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Nochmal: Der Frosch in Minsk

Erinnern Sie sich? Mitte des zurückliegenden Monats erreichte PuLa ein Kommentar zu einem Beitrag von Anfang September. Ein anonymer Beitrag, geschrieben von einer „Freddy Frosch“ und kein freundlicher. Darauf habe ich hier reagiert.

Daraufhin meldete sich die notorische ‚Else Franke‘ mit einem ihrer immer wieder „bemerkenswerten“ Beiträge, der Anlaß gab, einige Reflexionen über das Wirklichkeitsverhältnis im kirchlichen Raum anzustellen, hier.

Nun hat sich besagter „Frosch“ am 20.10.13 erneut zu Wort gemeldet, mit einem Kommentar auf eben dieses letzte Posting.

PuLa hat lange nachgedacht, ob es verhältnismäßig ist, darauf nochmals eine Reaktion hier „oben“ auf dem Blog erfolgen zu lassen (außerdem war Urlaub und es stellte sich unwillkürlich so ein gewisses, wohliges „Blog-Pause-Gefühl“ ein ;-).

Im Verlauf der folgenden Zeilen wird sich herausstellen, warum wir es dann doch getan haben (und außerdem hatte ich formal gesehen eine weitere Unterhaltung auch sozusagen herausgefordert, s. u. zu 10) ), dennoch: Dieser Strang ist vermutlich für die PuLa-Leser außerhalb des Weimarer Dunstkreises nicht gar so von Interesse, aber wir stehen eben ganz bewußt zu unserem lokalen und regionalen Schwerpunkt!

Im übrigen: Die Mechanismen, die sich hier zeigen sind, so steht zu befürchten, nicht nur hier in unserem Mikrokosmos verbreitet…

Daher nun ‚in bewährter Weise ‚gegliedert‘ die letzte Frosch-Äußerung (der unveränderte Text wie immer im Kommentarbereich des Beitrags vom 15. Oktober):

1) „also erstmal: danke für die gut argumentierte Verteidigung durch einen anderen schreiber.

2) dann: im internet wird manchmal alles klein geschrieben, dann geht es nämlich schneller (aber, zitat:“Dieses Rumreiten auf Formalien, das völlig ins Leere läuft“ kennen sie doch selber..) .

3) und nun: Weißrussland – die leute hier ironischerweise als „feine Gesellschaft“ abzutun, nur weil sie vielleicht nicht mehr von diesem land hier als „Lukaschenko“ und „Diktatur“, eventuell noch „Wodka“ gehört haben,

4) das finde ich ziemlich beängstigend… dadurch stellen sie sich ja automatisch über die menschen hier.

5) dann: egal, ob mein mailaccount so ganz funktioniert oder nicht, wie sie sich das gewünscht hätten: das recht auf anonymität habe ich trotzdem.

6) ziehen sie doch mal in Erwägung, ein gemeindemitglied weiß sehr wohl, wer ich bin, da er noch meine emailadresse kennt.

7) ich habe nämlich auch ganz bewusst meine alte emailadresse gewählt, die ich nicht mehr brauche.

8 ) ja, ich habe von meinem recht auf ANONYMITÄT gebrauch gemacht.

9) aber gute recherchearbeit, sherlock. dann auch noch die ansässige internetfirma zu orten – respekt! ich sitze natürlich genau daneben, in einem cafe, mit meinem [Product-Placement von der Redaktion entfernt, vgl. hier 😉 ]

10) und sie können gerne „zivilisiert“ mit mir reden, wenn sie mal rüberkommen wollen. nur zu.

11) nunja. witzig, wie sie sich selber ein bein nach dem anderen stellen. nasdrjowje!“

 

Fangen wir mit den einfacheren Teilen, bzw. den „Formalien“ an.

Zunächst darf ich festhalten: F.F. sagt nun selbst explizit, daß es sich bei der angegebenen E-Mail-Adresse nicht um einen gültigen Account handelt ( 5) und 7) ). Danke für die Bestätigung, daß hier korrekt gearbeitet wird. Insofern läuft nämlich das „Rumreiten auf Formalien“ à la ‚Else Franke‘ in der Tat ins Leere, genau wie ich geschrieben habe.

Demgegenüber bin ich ( zu 2) )tatsächlich der Meinung, die weitverbreitete Kleinschreiberei ist keine „Formalie“, sondern eine wichtige „Form-Frage“; ja, mag sein, daß es sich schneller schreibt, aber liest es sich auch schneller? Nein! Und Kommunikation ist nun mal keine einseitige Angelegenheit – wenn sie den Namen verdienen soll. Es geht nicht bloß um den „Sender“. Kommunikation basiert auf Vereinbarungen, auf Regeln, die sich aus gutem Grund herausgebildet haben und eben nicht der individuellen Verfügbarkeit unterliegen. Und was soll denn heißen: „Im Internet“? Was hat denn das mit dem Medium zu tun? Insoweit ist das Internet einfach ein „ganz normales“ literarisches Medium. Das ganze Gewese darum ist insofern (!) m.E. völlig verfehlt. Stichwort, „Literarisches Medium“: Es gibt da eine Blogger-Kollegin, die ist Schriftstellerin und sie beschäftigt sich auf dem Blog mit Literatur, schauen Sie unbedingt hier, ein großartiges Gedicht von J.L. Borges (übertragen von P. Badde), dort wird, natürlich, groß und kleingeschrieben…

Was 3) angeht: Geschenkt! Die Sätze über Weißrußland hatte ich, wie man bei aufmerksamen Lesen auch merken konnte, nein, mußte, unter anderen Voraussetzungen geschrieben. Allerdings prägt natürlich ein Regime wie das Lukaschenkas nicht völlig zu unrecht das Gesamtbild eines Landes. Bedauerlicherweise. Und wissen Sie was: Ich kenne wirklich und wahrhaftig einen Weimarer Bürger, der vertreibt Wodka aus Weißrußland! Wohnt keine 200 m von mir weg.
Wissen Sie, F.F., wenn Sie ein bißchen älter sind, werden Sie feststellen, die meisten Klischees sind (leider?) verdammt nah‘ an der Wirklichkeit. Glauben Sie denen, die Ihnen dauernd was anderes erzählen wollen einfach nicht (mehr), Sie ersparen sich damit u.U. Jahrzehnte der Ent-täuschung, das ist ein gutgemeinter Rat, ehrlich! 😉

Das alles hat, zu 4), mit meiner Einschätzung der „Menschen dort“ natürlich überhaupt nichts zu tun. Hören Sie doch auf, in diesem betulichen Idiom (u.a.) kirchlicher Jugendseminare zu reden („beängstigend“), die sich damit einen Empörungs-Popanz bauen, der (da haben wir es wieder) mit der Wirklichkeit meist wenig zu tun hat. Und sehen Sie stattdessen ein, daß es kein Witz ist, Leute mit solchen Vorwürfen zu belegen.

Und damit sind wir beim Thema „Anonymität“, bzw. „Recht auf Anonymität“ (zu 5) und zu 8 ) ). Da würden ja nun manche einfach sagen: ‚Willkommen im 21. Jahrhundert‘… 🙂

Aber so einfach wollen wir es uns gar nicht machen. Schauen Sie, natürlich kennt Sie nicht bloß „ein Gemeindemitglied“ (wer kann daaamit nur gemeint sein? 🙂 ), sondern etliche Menschen kennen Sie hier (die haben Sie übrigens alle sehr positiv in Erinnerung!).
Daher hat Ihre gerühmte ‚Anonymität‘ gerade einmal wenige Stunden gehalten.

Wir achten sie hier aber dennoch.

Und damit sind wir offen gesagt fairer als Sie. Denn es wäre erheblich sinnvoller nicht auf „Rechte“ zu pochen, das kann jeder, sondern zu überlegen, was man damit macht, wozu man sie nutzt. Ich frage nochmal: Finden Sie das irgendwie einen Stil des Umgangs unter zivilisierten Menschen im allgemeinen, bzw. unter Katholiken im besonderen, wenn Sie aus dem Dunkel heraus (und gegen die Fakten) den Vorwurf des „Rassismus“ erheben?

Oder sind in den o.g. Veranstaltungen alle Maßstäbe für den verantwortlichen Umgang mit Sprache so abgeschliffen worden, daß das für Sie nicht mehr als bloßes Sprachspiel ist? Ist es nicht! Hier, in Ihrer Heimat Weimar, werden ungestraft Leute als „Schädlinge“ und „Teufel“ bezeichnet. Und die Art, wie diese Menschen behandelt werden, läßt darauf schließen, daß diese Bezeichnungen auch genauso gemeint werden, wie sie klingen.
Die das tun bleiben auch seit Jahren im Dunkeln, die nutzen so ebenfalls ihr „Recht auf Anonymität“.
Nur, DAS, „Freddy“, das ist Wirklichkeit und kein Um-sich-werfen mit Begriffen aus der Ferne.

Oder lag vielleicht in dem anonymen Verfassen eines Kommentars auf einen beinahe einen Monat alten Beitrag genau die Absicht, gar nicht aufzufallen? Dann hätten Sie natürlich Ihrer Auftraggeberin, bzw. Ihren Sponsoren „Vollzug melden“ können, ohne in irgendeinen Austausch zu geraten. Hat nur nicht geklappt.

Sind Sie sich dafür nicht zu schade? Und finden Sie es nicht eigentlich selber unwürdig, sich nun schon zum wiederholten Male mit einem Spitznamen anreden lassen zu müssen, der zu der Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung, um die es hier geht, so gar nicht paßt?

Kommen Sie doch da raus! Das lächerliche Geschreibsel von ‚Else Franke‘ als „gut argumentiert“ zu bezeichnen, das KANN doch nicht Ihr Ernst sein, angesichts der Tatsache, daß Sie allgemein als sehr sprachsensibel bezeichnet werden.

Aber halten Sie das, wie Sie wollen, nur einen Gefallen tun Sie bitte allen, die jemals wieder etwas schriftliches von Ihnen sehen sollten, vor allem aber sich selbst: Vermeiden Sie doch bitte, BITTE, diese Phrasen, die wir von Ihrer Auftraggeberin schon bis zum Überdruß kennen, so wie Sie in 11) reden, das klingt wirklich schon wie das „Original“.

Und es sind wieder Worte „ohne Referenz in der Wirklichkeit“, das ist wirklich gefährlich, vor allem für Sie selbst!

 

Heiliger Prosper von Aquitanien, Patron der Dichter und Kämpfer gegen die Häresie, bitte für alle, deren Gefühl für den wahrhaftigen Umgang mit der Sprache gefährdet ist!

 

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