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Das Vorbild

Das Vorbild

Ein Sketch für drei Personen

Im östlich von Berlin gelegenen Städtchen, dessen katholisches Pfarramt den auch für Wundersdorf zuständigen Dechanten beherbergt, sitzt ebendieser am Schreibtisch und löscht mißmutig eine jüngst eingetroffene Email, als seine Haushälterin zum Mittagessen ruft. Der Dechant schließt das Mailprogramm und seine aktuellen Dateien und begibt sich in die große Wohnküche seiner Dienstwohnung. Auch die Pfarrsekretärin ist aus dem Büro heraufgekommen.

Die Pfarrsekretärin: Jesegnete Mahlzeit! (zur Haushälterin) Also Bosch hat nu wirklich nochma jeschriebn.

Die Haushälterin (gießt die dampfenden Kartoffeln ab): Is wahr?!

Die Pfarrsekretärin: War eben inner Post. (Sie lacht) Die Kennziffern wern immer länger.

Die Haushälterin: Und wann kommn se nu?

Die Pfarrsekretärin: Det wissen se noch nich.

Der Dechant: Worum geht’s denn?

Die Pfarrsekretärin: Ach! Bosch hat ne riesen Rückrufaxion für bestimmte Jeschirrspüler ausjegebn – und unsa is natürlich dabei (sie nimmt von der Haushälterin eine Fleischplatte entgegen, stellt sie mitten auf den Tisch und setzt sich).

Die Haushälterin: Naja – der is jetz 13 Jahre alt – det kommt jenau hin (sie stellt eine Schüssel auf den Tisch und setzt sich ebenfalls).

Der Dechant (gießt sich ein Glas Wasser ein): Was ist denn kaputt?

Die Pfarrsekretärin: Ach! Irjend so een elektrischet Bauteil is damals vawendet worden, det kann überhitzen und zu Bränden führen (Sie bekreuzigen sich.)

Der Dechant: Aller Augen warten auf dich, oh Herr, du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, nach deinem Wohlgefallen. Amen.

Die Pfarrsekretärin: Juten Appetit! (Sie beginnen zu essen. Die Laune des Dechanten bessert sich dadurch sichtlich. Es schmeckt ihm sehr gut.)

Die Haushälterin (schmunzelt): So isset richtig, Herr Pfarrer, langen Se man immer kräftig zu! Det freut meine Wenigkeit. (nach einer kleinen Weile): Jedenfalls, seit wer det nu wissen, mit der Brandjefahr, darf ick nich mehr aus’n Hause jehn, wenn die Jeschirrspülmaschine läuft.

Der Dechant (schüttelt den Kopf): Unmöglich! Dieses kaputte Teil bindet ja wirklich Kräfte.

Die Pfarrsekretärin: So isset!

Der Dechant (unwirsch): Dieses Bauteil gehört doch sofort ausgewechselt!

Die Haushälterin: Det is ja ooch jeplant! Aber et is offenbar nich so einfach!

Die Pfarrsekretärin: Na, wie det immer so is: Die betreffenden Bauteile werdn nich mehr herjestellt, und nu müssen se den Ersatz ers produzieren.

Die Haushälterin: Is ja nich wie inne katholischen Kirche, wo man alles mit Reden lösen und der Bischof selber Fakten schaffen kann.

Die Pfarrsekretärin: Nee – wat nich is, is nich!

Der Dechant (stutzt, fängt sich aber gleich wieder): Ja – und warum überhäuft uns die Firma statt dessen mit Briefen?

Die Haushälterin: Zweie warns bisher. Also, ick finde det janz vorbildlich!

Die Pfarrsekretärin (zum Dechanten): Wenn man schon nich jleich helfen kann, muß man sich wenistens so um die Leute kümmern. „Der Mißstand tut uns leid. Wir bedauern, daß wir nich schneller helfen können. Aber wir ham euch nich verjessen! Wir kümmern uns.“

Der Dechant (irgendwie matt): Das steht in den Briefen?

Der Pfarrsekretärin: Na! Nu! So jenau … Aber dem Sinne nach – natürlich!

Die Haushälterin: Naja, hier! (Sie reibt als Zeichen des Geldzählens Daumen und Zeigefinger aneinander.) Langfristje Kundenbindung. Det jet um Hunderte von Millionen!

Die Pfarrsekretärin: Na klar! Det machen die nich aus reiner Menschenfreundlichkeit! Is ja nich wie in der katholischen Kirche, wo et den Leuten einfach zu Herzen jeht, wenn irjendwo irjendwat nich stimmt und se deswegen immer sofort nach Lösungen suchen.

Der Dechant (in sich versunken): Kundenbindung durch Kommunikation …

Die Haushälterin (sorgenvoll zum Dechanten, der still im Essen herumstochert): Herr Pfarrer! Is wat nich in Ornung? Sie essen ja jar nüscht mehr! Nehmn Se doch noch nach!

Der Dechant (schreckt auf): Äh! Wie? Neinein, vielen Dank! Es war ganz köstlich! Wie immer! (Er lächelt matt.)

Die Pfarrsekretärin (nickt der Haushälterin anerkennend zu): Schmeckt vorzüglich!

Die Haushälterin: Denn bin ick ja beruhigt! Ick hab doch jestern schon allet an de Bettler verschenkt. (Zur Pfarrsekretärin, die ihr verständnisvoll zunickt) Ick meene: Man soll ja freijiebig sein, aber um die Medallions wär’s doch schade jewesen! So zartet Fleisch! (Sie ißt.)

Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit steht der Dechant auf, bevor alle mit Essen fertig sind.

Der Dechant (ein wenig zerstreut): Tut mir leid, ich habe vor dem Termin um 14 Uhr noch dringende Post zu erledigen.

Die beiden Frauen nicken ihm zu und lächeln ein wenig unsicher.

Die Pfarrsekretärin (nachdem der Dechant den Raum verlassen hat, flüsternd): Wat hat er denn?

Die Haushälterin: Keene Ahnung! So still is er doch sons nich …

Die Pfarrsekretärin: Ham wer wat Falschet jesacht?

Die Haushälterin: Über de Kirche?

Die Pfarrsekretärin: Nee! Eijentlich doch nich – oder?

Während die Frauen sich auch wieder an ihre Arbeit begeben, setzt sich der Dechant an seinen Computer und öffnet den Papierkorb des Emailprogramms. Da: Die letzte Mail einiger vom Ehrenamt zurückgetretener Gemeindemitglieder aus Maria Hilf! in Wundersdorf. Er hat sie vor dem Essen gelöscht. Jetzt holt er die Mail in sein Postfach zurück und öffnet sie erneut, klickt auf „antworten“ und setzt sich in Positur.

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

 

Ja, so geht’s zu, da oben in Brandenburg! Bloß gut, daß hierzulande die Dechanten immer ein offenes Ohr haben.

 

Unfrisiert, ein Sketch von der Schafweide

Auf der allseits bekannten Schafweide von Wundersdorf. Einige Schafe grasen friedlich und unbeteiligt wie immer, aber in einer Gruppe um die beiden Lämmchen Fixi und Huf geht es hoch her. Flocke scheint stinksauer zu sein. Sie schimpft wie ein Rohrspatz. Was ist geschehen?

Unfrisiert

Ein Sketch für ein Mufflon, drei Schafe, zwei Lämmchen, einen Hütehund
und beliebig viele Schaf- und Lämmerstatisten

Flocke (zu Fixi): Es kann doch nicht wahr sein, daß du struppig wie ein Hütehund zur Messe gehst, bloß weil ich einmal morgens nicht da bin?! (Sie rupft mit einem groben Kamm in Fixis verfitztem Fell herum.)

Tatze (im Vorbeilaufen): „struppig wie ein Hütehund“ … ich muß doch sehr bitten!

Fixi (kleinlaut): Es war mir nicht aufgefallen …

Flocke: Alle haben schönes Fell, und meine Fixi läuft rum wie ein Beatle! (zu Huf) Du kannst sie wohl auch nicht ausnahmsweise mal auskämmen, wenn ich nicht da bin? (Jammerig) Wo sie doch diesen Sonntag erstmals Meßlämmchen war!

Fixi (wird ausgekämmt): Au!

Huf (vorsichtig): Der Professor hat gesagt, die Priester repräsentieren den Querschnitt der Gesellschaft.

Fixi: Und der Weihbischof sagt, er will vermitteln, daß Christen ganz normale Menschen sind.

Flocke (schnaubt, zu Fixi): Na, das hat er in letzter Zeit wirklich gründlich unter Beweis gestellt! (zu Huf) Ja! Schlimm genug! Aber was hat das mit Fixi zu tun?

Huf (etwas in Verlegenheit): Äh … Na, Fixi repräsentiert den Querschnitt deeeeer …

Fixi (rasch): … des Gemeinderats!

Flocke: Aha! Und wer bitte schön wäre da unfrisiert?

Kohle (von weiter weg): Vielleicht all die, die wegen der ganzen Schweinereien, die sie ständig mittragen, morgens nicht mehr in den Spiegel schauen können?

Flocke (beginnt zu lachen): Ok, das ist eine Erklärung.

Huf (mit Oberwasser): Oder die Gemeinderats-Protokolle.

Wolle (ehrlich verblüfft): Sind da auch welche unfrisiert?

Fixi: Ooooch! Bestüüüüüümmt!

Huf (eilfertig): Das eine oder andere wird schon in Ordnung sein, also, wenn es mal eins gibt …

Flocke: Wenn man nur wüßte, warum nicht die Schriftführerin sie verfaßt und unterzeichnet?

Kohle: Den Parteitagsbeschluß-Jargon, in dem die Dinger abgefaßt sind, hat Frau Schramm doch gar nicht drauf.

Wolle: Mhm! Das riecht vielmehr nach unserer ehemaligen Journalistin.

Flocke (versöhnlich zu Fixi und Huf): Aber sagt mal, wo habt ihr denn so schön argumentieren gelernt?

Huf: Beim Wild-Schaf natürlich. (Er zeigt mit dem Kopf auf ein großes schlankes Mufflon, das etwas entfernt mitten zwischen den Lämmchen steht und mit ihnen diskutiert.) Das Mufflon coacht doch seit einiger Zeit die Kleinen.

Wolle: Richtig! Das Wild-Schaf hat ja einen Preis fürs Argumentieren gewonnen!

Kohle (der sich hinzugesellt hat, stolz): Auf unserer Weide sind einfach die tollsten Schafe!

Huf: Bloß blöd, daß durch unsere desinteressierten Hirten ein paar Zicken die ganze Herde lahmlegen können!

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers

 

Unterschiede

Es gibt Gemeinden, die besucht man zwei- dreimal im Jahr und wenn man kommt, dann wird man umarmt (im wörtlichen Sinne).

Und es gibt andere Gemeinden.

Jacopo Pontormo (1494 – 1557), Heimsuchung, ca. 1528 in der Pfarrkirche St. Franziskus und Michael, Carmignano (Bild: Wikipedia, The York Project)

 

„Die Arbeitsgruppe der Unterkommission“: Zur Gestaltung des neuen Gotteslobs, Teil 1

Nicht wahr, in seinem Gebetbuch, das nun seit etlichen Jahrzehnten im deutschen Sprachraum ‚Gotteslob‘ heißt, da „wohnt“ man drin! Da sammeln sich Photokopien von Liedern, die zu besonderen Anlässen verteilt wurden, es finden sich Gebetszettelchen und -bildchen an, man weiß nicht immer so genau woher (es ist nicht einmal immer sicher, daß einem jedes einzelne auch besonders gefällt) es ist ein sehr persönlicher „Raum der Erinnerung“ an schöne, wenige schöne oder auch ärgerliche Gottesdienste und wie meine alte Standardausgabe „eigentlich“ aussieht, bzw. mal aussah, das nehme ich manchmal gar nicht mehr so recht wahr!

Altes Gotteslob „live“

Aber auch wenn man irgendwo zu Gast ist, in einer anderen Gemeinde, einem anderen Bistum, ist es immer spannend, wie dort die Gäste-Gotteslobe aussehen, blitzeblank und kahl bis auf den Stempel der Pfarrei oder alt und abgegriffen, wobei die letzteren natürlich die interessanteren sind, weil sie einen in Verbindung bringen, mit dem (nach weltlichen Maßstäben!) vergangenen Glaubensleben der Nutzer.

Altes Gotteslob, „Battle worn“

Weil das nun bestimmt nicht nur mir so geht, weil das Gotteslob jedenfalls für die Mitfeier der Hl. Messe unverzichtbar, man könnte auch sagen, unausweichlich, ist, deswegen ist jeder Veränderung dieses so zentralen Elements im praktischen Glaubensleben jedes deutschsprachigen Katholiken natürlich besondere Aufmerksamkeit gewiß.

Und deswegen kann ich nur wiederholen, so wichtig die Entwicklungen um die Herstellung der Neuen Gotteslobe auch sind, der zentrale Punkt dessen, was man zu unserem neuen Gebetbuch sagen kann, ist das nicht.

PuLa wird der „Dünn-Druck-Krise“ auch künftig die Aufmerksamkeit widmen, die sie verdient, aber bis dahin werden wir auch weiterhin Gottesdienst feiern und irgendwann werden wir die neuen Bücher in Händen halten.

Und wenn wir sie in Händen halten, werden wir feststellen, daß sich in deren Gestaltung etliches verändert hat. Ich meine jetzt nicht das etwas größere Format, ich meine auch nicht die ergänzende Verwendung roter Druckfarbe und ich meine auch nicht, daß versucht wurde, innerhalb eines Liedes nicht mehr umblättern zu müssen, was vermutlich alles sinnvolle Dinge sind, wir werden sehen.

Nein, mir geht es um die graphischen Elemente des Neuen Gotteslobs. Neben dem, ja, wie soll man das eigentlich nennen?, Logo?, Signet?, sagen wir ganz neutral, dem graphischen Zeichen auf Umschlag und (!) Rücken finden sich auch im Inneren des Buches insgesamt 19 weitere Zeichnungen der Kölner Künstlerin Monika Bartholomé, ggf. in den Diözesanteilen noch weitere. Sie sollen rein praktisch u.a. dazu dienen, Leerstellen, die durch die eben erwähnte Vermeidung von Umblättern entstanden, zu füllen, aber natürlich nicht nur.

Illustrationen im Gebetbuch als dessen fester Bestandteil, das ist, jedenfalls seit nun ca. vierzig Jahren, ein echtes Novum, das die Neugierde weckt.

Wenn man berücksichtigt, daß, wie erwähnt, das Gotteslob sozusagen unausweichlich ist, und daß uns diese Bücher vermutlich nun auch wieder einige Jahrzehnte begleiten werden, viele von uns vielleicht bis zum Ende ihres irdischen Lebens, dann scheint es doch sehr angebracht, genau hinzusehen, was uns denn da präsentiert wird, wie das entstanden ist und was es eigentlich bedeutet.

Neues Gotteslob, Signet auf Umschlag und Rücken

Wie sich herausstellte, ist das aber gar kein so einfaches Unterfangen. Ich dachte natürlich, ein so gewichtiges Element in einem so zentralen Projekt der Deutschen Bischofskonferenz, das wird nicht ohne deren mediale Begleitung geblieben sein. Ich fand aber nichts. Also habe ich den Pressesprecher der DBK, Herrn Kopp gefragt, ob es denn eine ‚Interpretation mit Autorität‘ gebe, eine Stellungnahme der DBK und wie sich das denn mit dem Auswahlprozeß verhalten habe. Zu meiner ehrlichen Verblüffung mußte aber M. Kopp aber nicht nur bloß ‚ins Regal greifen‘, sondern die zugesagte Reaktion brauchte einige Zeit. Nun liegt sie vor, vielen Dank!, und sie wird in diesen und die folgenden (vermutlich zwei) Beiträge einfließen.

Auf Abhilfe sinnend, besann ich mich aber schon vorher auf den alten Grundsatz: ‚Ad fontes‘, zu den Quellen, und habe die Künstlerin selbst gefragt. Und Frau Bartholomé hatte einen ganz ausgezeichneten Tip; Vielen Dank! Sie wies mich auf den Katalog einer Ausstellung mit denjenigen ihrer Werke hin, die im neuen Gotteslob abgedruckt sein werden, er trägt den Titel: „Die Fülle des Lebens – Zeichnungen im neuen Gotteslob“ und ist erschienen anläßlich der Schau: „Alles auf Papier – Monika Bartholomé“, die vom 15. Mai bis 30. Juni 2013 in der „katholisch-sozialen Akademie des Bistums Münster“, dem Franz Hitze Haus ebendort zu sehen war.

M. Bartholomé, Katalog: „Fülle des Lebens“

(Der Katalog hat es übrigens noch nicht in das Onlineangebot der Ausstellungspublikationen geschafft, aber man kann ihn unter der folgenden Telefonnummer bei der sehr freundlichen Frau Lau bestellen: 0251 / 9818-490 à 10,- € incl. Versand und auch beim Deutschen Liturgischen Institut (DLI) in Tier, hier)

Wen diese ‚naheliegende‘ Möglichkeit, sich mit den Illustrationen im Neuen Gotteslob vertraut zu machen, nun ein wenig an die Planungsunterlagen für die ‚Hyper-Raum-Expreß-Route‘ erinnert, die 50 Jahre lang auf Alpha Centauri auslagen, den kann ich daran nicht hindern…

Edit: Hier fand sich zur Zeit der Veröffentlichung ein Video, in dem aus Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ gelesen wurde und zwar just jene Stelle,an der die Vogonen kurz vor Sprengung der Erde zum Zweck des Baus der Hyper-Raum-Umgehungsstraße der entsetzten Erdbevölkerung eben dies erläutern: Man hätte ja gucken können, wenn man denn nur davon gewußt hätte… 😉
Das Video wurde unterdessen von YouTube entfernt, sorry, das Netz ist nichts Statisches.

Ok, ok, ganz so weit wie unser Nachbar-Sternsystem (4,34 Lichtjahre) ist Münster nicht weg, zugegeben, nein, wirklich nicht, nur beinahe 🙂 (Satiremodus aus).

Jedenfalls bietet der Katalog gleich eine ganze Reihe interpretationsfähiger Texte! Neben dem Vorwort seitens des Institutsdirektors, Prof. Thomas Sternberg, der auch ein ‚Gespräch‘ mit M. Bartholomé geführt hat, das dort abgedruckt ist, findet sich ein kurzer Text von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, Würzburg, dem verantwortlichen Bischof für das Neue Gotteslob und ein einführender kunstwissenschaftlicher Text vom Leiter des Kölner Diözesanmuseums ‚Kolumba‘, Dr. Stefan Kraus sowie schließlich ein, naja, literarischer Text von M. Bartholomé, über dessen Gattung ich mir nicht ganz im klaren bin (ist das ein Gedicht?).

Beginnen wir heute mit dem, was Bischof Dr. Hofmann in seinem Text über den Entscheidungs- und Auswahlprozeß verrät.

In der nun schon mehrmals erwähnten Sonderausgabe des TdH vom 14. September spricht ja der Riesaer Pfarrer Ludger M. Kauder, der für das Bistum Dresden-Meißen Mitglied der Gotteslob-Kommission war, einfach davon: „Dass hier und da moderne Grafiken eingestreut sind, ist der Kunstliebe des leitenden Bischofs der Gotteslob-Kommission, Friedhelm Hofmann zu verdanken […].“ (S. 6).

Und was schreibt Bischof Hofmann selbst? Nun, zunächst ist nur relativ häufig (sechsmal auf 26 Zeilen) von einem anonymen „sollen“, bzw. „sollten“ die Rede: „Das neue Gebet- und Gesangbuch sollte neben dem Text- und Liedteil auch Bildmotive enthalten […], „Statt weiterer Farbbilder sollte eine künstlerische Gestaltung durch Zeichnungen eingebracht werden. Da die drei Ausdrucksformen Wort, Musik und Bild ihre eigenen Wahrnehmungsqualitäten haben, sollten sie sich ergänzen.“ „Vielmehr sollten sie [sc. die Zeichnungen] eigenständig als kleine lineare Kunstwerke mit den Schrift- und Notenzeichen korrespondieren.“ (Katalog, S. 7).

Dieses ‚Sollen‘ entstand „In Gesprächen mit Künstlern und der Katholischen Bibelanstalt in Stuttgart […]“. Dann heißt es: „Angeregt wurde ich vor Jahren durch den Austausch mit kulturellen Vertretern der Kirche in Frankreich.“ […] „Diesen mutigen Schritt vor Augen, suchte die Arbeitsgruppe der Unterkommission nach einem Künstler, der qualitätsvoll graphische Zeichen als Lebensspuren in unser Gebet- und Gesangbuch einbringen könnte. Nach einem Vorschlag der Stuttgarter Bibelanstalt entschieden wir uns nach längerem Suchen für die Künstlerin Monika Bartholomé, die durch ihre Zeichnungen auf sich aufmerksam gemacht hat.“ (ebd., alle Hervorhebungen von mir).

Das klingt nun allerdings wirklich nach einem (sehr) kleinen Kreis von Beteiligten und nach einer wesentlichen Rolle, die der „Chef“, Bischof Hofmann ganz persönlich gespielt hat – neben anonym bleibenden „Künstlern“ und „der Stuttgarter Bibelanstalt“.

Und wenn Sie meinen textlichen Interpretationen nicht trauen wollen (obwohl Sie das ruhig tun ‚sollten‘ 😉 , denn ich habe selbst schon genug Texte schreiben ‚dürfen‘, deren Zweck es war, genaue Abläufe zu verbergen…), dann sehen Sie selbst:

Unter-Kommission Gotteslob, Mitglieder der Arbeitsgruppen

Leiter der „Arbeitsgruppe VII, Bilder/Bildtexte (Spirituelle Impulse)“ und – einziges Mitglied: Bischof Dr. Hofmann…

(Die Gesamtübersicht finden Sie hier)

Hm! Jetzt verstehe ich schon mal ein bißchen besser, warum M. Kopp auf die Frage nach einer Ausschreibung, einem Wettbewerb o.ä. nicht eingehen konnte: Es gab keinen. Dementsprechend gab es auch nicht die damit verbundene Teilhabe der interessierten Öffentlichkeit (Präsentation der Einsendungen, Findung und Benennung der Jury, Prämierung etc.). Nein, „wir entschieden uns“.

Gut, daß wir das schon mal geklärt haben. Auf das Adjektiv „mutig“ (dies ist nicht sein einziges Vorkommen in diesem Kontext) wird noch zurückzukommen sein.

 

EDIT: Teil 2, ‚Fetter Diss, Allor‘, oder: Christliches Leben nicht illustrativ versimpeln jetzt hier!

Der Realist, Sketchlet zur Bundestagswahl

Der Realist

Sketchlet für zwei Personen

Es ist 6.23 Uhr. Im Hochparterre eines bischöflichen Palais einer nicht näher bezeichneten, beschaulichen deutschen Großstadt setzt sich der Hausherr soeben an den Frühstückstisch, um zeitungslesend ein wenig Graubrot und zwei Tassen Kaffee zu sich zu nehmen. Die Haushälterin bringt gerade eine kleine Aufschnittplatte herein und will wieder in die Küche gehen, als ihr Blick an einer Schlagzeile der Zeitung haften bleibt: „Heute zur Bundestagswahl“. In einer plötzlichen Aufwallung wendet sie sich an ihren Dienstherren.

Die Haushälterin (in besorgtem Tonfall): Herr Bischof, gel, zur Wahl, da machen Sie das Kreuz doch richtig? – Nit, daß am End der Wahlzettel ungültig wird.

Der Bischof (schaut verblüfft auf): Wie meinen Sie das?

Die Haushälterin: Naja, I mein, ein Kreuz, des macht mer doch mit einem Strich und einem anderen Strich quer durch!

Der Bischof: Aber das weiß ich doch, liebe Frau Hochedel.

Die Haushälterin (erschrocken über ihren eigenen Mut): I hab g’meint, weil jetz auf dem neuen Gebetbuch, das schaut aus, als sollt‘ man jetz das Kreuz schlagen, indem man sich hüben und drüben die Jacke glattstreicht und einmal mit Schwung durch die Haare fährt.

Der Bischof (lacht auf): Ach, das meinen Sie! Neinnein, Frau Hochedel, da brauchen’S keine Angst haben, der Wahlzettel ist doch kein Gotteslob! Auf dem Wahlzettel, da mach ich das Kreuz schon so, wie es sich gehört. (Mit jovialem Augenzwinkern) Ich weiß doch, wann’s drauf ankommt. (Er wendet sich wieder seiner Lektüre zu.)

Die Haushälterin stutzt und verschwindet grübelnd in der Küche.

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers

 

Neues Gotteslob: Versand der Sonderausgabe des TdH produktionstechnisch bedingt

Am Mittwoch haben wir die Frage gestellt, warum denn bei begründeten Zweifeln an der Auslieferungsfähigkeit des neuen Gotteslob für die ‚Region Ost‘ die Sonderausgabe des TdH erschienen ist, die noch einmal so richtig die Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt hat.

Dazu teilte der St. Benno Verlag PuLa mit, daß sie zum Zeitpunkt der „Erkenntnis, dass das strittige Papier bei unserer neuen Gotteslob-Ausgabe zum Einsatz gekommen sein soll“ „längst gedruckt und auf postalischem Wege zu ihren Empfängern“ gewesen sei.

Ohne daß darauf näher eingegangen würde, hat der TdH in seiner heutigen Ausgabe (S. 9) über die eingetretene Situation auch ‚im Print‘ berichtet.

Na gut, derartige produktionstechnische Probleme hat ein Blog naturgemäß nicht! 🙂

Aber ich kann mir nicht helfen, die eingetretene Lage ist irgendwie ulkig. Ich bin ja dankbar für die Beilage, denn die darin enthaltenen Beiträge helfen bei dem, was ich gerade eigentlich über das neue Gotteslob zu schreiben im Begriff bin, aber dennoch: In den vivat-Prospekten (sicher auch bereits gedruckt 😉 ) wird geworben, als ob nichts wäre, einschließlich Zubehör, Begleitmaterialien ec, etc., die Bistümer halten ihre geplanten Vorbereitungsveranstaltungen ab (so jedenfalls Dresden-Meißen) nur – die Bücher gibt es nicht!

Ein wenig verwundert der ganze „Rummel“ ohnehin, ich meine, so oder so: Die Bücher werden uns künftig begleiten. Wer sein eigenes Gebet- und Gesangbuch haben möchte (und das wird künftig noch wichtiger als bisher!), der hat schlicht keine Wahl, ginge da nicht auch ein bißchen weniger Aufwand? Aber das ist vermutlich die falsche Frage, so geht das wohl heute, oder gibt es spezifischere Gründe? Hat man das Gefühl, es müsse „für Akzeptanz geworben werden“?

Ach, was weiß denn ich!

 

Neues Gotteslob: Aktuelle Beobachtungen

Eigentlich versuche ich ja nun schon seit Tagen, etwas über das neue Gotteslob zu schreiben, was mit der Dünn-Druck-Krise, also der Produktion der Bücher, gar nichts zu tun hat, denn, so ernst das auch alles ist, irgendwann werden wir die neuen Exemplare in Händen halten und bis dahin wird die Feier des Gottesdienstes nicht zusammenbrechen, bzw. ausfallen… 🙂 Wie klug übrigens, daß es Gemeinden hier in Mitteldeutschland gibt, wie z.B. die in Zeitz, die sich schon im Frühsommer entschlossen haben, die Einführung erst im kommenden (Kalender-) Jahr zu vollziehen, Ja, Gelassenheit zahlt sich immer aus.

Ich finde aber, und das haben die Ereignisse der letzten Tage leider erneut unter Beweis gestellt, der ganze Prozeß der Neugestaltung des Gotteslobs, der über ein Jahrzehnt gedauert hat, ist ganz bemerkenswert intransparent abgelaufen und tut es, nun, da er sich seinem Ende zuneigt, leider immer noch.

Da war nicht zuletzt der unsägliche Versuch, die Verfasser einzelner Lieder vor der zuständigen römischen Behörde zu verbergen (vgl. hier). Leider scheint man sich über Einwände aus der Zentrale hinweggesetzt zu haben, denn in der aktuellen Sonderausgabe des ‚Tag des Herren‘ freut (!) sich Prof. B. Kranemann, daß nach wie vor die Hervorbringungen des laisierten niederländischen Priesters und Ex-Jesuiten Huub Oosterhuis, vertreten sind (vgl. ebd. S.4). Oosterhuis ist ein hartnäckiger Vertreter häretischer Meinungen, er leugnet z.B. die Göttlichkeit Christi, die Realpräsenz Christi in Brot und Wein, die Erbsünde… (vgl. hier, nutzen Sie Google Übersetzer oder eine andere Übersetzungshilfe).

Dann ereilte das neue Gotteslob die „Dünn-Druck-Krise“, also die Tatsache, daß etliche Bistümer die Abnahme fertig gedruckter Exemplare der Bücher mit der Begründung verweigerten, sie seien auf falschem, mangelhaftem Papier gedruckt. Andere Bistümer, hieß es lange, seien davon nicht betroffen, so auch die in Mitteldeutschland. Inzwischen wissen wir es leider besser und PuLa hat die Nachricht vermutlich als erstes Medium überhaupt verbreitet (hier).

Lange lag die Vermutung in der Luft, aufgrund eines möglicherweise bevorstehenden Rechtsstreits zwischen dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und der Druckerei C.H. Beck würden diese (teilweise)‚als Faustpfand‘ zurückgehalten. Das scheint (!) nun glücklicherweise nicht der Fall (gewesen) zu sein, aber mit der Ausweitung des Problems ist die Möglichkeit einer rechtlichen Auseinandersetzung natürlich immer weniger „vom Tisch“.

Offenbar hatte der Beginn der Auslieferung in der „Region Ost“ auf das Erscheinen der schon erwähnten Sonderausgabe des TdH unter dem Titel: „Lebendig mitfeiern, Das neue Gotteslob ist da“ warten sollen. Dann kam die Erkenntnis: „Wir können nicht liefern.“

Ich weiß nicht so ganz, was ich davon halten soll, muß ich sagen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als sei da hinsichtlich der Koordination der Abläufe in Leipzig einiges nicht ganz optimal verlaufen.

Hieß es zuerst (5. September), die Bücher seien nun teilweise eingetroffen (dazu gab es Photos aus dem Lager des Benno-Verlags) und die Auslieferung habe begonnen (!), las man zwei Tage später (7. September), die Bücher seien zwar in Ordnung, könnten aber von der Druckerei (!) nicht geliefert werden (vgl. hier).

Wieder eine Woche später, am 14. September, erschien die Sonderausgabe des TdH und der Bestellbarkeitsstatus bei vivat.de (das zum Benno-Verlag gehört) änderte sich auf „lieferbar“.
Drei (!) Tage später, am 17. September schließlich die Pressemeldung, bereits nach Anlieferung der ersten Bücher, seien auch „erste Zweifel“ gekommen (also vermutlich in den Tagen nach dem 5. September), „vor wenigen Tagen“ habe es dann die Gewißheit gegeben, es sei nicht durchgängig das richtige Papier verwendet worden.

Daraufhin habe man „umgehend“ die Entscheidung getroffen, die „weitere Auslieferung ab sofort einzustellen“. Auf „katholisch.de“ und zwar leider nur dort, ist dann noch die Rede von einer Rückrufaktion für bereits ausgelieferte Bücher und einer Benachrichtigung der betroffenen Kunden.

Und per Twitter wird heute (18.September) wieder auf den Eintrag vom 7. September (!) verlinkt (vgl. #Gotteslob). Naja, jetzt paßt er ja auch irgendwie, bis auf die „Kleinigkeit“, daß dort nach wie vor von „Ausgaben […], die bereits auf dem richtigen Papier gedruckt bzw. fertiggestellt worden sind“, die Rede ist.
Verzeihung, aber ein klares Bild der Abläufe sieht anders aus.

Nun leuchtet es mir ein, daß, wenn man fünf Herausgeberbischöfe unter einen Hut bringen muß, alles ein wenig dauern kann. Aber warum wurde bei begründetem Zweifel denn überhaupt mit der Auslieferung begonnen und warum der ‚Fanfarenstoß‘ mit der „Sonderausgabe“? So wurde doch nur noch einmal so richtig auf das Thema aufmerksam gemacht!

Dementsprechend gingen auch noch gestern nachmittag Teile der Geistlichkeit in Weimar von der ja nun mittlerweile völlig unrealistischen Einführung im Advent 2013 aus – das sind gerade mal noch 10 Wochen! (Tja, offenbar nicht rechtzeitig PuLa gelesen; immer ein Fehler! 😉 )

Ach ja! Wie schön wäre es, wenn mal ein kirchliches Großprojekt (Weltbild-Verkauf, Mißbrauchs-Studie…) in Deutschland einfach so funktionieren würde, Seufz!

Dabei ist klar, die Fälle sind sehr, sehr unterschiedlich gelagert, die Verantwortlichkeiten sehr, sehr verschieden verteilt, es kann im vorliegenden wie in jedem anderen Fall (incl. Weltbild!) nicht darum gehen, ohne genaue Kenntnis der Vorgänge einseitige Schuldzuweisungen zu produzieren.

Dennoch verstehe ich nicht nur den oben geschilderten Ablauf in Leipzig nicht so recht, sondern auch die generelle Informationsstrategie.

Ich habe in diesem Fall getan, was Matthias Kopp, Pressesprecher der DBK (und offenbar auch des VDD) und die dort vertretenen Blogger im Mai auf dem Bloggertreffen in Bonn besprochen hatten: Besser vorher und miteinander als nachher und übereinander reden. Und zu meiner großen Freude hat sich bestätigt, was ich schon in Bonn vermutet habe: trotz aktuell hoher Belastung läßt sich mit ihm gut „reden“. Wer sich als Blogger ‚in der Kirche‘ (und als ernstzunehmendes Medium!) versteht, sollte das grundsätzlich tun, bevor er ein DBK-Bashing veranstaltet!

Unabhängig davon finde ich leider inhaltlich das erste (bzw. vorläufige) Ergebnis unseres Austauschs nicht sehr befriedigend: Darüber, wie es denn nun hinsichtlich der ‚Meinungsverschiedenheiten‘ zwischen VDD und C.H.Beck weitergeht, erfährt man erst einmal – nichts. Über die genauen Modalitäten, wie es zu dieser Position kam, gehen die Darstellungen ein wenig auseinander:

C.H. Beck: „[D]er Verband der Diözesen Deutschlands hat uns gebeten, in dieser Angelegenheit keine Auskunft zu erteilen.“

M. Kopp: „Wir haben vereinbart, dass wir derzeit – über die gemeinsame Presseerklärung hinaus – keine Auskünfte aufgrund der anstehenden Gespräche geben können.“ [Hervorhebung von mir]

Daß es in einer solchen Situation sinnvoll sein kann, zunächst diskret zu versuchen, eine Lösung zu finden (und ich nehme allen Beteiligten den guten Willen ab, schon im wohlverstandenen Eigeninteresse…) ist klar, aber es gibt offenkundig auch ein berechtigtes Interesse einer gerade noch größer gewordenen Anzahl von Katholiken im deutschen Sprachraum zu erfahren, wie es denn weitergehen soll.
Und es könnte auch der Zeitpunkt kommen, an dem man darauf achten muß, daß es nicht wieder einmal heißt: „Es ist (erneut) die Kirche, die mauert“ und dann Darstellungen der anderen Seite hinterherläuft. Ich hoffe inständig, es gelingt, das zu vermeiden.

PuLa bleibt für Sie an dem Thema dran.

 

Eilmeldung: Mitteldeutsche Ausgabe des Neuen Gotteslobs doch von der Dünndruck-Krise betroffen!

Um 15.55 Uhr (!) erreichte PuLa folgende Pressemeldung des St. Benno Verlags Leipzig:

„Die gemeinsame Gotteslob-Ausgabe der (Erz-)Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg ist nun doch von der aktuellen Papierproblematik betroffen.

Vor wenigen Tagen die Gewissheit: Die Druckerei C.H. Beck teilte auf Nachfrage des St. Benno-Verlages mit, dass sie aus produktionstechnischen Gründen neben dem korrekt beauftragten Papier knapp ein Drittel des Buchumfangs mit dem strittigen Dünndruckpapier produzierte. »Wir gingen stets von der Zusicherung seitens der Druckerei aus, dass unsere Ausgabe von dem fraglichen Papiereinsatz nicht betroffen sei«, erklärt Michael Birkner, Geschäftsführer des St. Benno-Verlages.

»Als die ersten Bücher angeliefert wurden und wir sie durchblätterten, kamen uns jedoch erste Zweifel.« Das neue Gotteslob der Region Ost mit einer Gesamt-Auflage von mehr als 150.000 Exemplaren erscheint als Gemeinschaftsausgabe der (Erz-)Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg im Leipziger St. Benno-Verlag. Die Herausgeberbischöfe und der Verlag votierten nach Abwägung aller Fakten umgehend dafür, die weitere Auslieferung ab sofort einzustellen.

»Da ein Großteil der Erstauflage in den Pfarreien als Kirchenausgaben für mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, eingesetzt wird, ist es ein erheblicher und langfristiger Nachteil, wenn viele Texte und Lieder aufgrund des minderwertigen Papieranteils nur bedingt lesbar sind«, fasst Michael Birkner die Entscheidung zusammen. Die Druckerei ist nun aufgefordert, die Erstauflage des neuen Gotteslob der Region Ost komplett auf das ausgeschriebene Papier neu zu produzieren.

Somit ist auch in der Region Ost der Einführungstermin des neuen Gotteslob zum 1. Advent 2013 gefährdet.

Der Verlag hat daher eigens eine Gotteslob-Servicenummer für alle Kundenfragen eingerichtet: 0341 / 46 777 9001 (Ortstarif, ggf. abweichend aus Mobilfunknetz). „

 

Die Entscheidung, hinsichtlich der Druckqualität angesichts der langen Nutzungsdauer keine Kompromisse einzugehen ist sicherlich richtig.

Es stellen sich allerdings, wenn man die Meldungen und vor allem die Ereignisse der letzten Tage Revue passieren läßt, einige Fragen, vor allem: Warum wurde noch vor drei Tagen, am Samstag dem 14. September mit großem Aufwand die Auslieferung des neuen Gotteslobs ausdrücklich angekündigt? Eine 16-seitige Sonderausgabe des Tag des Herrn, der ja ebenfalls im St. Benno-Verlag herauskommt, unter dem Titel: „Lebendig mitfeiern, Das neue Gotteslob ist da“ erschien und vorübergehend waren (schienen?) die Bücher auf vivat.de (ebenfalls Benno-Verlag) ja auch lieferbar (PuLa berichtete). Um 16.43 Uhr stand dort zum Lieferstatus: „Versandfertig in 1 Tag“, muß man das verstehen?

PuLa hat bereits für Sie nachgefragt und hält Sie auf dem Laufenden!

 

Sketch des Monats September: Das Eigenhochfest

Sketch des Monats September:

(Anm. der Redaktion: Die Tatsache, daß der Sektch sozusagen im Wortsinne ‚post festum‘ kommt, ist ausschließlich einer Erkrankung des Bloggers zuzuschreiben, der dafür um Nachsicht bittet)

Das Eigenhochfest

Ein Sketch für vier Personen

Wir befinden uns in der uns gut bekannten Gemeinde Maria Hilf! in Wundersdorf im Oderbruch. Wie wir wissen, begeht diese Gemeinde am Fest Mariä Namen ihr Patronats- und Gemeindefest. Edith kommt nach Hause und findet ihre beiden Töchter schwer beschäftigt am großen Eßtisch vor. Emily hat ein DIN A0-Blatt vor sich liegen und scheint ein Spielfeld zu entwerfen, während Teresa eifrig in einem großen bebilderten Buch blättert und sich Notizen macht.

Edith: Hallo ihr beiden! (Sie stellt eine volle Einkaufskiste ab und gibt jedem Kind einen Kuß auf die Haare.)

Teresa und Emily: Hallo, Mama!

Edith: Was treibt ihr denn da Schönes?

Emily: Vorbereitung fürs Gemeindefest.

Edith: Ah ja!

Teresa: Ich stelle in Hedwigs Leseecke ein Buch vor. (Sie klappt das Buch zu und zeigt ihrer Mutter das Titelbild) „Alles meins! Oder 10 Tricks, wie man alles kriegen kann.“

Edith (zweifelnd): Na weißt du … das willst du vorstellen?

Teresa: Na klar! Wo Rabe Socke jedem was weg nimmt, worauf er neidisch ist, und hinterher kann ihn niemand mehr leiden und Rabe Socke ist ganz allein mit all den Dingen und die andern spielen alle zusammen, nur ohne ihn, und da überlegt er sich, ob er die Sachen nicht doch lieber zurückgibt, weil er so einsam ist.

Edith: Ja! In der Literatur geht so was dann immer gut aus und die Menschen oder Raben kommen zur Einsicht.

Teresa: Genau! Aber vielleicht ist es ja bei uns in der Gemeinde auch irgendwann mal so.

Emily: Voraussetzung wäre natürlich, daß Corinna bei der Buchvorstellung auch zuhört und sich die Botschaft zu Herzen nimmt. (Sie malt.)

Edith: Emily! Wie kannst du denn so was sagen?

Emily: Na, auf wen paßt denn der Rabe Socke bei uns sonst?

Edith: Aber Corinna klaut doch nicht!

Emily: Nö, das wohl nicht. Aber es geht ihr immer nur um Sachen, die sie mit dem Geld der Gemeinde anschaffen will. Und wenn jemand anders zum Beispiel eine Orgel für alle baut, dann will sie am Schluß nicht, daß irgendwer drauf spielt, weil sie es nicht ertragen kann.

Teresa: Also: Sie gönnt keinem was.

Emily: Denk doch mal an die arme Frau Hartlieb, die ewig kein Gewand kriegte für ihren Dienst im Altarraum. Einfach nur so.

Teresa: Und jetzt kommt sie schon ganz lange nicht mehr zur Messe, sondern geht in den evangelischen Gottesdienst.

Emily: Oder wie geizig Corinna immer mit den Studenten war, die Orgel gespielt haben.

Teresa: Als wäre es ihr Geld.

Edith: Oh ja! Ich fürchte, das denkt Corinna wirklich …

Emily: Weißt du noch, wie uns mal aufgefallen ist, daß auf der homepage der Gemeinde in der Bildergalerie nur Sachen abgebildet waren – „unser neuer Altar“, „unser neuer Ambo“, „unsere neue Orgel“ – kein einziges Bild mit Leuten, die was machen, singen oder zusammensitzen oder ihre Handarbeiten für Haiti verkaufen.

Edith (nachdenklich): Jaja, ihr habt schon recht …

Teresa: Und wie Corinna Monis Malkurs abgeschafft hat, nachdem sie eine richtig erfolgreiche Ausstellung im Petershagener Gemeindehaus hatten? Bloß weil sie neidisch war, daß Moni mit dem Ikonen-Malkurs ab und zu in der Zeitung stand.

Edith: Hm!

Emily: Also, Mama: Man muß nicht gleich klauen, wenn man allen was wegnehmen will …

Teresa: … oder vorenthalten.

Edith: Na, dann stell mal dein Buch schön vor und wir hoffen, daß es was nützt. Und du, Emily, was machst du?

Emily (stolz): Ich habe ein Spiel erfunden. „Die Bockshornjagd“. Diese schwarze Figur hier ist Corinna …

Edith: Emily!

Emily (unbeirrt): … wieso – ist doch so! Diese schwarze Figur hier ist Corinna und steht auf dem Startfeld. So. (Sie schiebt ein schwarzes Plastikmännchen aus dem Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel auf ein Quadrat ihres Spielfeldes.) Dort hinten ist das ‚Bockshorn‘, da muß noch diese Pappe hier drauf (sie hält eine zusammengedrehte Tüte aus dunkelbraunem Tonpapier in die Höhe), das wird plastisch, da kommt niemand wieder raus. Also dort ist das Bockshorn und da will Corinna alle andern reinjagen. (Sie verteilt sechs verschiedenfarbige Spielfiguren auf entsprechenden Feldern, die sie auf das Papier gemalt hat.) Manche stehen schon ganz nah dran, aber für manche ist der Weg ins Bockshorn auch ganz weit – für den Gelben da zum Beispiel …

Teresa: Das ist Papa!

Emily: Ruhe! Und es gibt eben auch Wege am Bockshorn vorbei. (Sie zeigt auf verschiedene Linien, die am andern Ende des Spielfeldes auf ein himmelblaues Quadrat führen.) Ziemlich viele sogar.

Edith: Dann kann man da ja einfach hinziehen!

Emily (schaut ihre Mutter strafend an): Mama! Man muß doch Karten ziehen. Nur das schwarze Männchen zieht automatisch in jeder Runde ein Feld vor. Das macht der Spielleiter.

Teresa: Das macht Silke, wir haben sie schon gefragt.

Emily: Genau. Also die Spielleiterin. Die andern würfeln. Je nachdem, auf was für ein Feld man kommt, muß man aus einem der beiden Stapel ziehen (Sie nimmt einen Stapel Karten in die Hand und blättert sie ein bißchen durch.) Hier zum Beispiel: „Das wird ein Nachspiel haben.“ Wenn man „Das wird ein Nachspiel haben“ zieht, muß man drei Felder in Richtung Bockshorn gehen.

Edith: Ui!

Emily: Ja! Oder hier: „Wenn Sie wüßten!“ – ein Feld Richtung Bockshorn. Wieviele Felder, sieht man an den Sternchen hier oben. Es gibt bis zu fünf.

Edith: Oh je! Und welche Karte ist das?

Emily (grinst): „Das kriegen wir an den Gremien nicht vorbei.“

Edith (bricht in schallendes Gelächter aus): Herrlich! Wunderbar! Hör mal, hast du schon „Dafür gibt es im Erzbistum Köln eine zweijährige Bußzeit!“, oder: „Wir wollen doch keine unbedarften Gemeindemitglieder verunsichern!“?

Emily: Nee, noch nicht, können wir aber auch nehmen, das ist gut! (Sie notiert sich die Sätze auf einem separaten Zettel.) Drei bis vier Sternchen, würde ich sagen.

Die Tür geht und Richard kommt nach Hause.

Richard: Haaaalloooo!

Die drei andern: Hallooooo!

Emily (ruft): Ich erklär Mama grad mein neues Spiel fürs Gemeindefest.

Richard (kommt ins Zimmer und zieht sich den Mantel aus): Sehr schön! Ach! Was können wir froh sein, daß wir diese Tradition und dieses Patronat haben, sonst würden sie uns Mariä Namen auch alle Nase lang streichen.

Die Kinder gucken Edith und Richard verdutzt an.

Edith: Mariä Namen ist von Papst Innocenz XI. 16 … keine Ahnung, 83 glaube ich für die ganze Kirche eingeführt worden, als Dank für die Befreiung Wiens …

Teresa: von wem?

Edith: von einer Belagerung …

Richard: … durch die Türken.

Teresa: Echt jetzt?

Edith: Ja. Das war damals so. Und auf dieses Dankfest geht unser Patronat „Maria Hilf“ zurück, das wir auf Mariä Namen feiern.

Richard: Genau! Und Mariä Namen würde wieder vollkommen unter den Teppich gekehrt, wie fast alle Marienfeste, die entweder auf einen Wochentag fallen und keiner in die Kirche kann. Dafür entfallen sie dann sonntags, wo die Leute vielleicht in die Kirche gehen und etwas mitkriegen würden …

Edith (fällt ihm ins Wort): … oder weil sie sogar vom Sonntag weggeschoben werden, wenn es mal zufällig hinkommt, wie Mariä Verkündigung …

Teresa: Schweinerei!

Edith: Oder von irgendwelchen DBK-Predigtvorschlägen zum Welttag des Friedens überlagert werden wie zu Neujahr, dem einzigen Marienfest, das zuverlässig auf einen Feiertag fällt.

Richard: Ja, aber so neu erfunden, daß es kaum jemandem bewußt ist.

Emily: Wie alt ist es denn?

Richard: Paarundvierzig Jahre, nach dem II. Vatikanischen Konzil.

Edith: Und dafür feiert man lauter altbewährte Marienfeste nicht mehr. Es ist eine Schande!

Richard: Wie ich eigentlich gerade sagen wollte: Es sei denn, man hat eine örtliche Tradition wie wir mit unserem schönen Gemeindefest auf Mariä Namen. Das nennt man dann ‚Eigenhochfest‘. Das kann so oft auf einen Sonntag fallen, wie es will, wir werden es immer feiern und eine schöne Prozession durch den Ort machen …

Teresa: … und Kuchen backen!

Emily: Apropos Kuchen! Ich hab‘ eigentlich Hunger!

Edith: Gut so! Der Papst hat neulich zu einem Fast- und Gebetstag im Gedenken an den Krieg in Syrien aufgerufen, bewußt am Vorabend von Mariä Geburt, weil Maria ja die Königin des Friedens ist …

Emily: Jajaja, das hatten wir ja grade.

Richard: Und was machen unsere Helden in der „Gemeindeleitung“? Erwähnen Mariä Geburt nicht mal!

Emily: Fäääääääil!

Edith: Oberfail, sag ich dir!

Emily: Ich habe aber trotzdem Hunger.

Edith: Na gut, dann lassen wir das und machen erst mal was zu essen. (Sie geht mit Richard Richtung Küche. Die Kinder natürlich hinterher.)

Edith (zeigt auf den vollen Tisch, zu den Kindern): Aufräumen!

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers

 

Ja, so geht’s zu in Wundersdorf!
Bloß gut, daß bei uns in Weimar ja niemand je solche Sätze sagen würde, oder?

 

 

Ein Pulverfaß?

Nein, ich meine nicht die Situation um die Auslieferung oder Nicht-Auslieferung des ‚Neuen Gotteslobs‘, da scheint sich, im besten Fall, der Nebel gerade ein bißchen zu lichten, denn seit ganz kurzem (man kann das vermutlich noch nach Stunden zählen!), sind die Ausgaben für diejenigen Bistümer, die von der „Dünndruck-Krise“ nicht betroffen sind, z.T. lieferbar, zum anderen Teil immerhin mal bestellbar, z.B. hier (zur Dünndruck-Krise vgl. hier beim ‚Frischen Wind‘).

Über die Fanfarenstöße, mit denen heute im „Tag des Herren“ (und vermutlich auch in anderen Teilen der Bistumspresse, also überall dort, wo die Aussicht auf Beginn der Nutzung zum 1. Advent realistisch besteht), über die könnte man nicht einen, sondern gleich mehrere Beiträge schreiben (auch ein bestimmter Erfurter Professor ist wieder dabei…) aber, wie gesagt (noch) nicht heute, auch weil es zu dem Thema ‚Neues Gotteslob‘ noch erheblich Interessanteres gibt, das aber noch ein wenig Zeit braucht.
Basteln Sie gerne mit Schere, Karton und Kleber? Freuen Sie sich schon mal, denn Sie werden Gelegenheit erhalten…

Nein, heute möchte ich, pünktlich zum in weiten Teilen Deutschlands verregneten Wochenende, bitteschön, zum Filme gucken einladen.

Da wird nämlich Ende des Monats im Thüringischen Mühlhausen eine hochinteressante Ausstellung eröffnet, die sich unter dem etwas reißerisch-makabren Titel: „Umsonst ist der Tod“ mit der Religiosität und religiösen Alltagskultur (insbesondere) in Mitteldeutschland im unmittelbaren Vorfeld der ‚Reformation‘ befaßt. Die Ausstellungsmacher werfen dafür einen neuen Blick auf alltagskuturelle historische Sachzeugnisse und verfolgen damit einen ganz bestimmten, wie ich finde, sehr wichtigen Zweck:

„Nach einem weit verbreiteten Vorurteil gelten die Jahrzehnte am Ausgang des Mittelalters als eine von Verweltlichungserscheinungen der Kirche, von Glaubenskrisen und klerikalen Missbräuchen geprägte Zeit, die die Reformation als einschneidende Wende und erlösenden Ausweg erscheinen lässt. Dem Jahrhundert, das der Reformation voranging, wurde ein eigener Wert abgesprochen – die Bezeichnung „Vorreformation“ bringt es auf den Punkt. Das „Morgenrot der Reformation“ scheint das vermeintlich „finstere Mittelalter“ zu überstrahlen.“

Klingt spannend, oder? Und weiter:

„Doch das Bild einer allgemeinen Krise des abendländischen Christentums, das von der älteren protestantischen Geschichtsschreibung vermittelt wurde, deckt sich nicht mit den Befunden zur Frömmigkeitskultur um 1500. Im Gegenteil: „Die Kirche hatte Hochkonjunktur“ (Bernd Moeller).“

Ich würde hinzufügen wollen: Dieses Zerr-Bild von der „Krise der Papstkirche“ wird in der üblichen vulgarisierten und vergröberten Art und Weise zu Propagandazwecken nach wie vor instrumentalisiert! Und zwar nicht unbedingt in erster Linie von protestantischer Seite: Wenn als Beschimpfung das „vorkonziliar“ nicht mehr auszureichen scheint, wird ja auch im innerkatholischen Diskurs zuverlässig das „mittelalterlich“ hervorgeholt, und zwar als „Keule“. Dabei sind regelmäßig die begründeten Kenntnisse über das Mittelalter auf seiten derjenigen, die diese Keule schwingen, strikt umgekehrt proportional zur Heftigkeit des Zuschlagens…

Wissenschaft geht aber natürlich ganz anders: Sie ist immer dazu angetan, ‚schwarze Legenden‘ zu entlarven. In dem Sinne traut sich die Ausstellung auch an ein ganz heißes Eisen:

„Das siebte Kapitel widmet sich dem Thema des Ablasses als einem zentralen und differenzierten Sektor der Frömmigkeitspraxis, an dem sich schließlich jener Protest Luthers entzündete, der zur Reformation führte.“

Eine differenzierte Betrachtung der Ablaßpraxis; wow! Also, wir werden diese Ausstellung (die nach Mühlhausen noch in Leipzig und Magdeburg zu sehen sein wird) auf jeden Fall anschauen und PuLa wird berichten.

Aber hatte ich nicht was von „Filme-Gucken“ geschrieben? Ja, genau, denn auf L.I.S.A., dem Wissenschaftsportal der Gerda-Henkel-Stiftung, finden Sie nicht nur Videos zur Forschungsvorarbeit der Ausstellung (hier), sondern auch etliche sehr, sehr interessante Interviews mit Wissenschaftlern zur Reformationsgeschichte und – zur Geschichte der Reformationsgeschichte… (hier und hier, z.B.).

Also, machen Sie es sich mit einem Tee (oder einem „echt katholischen Grappa“ 😉 ) auf dem Sofa gemütlich und schauen Sie, es lohnt sich!

Mit dem ganzen historischen Komplex muß man sich wohl einmal näher befassen, als mitteldeutscher Katholik, bevor die Woge „Reformationsjubiläum“ über uns schwappt, ähem!

Naja, sind ja noch ein paar Jährchen! 🙂