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…, qui locutus est per prophetas – Der Dodekapropheton-Adventskalender, Vorabend

…qui locutus est per prophetas, „der gesprochen hat durch die Propheten“, der Heilige Geist nämlich.

So heißt es im sehr zu recht sog. „großen“ Glaubensbekenntnis der Kirche, dem Symbolon Nicäno-Constantinopolitanum und ich freue mich jedesmal, wenn ich es im Rahmen des Rosenkranzes bete, an dieser Stelle ganz besonders.

Diese Freude über die ‚unerhörte‘ Kontinuität von Gottes Heilshandeln, über die schier schwindelerregende historische Tiefe, die die Zugehörigkeit zum Volk Gottes mit sich bringt, sie war eine der Grundlagen dafür, den diesjährigen Adventskalender auf PuLA (immerhin schon den dritten) mit Zitaten aus den prophetischen Schriften des Alten Testaments zu gestalten.
Daß die Wahl dabei auf die sog. „Kleinen Propheten“ fiel, die im „Zwölfprophetenbuch“ (griech. Dodekapropheton) zusammengefaßt sind, das war zunächst dem „Zufall“, daß ein besonders schöner (und eigentlich auch bekannter!) Abschnitt vor kurzem Teil der Leseordnung des zu Ende gehenden Lesejahres C war zu verdanken (welcher das war, wird aber jetzt noch nicht verraten, er kommt erst am Heiligen Abend wieder). Daß zweimal zwölf 24 ist und sich damit die Anzahl der erforderlichen Texte bei einem zweimaligen Durchgang durch das Textkorpus von selbst ergibt, rundete den „Zufall“ sehr schön ab! 🙂

Und warum nenne ich das Vorhaben dann den „Dodekapropheton-Adventskalender“ und nicht den „Zwölfpropheten-Adventskalender“? Ist das wieder der PuLa-übliche Snobismus? Na klar… 😉

Nein, ganz ernstlich, das ist es nicht. Es ist vielmehr lediglich die notwendige Präzision in der Beschreibung dessen, was ich vorhabe. Die beiden Begriffe, ‚Dodekapropheton‘ und ‚Zwölfprophetenbuch‘ drücken nämlich, wenn auch das eine die Übersetzung des anderen ist, heutzutage durchaus etwas Verschiedenes aus!

Das stellte sich schnell heraus, als ich begann, mich mit diesen zwölf Schriften zu beschäftigen. ‚Dodekapropheton‘ dient heute als die korrekte Bezeichnung für das Textkorpus in der Fassung des griechischen Alten Testaments, der Septuaginta. In ihr sind die Schriften, neben anderen vorwiegend übersetzungsbedingten Unterschieden, in einer anderen Reihfolge angeordnet, als in der hebräischen Bibel, deren Reihenfolge aber aufgrund ihrer angenommenen Ursprünglichkeit für die heutigen volkssprachlichen Bibeln maßgebend wurde.

Mich überzeugt aber die „griechische“ Reihenfolge mit ihrer Gliederung in einem „dreigliedrigen eschatologischen Schema“ (Gericht gegen Israel, Gericht gegen die Völker, Heil für Israel, nach J. Chr. Gertz) und der sich daraus ergebenden Abfolge der Schriften: Hosea, Amos, Micha, Joel/ Obadja, Jona, Nahum/ Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi durchaus nicht weniger als das literarhistorische Argument der „primären“ (was immer das genau heißt) zeitlichen Abfolge.

Wir berühren damit einen neuralgischen Punkt unseres Umgangs mit der Hl. Schrift überhaupt. Wie wir sie lesen, das ist nun schon seit langem stark bestimmt von der literarisch-kritischen Sicht, die insbesondere seit dem Ende des 19. Jahrhunderts begann sich durchzusetzen. Ich finde (und gewiß nicht ich allein), das hat heute zu einem Zustand geführt, der uns das Warum wir sie lesen, zu verstellen droht. Der außerdem auch droht, die jahrhundertelange Beschäftigung mit diesen Texten im Rahmen des Lebens der Kirche nachträglich abzuwerten, was einem ebenso gefährlichen wie weitverbreiteten Irrtum Vorschub leistet: Die entscheidenden Fragen hinsichtlich der Interpretation der Bibel werden nicht literarisch-kritisch erarbeitet oder gar beantwortet, sondern durch den Glauben und das Beten des lebendigen Subjekts Kirche. Und schon weil dieses bekanntlich aus den Glaubenden und Betenden aller Zeiten besteht, verbietet sich die pauschale Abwertung (bloß scheinbar) vergangener Glaubenspraxis und ergo auch ihrer schriftlichen Grundlagen als „sekundär“, „überholt“ und was der einschlägigen subtil pejorativen Begriffe aus dem Wissenschaftsbetrieb mehr sind, eigentlich ganz von selbst!

Um nicht mißverstanden zu werden, es kann selbstverständlich kein Zurück hinter die Ergebnisse der wissenschaftlichen Bibellektüre geben. Das ist weder möglich noch erforderlich. Aber es ist nach, sehr unscharf gesprochen, ca. 150 Jahren der Erfahrung mit diesem Ansatz und auch mit allen Auswüchsen wissenschaftlicher Moden, die wir in diesem Zeitraum haben erdulden und korrigieren müssen, hohe Zeit, den Blick auf das Wesentliche zu fokussieren. Nebenbei bemerkt ist dies auch genau die Stoßrichtung der römischen Instruktion Liturgiam authenticam aus dem Jahr 2001, wenn sie in Nr. 41 schreibt: „Man soll sich darum bemühen, daß die Übersetzungen demjenigen Verständnis biblischer Schriftstellen angeglichen werden, welches durch den liturgischen Gebrauch und durch die Tradition der Kirchenväter überliefert ist.“

Genau, entscheidend kann nicht irgendein je „neuester Stand der Wissenschaft“ sein, den als immer vorläufig und prekär zu erleben schon ein halbes Menschenleben mehr als hinreichend ist, sondern bloß die Gewähr, die uns nur die lebendige Tradition der Kirche geben kann. (Nur so am Rande: Insofern ist es gar nicht die Frage, ob der Ausstieg der EKD aus dem Projekt der Überarbeitung der Einheitsübersetzung, den Liturgiam authenticam ausgelöst hat, zu „bedauern“ ist, oder nicht. Er war einfach zwangsläufig. Und insofern auch richtig. Ich bin der EKD für diesen klärenden Schritt sehr dankbar und finde es allenfalls bedauerlich, daß er von dieser Seite erfolgen mußte…)

Mir scheint es daher als einfachem Gläubigen mehr denn je angebracht, selbstbewußt und fröhlich das Wesentliche in den Blick zu nehmen, wenn wir im Advent in die Bibel schauen. Und dieses Wesentliche ist die Geschichte des Heils in der Geburt unseres Erlösers Jesus Christus. Und wie der Hl. Geist davon durch die Propheten gesprochen hat, zum Beispiel.

So lehrt das 21. Ökumenische Konzil (alias zweites Vatikanum 😉 ) in der Offenbarungskonstitution Dei Verbum in Nr. 14 ausdrücklich: „Die Geschichte des Heiles liegt, von heiligen Verfassern vorausverkündet, berichtet und gedeutet, als wahres Wort Gottes vor in den Büchern des Alten Bundes; darum behalten diese von Gott eingegebenen Schriften ihren unvergänglichen Wert: ‚Alles nämlich, was geschrieben steht, ist zu unserer Unterweisung geschrieben, damit wir durch die Geduld und den Trost der Schriften Hoffnung haben‘ (Röm 15,4).“

Und in Nr. 15 heißt es: „Gottes Geschichtsplan im Alten Bund zielte vor allem darauf, das Kommen Christi, des Erlösers des Alls, und das Kommen des messianischen Reiches vorzubereiten, prophetisch anzukündigen (vgl. Lk 24,44; Joh 5,39; 1 Petr 1,10) und in verschiedenen Vorbildern anzuzeigen (vgl. 1 Kor 10,11).“

Dabei darf ruhig daran erinnert werden, daß gerade an der Erarbeitung dieser Konstitution ein junger Konzilsperitus namens Joseph Ratzinger einigen Anteil hatte…

Und leider muß gesagt werden, daß, wenn man heute ganz vorsichtig beginnt, sich mit z.B. dem Zwölfprophetenbuch zu beschäftigen, dieser Aspekt in der wissenschaftlichen Beschäftigung gänzlich unterzugehen scheint. Da ist die Rede von der „literarkritische[n] Abgrenzung der Joel-Sach 14-Schicht“, von Textkorpora überhaupt und Redaktionsprozessen, vom D-Korpus, dem Zwei- und dem Vierprophetenbuch und dergleichen mehr.

Das ist das, was man ohne weiteres findet, verbunden mit der Bemerkung: „Jede der Schriften des Zwölfprophetenbuchs hat eine intensive Auslegung erfahren.“ (A. Schart) – von der aber im weiteren geschwiegen wird! Theologische Bemerkungen beschränken sich nahezu ausschließlich auf Beobachtungen, die dem AT inhärent bleiben, obwohl, das immerhin wird erwähnt, das Dodekapropheton im Neuen Testament immerhin 33mal zitiert wird.

Ich sage es noch einmal ganz ausdrücklich: Ich halte diese Form der Bibelwissenschaft für sinn- und wertvoll und ich habe keinen Zweifel daran, daß man all diese Erkenntnisse auch in einem Sinne für die Verkündigung nutzen könnte, der die Kriterien, die das Vatikanum II aufgestellt hat, erfüllt, und der den einfachen Gläubigen zugänglich ist.
Ich glaube das allerdings vorwiegend, weil Papst Benedikt diese Möglichkeit in seiner Jesus-Trilogie praktisch demonstriert hat (natürlich mit Schwerpunkt im NT), und nicht, leider nicht, weil ich sie in Bezug auf das Dodekapropheton (oder andernorts) häufig durchgeführt gefunden hätte…

Wie hat ausgerechnet der große Wissenschaftler J. Ratzinger die Sache in für ihn ganz charakteristischer Verkürzung auf den Punkt gebracht? „Wissen allein macht traurig.“

Aber davon müssen wir uns nicht den Spaß verderben lassen, den Spaß, Bibel sozusagen gegen den jüngsten wissenschaftlichen Strich und gerade deshalb ganz ‚richtig‘ zu lesen, zu staunen, ‚kindlich‘ aber nicht naiv, und uns zu freuen über die ‚Gute Botschaft‘, ganz so, wie es uns gerade erst der jetzige Hl. Vater nahegelegt hat.

Ich hoffe, Sie werden sich mit mir weder den Spaß noch vor allem die Freude verderben lassen an den Texten, in denen es um unser Heil geht, um den, auf den wir jetzt warten, zusammen mit der ganzen Kirche, der Kirche aller Zeiten!

Morgen geht’s los!

Elsleins Förderstunde, oder: Eine leicht faßliche Anleitung zum Verständnis literarischer Texte (plus Sketchlet!)

Wie die Zeit vergeht: Jetzt ist es tatsächlich schon gut einen Monat her, daß auf PuLa eine Anleitung zum Verständnis literarischer Texte angekündigt wurde (hier); zu den Punkten 6) und 7) und so will ich dieses Versprechen doch auch endlich einlösen.
Anlaß waren, es sei der verstrichenen Tage wegen daran erinnert, neuerliche Zeilen von unserem „Elslein“ (Enttarnung bereits vor anderthalb Jahren (hier).

Also, „Elslein“. Schauen Sie: Sie erfinden doch auch ständig Sachen. Das mit der „zweijährigen Bußzeit“ zum Beispiel. Das war ja ein richtiger Knüller. Sind außer uns alle drauf reingefallen und haben gar nicht mehr weiter nachgefragt.

Es war aber einfach nicht wahr, vielleicht gar eine Lüge. Keine Literatur und überhaupt nicht lustig.

Oder die Wanderlegende von den gegen den Pfarrer gesammelten Unterschriften. Die war doch bestimmt auch von Ihnen (auch wenn sie selbst ein geweihtes Haupt schriftlich weiterverbreitet hat, leider. Ich habe da dankenswerterweise einen Brief aus dem Kreis 55+, aus dem das hervorgeht). Jedenfalls war diese Legende ja sogar durchaus ausgeschmückt: Vor der Herderkirche würde die jeweilige Sammlerin stehen (denn die Wanderlegende wurde ja nicht nur über mich erzählt, sonst wär‘s ja auch keine Wanderlegende, sondern immer über die, die eben gerade schlecht gemacht werden sollte. Wir sollten schließlich auf gar keinen Fall in den PGR gewählt werden – auch von denjenigen älteren Herrschaften nicht, die sich beim Ausfüllen ihrer Wahlzettel nicht vom „Elslein“ helfen lassen würden.)
Wir haben jede Menge gelacht bei der Vorstellung, wie da jemand angeblich vor der Stadtkirche steht. Denn die Stadtkirche St. Peter und Paul (vulgo „Herderkirche“) war ja damals wegen Restaurierung geschlossen und ihr Vorplatz lange Zeit Baustelle, weil man dort im Zuge der Arbeiten die Grabstätten eines vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit hinein genutzten Friedhofs freigelegt hat (hier). Da sollte also eine von uns mitten zwischen den uralten Skeletten stehen und, den Baulärm überbrüllend, von irgendwelchen versprengten evangelischen Touristen aus Göttingen (Insiderwitz 🙂 ), die trotz allem an der Kirchentür klinken, Unterschriften gegen einen ihnen unbekannten katholischen Priester erbetteln?
Herrlich! Einfach wunderbar!

Das war also immerhin schon mal lustig. Aber trotzdem eine Lüge (denn das war sicher intentional) und keine Literatur.

So. Und jetzt die Wundersdorfer Sketche. Die sind lustig. Und so unglaublich viel wahrer als jede gut belegte Erzählung über die Vorgänge in unserer armen, heruntergewirtschafteten Pfarrei. Warum? Weil sie Literatur sind: „Der Dichtung Schleier“, um mit unserem Weimarer Mitbürger Goethe zu sprechen, „Der Dichtung Schleier aus der Hand der Wahrheit.“

Das ist Literatur. Sie sagt die Wahrheit oder läßt die Wahrheit erkennen, obwohl sie u.U. an einem fiktiven Ort spielt mit Figuren, die nie gelebt haben, oder deren Gattung sogar außerhalb der literarischen Konstruktion nicht einmal existiert (denn so ist das ja leider mit sprechenden Schafen, so sehr uns Wolle, Flocke, Kohle, Fixi und Huf auch schon ans Herz gewachsen sein mögen). [Anmerkung der Redaktion: Wie jetzt? Klar kenne ich die Schafe! 😉 ]

Wie funktioniert Literatur? Warum kann sie bei so viel Erfindung die Wahrheit sagen – und eine tiefere Wahrheit als jeder überzeugende Bericht? Eben weil sie gerade nicht von den Zuständen spricht, über die sie etwas sagen möchte. In den Wundersdorfer Sketchen steht nie irgendetwas über irgendjemanden aus unserer Gemeinde, nicht über den Pfarrer, nicht über den Herrn Dechanten – nichts.
Es werden Situationen in einer Parallelwelt geschildert, die Anlaß geben, über die Situation in unserer eigenen Gemeinde nachzudenken. Und indem man dies tut, fällt einem auf: Au Backe – GENAU SO! Genau so läuft das bei uns (Vgl. hierzu ebenfalls bereits hier.

Es ist diese unmittelbare Evidenz der Wahrheit, die die Leistung von Literatur ausmacht. Und da die Lesenden die Erkenntnis im Nachvollzug der geschilderten Situation selber gewonnen und erschlossen haben, sitzt diese Gewißheit der Erkenntnis tiefer, als es nach einer „Hast du schon gehört, was sie sich jetzt wieder geleistet hat/haben“-Erzählung der Fall sein kann. Daß dies bei den Wundersdorfer Sketchen insgesamt ganz gut gelingt, zeigt die oft große Freude derer, die wagen dürfen, über die kleinen Geschichten zu lachen – und leider auch die Intensität des Hasses derjenigen, die sich angegriffen fühlen.

Literatur regt zum Nachdenken an.

Die Lüge muß das Nachdenken unterbinden.

Das ist einer der großen Unterschiede zwischen den Erzählungen unserer „Gemeindeleitung“ und den Wundersdorfer Sketchen. Und da, wie gesagt, jeder Leser selber seine Erkenntnisse gewinnt, hilft nur das PuLa-Leseverbot, das folgerichtig zumindest in den beiden Marionettentheatern unserer Pfarrei auch längst ausgegeben wurde. Insgesamt erinnert die Reaktion von Gemeindeleitung und „Gemeindeleitung“ von Herz-Jesu Weimar auf die PuLa-Sketche an einen DDR-Witz:

***

Ein DDR-Bürger geht spät in der Nacht durch Ostberlin und ruft lauthals immer wieder: „Scheißstaat, Scheißregierung!“ Bald taucht ein Stasi-Offizier auf und verhaftet ihn. Der Mann will den Grund dafür wissen, der Mann von der Stasi erinnert ihn an seine lautstarken Äußerungen. Der Mann verteidigt sich und sagt: „Aber ich habe doch gar nicht gesagt, welchen Scheißstaat und welche Scheißregierung ich meine.“ Darauf der Stasioffizier prompt: „Es gibt nur einen Scheißstaat und eine Scheißregierung…“

***

Nun kann man Literatur natürlich auch falsch verstehen. Entgegen einem weitverbreiteten Vorurteil ist die literarische und künstlerische Interpretation nämlich keineswegs beliebig, sondern in der Regel gut begründbar – und deswegen kann sie eben auch mit Pauken und Trompeten daneben gehen.

Wie es jüngst dem „Elslein“ wieder passiert ist. Dann stellt sich die Frage, ob man nicht verstehen will, nicht verstehen kann oder nicht verstehen darf.

Letzteres betrifft leider geschlossen die Gruppe derer, die in unserer Gemeinde die (eigentlich für die offene Jugend- und Seniorenarbeit bewilligten und städtisch mitfinanzierten) Räume nutzen, Gruppen anbieten, in den Gremien sitzen (ja: „sitzen“, denn mitbestimmen fällt sowieso aus), Baldachine tragen, lektorieren oder Kommunion austeilen wollen. (Deshalb ist diese Gruppe auch mittlerweile recht klein – denn entweder ist den „Aufmüpfigen“ schriftlich die Erlaubnis zur ehrenamtlichen Arbeit entzogen worden, oder sie haben aufgrund des Klimas in unserer Pfarrei selber darauf verzichtet.)
Außer dem „Elslein“ natürlich. Denn das „Elslein“ ist ja eben genau die, die alles darf und jeweils bestimmt, was wer anders darf und was nicht.

Trotzdem hat das „Elslein“ jüngst einen Sketch falsch verstanden, also nicht verstehen wollen oder können, und uns das auch hingedrückt. Das war wieder ein besonders spannender Moment. Denn wenn etwas mit keinem Wort dasteht und jemand es trotzdem liest, spricht das natürlich Bände über die ureigensten Gedanken des Interpretierenden.

Schauen wir uns das genauer an: „Elses“ Zorn entzündete sich an dem Schafsketch „Unfrisiert“. Unfrisiert ist dabei Fixi, wie wir wissen selber ein Lämmchen und dem erwachsenen Schaf Flocke im Nichte-Tante-Verhältnis verwandtschaftlich verbunden.
Flocke schimpft Fixi aus, weil es ihr peinlich ist, daß Fixi so zerrupft in der Messe aufgelaufen ist, und nebenbei bekommt sein Fett weg, wen Flocke glaubt, sonst noch für den Vorfall mitverantwortlich machen zu können: das Lämmchen Huf. In ihrer Not suchen die beiden nach einer Ausrede bzw. verteidigen sich so geschickt, daß Flocke auf andere Gedanken und der Sketch auf ein weiteres Thema kommt. Ideengeber der Ausrede ist eine Stelle der gerade gehörten Predigt, ausgebaut wird sie mithilfe des von Kohle eingeworfenen Wörtlichnehmens einer feststehenden Redewendung: Daß nämlich jemand „nicht mehr in den Spiegel schauen kann“, weil er sich schändliches Handeln hat zuschulden kommen lassen oder solches aktiv und bewußt deckt.

Also: Fixi, das Lamm, ist unfrisiert. Nun schauen Sie, was das „Elslein“ daraus gemacht hat ( hier Nr. 6) eine „einmal mangelhaft frisierte stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates“. Faszinierend, nicht wahr? Jedenfalls haben wir jetzt eine Idee, wen der Herr Pfarrer gemeint haben könnte, als er die Predigt zur Oberweimarer Kirchweih zu der Behauptung nutzte, in unserer Gemeinde gäbe es Menschen, die würden andere verachten. PuLa kann er jedenfalls nicht gemeint haben, denn wir versuchen nach dem guten, alten katholischen Grundsatz zu verfahren, die Sünde zu hassen, den Sünder aber zu lieben; Verachtung paßt da gar nicht.

Außerdem könnten, wenn es unsereseits Haß gäbe, überhaupt keine Texte wie die Wundersdorfer Sketche dabei herauskommen!

Und damit komme ich zum zweiten Punkt, den ich auf die Vorwürfe des Eseleins, äh „Elsleins“ 😉 antworten möchte (vgl. hier, Nr. 7). „Seine Ehefrau läßt er in hasserfüllter Weise“ etc. Hm. Sollte das „läßt“ bedeuten, daß „Elslein“ denkt, solche Texte entstünden auf Bestellung? Dann ließe das nur die traurige Schlußfolgerung zu, daß das „Elslein“ noch niemals im Leben etwas Künstlerisches hervorgebracht hat. Kreativität läßt sich nämlich nicht bestellen. Texte wie diese Sketche sind entweder mit einem Schlag im Kopf da, weil sie einem „einfallen“ (der Ausdruck zeigt schon, daß unserer Sprachgemeinschaft eine Art Passivität als Ausgangspunkt des Schöpferischen immer bewußt war) – oder sie entstehen nicht!

[Anmerkung der Redaktion: Nur am Rande sei ergänzend erwähnt, daß in dieser Familie die Zustände auch nicht so sind, daß ich meine Frau irgend etwas „machen lassen“ könnte, was in diesem Kontext ja nichts anderes hieße als, ihr zu „befehlen“, irgend etwas zu tun. Mal abgesehen davon, daß ein solcher Versuch schwerlich von Erfolg gekrönt sein würde: Es ist eben vor allem gar nicht nötig…, vgl. Gen 2,24! 🙂 ; Weiter im Text:]

Auf Bestellung gibt freilich die Ansammlungen unzutreffender und plakativer Vorwürfe, wie sie uns 2012 in zwei unterschriebenen und zwei anonymen Briefen aus dem Kreis der Gemeindesenioren ins Haus flatterten (daß übrigens jetzt nach den Senioren auch Teenager vors Loch geschoben werden, wie der arme „Frosch aus Minsk“ (vgl. hier und hier), verschlägt vielen von uns allerdings den Atem!) – und nur Haß kann die fäkalsprachengesättigten Kommentare produzieren, die sich zuweilen im Emailpostfach meines Mannes finden (natürlich anonym und mit Einmaladresse gesendet). Die sind haßerfüllt. Die Sketche nicht. Daß an den Sketchen also die Kommunikation scheitern könnte, ist sicherlich die dreisteste Lüge des diesmaligen „Else“-Kommentars. Bekanntermaßen ist lange vor PuLa die Kommunikation von Seiten der Gemeindeleitung abgebrochen worden – mit mir gesprächsweise, mit meinem Mann schriftlich, aber am selben Tag.
Das werden sich all die lebhaft vorstellen können, denen es erging wie uns – selbst wenn sie sich zuvor bis zur Selbstverleugnung duldsam und kooperationsbereit gezeigt haben.

***

Um mit was Lustigem aufzuhören: Zu dem in Punkt 8 ) von „Elses“ Kommentar gemachten Vorwurf zum Thema Weltkirche, der uns in Freddy Froschs „schauen sie doch mal über ihren tellerrand“ induziertermaßen wieder begegnet, ist mir eine wunderbare Geschichte eingefallen. Ich will sie zum Abschluß erzählen.

Sie geht so:

 

Die Seefahrt

Ein Sketch für eine Person

 

(Beim Auf und Ab der Waage ist die Waagschale mit unserem Kirchenvorstandsmitglied eines Tages völlig aus der Welt hinausgeschleudert worden. Nun treibt die darin befindliche „Else Franke“ ohne Verbindung zu ihrer gewohnten Welt umher. Else klammert sich an den Rand ihrer Waagschale und blickt von Zeit zu Zeit zum Himmel, von Zeit zu Zeit aber auch ängstlich in die kobaltblaue Fläche, auf der sie scheinbar ins Ungewisse treibt. Da zeigt sich ein goldener Streifen am Horizont.)

Else: Hilfe!

Eine Stimme: Was ist, Else? Hab keine Angst!

Else: Da, dort vorn! Da ist die Welt zu Ende!

Die Stimme (lacht gutmütig): Aber Else! Das ist nicht das Ende der Welt – das ist bloß Lamers‘ Tellerrand.

Else: Was?

Die Stimme: Ja! Lamers‘ Tellerrand. So weit bist du noch nie gekommen, aber deshalb stürzt du jenseits des Tellerrandes nicht ins Bodenlose. Also: Fürchte dich nicht!

Else: Aber … aber … der Tellerrand vom Lamers – da hat er selber doch noch nie drüber ‘raus geguckt …

Die Stimme (lacht wieder): Else, Else (die Stimme scheint den Kopf zu schütteln) Aber selbstverständlich hat er das – soweit dies menschenmöglich ist. Denn wisse, du bist hier auf ein großes Geheimnis der kosmischen Logik gestoßen: Sobald man über seinen Tellerrand schaut, verschiebt dieser Tellerrand sich in die Ferne. Es verhält sich mit dem Tellerrand also etwa so wie mit dem Horizont auf den Weltmeeren. Man kommt nie hin – und du kannst deshalb beim Nachdenken auch nie ins Bodenlose fallen.

Else: Aber – wenn das mit dem Tellerrand so ist wie mit dem Weltenhorizont, dann – dann – dann kommt man ja, wenn man weit genug über den eigenen Tellerrand geschaut hat, wieder bei sich selber an?!

Die Stimme (lacht ein herzliches und gutmütiges Lachen): Das ist richtig, liebe Else! Du bist ein kluges Kind! Genauso ist es! Und so muß es sein. Was sollte man denn auch außer sich?

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

 

 

Die Predigt zum Thema: „Wenn die Kirche verbürgerlicht, dann ist schon alles verloren!“

Wie’s manchmal so geht: Heute kam mir (natürlich wieder einmal ursprünglich vermittelt durch den guten „Frischen Wind“, hier, danke!) eine Predigt unter, die genau paßt zu unserem gestrigen Thema.

 

Horchen Sie doch mal ein paar Minuten rein:

Auf YouTube finden Sie, wenn Sie nach „KHGSB“ suchen (was wohl Katholische Hochschulgemeinde Saarbrücken bedeutet) eine Vielzahl von Predigten  von Hochschulseelsorger Dr. Johannes J. Kreier. Die obige wurde zur Feier der Grundsteinlegung der Kirche gehalten, die jetzt dem sog. „Kloster am Rande der Stadt“ dient. Das scheint mir eine interessante Einrichtung zu sein und die Predigten lohnenswert; Empfehlung!

Ach ja: Das Zitat ist, natürlich, frei nach Papst Franziskus. 🙂

Danke, Hl. Vater!

 

Sola scriptura? Solus BAT! Was man aus der aktuellen EKD-Synode lernen kann

Von „synodalen Strukturen“ hören wir ja aus der jahrzehntealten Mottenkiste der „Reform“-Forderungen à la ZdK häufig genug. Wem nun das, was wir in der Causa Limburg an Wirken „synodaler Strukturen“ beobachten durften wie die frevelhafte Manipulation der Kathedralglocken, abtrünnige Priester, die im Hochgebet ihren Bischof nicht mehr erwähnen und ein Domkapitel, das nach dem Motto: ‚Rette sich wer kann‘ jahrelange Mitverantwortung öffentlich leugnet, wem das also noch nicht genug ist, der konnte am gestrigen Sonntag beobachten, wie ‚wohltuend‘ das Wirken „synodaler Strukturen“ sich auswirkt, wenn sie voll ausgeprägt sind, wie bei unseren protestantischen Brüdern und Schwestern.

Da wurde nun gestern Günther Beckstein, der bisherige Vertreter der Präses der Synode der EKD, Kathrin Göring-Eckardt, NICHT als ihr Nachfolger gewählt (sondern Irmgard Schwaetzer, ehem. Bundesbauministerin). Warum wurde er nicht gewählt? Weil er öffentlich Kritik am berüchtigten Familienpapier der EKD geübt hatte? Weil er überhaupt gefordert hatte, der Protestantismus in Deutschland müsse „frommer“ werden? Oder vielleicht, weil er einfach der ‚dumme polternde Bayer‘ ist, der sich in einer Sprache ausdrückt, die den Damen und Herren Synodalen nicht hinreichend ‚akademisch‘ verschwurbelt ist? Oder doch einfach nur, weil ein ehemaliger CSU-Politiker in der nach allgemeiner Meinung rot-grün (oder grün-rot?) dominierten Versammlung eh ein Fremdkörper war und ist? (vgl. z.B. hier)

Wahrscheinlich von allem ein bißchen, und die Anteile abzuschätzen kann sich allenfalls ein Insider zutrauen.

Interessant ist aber ein Aspekt, der, wie mir scheint, als Katalysator der Ablehnung gewirkt haben dürfte. G. Beckstein hatte im Vorfeld der Versammlung in deutlichen Worten Kritik geübt an einem alten Bekannten im deutschen ökumenischen Verhältnis, der auch den PuLa-Lesern vertraut ist. Er hatte nämlich gesagt: „Wir brauchen lutherische Theologie in der EKD und nicht nur Gundlach-Theologie“.

Gemeint war Thies Gundlach, theologischer Vizepräsident des EKD-Kirchenamtes. Mehr zu ihm und seinen bloß vermeintlich ökumenischen Vorstellungen in dem PuLa-Artikel hier.

Leider hat sich Beckstein für diese Äußerung mittlerweile entschuldigt und sich in ziemlich lavierender Weise rausgeredet, er habe nicht gewußt, daß Journalisten anwesend sind, naja, das kennt man ja.

Aber DAS war offensichtlich zuviel. Einen leitenden „Kirchenbeamten“, bzw. einen der leitenden Angestellten zu kritisieren, das hat, als Zünglein an der Waage, G. Beckstein vermutlich das Amt gekostet.

Nun, all das sind inner-evangelische Vorgänge und auch wenn ich aus ganzem Herzen glaube, daß Beckstein gerade mit seiner persönlich zugespitzten Kritik völlig recht gehabt hat, kann man fragen, was hat das auf einem katholischen Blog zu suchen? Wollte ich nur einfach mal wieder auf einen alten Artikel hinweisen können?

Na klar! 😉

Aber nicht nur. Denn in dem Zusammenhang fiel mir ein Kommentar aus der FAZ wieder ein, erschienen am Vorabend des „Reformationstags“ (also zwei Tage vor Allerheiligen… 🙂 ), der mir für diesen Vorgang sozusagen schon vor dem Ereignis den Schlüssel geliefert zu haben scheint. Da äußerte sich Reinhard Bingener, gewissermaßen das evangelische Pendant zu Daniel Deckers unter den Journalisten der FAZ, im „großen“ Kommentar auf der Seite 1 zu dem Thema: „Eine bürgerliche Religion“.

Der Text beginnt, unweigerlich in diesen Zeiten, mit einer Gegenüberstellung des armen Bischofs von Limburg mit Papst Franziskus und seinem „Armutsideal“ für die Kirche. Klar, wer dabei besser wegkommt aber im folgenden erweist sich Bingener dennoch, wieder einmal, als ein Meister darin, unterschwellig-subtil das Katholische als überlebt und jedenfalls irgendwie verdächtig erscheinen zu lassen. Das kann er wirklich erheblich besser als Herr Gundlach (von Arndt Brummer, dem „Kettenhund“ der EKD ganz zu schweigen).

Aber der entscheidende Dreh des Kommentars kommt dann erst noch: Weder „Prunksakralität“ (also katholisch à la T.v.E.) noch „Armutsideal“ (also katholisch à la Franziskus) seien die Lösung, denn: [Die Reformatoren] „formulierten Grundprinzipen einer bürgerlichen Religion“, die Ablehnung des „Imperativ, eine religiöse Existenz müsse irgendwie anders sein.“ Dieser bemerkenswerte Gedankengang endet mit dem Schlußsatz: „Die A13-Religion der deutschen Kirchenbeamten ist allemal besser als Armutsgesten oder Protzgehabe.“

Aha. Hätte ich diesen Satz losgelöst irgendwo gelesen, ich hätte mich vermutlich gefragt, wo der Verfasser denn wohl ausgebüxt sei, oder ob der Karneval schon am 30. Oktober begonnen habe, aber, wie gesagt, es handelt sich um den großen Kommentar einer überregionalen deutschen Tageszeitung am Vorabend des „Reformationstags“ auf der „Seite 1“.(man kann den Text zum Glück online nachlesen, hier).

Tja, wie hat der HErr so schön gesagt: „Wenn ihr nicht werdet wie die Beamten, könnt ihr das Reich Gottes nicht erlangen“. Wo stand das noch gleich? Im Evangelium nach dem Hl. Buerocratius vermutlich.

Aber ernstlich: Hat das noch etwas mit dem alt-reformatorischen Prinzip der Sola scriptura (das ich natürlich nicht teile!) zu tun? Sola scriptura? Nein, Solus BAT! scheint die Devise zu sein (BAT, Bundesangestelltentarif, auch wenn das System aktuell nicht mehr so heißt).

Dazu ließe sich nun so einiges sagen, vor allem über das grundverkehrte Kirchenverständnis („Kirche“ letztlich nur als geistige Realität unter Abwertung der irdischen Institution), das zuverlässig der Leugnung der Geschichtlichkeit des übernatürlichen Heilswirkens in der realen, irdischen Welt in die Hände spielt, und damit den Abfall vom Glauben überhaupt vorbereitet, aber das ist eine alte Geschichte und ein weites Feld.

Wichtig ist mir heute: Genauso, wie Herr Bingener den Protestantismus in Deutschland hier schildert, genauso hat sich die Synode der EKD in der Causa Beckstein gerade benommen: „Die A13-Religion der deutschen Kirchenbeamten“ am Werk, quasi (wobei Bingener am Samstag [9. November] in einem kleinen Kommentar bemerkenswerterweise diesen Verlauf praktisch vorhergesagt hatte (S. 10): Quod erat demonstrandum!)

Und da drängen sich dann zwei Beobachtungen auf:

1) (Neu-) Evangelisierung geht so bestimmt nicht. Oder denkt ernsthaft irgend jemand, man könne mit dieser bloßen Weltverdoppelung, obendrein in der peinlichsten Form politischen Personalgeschachers, geistlich bzw. spirituell irgendeinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken? „Kommt alle zu uns! Hier geht es zwar genauso besch… zu, wie in der Welt, die ihr schon kennt, aber wir haben da noch ein paar nette, alte Geschichten auf Lager, die wir zwar selber nicht mehr so recht ernstnehmen, aber sie sind zu Weihnachten ganz kuschelig.“
Wohl eher nicht.

2) Und daran anschließend: Worüber soll ich denn mit solchen Menschen „ökumenisch“ reden? Es scheint mir höchste Zeit, den allseits ad nauseam (=bis zum Schlechtwerden) beschworenen „Zwang zur Ökumene“ einmal in diesem Licht zu sehen. Ich möchte mich nicht mit „Kirchenbeamten“ unterhalten, jedenfalls nicht, wenn sie gar nichts anderes mehr sein wollen. Diese Bemerkung zielt wohlgemerkt nicht primär auf die protestantische Seite (die muß selber sehen, was sie tut), sondern auf diejenigen in unserem eigenen Laden, die uns immer genau dies als Vorbild empfehlen, wie z.B. das nichts und niemanden außer sich selbst repräsentierende ZdK.
Oder auf einen Stadtdekan, der sich schon jetzt in „schönster“ Zivilkleidung als Mitglied eines Domkapitels in einer Pressekonferenz rumlümmelt, wie um zu demonstrieren, daß er schon vor Jahren die Abschaffung der konfessionellen Spaltung durch weitmöglichstes „Abschleifen“ alles Katholischen empfohlen hat.

Warum hören wir solchen Leuten überhaupt noch zu? Es ist lächerlich!

Zum Ende sei hinzugefügt: Ich kenne und schätze (lutherische) Protestanten, die leiden unter diesem Syndrom mehr und heftiger, als wir es naturgemäß je können, die mühen sich, etwas zu tun, gegen die „Diktatur der OberkirchenrätInnen“ (nicht meine Wortschöpfung!).

Unterstützen wir sie! Außer im Gebet geht das am besten – indem wir katholisch bleiben.

 

Nochmal: Der Frosch in Minsk

Erinnern Sie sich? Mitte des zurückliegenden Monats erreichte PuLa ein Kommentar zu einem Beitrag von Anfang September. Ein anonymer Beitrag, geschrieben von einer „Freddy Frosch“ und kein freundlicher. Darauf habe ich hier reagiert.

Daraufhin meldete sich die notorische ‚Else Franke‘ mit einem ihrer immer wieder „bemerkenswerten“ Beiträge, der Anlaß gab, einige Reflexionen über das Wirklichkeitsverhältnis im kirchlichen Raum anzustellen, hier.

Nun hat sich besagter „Frosch“ am 20.10.13 erneut zu Wort gemeldet, mit einem Kommentar auf eben dieses letzte Posting.

PuLa hat lange nachgedacht, ob es verhältnismäßig ist, darauf nochmals eine Reaktion hier „oben“ auf dem Blog erfolgen zu lassen (außerdem war Urlaub und es stellte sich unwillkürlich so ein gewisses, wohliges „Blog-Pause-Gefühl“ ein ;-).

Im Verlauf der folgenden Zeilen wird sich herausstellen, warum wir es dann doch getan haben (und außerdem hatte ich formal gesehen eine weitere Unterhaltung auch sozusagen herausgefordert, s. u. zu 10) ), dennoch: Dieser Strang ist vermutlich für die PuLa-Leser außerhalb des Weimarer Dunstkreises nicht gar so von Interesse, aber wir stehen eben ganz bewußt zu unserem lokalen und regionalen Schwerpunkt!

Im übrigen: Die Mechanismen, die sich hier zeigen sind, so steht zu befürchten, nicht nur hier in unserem Mikrokosmos verbreitet…

Daher nun ‚in bewährter Weise ‚gegliedert‘ die letzte Frosch-Äußerung (der unveränderte Text wie immer im Kommentarbereich des Beitrags vom 15. Oktober):

1) „also erstmal: danke für die gut argumentierte Verteidigung durch einen anderen schreiber.

2) dann: im internet wird manchmal alles klein geschrieben, dann geht es nämlich schneller (aber, zitat:“Dieses Rumreiten auf Formalien, das völlig ins Leere läuft“ kennen sie doch selber..) .

3) und nun: Weißrussland – die leute hier ironischerweise als „feine Gesellschaft“ abzutun, nur weil sie vielleicht nicht mehr von diesem land hier als „Lukaschenko“ und „Diktatur“, eventuell noch „Wodka“ gehört haben,

4) das finde ich ziemlich beängstigend… dadurch stellen sie sich ja automatisch über die menschen hier.

5) dann: egal, ob mein mailaccount so ganz funktioniert oder nicht, wie sie sich das gewünscht hätten: das recht auf anonymität habe ich trotzdem.

6) ziehen sie doch mal in Erwägung, ein gemeindemitglied weiß sehr wohl, wer ich bin, da er noch meine emailadresse kennt.

7) ich habe nämlich auch ganz bewusst meine alte emailadresse gewählt, die ich nicht mehr brauche.

8 ) ja, ich habe von meinem recht auf ANONYMITÄT gebrauch gemacht.

9) aber gute recherchearbeit, sherlock. dann auch noch die ansässige internetfirma zu orten – respekt! ich sitze natürlich genau daneben, in einem cafe, mit meinem [Product-Placement von der Redaktion entfernt, vgl. hier 😉 ]

10) und sie können gerne „zivilisiert“ mit mir reden, wenn sie mal rüberkommen wollen. nur zu.

11) nunja. witzig, wie sie sich selber ein bein nach dem anderen stellen. nasdrjowje!“

 

Fangen wir mit den einfacheren Teilen, bzw. den „Formalien“ an.

Zunächst darf ich festhalten: F.F. sagt nun selbst explizit, daß es sich bei der angegebenen E-Mail-Adresse nicht um einen gültigen Account handelt ( 5) und 7) ). Danke für die Bestätigung, daß hier korrekt gearbeitet wird. Insofern läuft nämlich das „Rumreiten auf Formalien“ à la ‚Else Franke‘ in der Tat ins Leere, genau wie ich geschrieben habe.

Demgegenüber bin ich ( zu 2) )tatsächlich der Meinung, die weitverbreitete Kleinschreiberei ist keine „Formalie“, sondern eine wichtige „Form-Frage“; ja, mag sein, daß es sich schneller schreibt, aber liest es sich auch schneller? Nein! Und Kommunikation ist nun mal keine einseitige Angelegenheit – wenn sie den Namen verdienen soll. Es geht nicht bloß um den „Sender“. Kommunikation basiert auf Vereinbarungen, auf Regeln, die sich aus gutem Grund herausgebildet haben und eben nicht der individuellen Verfügbarkeit unterliegen. Und was soll denn heißen: „Im Internet“? Was hat denn das mit dem Medium zu tun? Insoweit ist das Internet einfach ein „ganz normales“ literarisches Medium. Das ganze Gewese darum ist insofern (!) m.E. völlig verfehlt. Stichwort, „Literarisches Medium“: Es gibt da eine Blogger-Kollegin, die ist Schriftstellerin und sie beschäftigt sich auf dem Blog mit Literatur, schauen Sie unbedingt hier, ein großartiges Gedicht von J.L. Borges (übertragen von P. Badde), dort wird, natürlich, groß und kleingeschrieben…

Was 3) angeht: Geschenkt! Die Sätze über Weißrußland hatte ich, wie man bei aufmerksamen Lesen auch merken konnte, nein, mußte, unter anderen Voraussetzungen geschrieben. Allerdings prägt natürlich ein Regime wie das Lukaschenkas nicht völlig zu unrecht das Gesamtbild eines Landes. Bedauerlicherweise. Und wissen Sie was: Ich kenne wirklich und wahrhaftig einen Weimarer Bürger, der vertreibt Wodka aus Weißrußland! Wohnt keine 200 m von mir weg.
Wissen Sie, F.F., wenn Sie ein bißchen älter sind, werden Sie feststellen, die meisten Klischees sind (leider?) verdammt nah‘ an der Wirklichkeit. Glauben Sie denen, die Ihnen dauernd was anderes erzählen wollen einfach nicht (mehr), Sie ersparen sich damit u.U. Jahrzehnte der Ent-täuschung, das ist ein gutgemeinter Rat, ehrlich! 😉

Das alles hat, zu 4), mit meiner Einschätzung der „Menschen dort“ natürlich überhaupt nichts zu tun. Hören Sie doch auf, in diesem betulichen Idiom (u.a.) kirchlicher Jugendseminare zu reden („beängstigend“), die sich damit einen Empörungs-Popanz bauen, der (da haben wir es wieder) mit der Wirklichkeit meist wenig zu tun hat. Und sehen Sie stattdessen ein, daß es kein Witz ist, Leute mit solchen Vorwürfen zu belegen.

Und damit sind wir beim Thema „Anonymität“, bzw. „Recht auf Anonymität“ (zu 5) und zu 8 ) ). Da würden ja nun manche einfach sagen: ‚Willkommen im 21. Jahrhundert‘… 🙂

Aber so einfach wollen wir es uns gar nicht machen. Schauen Sie, natürlich kennt Sie nicht bloß „ein Gemeindemitglied“ (wer kann daaamit nur gemeint sein? 🙂 ), sondern etliche Menschen kennen Sie hier (die haben Sie übrigens alle sehr positiv in Erinnerung!).
Daher hat Ihre gerühmte ‚Anonymität‘ gerade einmal wenige Stunden gehalten.

Wir achten sie hier aber dennoch.

Und damit sind wir offen gesagt fairer als Sie. Denn es wäre erheblich sinnvoller nicht auf „Rechte“ zu pochen, das kann jeder, sondern zu überlegen, was man damit macht, wozu man sie nutzt. Ich frage nochmal: Finden Sie das irgendwie einen Stil des Umgangs unter zivilisierten Menschen im allgemeinen, bzw. unter Katholiken im besonderen, wenn Sie aus dem Dunkel heraus (und gegen die Fakten) den Vorwurf des „Rassismus“ erheben?

Oder sind in den o.g. Veranstaltungen alle Maßstäbe für den verantwortlichen Umgang mit Sprache so abgeschliffen worden, daß das für Sie nicht mehr als bloßes Sprachspiel ist? Ist es nicht! Hier, in Ihrer Heimat Weimar, werden ungestraft Leute als „Schädlinge“ und „Teufel“ bezeichnet. Und die Art, wie diese Menschen behandelt werden, läßt darauf schließen, daß diese Bezeichnungen auch genauso gemeint werden, wie sie klingen.
Die das tun bleiben auch seit Jahren im Dunkeln, die nutzen so ebenfalls ihr „Recht auf Anonymität“.
Nur, DAS, „Freddy“, das ist Wirklichkeit und kein Um-sich-werfen mit Begriffen aus der Ferne.

Oder lag vielleicht in dem anonymen Verfassen eines Kommentars auf einen beinahe einen Monat alten Beitrag genau die Absicht, gar nicht aufzufallen? Dann hätten Sie natürlich Ihrer Auftraggeberin, bzw. Ihren Sponsoren „Vollzug melden“ können, ohne in irgendeinen Austausch zu geraten. Hat nur nicht geklappt.

Sind Sie sich dafür nicht zu schade? Und finden Sie es nicht eigentlich selber unwürdig, sich nun schon zum wiederholten Male mit einem Spitznamen anreden lassen zu müssen, der zu der Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung, um die es hier geht, so gar nicht paßt?

Kommen Sie doch da raus! Das lächerliche Geschreibsel von ‚Else Franke‘ als „gut argumentiert“ zu bezeichnen, das KANN doch nicht Ihr Ernst sein, angesichts der Tatsache, daß Sie allgemein als sehr sprachsensibel bezeichnet werden.

Aber halten Sie das, wie Sie wollen, nur einen Gefallen tun Sie bitte allen, die jemals wieder etwas schriftliches von Ihnen sehen sollten, vor allem aber sich selbst: Vermeiden Sie doch bitte, BITTE, diese Phrasen, die wir von Ihrer Auftraggeberin schon bis zum Überdruß kennen, so wie Sie in 11) reden, das klingt wirklich schon wie das „Original“.

Und es sind wieder Worte „ohne Referenz in der Wirklichkeit“, das ist wirklich gefährlich, vor allem für Sie selbst!

 

Heiliger Prosper von Aquitanien, Patron der Dichter und Kämpfer gegen die Häresie, bitte für alle, deren Gefühl für den wahrhaftigen Umgang mit der Sprache gefährdet ist!

 

Die gute Pressearbeit, ein Sketchlet aus einer hessischen Kleinstadt

Die gute Pressearbeit

Ein Sketchlet für sechs Personen

Das gemütliche Hinterzimmer des kleinen Spezialitätenrestaurants „Chez Françoise“ in einem verwinkelten Innenstadtgäßchen einer hessischen Kleinstadt hallt von ausgelassenem Gelächter wider. Versammelt sind der Chefredakteur der örtlichen Lokalzeitung, ein Mitglied des Wirtschaftsausschusses der Stadtverordnetenversammlung und einige befreundete Restaurantbetreiber, die hier zu später Stunde offenbar auf einen gemeinsamen Erfolg anstoßen.

Ein Hotelier (prostet der Gastgeberin zu): Auf dich, Françoise!

Alle (durcheinander): Auf dich! – Sie lebe hoch! – Prost! – Weiter so!

Françoise (lächelt hinreißend): Worauf ihrr eusch vörlassen kjönnt! Santé! (Sie hebt ihr Glas und trinkt.)

Eine Cafébesitzerin (zum Redakteur): Aainfach klasse, wie du dem D.D. die Skandäälsche bröckschewaais eniwwergemailt hosch. – Escht professionell! (Sie trinkt ihm zu.)

Der Redakteur (großspurig): Überhaupt kein Problem – wenn man die Kontakte hat …

Der Stadtverordnete (zu Françoise): Aber nun sagen Sie doch mal: Wie sind Sie eigentlich ursprünglich auf die Idee gekommen?

Françoise: In Frankreisch weiß jeddes Kjind, daß der Bau einer Cathédrale ein gigantischörr Motorr zurr Wirtschaftsförderung war. – Chartres! (Sie reißt die Augen auf.)

Der Redakteur: Klar! Die ganzen Gewerke! Logisch!

Ein Gastwirt: Unn alle misse se esse unn schloofe – unn noch e bißsche was anneres. (Er lacht.)

Der Stadtverordnete: Ah ja! Ein klassischer Fall von Umwegerentabilität!

Françoise (schelmisch): „Umwegerentabilité“ – aaah! (plötzlich sorgenvoll) Abbörr ‘ier wurde leidör keine neue Kirsche gebaut, sondern nur das Ordinariat und Gemeindezentrum und alle Göwerkö warön schon da. Also – wie verdient die Gastronomie mit? (Sie gestikuliert und blickt erwartungsvoll in die Runde.)

Der Stadtverordnete (charmiert): Tja – da braucht man dann die Touristen.

Der Gastwirt: Unn fä die Tourischde, do brauch mer die rischdische Presse … (Er schlägt dem Redakteur freundschaftlich auf die Schulter.)

Françoise (aufgeräumt): Bien logique …

Der Gastwirt: Ja. Do muß mer nur ääns unn ääns zesommezähle!

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

 

Die Perspektive, ein Sketch aus dem Bistum Limburg

Die Perspektive

Ein Sketch für eine einzelne Dame

 

In einer großzügigen Neubauvilla in Oberursel – oder war es doch Homburg vor der Höhe? – steht eine Dame an der Terrassentür ihres Wohnzimmers und plaudert telefonisch mit einer Freundin. Sie ist ein wenig echauffiert.

Die Dame: Also, isch muß aach saache: aainedraaißsch Millione – des hätt net misse soi!

(Sie lauscht.)

Die Dame: Das hätte nischt sain müssen! Es Mercedes-Coupé vunn de Clarissa hot bloß ä Carpoät – wie bidde? – Ja, den hämmer schunn kaaft (sie lächelt schelmisch) do hot de Neubeck so ä gudes Aagebot gehatt – unn die Clarissa fand denne so goldisch, do honn isch net saache känne – nä, Clarissa, do waade mer noch! (jovial) Es macht jo jetz aa de Fihrerschoi. – Nä, was isch saa wollt: De Clarissa ihr Audo hot kaan Garaasch, unn unsä Bischof muß sisch do so ä Residenz hiinsetze! – So! Unn de Famillje fehlt’s an alle Egge unn Enne.

(Sie lauscht, nickt heftig und betrachtet dabei sinnend ihren Swimmingpool. Mit einem Mal stutzt sie.)

Die Dame: Du hasch vollkomme Rescht, Edidda, awwer isch muß disch mol grad unnäbresche, do hockt doch schunn widdä so ä bleedi Katz uff unsärm (sie öffnet die Terrassentür) – kschkschksch! Foät mit diä! – So, weg isse. Do is mer nämlisch mol bassiert, do wollt isch schwimme gehe, do hot so ä Katz – isch waaß net, ob’s dieselwe woar – do hot die – awwer isch saa’s liewer net! Die Chloädabledde hol isch jetzt ibrischens aach beim Wellness-Demmel in Wissbaade.

(Sie lauscht.)

Ja, ää is net de Billigschde, awwer de Service stimmt aainfach. Unn doruff kommt‘s doch aan! (Sie schließt die Terrassentür wieder und betätigt einen elektrischen Schalter an der Wand. Eine Marquise fährt über der Terrassentür aus. Sie lauscht.)

Nä, honn isch net gelese.

(Sie lauscht.)

Unn do hot’s in Limbuäg vum Dom dreizeeh mol geschlaache? Härrlisch! Wääsche noch, wie mer domols geege die Startbahn West demonschdriät hon? (Sie beginnt zu lachen.) Ja! Unn isch wär fascht durch die Prüfung in Steuä-Rescht duäschgefall, weil mer Daach un Nacht uffm Feld waare! Des waan noch Zaaide! (Sie schwelgt in Erinnerung.) Do honn isch jo de Haainrisch iwwähaupt erscht kennegelärnt! Ja! Schee war’s!

(Sie lauscht. Ihr Gesicht verzieht sich erst in Erstaunen, dann in Begeisterung.)

Du määnsch – mir zwää? In Limbuäg? Demonschdriere? Mit unsere alde Drillerpaaiwe? (Sie bricht in schallendes Gelächter aus.) Des wär e Gaudi! Unn dem Härrn Bischof e bißsche aainhaize mit seiner Prunksucht! Aainedraaißsch Millione. „Solide gebaut, damit mer net sofort widder renoviere muß“ – wer’s glaubt, werd seelisch!

(Sie lauscht und blickt auf ihre Armbanduhr.)

Ach du je, es is jo schunn so spät? Edidda, isch muß! Awwer des ääne muß isch diä noch vezähle: Isch woar jetz mit maainä „Happy Diamond“ beim Uämachä – ja, immä baaim Wembe in Fronkfuät, unn wie isch se abhol, seh isch die Calatrava, also des Daamemodell mit denne zwäesibzisch Diamande auße rum im Schaufenschdä – fä unnä sibzischdausend! Edidda! Isch saach diä! Isch glei rin unn hon mit em gered – also isch hab se jetz emol noch leie geloß, awwer wonn se moie noch do is, kaaf isch se. Du wääsch doch: „Aaine Patek Philippe gehöät aainem nie ganz allaain“ – So ä Uä, des is doch immä aach was fä die Ewischkaait.

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

 

Von echten Fröschen und falschen Wirklichkeiten

Es kommt immer wieder vor, und leider gar nicht so selten in kirchlichen Zusammenhängen, da begegnen einem Menschen, deren Verhältnis zur Wirklichkeit ist so eigentümlich, daß nicht ganz leicht damit umzugehen ist. Gewissermaßen in Klammern sei gesagt, ich halte es für gar nicht so unwahrscheinlich, daß die entsetzlichen Vorgänge um den armen Limburger Bischof F.-P. Tebartz van Elst  auch mit einer vielleicht besonders krassen Ausprägung dieses Phänomens zu tun haben könnten (jawohl: den „armen Bischof“, egal, was sich endgültig zu seiner Verantwortung herausstellen mag!).

Wenn das so wäre, so wäre es zugleich ein besonders eindrückliches Beispiel dafür, wieviel Schaden solche Menschen an auswirkungsreicher Stelle objektiv verursachen können und weshalb es überhaupt keine Option ist, sich mit einem Achselzucken, „Der/die ist halt so, weiß doch jeder…“ abzuwenden. Das ist meist nur mäßig getarnte Bequemlichkeit und hilft weder den Personen, noch den jeweiligen Zuständen.

Auslöser für diese zunächst recht allgemeinen Bemerkungen ist  – Ein erneuter Kommentar von „Else Franke“ diesmal zu dem Beitrag „Die Frösche in Minsk“.
Ich habe ihn hier ein wenig gegliedert, damit man die Replik besser nachvollziehen kann, wer ihn im Original lesen möchte, kann das ja im Kommentarbereich des Beitrags tun.

1)     „PuLa disqualifiziert sich mal wieder selbst. Wer bloggt, ist weltweit (auch in Minsk) zu lesen. Wusste das Herr Lamers noch nicht?

2)     Ein Mitglied der Weimarer Pfarrei ist in verantwortungsreicher Angelegenheit und mit nicht nur finanzieller Unterstützung zahlreicher Gemeindemitglieder in Weißrussland unterwegs.

3)     Freddy Frosch ist beliebt und bekannt und durchaus keine Einmal-e-Mail-Adresse.

4)     Aber die wirklich wichtigen Dinge entgehen Herrn Lamers.

5)     Er verletzt lieber seine selbst aufgestellten Spielregeln, indem er e-Mails veröffentlicht, obwohl er jedem Kommentator verspricht: „Ihre Email wird NIE veröffentlicht oder weitergegeben.“ (siehe Kommentarbereich dieses Blogs).

6)     Seine Ehefrau lässt er in hasserfüllter Weise voll Neid und Missgunst erst die scheinbar am Sonntagmorgen einmal mangelhaft frisierte stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates vorführen.

7)     Und [die Verfasserin der Sketche] ist sich dann auch nicht zu schade, den Dechanten hochzunehmen. Das ist genau die Art, wie  man sich selbst alle Wege gelingender Kommunikation verbauen kann. Weiter so!

8)     Dass PuLa noch nie in theologischen, geschweige denn weltkirchlichen Kategorien denken konnte, wissen seine Leser. Deshalb braucht sich auch niemand dazu zu äußern, denn der Weltkirche kann PuLa nicht schaden.

9)     Der Kirchengemeinde sollte gemäß Mt 18,15-17 PuLa als Heide und Zöllner gelten. Es hat keinen Sinn, mit dümmlich-bösartigen Spaltern streiten zu wollen.“

Zu 1): Wie ist es möglich, so einen Stuß zu schreiben, auf einen Beitrag hin, der, denke ich, gerade unter Beweis gestellt hatte, daß mir bestimmte technische Gegebenheiten des Internet nicht völlig fremd sind? 8) Außerdem ist es immer sehr hilfreich, wenn man die alte Kulturtechnik des Lesens nicht nur dem Anschein nach beherrscht. Habe ich etwa geschrieben, „Man kann PuLa in Weißrußland nicht lesen?“ Natürlich nicht, ich habe in der mir eigenen Bescheidenheit 😉 geschrieben, daß ich es für unwahrscheinlich halte, daß es auch tatsächlich geschieht.

Zu 2): Aber, es war offenbar tatsächlich der Fall! Denn nach zwischenzeitlicher Recherche gibt es das „Mitglied der Weimarer Gemeinde in Weißrußland“ offenbar wirklich und das erklärt natürlich ein Leseinteresse aus dieser Region.

Zu 3) Dementsprechend handelte es sich offenbar auch tatsächlich nicht um eine Einmal- bzw. Wegwerf-Adresse (da habe ich technisch was dazugelernt, aber ich verrate nicht, was genau 🙂 ). Das mit der Beliebtheit will ich gerne glauben, aber bekannt sein mußte mir diese (vermutlich ziemlich  junge) Person keinesfalls, denn

Zu 4): sooo klein ist Herz-Jesu-Weimar nun auch wieder nicht, daß man schlechterdings jede und jeden kennen muß. Daß man nicht wesentlich mehr Menschen einfach mal so kennenlernt, liegt im übrigen nicht zuletzt an dem absurden Klima, der Abschottung und effektiven Verhinderung vieler Möglichkeiten, sich ungezwungen kennenzulernen. Anders ausgedrückt. Wer nur sich selbst und das, was er weiß für „wirklich wichtig“ hält, betreibt nicht „Gemeinde“, sondern fördert Klüngel und „Klandenken“ (Prof. Maria Widl).

Zu 5): Jetzt geht das schon wieder los! Dieses Rumreiten auf Formalien, das völlig ins Leere läuft. Zum Mitschreiben: Das, was ich veröffentlicht habe, war und ist keine gültige Email-Adresse, sondern es sah eben nur so aus. Wiederholte Überprüfungen, auch mit leicht veränderter Schreibweise haben immer das gleiche Ergebnis gehabt, zuletzt heute abend:

Confidence rating: 0 – Bad address
error : RecipientRejected – Mail server rejected the email address. 

 

(Vertrauenswürdigkeitseinstufung: Null – schlechte Adresse; fehler: EmpfängerVerweigert – Mail server hat die Email-Adresse zurückgewiesen)

Im übrigen: Mein erster Impuls war durchaus, den Text ernstzunehmen. Und hätte ich über eine gültige Email verfügt, hätte ich dem Absender/der Absenderin vor Veröffentlichung des Kommentars erstmal geschrieben, wie ich das ganz häufig tue (dabei lernt man sehr interessante Leute kennen, bundesweit, was sich auf dem Blog gar nicht unbedingt widerspiegelt!).

Aber nach dem, woran ich mich leider mittlerweile an perfiden Zuschriften so alles gewöhnen mußte, da gehe ich, wenn ich einen solchen Text ohne gültige Erreichbarkeit erhalte, eben von einer Fälschung aus. Und reagiere entsprechend.
Dafür verantwortlich sind die, die ein Klima erzeugt haben, in dem wir und unsere Freunde ungestraft als „Schädlinge“ und „Teufel“ bezeichnet werden können, und diejenigen, die dieses Klima weiterhin durch Untätigkeit de facto aufrechtzuerhalten helfen.

Daher, „Freddy-Frosch“, wenn Sie noch da draußen sind: Wer andere Leute in seiner ersten Kontaktaufnahme eines so absurden Vorwurfs wie dem des „Rassismus“ zeiht und zugleich behauptet, er kenne die „ganze Website“, der dann also auch wissen müßte, welche Anwürfe hier gegen uns erhoben werden, der darf sich leider auch nicht wundern, wenn er eine Antwort erhält, die ein wenig deutlicher ausfällt: „Wie man in den Wald hineinruft…“ Aber nochmal: Wenn Sie eine gültige Email-Adresse angegeben hätten, wäre das erst gar nicht passiert!

Zu 6) und 7): wird die Angesprochene als Autorin selber reagieren, vermutlich u.a. in Form einer „Leicht faßlichen Anleitung zum Verständnis literarischer Texte“ 🙂 Hoffentlich hilft’s, denn da geht’s ja in dem Kommentar wirklich derart wirr durcheinander, daß man nur fassungslos den Kopf schütteln kann.

Von mir nur so viel: Wenn hier implizit Respekt vor höheren Geistlichen eingefordert wird, so sollte man sich vor Augen führen, was vor gar nicht  allzulanger Zeit in Weimars Katholischer Kirche ungestraft geschehen konnte: Da hat nämlich jemand den örtlichen Priestern und einem noch höheren kirchlichen Vertreter als dem Dechanten den völlig frei erfundenen Popanz von einer „Zweijährigen Bußzeit im Erzbistum Köln“ (die es dort für Verstöße gegen die Präventionsordnung angeblich gäbe) aufgebunden. Allen Ernstes! Da sind die armen Geistlichen Herren mit losgeschickt worden, und haben das z.T. guten Glaubens an einfache Gläubige weitergegeben. Wie gesagt: Ohne jeden Grund in der Realität, bzw. der Wahrheit: Die Aussage der zuständigen Kölner Stelle, daß es so etwas nicht gibt und nie gegeben hat, liegt PuLa schriftlich vor. So sieht bei denen, die sich selbst für Herz-Jesu-Weimar halten („Ich bin hier sozusagen der Herr im Haus!“, Originalzitat), der Respekt von Laien, bzw. Laiinen-Seite gegenüber kirchlichen Autoritäten aus.

Zu 8 ): Prust! Soll, nein kann man das ernst nehmen? Nein, aber leider muß man es wie die anderen Teile der Wirklichkeitsverweigerung bis zu einem bestimmten Maße wichtig nehmen. So eine Aussage kommt aus einer Ecke, aus der uns schriftlich die Aussage vorliegt, es stünde der Weimarer Kirchengemeinde gut an, nicht auf das Bistum, bzw. den Vatikan zu verlinken. Ja, Sie haben richtig gelesen: NICHT. Und ja, das haben wir schriftlich. Muß man da noch was sagen?
Wer leugnet da durch sein praktisches Handeln die Einheit der EINEN Kirche auf der ganzen Welt?

Zu 9): O ja! Und bald werden dann wieder Tiernamen gerufen, nicht wahr? Es ist so abscheulich. Da kommen einem die Leute, die (schriftlich nachweisbar) die Kommunikation zu einem frühen Zeitpunkt von sich aus abgebrochen haben und nun seit Jahren alles tun, um einen aus der Gemeinde rauszudrängen (wenn auch völlig ohne Erfolg 🙂 ) mit der correctio fraterna, der brüderlichen Ermahnung, denn die ist ja der Inhalt von Mt. 18, 15-17. Daß ernstlich einem Menschen, der so etwas schreibt, nicht die Schamröte den ganzen Tag im Gesicht stehen bleibt, ist verblüffend und wieder nur mit fortgeschrittener Wirklichkeitsverweigerung zu erklären.
Außerdem basiert der Ausspruch natürlich auch nur wieder auf der unverschämten Prätension: „Die Gemeinde bin ich!“ Von wegen.
Außerdem: Wenn ich nicht sehr irre, hat der HErr selbst mit den „Zöllnern“ Mahl gehalten (z.B. Lk 19, 1-10) und es waren die Pharisäer, die ihm das zum Vorwurf gemacht haben. Tja, jeder sucht sich seine Vorbilder selbst. 😉

Und so gibt es in dieser Pfarrei leider Personen, deren Reden „jede Referenz in der Realität verloren“ hat, wie ein gebildetes Gemeindemitglied, das hier ungenannt bleiben soll, es gerne ausdrückt.

Und daher ende ich erneut mit: „Weiter so!“? Worauf Sie sich verlassen können!

 

Das Mißverständnis, ein Sketch von der Schafweide

Das Mißverständnis

Ein Sketch für einen bärtigen Politiker, ein junges Mufflon und jede Menge Schafe

 

Wundersdorf, Schafweide. Das Wild-Schaf, hat für die Herde einen Vortragenden organisiert. Eben betritt der Gast die Weide, auf der ihn die Schafe schon in einer großen Traube gespannt erwarten. Da kommen Wolle, Flocke, Kohle und Fixi hinzu.

Wolle: Oh nein, wer ist das denn?

Grauchen (in der letzten Reihe): Weiß nicht, jemand aus Viersen, glaub‘ ich.

Blütenweiß (höflich, aber sehr bestimmt): Neinein! Doch nicht aus Viersen! Er ist aus Berlin!

Grauchen: Echt?

Blütenweiß: Aber ja! Sonst hätte er doch viel mehr Gepäck bei sich.

Grauchen: Ach so? Wo ist denn Viersen?

Krutzi, erstaunlich versteckt mitten in der Menge, dreht sich herum und zischt etwas.

Wolle: Was hat Krutzi gesagt?

Kohle: „Pscht! Das ißt Hirse, ihr Idioten!“

Flocke: Hä?

Kohle (unschuldig): Hab ich verstanden.

Wolle: Wie: „Das“?

Kohle: Na das da, mit dem Bart da vorne.

Wolle: Und? Kriegen wir jetzt einen Vortrag über Ernährung?

Fixi: Ich mag keine Hirse!

Flocke: Du kennst Hirse doch gar nicht!

Fixi: Trotzdem! Aber wenn der das ißt, mag ich es nicht!

Flocke: „Der“ sagt man nicht! Leg‘ mal ein bißchen mehr Respekt an den Tag! Das ist ein sehr angesehener und bekannter Politiker. Wir kommen nur gerade nicht auf den Namen …

Krutzi: Könnt ihr jetzt endlich mal die Klappe halten da hinten?!

Kohle: Krutzi hat Recht, laßt uns zuhören.

Der Vortragende: „Und so sollte er – um der Kirche Willen – Konsequenzen ziehen! Auch ein katholischer Bischof, obwohl vom Papst ernannt, bedarf des Vertrauens der Gläubigen seines Bistums.“

Alle Schafe brummen zustimmend vor sich hin.

Der Vortragende: „Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken ist der Überzeugung, daß hier eine tiefe Vertrauenskrise vorliegt.“

Kohle: Ooooooh! Wahnsinn! Sie äußern sich zur Situation in unserer Gemeinde!

Flocke: Endlich! Endlich sind sie mal aufgewacht!

Grauchen: Quatsch! Er hat doch nicht von Wundersdorf geredet!

Flocke: Klar! Er hat gesagt: „hier“!

Wolle: Es geht ja auch wirklich alle an, wenn in Wundersdorf systematisch die Multiplikatoren verjagt werden und reihenweise Familien wegbleiben – der Weihbischof zieht sich die Zuständigkeit auf den Tisch und bessern tut sich gar nichts! Im Gegenteil!

Kohle: Sag ruhig, er zieht sich die Zuständigkeit auf den Tisch, damit sich nichts ändert!

Flocke: Tiefe Vertrauenskrise! Wie der Vortragende gesagt hat!

Wolle: Also er mag ja im ZdK sein, aber er redet ganz vernünftig!

Flocke: Ich muß auch sagen: So komisch er aussieht

Fixi: Leg‘ doch mal ein bißchen mehr Respekt an den Tag!

Der Vortragende: „Und daher glauben wir, daß im Bistum Limburg dringend auch personelle Veränderungen anstehen – und zwar an der Spitze.“

Wolle, Flocke und Kohle stehen starr vor Schreck. Kohle faßt sich als erster.

Kohle: Was hat er gesagt?

Flocke (fassungslos): Er hat die ganze Zeit vom Limburger Bischof gesprochen!

Wolle: Was soll das denn? Haben wir nicht genug drängendere Probleme als die teure Innenstadtgestaltung in einer hessischen Kleinstadt?

Während sich die Herde zerstreut und das Wild-Schaf den Gast noch bis zum Gatter begleitet, bleiben Wolle, Flocke und Kohle, Grauchen und Blütenweiß noch ein wenig sinnend beisammen stehen.

Kohle: Sagt mal …

Flocke: Hm?

Kohle: Was macht eigentlich Olaf Scholz wegen der Elbphilharmonie?

Wolle: Oder Grube wegen Stuttgart 21?

Flocke: Oder Wowereit wegen dieses Großflughafens?

Kohle: Irgendwie muß man offenbar die Presse dazu kriegen, zum großen Halali zu blasen und ganz klar Schuldige zu benennen.

Blütenweiß (schüchtern): Wir könnten ja mal ein paar Gespräche führen …

Kohle (grinst): Na, wenn du das schon sagst …

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

 

Ja, so reden sie auf der Schafweide! Bloß gut, daß sie sich wahrscheinlich keine Erzbischöfe vorstellen können, die lieber über Amts-„brüder“ reden, als über eigenes Versagen…
Ob sie sich in ihrem Vertrauen auf die ‚Presse‘ führende Mitarbeiter von Regionalzeitungen vorstellen können, die auch lieber über ‚Limburg‘ schreiben, statt die unvoreingenommene Recherche über Kirche vor Ort zuzulassen?

Die Frösche aus Minsk

Gestern (!) erreichte PuLa ein Kommentar auf den Beitrag vom 9. September, der den Titel: ‚De Maria numquam satis‘ trug (hier) und sich aus gegebenem Anlaß u.a. mit der Frage auseinandersetzte, warum die augenblickliche liturgische Ordnung des Jahres immer wieder dazu führt, wichtige Feste sozusagen „untergehen“ zu lassen, und ob man diesen Verlust nicht auch heute schon zumindest abmildern könnte. Diese Frage wurde u.a. vor dem weltkirchlichen Hintergrund des damals gerade aktuellen Fast- und Gebetstags für Syrien, den Papst Franziskus ausgerufen hatte, aber natürlich auch mit Rückbindung auf die Weimarer Geschehnisse behandelt, denn: Es ist EINE Kirche, in Rom, in Deutschland, in Weimar und im letzten Urwalddorf.

Lesen Sie vor diesem Hintergrund, was der Kommentar beinhaltet:

„diese gesamte website macht mich extrem traurig. ich bitte sie: schauen sie doch mal über ihren tellerrand, ein wenig aus ihrer kleinen welt heraus und gewinnen sie gespür für das wesentliche. ihre wertvorstellungen und ansichten haben für mich sehr viel rassistisches und vor allem intolerantes. denken sie doch mal darüber nach, welche menschen ebenso intolerant anderen gegenüber sind. ich bin sehr traurig, nehme aber ihre website als grund, toleranz zu üben.“
Autor: „wassolldashier“

(Für die Form bitte ich um Entschuldigung, aber hier schien es mir angemessen, den Text „unverfälscht“ wiederzugeben.)

Verstehen Sie den Zusammenhang mit dem Inhalt meines Beitrags? Nein? Ich auch nicht.
Auffällig ist aber zunächst das erneute Bestreben, die Äußerung eindeutiger und begründeter Meinungen in eine bestimmte politisch inkorrekte Ecke stellen zu wollen, wir haben das ja schon mehrfach beobachten können (hier und hier). Dabei ist „intolerant“ ja nun wirklich schon seit Jahrzehnten zu abgedroschen, um überhaupt noch irgend etwas dazu zu sagen, „rassistisch“ hingegen ist schlicht abgedreht und zeugt nur davon, wieviel Aggression einerseits und Bereitschaft zur üblen, lügnerischen Nachrede andererseits vermutlich bei denjenigen vorhanden ist, die so etwas schreiben; leider auch keine Überraschung mehr (hier). PuLa erhält solche und schlimmere Kommentare leider regelmäßig, aber ich werde mich hüten, die dort verwendete Gossensprache meinen Lesern zuzumuten.

Warum ich dann gerade diesen „Kommentar“ veröffentliche?

Will ich mich etwa mit Ihnen gemeinsam amüsieren über die besondere Mischung von Selbstbeweihräucherung („Ich bin ja soo tolerant“) mit beinahe schon karikaturenhaft überzeichneter Sülzigkeit („ich bin sehr traurig“, da mußte ich wirklich laut lachen!)?

Nein, Leute die so schreiben, haben es sowieso schon schwer genug… 🙂 Ich möchte vielmehr an diesem „Kommentar“ beispielhaft etwas zeigen.

Zunächst fällt die Tatsache auf, daß „Bemerkungen“ dieser Art immer nur dann erfolgen, wenn PuLa sich im engeren Sinne damit beschäftigt, was in seinem Untertitel steht: Was so los ist, rund um „Katholisch in Weimar“. Andere, gar weltkirchliche Themen scheinen die Schreiber solcher Beiträge erheblich weniger zu interessieren; Woher mag das nur kommen? Jedenfalls entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, wenn man dann in so einem „Kommentar“ dazu aufgefordert wird, man solle aus seiner „kleinen welt“ herauskommen…

Tja, wer mag da wohl schreiben? Schauen wir auf die Emailadresse des Autors „wassolldashier“. Sie lautet:

freddy-frosch@gmx.de

Nun, mäßig witzige Email-Adressen haben auch ganz normale Leute und die Domain („gmx.de“) scheint ja auf einen bekannten deutschen Mail-Provider hinzudeuten, nicht wahr? Aber weit gefehlt! Prüft man die Adresse, so kommt schnell folgendes ans Licht:

Validation results

confidence rating: 0 – Bad address

error : RecipientRejected – Mail server rejected the email address.

Also alles wie gehabt: Da hat mal wieder jemand die Dienste eines der zahlreichen Anbieter für Einmal-Email-Adressen genutzt, wie langweilig.

Aber kann man noch mehr herausfinden? Ja, ein wenig schon! Schauen Sie nur, wohin sich der (letzte) Server zurückverfolgen ließ, den die Mail passiert hat:

Minsk in Weißrußland! Ein Server der „RUE BELTELECOM”, ansässig in 230023, Grodno, Telegraphnaya str. 24.
Na, dann ist ja alles klar, denn beim besten Willen vermag ich mir nicht vorzustellen, daß PuLa gerade dort, am Rande Europas gelesen wird.

Das ist übrigens da, wo „Europas letzter Diktator“, A. Lukaschenko, herrscht – feine Gesellschaft, wie?

Also, seien Sie KEIN Frosch, ‚Freddy‘, sondern kommen Sie raus aus Ihrem weißrussischen Tümpel, wenn Sie etwas zur Sache zu sagen haben und lassen Sie uns drüber reden, wie man das unter zivilisierten Menschen macht. Andernfalls rege ich an, Sie stellen das Gequake ein… 😉

Gestern war aber unabhängig von diesen Quisquilien vor allem der Gedenktag des Hl. Gereon! Und was soll ich Ihnen sagen: Gestern hatte ich doch tatsächlich den, wie ich zuversichtlich hoffe, zündenden Einfall für den diesjährigen PuLa-Adventskalender, über den ich lange vergeblich nachgegrübelt hatte!

Danke, lieber Namenspatron! 🙂

Stefan Lochner (1400–1451) Dreikönigsaltar, rechter Flügel innen: Hl. Gereon mit Gefährten ca. 1440 (Bild: Wikipedia/The Yorck Project)