nicht unbedingt das letzte Mal dort!

Die Kirche, die unserem Bilderrätsel die Vorlage geliefert hat, St. Nikolaus (klar, daß in einer Hafen- und Handelsstadt die Kirche des Schutzheiligen der Kaufleute einige Prominenz genießt), haben wir dafür aber verschiedentlich in den Blick genommen:

Svet Nikolai mit Bougainvillea (Bild CBL)

Svet Nikolai mit Bougainvillea (Bild CBL)

Damit danken wir auch recht herzlich all denen, die sich an dem kleinen Rätsel beteiligt haben und bitten zugleich um Nachsicht dafür, daß diese Reaktion so lange hat auf sich warten lassen müssen – der Alltag hatte uns sehr schnell und in recht heftiger Form wieder…

Natürlich werden wir auch bald die beiden Gewinner kontaktieren, was die Zusendung der Preise angeht, hier geht nichts verloren! 🙂

Quam dilecta tabernacula tua Domine, Svet Nikolai innen (Bild GL)

Quam dilecta tabernacula tua Domine, Svet Nikolai innen (Bild GL)

Naja, und neben all dem Schönen und Malerischen, das Pula ausmacht, haben wir es eben gefunden, das Pula-Plus, ganz greifbar:

Das Pula-Plus (Bild CBL)

Das Pula-Plus (Bild CBL)

Kein Wunder, daß wir uns dort wohl fühlen mußten, oder? 😉

Also…

…eigentlich soll man ja Sätze nicht mit einem ‚Also‘ beginnen, nicht? 😉

Aber, was soll man tun, wenn man nach einem ‚Feiertag‘, der für unsereinen ja keiner war, ein bißchen in den Seilen hängt, aber unwillig ist, den Oktober ohne einen letzten Eintrag auf dem Blog enden zu lassen? In den Seilen hängt, weil dieser sog. ‚Reformationstag’, in Thüringen offiziell arbeitsfrei, für uns privat ausgesprochen arbeits- und erfolgreich war… 🙂

Wir haben uns daran erinnert, daß wir dem Kollegen Bellfrell für die freundlichen Grüße zum Namenstag (OCC!) doch noch ein Möwenbild schuldig sind! Hier ist es, vom Lungomare bei Opatija/Abbazia (= ‚Abtei‘: OCC!).

Herzlichen Gruß nach Salzburg!

Gereon Lamers

Möwen an der Kvarner Bucht (Bild: CBL)

Möwen an der Kvarner Bucht (Bild: CBL)

PuLa unterwegs: Noch eine Chance

Zum gestrigen Bilderrätsel hier noch ein Bild aus der gesuchten Stadt, das wir gestern im Abendsonnenschein aufnehmen konnten. Wenn dieser Beitrag erscheint, sind wir schon wieder auf der (zweitägigen) Heimfahrt (vor der uns ein wenig graust; kurzes Gedenken wäre wunderbar!).

Das bedeutet allerdings auch, daß es einen Augenblick dauern kann, bis wir wieder die Kommentare checken können, daher bitte ggf. nicht ungeduldig werden! (Ja, doch, es gibt eine mobile Datenverbindung in Deutschland, aber Bloggen übers Smartphone? Nicht wirklich! 😉 )

Ein römisches Theater (eigenes Bild)

Ein römisches Theater (eigenes Bild)

Edit, 21. Oktober, 22.15 Uhr

Ok, es gibt eine korrekte Einsendung, wir gratulieren! Da der Gewinner aber einen kleinen, freilich in keiner Weise vorwerfbaren, Vorteil hatte (nicht wahr?! 😉 ) schalten wir den Kommentar vorerst noch nicht frei – und vergeben einen zweiten „Ersten Preis“! 🙂

Ein Preis. Und die Zeiten. Und ein Bilderrätsel!

Der Literatur Nobel-Preis für Bob Dylan. Wenn man, urlaubsbedingt, nicht dauernd die Nachrichten verfolgt, dann will man manche Nachrichten beim ersten Hören gar nicht glauben. DER Literaturpreis der Welt für einen Singer-Songwriter?!

Man kann sich darüber wahrlich allerlei Gedanken machen, und das Feuilleton hat daran nicht gespart, vgl. z.B. hier.

Gedanken über das Verhältnis von Kanonisierung wie „Kolonialisierung“ von Hoch- und Populärkultur – und welche Richtung gerade die letztere denn wohl hätte. Nachgerade amüsant finden wir, wie gerade, nun ja, ‚ältere Menschen‘, das Eigenrecht der Pop-Kultur beschwören und dabei, so will es scheinen, doch vor allem ihren lebensgeschichtlich bedingten Wunsch nach dem „Anderen“, dem „Widerständigen“ zumal, bedienen; eine spezifische Form von Nostalgie ist das. Was nicht schlimm ist, käme sie denn nur ein wenig selbstreflektierter (oder sollten wir sagen ‚aufgeklärter‘? 🙂 ) daher.

Na, alles nicht wirklich ein Thema für einen katholischen Blog und wir erwähnen es hier auch nur aus zwei Gründen:

1) Gelegentlich erinnern wir bekanntlich gerne an alte Texte (nicht nur, weil es Menschen gibt, die sich darüber ärgern, daß es PuLa schon solange und immer noch gibt…) und Bob Dylan kam auf PuLa ja schon einmal vor! Im Juni 2011: „The Times They Are A-changin’“, hier. In aller Bescheidenheit: Wir halten den Beitrag nach wie vor für lesenswert. Schon damit niemand vergißt, wie knapp wir in Weimar vor wenigen Jahren dem Wahnsinn einer sog. „Altarinsel“ entronnen sind! Also wirklich, stattdessen wäre, gerade nach dem Kirchweihjubiläum, doch verstärkt über die Rückgewinnung unserer Seitenaltäre nachzudenken, DAS ist ein Zukunftsthema.

2) Haben wir ja am Montag angekündigt, wir hofften, von dieser Reise noch „etwas sehr, sehr PuLa-spezifisches berichten zu können“. Und da brauchten wir einfach einen Vorwand, um Ihnen das folgende Bilderrätsel nicht gänzlich ohne sonstigen Inhalt präsentieren zu müssen. 😉

Also, wer erkennt am Bild, in welcher Stadt am Mittelmeer wir uns befinden?

Am Mittelmeer (eigenes Bild)

Am Mittelmeer (eigenes Bild)

Wer es weiß und es uns rechtzeitig per Kommentarfunktion wissen läßt, erhält als Preis eine handsignierte Partitur von „Erntedank“ dem Smash-Hit der Cäcilini-Weimar mit inzwischen über 1.000 Aufrufen auf YouTube.

Gereon Lamers

Weinlese (und Medienpluralismus)

So muß das sein! PuLa bringt die Vorankündigung samt historischem Hintergrund und dann – berichtet die Zeitung darüber, was im Gemeindeleben so passiert; schön ist das!

Ja, am 6. Oktober hatten wir unter der Überschrift „Weinstock und Reben eben“ (hier) die bevorstehende Weinlese im Pfarrgarten angekündigt, zu der auf Einladung von Hw. Pfr. Gothe offenbar auch in den Herbstferien eine erkleckliche Anzahl von Pfarrkindern gekommen ist. Umso erfreulicher, daß die Weinlese noch um eine Obst- und Nußernte ergänzt wurde.

Die Herbstferien, bzw. unsere derart bedingte Abwesenheit sind auch dafür verantwortlich, daß wir heute erst dazu kommen, auf den Artikel in der TLZ zu verlinken, hier ist er! Lesen Sie insbesondere, was wir auch noch nicht wußten, wer von Seite der Laien für die Weinpflanzung vor 25 Jahren verantwortlich war und heute im strengen Wortsinne die Früchte (mit-) ernten kann, inzwischen wieder…
Von unserer kleinen herbstlichen Reise hoffen wir zuversichtlich, in den nächsten Tagen noch etwas sehr, sehr PuLa-spezifisches berichten zu können, lassen Sie sich überraschen! 🙂

Gereon Lamers

Und jetzt? Gott in Sicht? 53 Jahre Gagarin in Erfurt. Mit Sketch

Und jetzt? Gott in Sicht?

53 Jahre Gagarin in Erfurt. Mit Sketch

Vor 55 Jahren, genauer am 12. April 1961 (schon wieder ein 12. April – kommt der jetzt in jedem meiner Texte vor? 😉 befand sich der russische Raumfahrer Juri Gagarin für 108 Minuten im Weltall und kehrte wohlbehalten zurück.

Eine Menge Witze sind über dieses Ereignis gemacht worden:

Der arme Gagarin! Hat die ganze Welt umrundet und wo ist er gelandet? Ausgerechnet in der Sowjetunion!

war m.W. ein beliebter DDR-Witz,

Ich war im Weltall und habe Gott gesehen. Sie ist schwarz.

kursierte vielleicht eher in der west-feministischen Studentenszene. (Yep! Studenten. Das zugehörige Maskulinum lautet bekanntlich Studerpel.) Am bekanntesten aber wurde der ihm durch die Sowjet-Propaganda in den Mund gelegte Spruch, er, Gagarin, sei im Weltall gewesen, aber Gott habe er nicht gesehen.

Anläßlich des wenn auch nicht gerade runden Jubiläums (aber was soll‘s – wir haben schließlich auch 90 Jahre Bauhaus gefeiert) zeigte das Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt in der vergangenen Woche, nämlich vom 8. – 15. Oktober 2016 als Sonderausstellung Exponate einer von Gagarins Nichte zusammengestellten Schau und verband das ganze mit einer Erinnerung an den umjubelten Besuch Juri Gagarins und seiner Kollegin Valentina Tereschkova in einer ganzen Reihe Thüringer Städte 1963; vgl. auch den Radiobeitrag von DR-Kultur hier.

Als Kind lernte ich zum Thema Gagarin ausschließlich seinen angeblichen Ausspruch über die Nichtexistenz Gottes kennen, welche aus dessen – wie soll ich sagen? – beobachteter Unsichtbarkeit erschlossen wurde. Ich fand den Spruch schon damals so unglaublich dumm, daß ich erstens erleichtert bin, daß er lediglich von Propagandaseite erfunden worden ist und zweitens schon damals darüber nachgedacht habe, in welcher Form man nachvollziehbar machen könnte, wie dumm er ist. Irgendwann im Laufe der Jahre fiel es mir ein. Heute möchte ich es erzählen. Hier kommt

Der Menschenbeweis

Ein Sketch für zwei Erythrozyten, einen Haufen wildgewordener Leukozyten, einige renitente Thrombozyten und jede Menge Blutzell-Statisten

Wundersdorf, Oderbruch. Bei der im regelmäßigen Turnus im Gemeindehaus stattfindenden Blutspende (vgl. diesen, zur Zeit glücklicherweise historischen Sketch) rutscht ein Schwung Blutzellen eines beliebigen Spenders in die Blutkonserve. Wenige Tage später werden die Blutkörperchen im nahen Klinikum während einer Operation einem anderen Menschen verabreicht. Ery6x108, eines der transfundierten roten Blutkörperchen, wird dabei Throzy23, einem roten Blutkörperchen des Empfängerkreislaufs, vor die Füße geschleudert.

Ery6x108: Puh!

Throzy23 (stolpert fast über den Neuankömmling): Heidewitzka! Kannst du nicht aufpassen?

Ery6x108 (rappelt sich auf): Entschuldigung!

Throzy23: Neu hier, was? Nie gesehn!

Ery6x108: In der Tat – ich weiß nicht recht – aber mir kommt es auch so vor, als sei ich hier noch nie gewesen … (Er blickt sich suchend um).

Throzy23: Laß uns im Schwimmen weiterreden – der Sauerstoff hier muß in die Leber. (Er schwimmt weiter.)

Ery6x108 (hinterher): Wie heißt du denn?

Throzy23: Throzy23 – und du?

Ery6x108: Ich bin Ery6x108.

Throzy23: Komischer Name!

Ery6x108: Wo ich herkomme, hießen wir alle so.

Throzy23: Kaum zu glauben. Und? Bist du wenigstens Rhesus negativ?

Ery6x108 (ganz erschrocken): Ja klar!

Throzy23: Hm! Ist auch schon besser so! (Eine Zusammenballung von Thrombozyten wird vor ihnen sichtbar): Oh nein! Nicht schon wieder!

Ery6x108: Ok – so was gab es bei uns auch.

Throzy23: Eine Thrombozytendemo?

Ery6x108: Nicht direkt – bei uns waren das die Jungs von der Kalkreiße. (Sie erreichen den Engpaß bei den Thrombozyten.)

Throzy23 (schnauzt die Thrombozyten an): Müßt ihr immer in dieser Arterienecke rumhängen? Die Passage ist hier grad eng genug! (Er schwimmt mitten in die Gruppe hinein und versucht sie auseinanderzutreiben.)

Die Thrombozyten (durcheinander): Häääääi! – Ey, Alter, paß bloß auf! – Autoritäres … [das folgende Wort wurde zensiert.]

Throzy23 (schwimmt weiter, ärgerlich): Jeden Tag das selbe Theater! Irgendwann kommt man da gar nicht mehr durch! Was sagt man dazu?

Ery6x108: „Raucherecke“…

Throzy23 (guckt Ery6x108 amüsiert an): Gar nicht schlecht! Wo hast du das her?

Ery6x108: So hieß das bei uns. (Sie schwimmen weiter.)

Throzy23 (drückt sich plötzlich eng an die Wand): Vorsicht!

Ery6x108: (drückt sich instinktiv auch an die Wand): Was ist los?

(Ein Stoßtrupp Leukozyten hechtet vorbei und rennt die beiden fast um.)

Throzy23 (blickt den Leukos hinterher, kopfschüttelnd): Das ist los! (Indem er sein Marschtempo wieder aufnimmt.) Die Herrschaften von der Abwehr denken wieder, sie seien allein auf der Welt.

Ery6x108 (vermittelnd): Naja – also sie sind ja nun auch für uns alle nicht ganz unwichtig …

Throzy23 (schnaubt verächtlich): Denen wünsche ich allesamt, daß sie mal eine Freßzelle über den Haufen schwimmen … Dann ist Schluß mit der Wichtigtuerei. Die machen Kleinholz aus allem, was ihnen in die Quere kommt.

(Sie schwimmen weiter.)

Ery6x108: Also – wir einzelnen Blutzellen sind ja eigentlich gar nicht so wichtig. Wir müssen ja alle an den Menschen denken …

Throzy23 (hält völlig verdutzt an): An den Menschen?

Ery6x108 (schlicht): Ja klar, an den Menschen.

Throzy23: Na, daß ich mal ein Blutkörperchen treffe, das an diesen Schwachsinn glaubt, hätte ich mir ja nicht träumen lassen.

Ery6x108 (verdattert): Ja – aber … was glaubst du denn, warum wir das ganze hier machen?

Throzy23 (schwimmt weiter): Keine Ahnung – für uns selbst, oder weil es so ist? Woher soll ich das wissen?

Ery6x108: Ja, aber es muß doch einen Sinn haben!

Throzy23: Es hat seinen Sinn einfach in sich selbst, und wenn es vorbei ist, ist es vorbei. So einfach ist das! (Er biegt in die Hauptschlagader ein.) Achtung, hier ist immer ziemlich viel Betrieb.

Ery6x108 (versucht, Throzy23 nicht aus den Augen zu verlieren): Also … daß es bei der ganzen Sache hier nicht nur um uns geht, das habe ich mir schon ganz früh gedacht. Dazu ist es einfach alles viel zu gut organisiert!

Throzy23 (spöttisch): Besonders die Thrombos, die ewig zusammenhängen und uns die Bahn verstopfen!

Ery6x108: Jetzt such doch nicht gleich das bißchen, was vielleicht nicht so läuft … Guck doch mal, all unsere Arbeiten sind aufeinander abgestimmt. Wenn wir etwas brauchen, ist es sofort da. Das kann doch kein Zufall sein! (Sie machen einer Freßzelle Platz und grüßen dabei ausnehmend höflich.)

Throzy23: Das heißt aber doch noch lange nicht, daß ich an diesen Blödsinn von einem Menschen glauben muß.

Ery6x108 (versucht es noch einmal anders): Hör zu. Ich hatte doch jetzt dieses Erlebnis, daß ich in eine kleine Röhre geriet und mich tagelang kaum bewegen konnte – und wie durch ein Wunder wurde ich gerettet und hier zu euch hereingespült …

Throzy23: Ja – und? Was glaubst du, wie oft ich in der Leber festsitze und nichts geht weiter.

Ery6x108: Trotzdem. Das jetzt die Tage war anders. Also mehr als das hier (er deutet im Kreis um sich) gibt es auf jeden Fall!

Throzy23 (bleibt stehen): Ich will dir mal was sagen, du Überflieger. Wo auch immer du bisher unterwegs warst: Ich kenne hier jeden Winkel. Ich war wirklich schon überall – aber einen Menschen habe ich noch nie gesehen. Das sind alles Märchen für Zellen, die irgendwie Probleme haben, ihr Leben mit Sinn zu erfüllen. (Er schnauft.) Übrigens muß ich langsam zurück, ich bin schon ganz blau.

Ery6x108: Ok. Kehr um. Ich begleite dich.

ENDE

Cornelie Becker-Lamers

Gastbeitrag: Der Datenschutz schlägt in Weimar auf

Der Datenschutz schlägt in Weimar auf

Ein Zwischenruf von der Seitenlinie

Im „Pfarrblatt“ der katholischen Gemeinde Herz-Jesu Weimar für den Zeitraum vom 01. bis 09.10.2016 finden sich an Stelle der bis dato erschienen Geburtstagsglückwünsche folgende kommentierungswürdige Sätze:

Aufgrund einer (anonymen) Beschwerde aus unserer Gemeinde beim Diözesandatenschutzbeauftragten Matthias Ullrich und beim Bischöflichen Ordinariat Erfurt sind wir aufgefordert worden, die Veröffentlichung von Namen und Alter der Jubilare unserer Pfarrei zu unterlassen. Mit Bedauern beugen wir uns dieser engen Rechtsauslegung und Herzlosigkeit.

Ich weiß nicht was Sie für Erwartungen an die Publikation ihrer Pfarrei haben, aber ich wünsche mir vor allem Neutralität, Objektivität und Sachlichkeit. Gerade weil es daran in der Vergangenheit oft schmerzlich gefehlt hat, ist meine Empfindlichkeit gegenüber den abwertenden Aspekten im obigen Zitat besonders groß. Es scheint mir, daß ein Ungeist hier sein Haupt erhebt, dem wir gleich dem hl. Georg einmal beherzt die Lanze ins Herz stoßen sollten. Es ist natürlich schwierig, einen Vorgang zu kommentieren, über den man nur durch 2 Sätze informiert ist. Aber wenden wir uns einfach dem sachlichen Gehalt zu: Es gibt einen Diözesandatenschutzbeauftragten. Schon gewußt? Ich noch nicht. Die Datenschutzgesetzgebung begann in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es gibt eine EU-Datenschutzrichtlinie, das Bundesdatenschutzgesetz und die jeweiligen Ländergesetze. Deren Anwendbarkeit im Bereich der Kirche ist eine interessante, hier aber unerhebliche Frage, weil die katholische Kirche mit der „Datenschutzanordnung“ (KDO) die weltlichen Regelungen im wesentlichen in kirchliches Recht übernommen hat. Weitere Informationen stehen hier und hierwobei letztgenanntes Dokument auf Seite 103 die Frage der Veröffentlichung von Jubiläen explizit behandelt.

 Grundsätzlich kann man Dinge generell erlauben und es dem Einzelnen überlassen, dem dann zu widersprechen. Oder aber generell verbieten und es dem Einzelnen überlassen, seine Einwilligung zu geben. Im Datenschutzrecht gilt das generelle Verbot mit Einwilligungsvorbehalt. In § 3 KDO ist das wie folgt formuliert:

§ 3 KDO Zulässigkeit der Datenerhebung, -verarbeitung oder –nutzung
(1) Die Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten ist nur zulässig, soweit.
1. diese Anordnung oder eine andere kirchliche oder eine staatliche Rechtsvorschrift sie erlaubt oder anordnet oder
2. der Betroffene eingewilligt hat.

Das erste, was wir daraus lernen, ist, daß es immer möglich ist, diejenigen Jubilare, die das wollen, auch zu erwähnen. Wenn man sich vorher deren Einwilligung besorgt. Dazu kann man z.Bsp. Listen auslegen.
Interessant in diesem Zusammenhang ist das Vorgehen der Kirchenzeitung „Tag des Herrn“. Die Zeitung greift für ihre Gratulationen nicht auf ihre eigenen Daten zurück, sondern nur auf die, die ihr von Verwandten, Freunden oder Bekannten des Jubilars übermittelt werden und gratuliert damit eigentlich in deren Auftrag im Rahmen eines „Leser grüßen Leser“-Konzepts. Ob der DDSB sich damit zufrieden gäbe, wäre freilich im Vorfeld abzuklären. Jedenfalls zeigt die Kirchenzeitung damit, wie man sich mit den gegebenen Rahmenbedingungen konstruktiv und clever auseinandersetzt.

 

Zweitens lernen wir, daß es andernfalls einer rechtlichen Ermächtigung bedarf, um die Daten der Gemeindemitglieder ohne gesonderte Einwilligung zu nutzen. Den Prüfungsmaßstab für die Rechtmäßigkeit der Verwendung von Daten stellt § 10 KDO dar. Die Verwendung muß entweder zur Erfüllung der eigenen Aufgaben erforderlich sein, oder es muß einer der aufgezählten Ausnahmetatbestände vorliegen. Wenn es also um Heiraten, Beerdigungen oder Firmungen geht, können die Namen der Beteiligten natürlich genannt werden, da es sich hier um originäre kirchliche Aufgaben handelt. Das gilt aber nicht für die Veröffentlichung von Name und Lebensalter der Gemeindemitglieder im Rahmen einer Geburtstagsgratulation. Da auch keine Ausnahme einschlägig ist, bleibt es beim Verbot. Das ist keine enge Rechtsauslegung, sondern die einzig mögliche, und zwar ganz unabhängig davon, was in der Kirche denn so konkret passiert. Freilich könnte eine solche Ausnahmeermächtigung durch den Bischof geschaffen werden.
Im weltlichen Bereich steht die Ermächtigung in §50 Absatz 2 des kürzlich in Kraft getretenen Bundesmeldegesetzes und lautet so:

§ 50 Melderegisterauskünfte in besonderen Fällen
[…]
(2) Verlangen Mandatsträger, Presse oder Rundfunk Auskunft aus dem Melderegister über .Alters- oder Ehejubiläen von Einwohnern, darf die Meldebehörde Auskunft erteilen über 1. Familienname, 2. Vornamen, 3. Doktorgrad, 4. Anschrift sowie 5. Datum und Art des Jubiläums. Altersjubiläen im Sinne des Satzes 1 sind der 70. Geburtstag, jeder fünfte weitere Geburtstag  und ab dem 100. Geburtstag jeder folgende Geburtstag; Ehejubiläen sind das 50. und jedes folgende Ehejubiläum.

Deshalb sind die Geburtstagsvermeldungen in den Amtsblättern jetzt kürzer als früher.
Aber zurück zu unserem Fall. In § 15 Absatz 3 KDO lesen wir folgendes:

§ 15 Anrufung des Diözesandatenschutzbeauftragten
[…]
(3) Niemand darf gemaßregelt oder benachteiligt werden, weil er sich im Sinne des Abs. 1 an den Diözesandatenschutzbeauftragten gewendet (sic!) hat.

Das bedeutet dann wohl auch, daß diejenige Person im Pfarrblatt nicht als „herzlos“  bezeichnet werden sollte. Grundsätzlich weiß ja eigentlich nur der Datenschutzbeauftragte, ob ihn Nachrichten anonym erreichen oder nicht. Aber wir können natürlich trotzdem die Frage prüfen, ob das irgendetwas ändert und lesen dazu § 19 Absatz 1 KDO:

§ 19 Beanstandungen durch den Diözesandatenschutzbeauftragten
(1) Stellt der Diözesandatenschutzbeauftragte Verstöße gegen Vorschriften dieser Anordnung oder gegen andere Datenschutzbestimmungen oder sonstige Mängel bei der Verarbeitung personenbezogener Daten fest, so beanstandet er diese unter Setzung einer angemessenen Frist zur Behebung gegenüber der betroffenen kirchlichen Dienststelle.

Wie er zu seinen Kenntnissen kommt, spielt also keine Rolle. Auch steht das Tätigwerden nicht in seinem Ermessen. Also, jemand hat sein Recht ausgeübt, den Datenschutzbeauftragten anzurufen. Der Datenschutzbeauftragte hat seine Pflicht getan. Wie ist das jetzt mit den übrigen Katholiken in Weimar, den Mitarbeitern der Pfarrei und allen anderen. Haben die bzw. wir auch unsere Pflicht getan, und worin besteht die eigentlich?

Monticola

 

Die Fakten sorgfältig und umfassend zu betrachten und die Kirche auch als Rechtsgemeinschaft ernstzunehmen, das sollte unsere erste Pflicht sein, sagen wir auf PuLa und deswegen sind wir für diesen Gastbeitrag dankbar!

Er entstammt der Feder eines uns persönlich wohlbekannten Gemeindemitglieds, dessen Gründe für den Wunsch anonym zu bleiben wir nachvollziehen und akzeptieren. Sie haben unser Wort darauf, er weiß in juristischen Dingen, wovon er redet, abgesehen davon, daß man das ja auch einfach dem Text selbst anmerkt!

Also, dem Datenschutzbeauftragten ist ganz sicher kein Vorwurf zu machen, die Rechtslage ist eindeutig und außerdem hat M. Ullrich seinen Sitz in  Schönebeck, das liegt im Salzlandkreis, was ergänzend für seine Unvoreingenommenheit spricht; „unser“ Diözesandatenschutzbeauftrager ist nämlich auch für die Bistümer Magdeburg, Dresden-Meißen und Görlitz zuständig

Wie kommt es also zu den harten Worten in den Vermeldungen, wie sie hier zitiert werden und den engagierten Reaktionen mehrerer Priester unserer Pfarrei vom Ambo aus?
Der Schlüssel dafür wird wohl eher in dem Begriff der „Herzlosigkeit“ zu suchen sein, den ich schon vom sprachlichen Befund des Pfarrblatt-Textes her mit dem Datenschutz (-beauftragten) überhaupt nicht in Verbindung bringen würde.

Wie sieht es aber mit der Person aus, die ihn angerufen hat? Auch da hat unser Gastautor natürlich vom Grunde her recht: Wenn man nur auf die Sache schaut, auf den Vorgang der Anrufung selbst, so verbietet sich die (Ab-) Qualifizierung eigentlich. Und eine so deutliche Sprache ist ja für das Pfarrblatt auch gar nicht typisch. Für das heutige Pfarrblatt, früher wurde hier ja durchaus mal noch ganz anders „hingelangt“, wer wüßte das besser als wir? (vgl. hierhier und hier)

Also nochmal: Wie kam es zu dieser Wortwahl?
Nun, zum einen ist klar, diese Veränderung macht vor allem (aber nicht nur!) den eigentlich Betroffenen, den Senioren nämlich, wirklich etwas aus, man muß wohl davon ausgehen, daß hier ein echter emotionaler Verlust entsteht. Was auch stark dagegen spricht, daß die Meldung nach Schönebeck etwa von einem tatsächlich betroffenen Pfarrkind kam!
Nein, und damit kommen wir zu dem vermutlich anzunehmenden weiteren Grund der heftigen Reaktion: Dies ist ja nicht die einzige derartige Aktion, die in letzter Zeit vermehrt zu verzeichnen ist. Das wissen wir, gemeindeöffentlich, aus bischöflichem Munde! Wer hier am Werke ist, dem ist das Herzeleid der Senioren völlig gleichgültig, wenn, ja wenn nur vordergründig der Eindruck erweckt werden kann, „neuerdings“ funktioniere ja alles nicht mehr „wie früher“. Und weil das natürlich Unsinn ist und in Wahrheit alles erheblich viel besser „funktioniert“ als in den zurückliegenden Jahren, deswegen schreckt man eben auch nicht davor zurück, selber nachteilige Fakten erst zu 
schaffen, freilich so, daß niemand es beweisen kann.
Wenn das so weitergeht, steht uns für die Gremienwahlen im nächsten Januar ein heißer Wahlkampf bevor. Wir haben das hier schon einmal geschrieben: Wer meint, wir hätten in den vergangenen fünf Jahren unser Pulver schon verschossen und könnten nicht noch wesentlich deutlicher werden, wenn versucht würde, die Früchte der Veränderungen seit dem September 2015 zu gefährden, der hätte sich geschnitten!

Bis dahin gilt für die Sache selbst, das, was Hw. Pfr. Riethmüller heute in der Abendmesse gesagt hat: Darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und unser Gastbeitrag weist ja auf gleich zwei denkbare Lösungswege hin!

Gereon Lamers


Weinstock und Reben eben

Weinstock und Reben eben

Ein weiterer Beitrag aus der Reihe „Vor Jahresfrist“

Nein, es soll hier nicht um den Eilfer gehen. Nicht um den roten Eilfer, der möglicherweise am vergangenen Montag anläßlich einer Erntedankandacht mit Pfarrer Gothe auf dem Weingut Weimar verkostet wurde. Und auch nicht um den roten Eilfer, der zusammen mit einem Glas Honig als kleine Aufmerksamkeit den beiden Vortragenden unseres Kirchweihjubiläums überreicht wurde und dabei im einen Falle bei einer Handvoll Eingeweihter für angemessene Heiterkeit einerseits, für plötzlich umwölkte Mienen andererseits sorgte. Denn jener Eilfer, so wurde – wie sich herausstellen sollte, ganz unwissentlich bedeutungsschwanger – vom Conférencier hervorgehoben, kam aus Hopfgarten. „Aus Hopfgarten?!“ Ja, aus Hopfgarten, jenem beschaulichen, hinter Hügeln versteckten Fleckchen Erde, in dem – wie es an anderer Stelle so schön heißt – „still und unerkannt“ gerade (wenn auch nicht im Eilfer-Fahren, so doch zügig und ergebnisorientiert) an Kirchengeschichte mitgeschrieben wird.

Aber wie gesagt: Um dies alles geht es jetzt gar nicht. Sondern einfach nur um ein paar Rebstöcke, die Pfarrer Iffland bei Umbau und Sanierung von Pfarr- und Gemeindehaus an die Feuerleiter hat setzen lassen. (Hw. Norbert Iffland verstarb 2004 im Alter von nur 55 Jahren. Wenn ich richtig sehe, war er ein ‚Geburtstagszwilling‘ unseres jetzigen Pfarrers, stammte ebenfalls aus dem Eichsfeld und hat in Weimar bis 2003 unseren Informationen nach mit Volldampf segensreich gewirkt. Die Liste aller ehemaligen Pfarrer unserer Pfarrei ist, wiederum wenn ich richtig sehe, auf unserer neuen Gemeindehomepage derzeit nicht verzeichnet. Aber auch darum geht es jetzt nicht. Ich erwähne es nur, weil ich sonst einfach hätte darauf verlinken können.)

Hier sind die Rebstöcke ganz schön zu sehen:

 

Die Weinreben am Otto-Neururer-Haus, Weimars katholischem Gemeindehaus, am 25. September 2016 im Zustand vor der Lese (eigenes Bild)

Die Weinreben am Otto-Neururer-Haus, Weimars katholischem Gemeindehaus, am 25. September 2016 im Zustand vor der Lese (eigenes Bild)

Zu unserer großen Verblüffung und Freude rief Anfang Oktober 2015, kurz vor den Herbstferien, ein farbiger Aushang zur gemeinsamen Weinlese am ersten Dienstag in den Ferien, das war der 6. Oktober 2015, auf. Um 10.00 Uhr sollte es losgehen, Treffpunkt an der Feuerleiter.

Ich brachte die Kinder also für 10.00 Uhr auf den Pfarrhof und rechnete mit Scharen jugendlicher Erntehelfer. Es blieben aber die ehedem notorischen vier. Außer diesen Jugendlichen freilich warteten, bewehrt mit allerlei Leitern und einigen abgewaschenen 10kg-Bottichen längst aufgegessenen RKW-Kartoffelsalats, ein ehrenamtlicher Organist, der PGR-Vorsitzende, der Gemeindereferent, bald auch unser neuer Pfarrer, einige weitere Pflückerinnen und Pflücker sowie eine ganze Reihe Schaulustiger des Kreises 55+, welcher am 6. Oktober 2015 wie an jedem Dienstag vormittag im Gemeindesaal zusammenkommen wollte. Ich beschloß kurzerhand, da zu bleiben und auch mit auf die Leiter zu steigen.

Sehr bald stellte sich heraus, daß gut eine weitere hohe Leiter gebraucht werden könnte – vor allem aber, daß die Kartoffelsalat-Bottiche sich zur Mitnahme auf die Sprossen zwar hervorragend eigneten, mit einer zwischenzeitlichen Lagerung der Ernte aber hoffnungslos überfordert sein würden: Massen dicker, früchteschwerer Trauben sammelten sich in unglaublich kurzer Zeit an. Und nachdem einer der Jugendlichen beim Gang zum nahen Edeka nicht nur unsere Pausenmahlzeit in Gestalt von Brötchen, Käse, Wurst und dem 800g-Glas eines beliebten Schokobrotaufstrichs, sondern auch stapelweise Bananenkisten besorgt hatte, die sich füllten, noch ehe sie nebeneinander auf dem Rasen aufgereiht waren, schwang ich mich ins Auto und lud unsere neue Aluleiter sowie alle Wäschekörbe ein, die ich im Haus finden konnte.

Auch die wurden schnell voll. Mit der aus Jena angereisten Enkelin eines der Erntehelfer und weiteren Kindern war die Aktion mittlerweile zu einem Riesenspaß für Mitspieler von 8 – 80 Jahren geworden. Mindestens 12 Hände schnitten und knipsten die ganze Zeit über gleichzeitig auf den Treppenstufen und von den angestellten Leitern aus die Trauben von den Reben. Die nebenbei gestellte Frage, wer denn eigentlich in den Vorjahren hier immer geerntet habe, war von den Insidern rasch beantwortet und man freute sich, daß die Ernte nun endlich der ganzen Gemeinde zugutekommen sollte.

Denn das tat sie. Nachdem einige Damen des erwähnten Kreises rüstiger Senioren ihre Beutel gefüllt und auch die Erntehelfer sich mit Trauben eingedeckt hatten, blieben von den geschätzten 150 kg (wenn ich die Äußerung unseres PGR-Vorsitzenden zum Kirchweihjubiläum recht erinnere) noch so viel übrig, daß der Gemeindereferent sich vornahm, sie zur Mosterei nach Tiefengruben zu fahren.

Weingelee und eingekochter Most aus der 2015er Ernte (eigenes Bild)

Weingelee und eingekochter Most aus der 2015er Ernte (eigenes Bild)

Tja – das ist nun genau ein Jahr her – und wie es mit der Natur so ist: Es hängt schon wieder alles voll. Und obwohl ich, wie sich das gehört, den Zehnten sowohl ans Pfarrbüro als auch an den Pfarrer abgeführt und einige Gläschen mit Weingelee verschenkt habe, reichen meine Vorräte noch in diesen Winter hinein. Was mich tröstet, denn ich muß befürchten, die 2016er Lese zu verpassen. Sie soll in den nächsten Tagen, wieder zu Beginn der Ferien stattfinden.

Die Aktion sei hiermit wärmstens Ihrer Teilnahme empfohlen. Wir vergeben ein Timoticon.

timoticon

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

 

PS: Meine liebe Frau hat (natürlich! 😉 ) ganz recht: Um den als Dank ja durchaus sinnig ausgewählten Wein als solchen kann und soll es hier nicht gehen (mangelnder OCC! [Obligatory Cathlic Content]), dennoch fühle ich mich als geborener Rheinländer, aus dessen Kinderzimmerfenster der Blick auf Reben fiel, verpflichtet, hier ein wenig zur begrifflichen Aufklärung beizutragen.
Also, unter „Eilfer“ versteht man historisch den Wein aus dem außergewöhnlich guten Jahrgang 1811. „Eilfer“ meint also schlicht „Elfer“. Als solcher wurde er von Goethe im ‚West-östlichen Divan‘ literarisch ‚verewigt‘. Aufgrund des Auftretens eines Kometen in eben diesem Jahr spricht man auch von „Kometenwein“… (vgl. hier).
Seit dieser Zeit wird der Begriff offenbar gerne hergenommen, um in werbender Absicht die eigenen Produkte hervorzuheben, durchaus nicht nur hier in Mitteldeutschland, sondern auch z.B. im Rheingau, wobei es sich ausdrücklich nicht um eine irgendwie objektive Qualitätsbezeichnung handelt.
„Roter Eilfer aus Hopfgarten“ nun ist ein Rotwein, den das o.g. Weingut auf dem Gebiet der Gemeinde Hopfgarten im sog.  „Gemischten Satz“, in diesem Fall  aus Frühburgunder, Regent und Zweigelt, erzeugt (vgl. hier; der dort zitierte Eckermann-Brief stammt allerdings aus dem Jahre 1829 und hat daher mit dem historischen ‚Eilfer‘ wiederum nichts zu tun…).
Wenn ich recht informiert bin, bevorzugte der Herr Geheimrat übrigens im Bereich des Rotweins französische Produkte.

Gereon Lamers, Weimar

 

 

 

 

Messekonzert – Konzertmesse? Eine Eilempfehlung

Als gestern Abend die sog. „Leithammelrunde“ (nein, es geht ausnahmsweise nicht um die Wundersdorfer Schäfchen, das jährliche Treffen aller Leiter/innen der Gruppen und Kreise hieß schon immer so! vgl. hier mal wieder stattfand (mir ist, als wäre sie in den letzten Jahren ausgesetzt worden – da kann ich mich als dreieinhalb Jahre lang Aussortierte aber auch vertun), als jedenfalls Gruppenleitertreffen zwecks jährlicher Terminabsprache war, haben wir uns gegenseitig in bestem Einvernehmen und konstruktiv mal wieder an die wünschenswerte allseits bessere Kommunikation aller Vorhaben der Pfarrei erinnert. Die neue Homepage muß sich schließlich erst warmlaufen – bzw. es muß allen zur Gewohnheit werden, da auch regelmäßig draufzuschauen, weil jetzt wirklich auch was drinsteht. 🙂

Und da machte und ganz zuletzt Hw. Pfarrer Klemm, der sich u.a. für die Kolpingfamilie unserem Treffen beigesellt hatte (Pfarrer Gothe leitete parallel die Kirchenvorstandssitzung und war ergo verhindert), auf die Meßgestaltung am kommenden Montag, dem 10. Oktober 2016 (Hl. Gereon… ;-)) in St. Bonifatius Weimar Schöndorf („Karmel“) aufmerksam. Die Vermeldungen reichen ja immer nur bis Sonntag, so daß die Montags-Messen nur recht kurz ins Blickfeld rücken.

Der Termin steht dennoch längst im Netz, versteckt sich bei uns allerdings unter dem Stichwort „Konzerte“, hier. Und da es sich um eine recht hochkarätige Veranstaltung im Rahmen einer kleinen Tournée des Jungen Vokalensembles Hannover handelt, dachte ich, es kann nicht schaden, hier auf PuLa zusätzlich darauf hinzuweisen.

Die jüngste CD des renommierten Chores ist beim Plattenlabel Rondeau in Leipzig erschienen, unter der Ägide, heißt das, von Frank Hallmann, der bekanntlich an der Musikhochschule in – wo anders als in Weimar! – Kulturmanagement studiert hat. Hier können Sie in die neueste Produktion hineinhören – wenn ich auch nicht glaube, daß in Schöndorf eine ganze Bigband zu hören sein wird 😉

Wie pflegt Gereon zu schreiben: Enjoy! 🙂

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar