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Sketchlet zum Advent No 1: Die Schafe Egalias

Advent, Advent! Allerorten adventliches Treiben; wie schön! Bevor wir heute abend mit dem diesjährigen PuLa-Adventskalender beginnen kommt hier schon mal das erste der obligatorischen Schaf-Sektchlets, äh, Sketchlets (immer diese Freudschen Fehlleistungen 🙂 ) zum Advent und es ist in diesem Jahr aktuell und brisant wie immer! 🙂

Vorher aber noch ein außerordentlich erfreulicher Hinweis: Es gibt einen Adventskalender der Blogoezese! Auf die hervorragende Initiative der Kollegin von Fünf Brote und zwei Fische hin haben sich gestern im Laufe des Tages (!) so schnell 24+ Kolleginnen und Kollegen gemeldet, die jeweils einen Tag übernehmen wollen, daß für PuLa, dank der hervorragenden Vernetzung von A.I. (danke!) ebenfalls angefragt, gar nichts mehr zu tun blieb…(hier entlang)
Ich finde das gut, denn was ich selber schreibe, kenne ich ja schon… 😉

Aber jetzt:

Sketchlet zum Advent No 1: Die Schafe Egalias

Auf der uns wohlbekannten Schafweide bei Wundersdorf im Oderbruch herrscht reges Treiben. Einige Schafe fertigen festlichen Weideschmuck aus Heu und getrockneten Blumen, andere schmücken schon die Bäume damit, wieder andere trainieren die Standardsituationen eines Krippenspiels, da sie erst zur Generalprobe in die Kirche geholt werden sollen. Eine kleine Gruppe um Kohle ist in eine heftige und emotionale Diskussion verwickelt.

Um was geht’s?

Die Schafe Egalias

Ein Sketchlet für sechs Schafe, zwei Lämmchen und beliebig viele Schafstatisten

Kohle: Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit!

Wolle (kommt neugierig aus der Krippenspielgruppe herangetrabt): Um was geht’s?

Flocke: Kohle hat beim Twittern von der Diskussion um die Frauenquote in den Vorständen gelesen. Und jetzt regt er sich total auf.

Grauchen: Da sieht man’s wieder: Man sollte die Böcke gar nicht twittern lassen!

Wolle (muß nochmal nachfragen): Ja, aber – die Frauen, die wir so kennen, betrifft das doch gar nicht – Edith, Hanna, Silke …

Flocke (unterbricht sie): Es geht ihm ja auch nicht um die Frauen, sondern um sich.

Wolle: Mä?

Kohle (laut): Begreift ihr denn gar nicht? „Rechts werden die Schafe und links die Böcke stehen“, heißt es bei Matthäus [Mt 25, 31-46; hier: 33f. 41]. Und dann sagt der Richter zu denen an seiner rechten Seite: „Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet. Nehmt das Reich Gottes in Besitz, das er seit Erschaffung der Welt für euch als Erbe bereithält!“ Und die auf der linken Seite sind verflucht! (Verzweiflung steht ihm ins Gesicht geschrieben.)

Grauchen: Aber Kohle! Das ist doch metaphorisch gemeint! „Die Schafe und die Böcke“. Das sind doch einfach nur die Guten und die Bösen.

Kohle: Ah ja? Metaphorisch? Und warum sind die Böcke dann die Metapher für das Böse, hm? Neineinein! Es paßt genau zum ganzen Tenor dieser Texte. Denk doch mal nach! Wenn ein Lamm geopfert werden muß, zum Pessachfest oder so, wer ist es, hm? Natürlich wieder ein männliches! (Er macht eine Kunstpause.) Dadurch sind wir überall in den Herden unterrepräsentiert!

Wolle (charmant): Aber, aber! Geht es dir denn so schlecht bei uns? So als Bock im Korb? (Sie blinzelt ihm zu.)

Kohle (ärgerlich): Nein! Mir jetzt konkret natürlich nicht! Aber es geht ums Prinzip! Verstehst du das denn nicht?!

Blütenweiß (sanft): Aber Kohle! Du siehst das völlig falsch! Daß immer nach einem männlichen Lamm gesucht wird zum Opfern – das ist doch eine Ehre!

Kohle (platzt): Eine Ehre? Wir werden umgebracht! Reihenweise umgebracht! (erhobenen Hauptes) Ich fordere eine Quotierung bei den Sündenböcken!

Die Schafe brechen in schallendes Gelächter aus.

Flocke (kriegt sich als erste wieder ein): Entschuldige, lieber Kohle, aber jetzt ist es wirklich gut. Es heißt Sündenbock. Da hört man doch schon am Wort, daß es ein männliches Tier sein muß!

Kohle (verzweifelt): Das ist es ja! Bis in die Sprache hinein ist die Bibel böckefeindlich! Was sage ich – die Bibel! Unsere ganze Gesellschaft!

Grauchen: Aber Kohle! Jetzt bist du es, der ungerecht ist. Denk doch mal an den Ausdruck „Ich hab keinen Bock“. Damit wollen Jugendliche zum Ausdruck bringen, daß sie keine Lust haben. Also ist da „Bock“ doch ein positives Wort. Bock = Lust! Das ist doch toll!

Kohle (mit tränenerstickter Stimme): Toll? Wir werden auf unsere Sexualität reduziert! Als hätten wir nichts in der Birne! Es ist zum Heulen!

Hilflos und betroffen stehen die Schafe um Kohle herum. Sie beginnen langsam zu verstehen, daß es ihm wirklich schlecht geht und überlegen nun fieberhaft, wie sie ihm helfen können.

Wolle (aufmunternd): Da freu dich doch, daß es in unserer Herde immer Krutzi ist, die sich zum Opferlamm stilisiert.

Die Schafe lachen und sehen zu Krutzi hin, die den ganzen Morgen schon mit gerecktem Kopf am Wiesenrain steht und nach dem Hirten Ausschau hält.

Blütenweiß: Ja! Weil Krutzi halt lieber ein Bock wäre!

Flocke (blickt liebevoll zu Fixi und Huf hinüber, die am Bach herumtollen): Völlig unverständlich!

Wolle: Aber es gibt so Schafe, die haben einfach nichts begriffen …

Grauchen (seufzt; dann, resolut): Okay! Aber um Krutzis Probleme geht’s jetzt nicht. Kohle geht es schlecht!

Flocke: Am besten, wir kreisen ihn ein und wärmen ihn ein bißchen.

Blütenweiß (mitfühlend): Ich glaube auch: Mehr können wir jetzt nicht für ihn tun …

Die Schafe kreisen den unglücklichen Kohle ein, wärmen ihn und versuchen ihm Mut zuzusprechen.

Die Schafe (leise, durcheinander): Kooooohliiiiiii! – Wir wissen alle ganz genau, wie tatkräftig du bist … – … und was du alles für die Herde tust! – Denkt mal, damals, auf dem Pritschenwagen …  – Erinnere mich nicht an den Pritschenwagen!

 

ENDE

 

Ach ja, die Schafe! Wie sich doch so manches unserer Probleme in ihrer Herde widerspiegelt! Manches direkt und manches eben auch spiegelverkehrt. Wir blenden uns an dieser Stelle aus der Szene aus und erwarten gespannt, wie es mit Kohles Initiative um eine gerechtere Welt weitergehen wird …

Und für alle, die sich über den Titel dieses Sketchlets wundern, hier die Auflösung: „Die Schafe Egalias“ bezieht sich auf einen zu Recht berühmten feministischen Roman, der in der Bundesrepublik der 80er Jahre maßgeblich zur – sagen wir: – emotionalen Durchdringung der sogenannten „Frauenfrage“ beigetragen hat (hier).

Cornelie Becker-Lamers

PS: Weil’s so schön war für die, die es vor zwei Jahren verpaßt haben noch einmal der Adventsschnellkurs von ‚Busted Halo‘:

PPS: Und wer gerne englisch liest: Ich beziehe seit Jahren auch die täglichen Beiträge von Fr. Robert Barron, für die man sich hier anmelden kann.

 

Gereon Lamers

Die Glocke

Die Glocke

Ein Sketchlet für fünf Schafe, ein Mufflon und beliebig viele Schafstatisten

 

Wundersdorf im Oderbruch, Schafweide.

Ach ja! Seit das Mufflon in Erfurt auf einer Spezialschule ist, ist es wirklich nur noch selten zu Hause. Um so mehr freuen sich die Schafe, wenn es mal wieder zu Besuch kommt. Irgend etwas Interessantes hat es immer im Gepäck, und dank der freundschaftlichen Beziehungen der Herde in die Kulturstadt haben alle Schafe für seine Berichte aus den Thüringer Lokalredaktionen ein offenes Ohr. Gerade sind sie mitten in einem Gespräch über ein spannendes Thema.

Flocke: Wieso? Glocken klingen doch immer schön zusammen …

Wolle: Bim – bam – bim – bam (sie sieht Flocke auffordernd an und gibt einen Einsatz)

Flocke: Oh, wie wohl ist miir am Ahabend, miir am Ahabend, wenn …

Kohle: Könnt ihr mal aufhören?! Ich wollte das eigentlich noch fertig hören!

Das Mufflon: Naja, je nach Form und Länge ich glaube insbesondere der Flanke mischt so eine Glocke die Obertonreihe anders zusammen – also bei einer Glocke hört man ja nicht nur einen Ton.

Kohle (berichtigt): Bei keinem Instrument hört man nur einen Ton.

Das Mufflon: Ja, klar. Und damit die Glocken nicht dissonant zusammen klingen …

Kohle: Soweit ich weiß, reicht, um Dissonanzen zu erzeugen, eine einzige Glocke.

Das Mufflon: Das stimmt. Der Unterton macht nämlich die Dissonanzen.

Wolle: Und? Was gibt’s denn in Weimar in puncto Glocken so für Untertöne?

Das Mufflon: Also ursprünglich war es eine harmonische Disposition, ein H-Dur-Akkord.

Blütenweiß: Und jetzt ist eine vierte Glocke dazu gekommen?

Das Mufflon: Richtig! (Er liest aus einem kleinen Zeitungsartikel vor): „Die frisch gegossene Glocke für die katholische Herz-Jesu-Kirche ist gestern“ (er blickt auf): also am Dienstag (liest weiter): „vom Glockensachverständigen des Bistums Erfurt geprüft und für gut befunden worden. Die neue Glocke wurde in der sogenannten Ulrich-Rippe gegossen. Diese …“

Die Schafe (durcheinander): Was sagst du da? – „Ulrich-Rippe“??? – Das sieht ihnen ähnlich! – Dazu sind die Wessis gut genug! – Da war der Mann noch nicht richtig Bischof …

Das Mufflon (verdreht die Augen): Die Ulrich-Rippe ist doch nicht die Rippe von Bischof Ulrich! Ihr Schafe!

Blütenweiß: Nein?

Grauchen: Dann bin ich ja beruhigt.

Wolle: Wir dachten …

Flocke: … wie bei Adam und Eva.

Das Mufflon (genervt): Das war ein Übersetzungsfehler.

Kohle: Was du nicht sagst!

Flocke (bleibt beim Thema): Aber warum dann „Ulrich“?

Das Mufflon: Das ist der Nachname des Glockengießers der übrigen Glocken in Herz-Jesu. Die hat er 1891 gegossen.

Blütenweiß: Ach! Und die alte Form hat man noch?

Das Mufflon: Doch nicht die Form! Die Zeichnung! Die Form geht bei jedem Glockenguß kaputt.

Grauchen: Das ist aber schade!

Das Mufflon: So ist das aber nun mal. Aber wenn man verwandte Glocken haben will, deren Klang sich schön mischt, dann rechnet man die Proportionen einer Grundform auf die verschiedenen Größen herunter – gießt also immer dieselbe Rippe.

Wolle: Und warum jetzt „Rippe“?

Das Mufflon: Das ist einfach eine Assoziation. Von der Zeichnung her. Weil die Glockenform im Querschnitt wie eine Rippe aussieht.

Flocke (hat es endlich begriffen, zufrieden): Aber keine Rippe von Bischof Ulrich.

Kohle (ernst): Hm! Nach allem was man so über die selbsternannte „Gemeindeleitung“ aus Weimar hört, wird Bischof Ulrich auch auf nichts verzichten können, was ihn irgendwie stabilisiert …

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

“Soll ist muß, wenn kann“ – Erläuterungen zu einem unstrittigen Thema

Deus meus, eripe me de manu peccatoris, et de manu contra legem agentis, et iniqui :
quoniam tu es patientia mea, Domine ; Domine, spes mea a iuventute mea.
(Ps 70, 4f. Vg)

(Mein Gott, entreiße mich der Hand der Sünder und der Hand derjenigen, die gegen das Gesetz handeln und ungerecht: bist Du doch meine Geduld und mein Ertragen HErr; HErr, meine Zuversicht und Hoffnung von Jugend auf. Eigene Übertragung aus dem Lateinischen)

 

Die folgenden Darlegungen – es hätte nicht nötig sein sollen sie zu schreiben.

Und ich hätte mich so gefreut, wenn sie wirklich niemals nötig geworden wären, oder wenn es dann im weiteren auch nur irgendeine Chance gegeben hätte, sie doch noch zu vermeiden.
So aber, wie sich die Angelegenheit über die letzten ca. 8 Monate entwickelt hat, gab es diese Möglichkeit leider nicht.
Und fürchte ich, diese Ausführungen sind auch deshalb nicht überflüssig, weil sie über unseren kleinen Kosmos im Bistum Erfurt hinaus symptomatisch sein könnten für eine bestimmte Haltung in der ganzen Kirche in Deutschland.
Und deshalb bitte ich Sie, mir zu folgen durch diese Erläuterungen zu einer völlig unstrittigen Frage; das Wörtchen „sollen“ wird dabei eine wesentliche Rolle spielen.

Alles begann am 23. März 2014, als in der Messe um 10.30 Uhr, die in der Pfarrkirche Herz-Jesu, Weimar gefeiert wurde, das Eucharistische Hochgebet durch Musikinstrumente begleitet wurde (PuLa berichtete). Dieser Vorgang wiederholte sich dann noch einmal am 14. September 2014 im Hochamt um 10.30 Uhr (PuLa berichtete ebenfalls).

Unsere entsetzte Reaktion hier auf dem Blog, in der wir begründet und mit für jedermann nachvollziehbarem Bezug auf das Kirchenrecht dargelegt haben, warum das nicht zulässig ist (und warum es auch nicht bloß eine liturgische „Kleinigkeit“ ist), hat im Frühjahr unter den Angehörigen der Pfarrei Herz-Jesu-Weimar eine durchaus lebhafte Debatte ausgelöst: Die einen sagten, das kennten sie doch aus Amerika, die anderen, das kennten sie aber aus Frankreich (dazu später mehr), und es war auch verschiedentlich der Satz zu hören: „Ich fand es aber schön.“
Darauf müssen wir kurz eingehen. „Ich fand es aber schön.“ Aha. Ich nicht! „Ich aber doch!“, „Ich nicht!“… Sehen Sie, worauf das hinausläuft? Auf ein potentiell unendliches Palaver, das naturgemäß keine verbindlichen Maßstäbe kennt. Halten wir also zu Beginn fest, individuelles ästhetisches Empfinden spielt hier keine Rolle, kann es nicht spielen. Und damit das ganz klar ist: Unser Empfinden, die wir es ganz fürchterlich fanden, als solches auch nicht! Unser Empfinden war richtig,  weil und insoweit es sich mit den objektiven Normen der Kirche in Übereinstimmung befindet. Darauf kommt es in diesem Zusammenhang an, warum, das wird gleich deutlich werden.

Zum folgenden ist nämlich, so fürchte ich, eine Art begründender Vor-Satz erforderlich. Denn wenn immer ein deutscher Katholik sich daran macht, von ihm als solche wahrgenommene „liturgische Probleme“ nicht stillschweigend (bzw. im Wortsinne „leise weinend“) auf sich beruhen zu lassen, ist ja „Polen offen“, wie man hierzulande so schön sagt. Dann wird man gern als „Denunziant“ oder „Nestbeschmutzer“ oder was dergleichen Nettigkeiten mehr sind bezeichnet. Oder man wird aus dem Munde von geweihten Amtsträgern coram publico mit den Pharisäern der Zeit Jesu gleichgesetzt, und die erstaunte gottesdienstliche Versammlung muß mit  anhören, wie es angeblich auch heute noch hartherzige Gesetzesgläubige gäbe, wie damals. So hier geschehen. Nun, seit wir uns daran gewöhnt haben, als „Schädlinge“ und „Diaboli“ bezeichnet zu werden (vgl. hier und hier), trifft uns das persönlich nicht mehr. Und ich will auch an dieser Stelle nicht über die mangelhafte theologische Reflexion klagen, die dieser platten Gleichsetzung von „Norm der Kirche“ und „Gesetz des Alten Bundes“ so  offensichtlich in gleich mehrfacher Weise zugrundezuliegen scheint.

Das ist problematisch genug, aber hier geht es um etwas noch Grundsätzlicheres, es geht um die richtige Auffassung dessen, was geschieht, wenn wir in Gemeinschaft die Hl. Messe feiern, überhaupt.
Diese Feier ist nämlich niemals beschränkt auf die soziologisch zufällige jeweilige gottesdienstliche Versammlung (die man genau deshalb auch nicht ständig als „Gemeinde“ hypostasieren sollte, was häufig genug in durchsichtiger Absicht geschieht, vgl. hier), sondern jede Hl. Messe wird gefeiert in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche, was eben ganz besonders im Hochgebet deutlich wird.
Das „Wir“, das dort feiert, überall, in Weimar, Rom, Erfurt, Ouagadougou, oder wo auch immer, ist immer dieses „Gesamt-Wir“. Es ist die Kirche aller Orte (synchrone Ebene).
Und es ist genauso die Kirche aller Zeiten (diachrone Ebene), ein überaus „komplexes und vielfältiges Beziehungssystem“, wie das die Liturgiewissenschaftler einmal richtig sagen.

Und dieses Beziehungssystem ist eines, in dem es eines tut. Überall. Immer. Und zwar so, wie es die eine heilige Kirche, die wir im Credo bekennen, sagt. Genau so.
Im Kern des Kerns des Vollzugs unseres Glaubens, den das Hochgebet in der Hl. Messe darstellt, kann es daher keine Abweichung, keine Variation geben, die die Kirche nicht gutheißt (und schon gar kein eigenmächtiges Experiment).
Wer dennoch eine solche Abweichung praktiziert, der verletzt diese Einheit, der verletzt damit den Leib Christi, der wir alle sind. Nichts weniger.

Empfangt, was ihr seid: Leib Christi, damit ihr werdet, was ihr empfangt: Leib Christi. Sagt der Hl. Augustinus (vgl. Sermones 272, 227)

Ich habe das wahrhaft spät genug in meinem Leben begriffen, aber wenn man es einmal begriffen hat, dann empfindet man es auch. Ganz unmittelbar und emotional. Und dieses liturgische (und erst in zweiter Linie ästhetische) Empfinden ist eben gerade kein „elitäres“ Gefühl Einzelner (wie das so oft häßlicherweise unterstellt wird), sondern wie wir gerade gesehen haben, ein Empfinden in Gemeinschaft, der „etwas“ weiteren Gemeinschaft, die immer „anwesend“ ist, und um die es wirklich geht.

Und wenn Menschen, die (gewiß nicht aus eigenem Verdienst!) das so empfinden, wie es ist, diffamiert werden als verknöcherte Rechthaber um des Rechthabens willen, oder weil sie „den Pfarrer ärgern“ wollten oder wegen irgendeinem anderen Quatsch, der ihnen unterstellt wird, dann ist das ziemlich traurig und bedrückend. Freilich, vor dem Hintergrund des gerade skizzierten richtet es sich selbst und es sagt immer mehr über diejenigen, die so reden, als über diejenigen, auf die es zielt.

Soweit die Ausgangslage, theologisch und emotional und ich hoffe aufrichtig, die eine oder der andere wird nun ein wenig besser verstehen, warum ich das, was geschehen war, nicht auf sich beruhen lassen konnte.

Ich habe mich also daran gemacht, Briefe zu schreiben. Sehr vorsichtige Briefe, ganz anders als der erste Blog-Beitrag, der ja noch ganz aus der aufgewühlten Situation entstanden war, Briefe die lediglich das Faktum schilderten und die Frage stellten, ob das denn wohl mit den Regeln der Kirche übereinstimmen könne, was da geschehen war. Und dabei habe ich mich aus Respekt vor der hierarchischen Verfaßtheit der Kirche, aus Gründen der Fairneß und der Subsidiarität ganz systematisch von unten nach oben bewegt, was die Zuständigkeit angeht (wenn es Sie interessiert kann ich Ihnen die Briefe gerne zeigen!).

Und ich habe von jeder Ebene Antwort erhalten und zwar dankenswerterweise immer ausgesprochen zügig. Daran lag es nicht, daß sich die Sache so lange hingezogen hat. Das lag allerdings zweimal unter anderem am Inhalt der Antworten und der Notwendigkeit, sich danach, wie soll ich sagen, „neu zu justieren“; man soll ja nicht hastig sein, in solchen Dingen, nicht wahr?

Aus den Antworten, die ich erhalten habe, ausführlich zu zitieren, oder sie gar in Gänze zu veröffentlichen verbietet mir das ‚Fühlen mit der Kirche‘, aber einige Punkte müssen in allgemeiner Form schon kurz angesprochen werden.

  • Kein mündiger Gläubiger wird sich mit einem bloß behauptenden Satz ohne jede Begründung  zufriedengeben können, wenn es ihm erkennbar um etwas wirklich wichtiges geht.
  •  Auch in diesem Zusammenhang begegnete mir der Satz: „das ist eine französische Gewohnheit.“ Dazu ist zu sagen, daß  in einem einheitlichen Rechtsraum (wie es die Kirche ist) aus der Verletzung einer überall gleich geltenden Norm keinerlei Rückschluß gezogen werden kann, es könnte vielleicht doch „irgendwie gehen“, denn es gilt hier wie überall natürlich der Grundsatz: „Es gibt keine Gleichbehandlung im Unrecht“. Die Beobachtung ist daher unter dem Aspekt der Zulässigkeit irrelevant. Sollte sie empirisch zutreffen (was ich fürchte, aber nicht weiß) ist es nur umso dringender, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.
  •  Wenn schließlich implizit die Frage aufgeworfen wurde, ob das, was ich geschildert hatte, sich auch wirklich so zugetragen hätte, und damit zugleich die Denk-Möglichkeit im Raum stand, ich hätte in Bezug auf etwas, das mit der Hl. Eucharistie zu tun hat, die Unwahrheit sagen können, dann war in diesem Augenblick leider auch auf der persönlichen Ebene die Gelegenheit dahin, die Angelegenheit in den Grenzen des Bistums Erfurt zu halten.

Und so kam schließlich der Tag, an dem ich Post aus Rom erhielt.

„Vatikanstadt, den 17. September 2014, Prot.N. 494/14“

„Vatikanstadt, den 17. September 2014, Prot.N. 494/14“

Es war kurz nachdem am 16. September der zweite Blogeintrag erscheinen war, und wer sich u.U. damals gewundert hat, warum wir uns, im Vergleich zu der Erschütterung, der wir im Frühjahr Ausdruck verliehen hatten, quasi auf einen Nebensatz beschränkt haben, das lag eben daran, daß ich damals den Brief der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung erst noch erwartete.

Und der Inhalt des Briefs aus Rom? Keine Überraschung!
Da wurde exakt auf das Bezug genommen, was ich im März ebenfalls  zitiert hatte: Die Nummer 53 der Instruktion Redemptionis Sacramentum, die ihrerseits (in Anm. 132) verweist auf die grundlegende Norm in der Einführung in das Römische Meßbuch, bzw. der Grundordnung des Römischen Meßbuchs (die genauen Bezeichnungen folgen weiter unten)

Sie lautet:

12. Die Worte, die der Priester als Vorsteher spricht, verlangen von ihrem Wesen her, daß sie deutlich und vernehmlich vorgetragen werden, und daß alle Gläubigen aufmerksam zuhören. Deshalb soll gleichzeitig nichts anderes gebetet oder gesungen werden; auch Orgel und andere Musikinstrumente sollen schweigen.

Und? Warum habe ich das nicht schon Ende September hier geschrieben, sondern noch 8 Wochen zugewartet?
Gute Frage!

Die Antwort lautet: Weil es mir zu keinem Zeitpunkt darum ging, bloß zu sagen: „Ätsch, ich hab‘ recht und Rom sagt’s auch!“ 😉 , sondern weil ich wirklich verstehen wollte, was da abgelaufen war in den Köpfen der Verantwortlichen. Denn schon im Frühjahr, nach dem ersten Blogeintrag, hatte man „gehört“ (leider wie üblich nur indirekt…), das „ginge“ sehr wohl, das „wüßten nur manche Leute nicht“ und ich verstand einfach nicht, wie man auf diese Idee kommen konnte. Aber kurz nach Eintreffen des Briefes aus Rom „hörte“ man dann, (wiederum indirekt, ich muß wohl den Eindruck erzeugen, ich bisse, wenn man direkt mit mir spricht…) da stünde ja bloß „solle“ und also könne man ja auch anders.

Aha! Da lag also des Pudels Kern. Hier sollte mit der Rechtssprache argumentiert werden. Na dann!

Um das Ergebnis vorwegzunehmen:
Dieser Versuch basiert (bestenfalls) auf einem gravierenden Mißverständnis und führt im Ergebnis vollständig in die Irre.

Aber das auseinaderzuklamüsern hat eben noch ein wenig gedauert, sorry… 😉

Zunächst gilt es festzustellen, daß wir es mit einer Norm der Kirche zu tun haben. Deren im Fall einer notwendigen Interpretation, bzw. einer Auseinandersetzung über das Verständnis einer Vorschrift allein verbindliche Rechtssprache ist das Lateinische; das ist, wie ich es vor kurzem schon einmal geschrieben habe (hier), eben „unsere Sprache“, ob das allen paßt, oder nicht 🙂 . Auf Latein heißt die Vorschrift so:

32. Natura partium „praesidentialium“ exigit ut clara et elata voce proferantur et ab omnibus cum attentione auscultentur. Proinde dum sacerdos eas profert alia orationes vel cantus non habeantur, atque Organum vel alia instrumenta musica sileant.

Was uns hier interessiert, „steckt“ in den konjunktivischen Verbformen (non) habeantur und sileant. Man könnte sie etwas altmodisch ungefähr übersetzen mit „mögen nicht zu haben sein“, bzw. „mögen schweigen“. Also ist auch die Übersetzung mit „sollen“ nicht falsch. Es wäre ja auch eigentümlich gewesen, wenn seit Jahrzehnten in einem offiziellen Dokument der Kirche eine falsche Übersetzung gestanden hätte!

Auf die Übersetzungsfrage kommen wir gleich trotzdem noch einmal zurück, aber zunächst können wir uns nun erst einmal auf die Frage beschränken, wie in einem (kirchen-) rechtlichen Sinne das deutsche Wort „sollen“ zu verstehen ist.

Da ist schon von der deutschen Rechtssprache her zunächst klar: „Sollen“, bzw. „Nicht-Sollen“ haben ihren Platz in Gebots- bzw. Verbots-Normen. Diese Worte gehören nicht zum Bereich der „Kann-Vorschriften“! Vielmehr unterscheiden sie sich von den „Muß-Vorschriften“ vor allem darin, daß die Sanktionen im Fall ihrer Nicht-Befolgung schwächer ausfallen.
Von der Verwendung des Wörtchens „sollen“ auf „können“ und damit auf „freie Bahn“ zu schließen, ist also schon mal selbst im allgemeinen Rechtsverständnis schlicht falsch.

Weil man nun aber seine eigenen Überlegungen ja tunlichst immer noch mal überprüfen sollte, habe ich zu diesem Thema einen promovierten Kirchenrechtler aus dem Süddeutschen befragt (nach meinem Eindruck kein ausgewiesener Traditionalist!), dem ich für die ausführliche Antwort auch an dieser Stelle sehr herzlich danke!

Er hat den Sachverhalt bestätigt und auf die Formel gebracht, die diesem Beitrag den Titel gegeben hat:

„Soll ist muß, wenn kann“

Und da wohl kaum eine Situation denkbar ist, in der es nicht möglich ist, während des Hochgebets keine Musik (oder anderes „Geräusch“) zu machen, ist die zwingende Schlußfolgerung klar: Musik während des Hochgebets ist nicht zulässig, sie muß unterlassen werden.

Und nun kommen wir wieder auf die Frage der Übersetzung zurück: Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, daß vor der gleichen Vorschrift in zwei Sprachen oben zwei verschiedene Ziffern stehen, die 12 und die 32. Das liegt daran, daß sich die (lateinische) Formulierung der Norm seit (spätestens) 1969 (!) nicht geändert hat, sie aber mittlerweile in einem veränderten Umfeld steht.

Und im Augenblick gibt es tatsächlich auch zwei deutsche Übersetzungen!
Und beide sind seitens des Vatikan approbiert und von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht. Wie das sein kann?
Gute Frage!

Das hängt damit zusammen, daß in Deutschland seit Jahren nicht umgesetzt wird, was gesamtkirchlich Stand der Dinge ist, das Römische Meßbuch in der dritten Auflage nämlich. Die (problematischen) Gründe dafür zu beschreiben würde den Rahmen dieses Artikels vollends sprengen, aber was „unsere Norm“ betrifft, so hat sie aktuell im „ Missale Romanum, Editio typica tertia, 2002“ im Bereich der „Institutio generalis“, der „Grundordnung des römischen Meßbuchs, Vorabpublikation durch die DBK 2007“ (GRM), eben die Nummer 32, während sie vorher in der Allgemeinen Einführung in das Römische Meßbuch (AEM) die Nummer 12 hatte.

In Deutschland ist nun aber nach wie vor das „Meßbuch für die Bistümer des deutschen Sprachgebietes, Zweite Auflage, gemäß Editio typica altera des Missale Romanum, 1975 [und weiteren Ergänzungen] zuletzt 1996“ in Kraft, weil die dritte Auflage nicht (weiter) übersetzt wird.

Wer nun mir, bzw. meinen Überlegungen nicht trauen will und auch nicht einem ausgewiesenen Kirchenrechtler, wenn er schreibt: „die korrekte Bedeutung eines Sollens im rechtlichen Sinne [ist] nicht so verbreitet, wie es nötig wäre. Diese Bedeutung kann man kurz so fassen: „soll ist muss, wenn kann“. Sofern also kein Hinderungsgrund vorliegt, ist ein Sollen nicht bloß ein Können, sondern ein Müssen.“, der lese bitte die höchstoffizielle Übersetzung der Vorschrift aus dem Jahre 2007:

32. Die Texte, die der Priester als Vorsteher spricht, verlangen von ihrem Wesen her, daß sie mit deutlicher und lauter Stimme vorgetragen und von allen aufmerksam angehört werden. Deshalb ist gleichzeitig nichts anderes zu beten oder zu singen; auch Orgel und andere Musikinstrumente haben zu schweigen.

Sehen Sie? „Ist“ und „haben zu“, also glasklare Muß-Formulierungen, haben das „sollen“ abgelöst, offenbar in der Absicht, das immer schon gemeinte nun auch aber wirklich für jedermann unzweideutig darzulegen.

Nochmal: An der Vorschrift selbst, ihrer lateinischen (d.h. letztgültigen) Formulierung, ihrer Verbindlichkeit und der zwingenden Interpretation hat sich seit über 40 Jahren nichts geändert! Die neue Übersetzung ist lediglich eine, wenn auch vielsagende, Verdeutlichung.
Niemand kann sich auf das „sollen“ beziehen, der etwas anders machen möchte, denn „sollen“ ist insoweit „müssen“ und niemand kann sich auf die Noch-Gültigkeit des Meßbuchs von 1975 beziehen, denn da stand immer schon das gleiche drin.

Musik (oder anderes Geräusch) während des Eucharistischen Hochgebets ist verboten. Das ist keine erlaubte Variation in der Feier der Hl. Messe.

Sie finden die Quellen unter den folgenden Links: Die „Institutio Generalis Missalis Romani“ in der ursprünglichen Fassung von 1969 hier (lateinisch), die AEM in der Fassung von 1975 [1996] hier (deutsch) und die GRM in der Vorabpublikation von 2007 hier (deutsch, beachten Sie bitte auch das Vorwort von Kard. Meisner). Und hier noch einmal der Link auf die Instruktion Redemptionis Sacramentum.

Bleiben noch zwei Fragen:

Zunächst: Wie sieht es denn im kirchlichen Zusammenhang aus mit der Frage der Rechtsfolgen? Ich hatte ja oben im allgemeinrechtlichen Zusammenhang geschrieben, bei „Soll-Vorschriften“ falle deren Sanktionierung nicht so stark aus. Gilt das hier auch? Nein, denn dieses „Sollen“ ist eben wirklich ein „Müssen“! Schon im März habe ich auf die einschlägige Passage in Redemptionis Sacramentum hingewiesen: „174. Darüber hinaus sind jene Handlungen, […] die an anderen Stellen dieser Instruktion […] behandelt werden, nicht als geringfügig einzustufen, sondern zu den anderen Mißbräuchen zu rechnen, die gewissenhaft vermieden und korrigiert werden müssen.“ (Hervorhebung von mir)
Dementsprechend heißt es in dem Schreiben der Gottesdienstkongregation an mich: „Dieses Dikasterium möchte Ihnen versichern, dass diese Kongregation das von Ihnen eingesandte Material genauestens studiert hat und sich mit der zuständigen kirchlichen Autorität in Verbindung setzen wird […]“. Und das „In Verbindung-Setzen“ geschieht keineswegs immer, manchmal erhält man als Antwort auch bloß die freundliche Aufforderung, doch mit der örtlichen Autorität in Kontakt zu bleiben, wie ich in meiner zwischenzeitlichen Beschäftigung mit derartigen Schreiben aus Rom gelernt habe (was man so alles lernt, wenn man einer solchen Frage nachgeht… 🙂 ).

Die noch wichtigere Frage ist aber, was ist eigentlich die geistige und seelische Grundlage dafür, daß man überhaupt ein derartiges Phänomen antrifft? Was führt dazu, daß es offenbar Menschen gibt, die solange es irgendwie geht versuchen, eine von vorneherein unhaltbare Position zu verteidigen?
Dabei steht eines fest: Auf das Zweite Vatikanum kann man sich dabei gerade nicht berufen! Die Vorschrift stammt unmittelbar und unverändert aus der Zeit der nachkonziliaren Liturgiereform und sie entspricht ja auch hundertprozentig den damaligen Anliegen: Es ging ja eben u.a. genau darum, daß die „Vorsteher-Gebete“ nun von jedem gehört werden können sollten! Sollte es unter denjenigen, die in jedem zweiten Satz „das Konzil“ heraufbeschwören, am Ende solche geben, denen es weniger um das (21. ökumenische 😉 ) Konzil und seine Inhalte, als vielmehr um ihre (liturgische) Selbstermächtigung geht?  Um das „Sich-nichts-sagen-lassen-wollen“ von „Rom“? Dazu darf ich an die Nummer 27 aus Redemptionis Sacramentum erinnern:

„Der Apostolische Stuhl hat seit dem Jahr 1970 das Aufhören aller Experimente bezüglich der Feier der heiligen Messe angemahnt und dies im Jahr 1988 von neuem bekräftigt. […]“

Seit 1970!

Ich möchte den hier vor Ort Handelnden eine solche Haltung nicht unterstellen, sondern nur ein allerdings erhebliches Ausmaß fehlender Rechtskenntnis konstatieren, das aber, wie ich fürchte, auch nur in dem nun schon jahrzehntealten Klima wachsen konnte, einem Klima, das „Recht“ bloß als Einschränkung, als Behinderung zu empfinden in der Lage war. Traurig.

Nun, ich bin jetzt ein wenig erleichtert, daß es vorbei ist, aber ich habe mir diese Arbeit jedenfalls wirklich gerne gemacht und ich bin sehr dankbar für die, wenn ich so sagen darf, „spirituelle Rechtssicherheit“, die damit hergestellt ist, denn künftig ist, durch das Schreiben aus Rom nach Erfurt (und ein bißchen vielleicht auch durch diesen Beitrag), ein weiteres Fortleben dieses schlimmen Mißverständnisses für unser Bistum ja nun zum Glück völlig ausgeschlossen.

Hoffen wir, daß es nicht noch weitere Fälle geben wird, in denen das so lange dauert. 😉

“Und jetzt ein paar Tips zum Selber-Nähen”

Ooops! Geht PuLa jetzt unter die Do-it-yourself-Blogs? Und wo bleibt da der OCC (obligatory catholic content)?

Kein Problem, der kommt, lesen Sie nur weiter! 😉

Anfang November hatte ich hier ohne viel Kommentar weil ich fand, daß es dessen nicht bedurfte, ein Video präsentiert, in dem für das Tragen des Schleiers in der Hl. Messe geworben wird (hier). Das kam aus Amerika und wie sie dort eben so sind, wie sie sind, nennen sie ihre Initiative gleich den „Globalen-Trag-den Schleier-Tag“ (Global wear the veil day).
Naja, der Tag dafür ist jedenfalls sehr gut gewählt, denn der 8. Dezember ist natürlich wahrhaft ein global, nein, ein kosmisch bedeutsamer Tag:

Das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, die „Immaculata conceptio“ oder, im deutschen Festkalender, „Mariae Erwählung“.

P.P. Rubens, Immaculata, um 1630, Prado (Bild: Wikimedia Commons, Jean-Pol GRANDMONT)

P.P. Rubens, Immaculata, um 1630, Prado (Bild: Wikimedia Commons, Jean-Pol GRANDMONT)

Und, schauen Sie selbst, trägt sie nicht auch einen Schleier? Freilich, sie trägt bereits den immateriellen Schleier der ewigen Herrlichkeit, der für uns nicht zugänglich ist, hienieden…

Und deswegen befassen wir uns eben mit irdischeren Schleiern! Ich hatte im Kommentarbereich zu dem Video ja versprochen, ein Transkript des englischen (eigentlich „kalifornischen“…) Textes bringen zu wollen, und ich habe mich auch bemüht, Kontakt  zu der verantwortlichen amerikanischen Institution aufzunehmen – leider hat der (weibliche) „director of communications“ darauf nicht reagiert , naja 🙁 . Aber: Die deutsche Blogoezese verfügt über erhebliche Ressourcen und so danke ich der sehr geschätzten Kollegin Lara von dem sehr lesenswerten Blog „Lara liest“ (hier) sehr für ihre Hilfe; da versteht, ich erkenne es neidlos an!, jemand gesprochenes amerikanisches Englisch noch ein bißchen besser als ich, prima!

Hier also zunächst nochmal das Video

Und hier Transskript und Übersetzung:

“Hi! I’m Mimi Gomez. I’m a homeschooling mother of four and one of the coordinators of the coffee-social  here at St. Anne’s Catholic church in San Diego. A Latin Mass FSSP Apostolate.

And I invite YOU to wear a veil on December 8th.”

 

Hallo, mein Name ist Mimi Gomez, ich unterrichte meine vier Kinder zuhause und ich bin eine der Organisatorinnen der Kaffeerunde hier in der katholischen Sankt Anna Kirche in San Diego, ein Apostolat der Petrusbruderschaft mit der Messe in der Außerordentlichen Form

Und ich möchte SIE dazu ermuntern, am 8. Dezember eine Mantilla zu tragen.

Inzwischen gibt es übrigens mindestens fünf Videos in der Reihe nur aus diesem Jahr (auf YouTube nach „Wear the veil day“ suchen oder einfach hier klicken) aber das mit Mimi Gomez gefällt mir immer noch am besten (nicht zuletzt wegen des wunderbaren Gesichtsausdrucks eines ihrer (?) Kinder bei 0:30, einfach köstlich!).

Persönlich habe ich ja leider noch nicht soviel Erfahrung mit Frauen, die in der Hl. Messe einen Schleier tragen, ich kenne es nur von einigen Blogger-Kolleginnen (die ich ja leider viel zu selten sehe) und da fand ich es immer ganz wunderbar, schön, würdig und stimmig.

Ob die Seltenheit vielleicht auch daran liegt, daß wir, anders als (natürlich!) in Amerika, hierzulande nicht so einfach eine Mantilla kaufen können?
Hm!

Das Problem ist lösbar!
Bitte sehr, eine kleine Link-Liste zum Thema: „Wie schneidere ich mir meinen eigenen Schleier“:

Hier

Hier

IMG_0657 mantilla 2

Mantilla-Nähen 1 (Bild: Pondered in my Heart, vgl. Link)

Hier

Hier

Hier

http://3.bp.blogspot.com/-5vFq--tLGzk/TamrVMNVtxI/AAAAAAAAAoY/GY5tjjHBJ5s/s1600/DSCF6950.JPG

Mantilla-Nähen 2 (Bild: Lavished with His Love, vgl. Link)

Hier

und

Hier

(die letzten beiden Links gehen auf kommerzielle Angebote aus den USA mit hübschen Anregungen)

Das wäre doch eigentlich auch mal ein vielversprechendes Betätigungsfeld für den Kreis, der unseren Adventsbasar bestückt! Die dort Tätigen sind ohnehin wahre Künstlerinnen, na, mal schauen! 😉

Und wer zum guten (vorläufigen) Ende das alles nur für eine hoffnungslos zurückgebliebene Marotte hält, sollte vielleicht einmal nachdenken über die jüdische Tradition, bzw. die dortigen Vorschriften, die ja auch Männer betreffen.
Über vieles Vergleichbare in der gesamten Religionsgeschichte.
Und darüber, daß der Gedanke der Verhüllung vor dem Heiligen, der uns so fremd scheint, tief biblisch begründet ist, sehr tief:

Dann fuhr [der HErr] fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. (Ex 3,6)

Sagt uns das „heute“ wirklich nichts mehr?

 

PS: Ich liebe Geschichten wie diese, wo man, wenn man anfängt zu schreiben, noch nicht so genau weiß, worauf es hinausläuft, denn sie bergen häufiger als nicht Überraschungen, auch angenehme! Im Zusammenhang mit der Stelle aus dem Exodus-Buch habe ich eine wirklich lesenswerte Ansprache („Predigt“) gefunden von Benedikt Kranemann, den ich damit sehr gerne einmal im positiven Sinn erwähne, hier entlang, bitte. (ok, zum Schluß wird’s ein klein bißchen sozialromantisch, so von der Tendenz, 😉 aber dennoch!)

 

Boni-Bus encore: Dumm gelaufen…

Golden schien die Novembersonne am vergangenen Sonntag auf die Pfarrkirche und golden leuchteten die Blätter der Gingko-Bäume auf der anderen Seite des Platzes (der besser „Kirchplatz“ oder noch besser „Carl-Lampert-Platz“ o.ä. hieße, als so, wie er heute heißt, aber das ist eine andere Geschichte…).
Ein sehr weimarisches Bild also, der ikonische Goethe-Baum und die leicht eklektizistische Kirche aus Weimars Silbernem Zeitalter (vgl. hier).

Herz-Jesu, Weimar am 9.11.14 (eigenes Bild)

Herz-Jesu, Weimar am 9.11.14 (eigenes Bild)

Doch trotz soviel „Gold“ fiel mir noch ein weiterer kleiner Farbfleck ähnlicher Art ins Auge.

K1024_Schaukasten weit

Schautafel (eigenes Bild)

Was war das nur?

Schaukasten näher (eigenes Bild)

Schaukasten näher (eigenes Bild)

Na sowas! Ein Boni-Bus!

Schaukasten Detail

Schaukasten, Detail (eigenes Bild)

 

Eines muß man den Verantwortlichen bei uns ja lassen: Nerven haben sie. Denn es braucht doch wohl ein gerüttelt Maß an Kaltschnäuzigkeit, gerade den Boni-Bus der Pfarrei abgeschafft zu haben (PuLa berichtete) und dann dieses Plakat aufzuhängen, das für Spenden wirbt – um Boni-Busse zu kaufen! Nur daß wir vermutlich so schnell nicht wieder einen kriegen werden. Dumm gelaufen…

„Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich  ungeniert“, auch so könnte das Motto lauten. 🙁

 

Das Parkver/gebot

Das Parkver/gebot

Ein Sketchlet für vier Personen

 

Wundersdorf/ Oderbruch. Im Umkreis der katholischen Pfarrkirche Maria hilf!.
Richard, Edith, Emily und Teresa schlendern nach Hause, nachdem sie die Messe besucht und sich danach noch ausgiebig mit Freunden ausgetauscht haben. Auf ihrem Weg kommen sie am Pfarrhaus vorbei.

Edith: Guck mal, der Kaplan parkt jetzt immer auf dem Pfarrhof statt im Carport hinterm Haus.

Richard: Wahrscheinlich darf er da grad nicht mehr parken.

Teresa: Wieso, „darf“?

Richard: Na, einfach so. Euer Chor darf ja auch nicht mehr ins Gemeindehaus. Ab und zu mal ein bißchen was verbieten, das hält schön die Stimmung am Boden.

Edith (mit gespielter Entrüstung): „Einfach so!“ Ich muß doch sehr bitten! Unser Herr Pfarrer macht doch nichts einfach so! Er hat es uns doch in der Predigt gerade erklärt: In einer Gemeinde muß sich jeder seinen Platz suchen und das ist nicht für jeden derselbe.

Richard (lacht): Stimmt! Das hat er gesagt.

Teresa: Da meinte er den Parkplatz?

Emily: Ich dachte schon, er meint Corinna.

Edith: Wieso denn Corinna?

Emily: Na, weil sie doch die einzige ist, die gegen Vielfalt…

Da ist die Familie gerade jenseits des Gemeindehauses beim ehemaligen Stellplatz des im Sommer nach Berlin verschenkten, nach Sachsen verkauften oder einfach so verschwundenen Pritschenwagens angekommen . Man sieht frische Fahrzeugspuren im nachgewachsenen Gras. Verblüfft bleibt Richard stehen.

Richard: Guckt mal! Wo der Pritschenwagen für unsere Schafe stand, sind frische Wagenspuren!

Teresa (erfreut): Gibt es einen neuen?

Edith: Ich fürchte, nein. Die Sekretärin mußte da neulich ihren Bulli parken – Donnerstag hab ich sie stehen sehen.

Teresa: Echt jetzt?

Emily (schnaubt verächtlich): Kaum postet ein Schaf das Verschwinden, versuchen sie, die Spuren zu verwischen …

Edith: … indem sie neue Spuren machen.

Richard: Irgendwie paradox: Spuren machen, um Spuren zu verwischen …

Edith: Wenn’s nur das einzige Paradoxon in unserer Gemeinde wäre … leider gibt es noch viel schlimmere.

Teresa (balanciert auf einer Mauer): Jetzt fangt nicht wieder davon an!

Richard: Teresa hat Recht! Freuen wir uns lieber, daß die Sekretärin jetzt auch einen neuen Parkplatz hat!

 

ENDE

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

Ja, so geht’s zu in Wundersdorf! Aber ob damit schon die Geschichten von den verschwundenen Autos beendet sind? Wir werden sehen!

„Ich hatte eine Farm in Afrika“

„Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuße der Ngong-Berge …“

… erzählt Karen Blixen.

und blickt gegen Ende ihres Lebens, wieder in Dänemark, wehmütig zurück auf ihren Verlust, wobei, nebenbei bemerkt, dieser Verlust viel zu tun hatte mit der erschreckenden und tieftraurigen moralischen Desorientierung der „besseren“ Kreise jener Jahre, als die Moderne-Besoffenheit erste traurige „Höhepunkte“ der „Befreiung“ zeitigte aber immerhin manchmal aus der Misere noch Literatur geboren wurde – vermutlich, weil sich die Menschen immerhin noch an anderes erinnerten. Heutzutage sind wir da natürlich „weiter“ und die Verwirrung hinsichtlich der  praktischen Folgen, gerade hinsichtlich der praktischen Folgen der Aufweichung des Eheverständnisses hat auch höchste Kirchenkreise erreicht, wie wir angesichts der jüngsten vorbereitenden Synode feststellen durften. Ja, wir sind wahrlich erheblich „weiter“… 🙁

Das elegische Schlußthema aus „Jenseits von Afrika“ paßt zum nun folgenden.

Aber bevor Sie jetzt meinen, ich wollte Kardinal Kasper u.a. empfehlen, Blixen zu lesen (obwohl das vielleicht am Ende keine so schlechte Idee wäre…), nein, nein, wir ‚bleiben bei unserem Leisten‘!

 

Das Tor zur Farm?

Das Tor zur Farm in Afrika? (Eigenes Bild)

Und schauen daher lieber auf das, was unsere Pfarrei Herz-Jesu-Weimar alles einmal hatte. Und das war einiges, von Literaturkreisen und Lateinkursen über Kinder- und Jugendchöre, professionellen Organisten und deren Studenten, überdurchschnittlich vielen Kantoren und Lektoren und jeder Menge netter Kinder und Jugendlicher, die gerne ministrierten.

Und – wir hatten einen Boni-Bus.

Ach so, Sie kommen nicht aus der mitteldeutschen (oder anderen) Diaspora und wissen daher nicht, was ein Boni-Bus ist? Na, dann müssen wir ein bißchen ausholen!

Ein "BONI-Bus" des Bonifatiuswerkes (Foto: Klaus-Peter Semler)

Ein „BONI-Bus“ des Bonifatiuswerkes (Bild: Bonifatiuswerk, Klaus-Peter Semler)

Das ist ein Boni-Bus! Ein VW-Bus (es gibt auch Boni-Caddys, auch sehr hübsch!) in leuchtendem Gelb, der überwiegend, nämlich zu zwei Dritteln, finanziert wird von der Verkehrshilfe des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken:

„Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben.
Mit seiner Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.“

Genau so war das auch bei uns! Der Bus fuhr Jugendliche in die Bildungshäuser, (gelegentlich) Sternsinger in die Staatskanzlei, Ministranten ins Schwimmbad oder Pfadfinder ins Eichsfeld und und und.

Wir wollen jetzt mal davon schweigen, daß er für die „falschen Leute“ natürlich nie zur Verfügung stand, denn was nun geschehen ist, ist noch viel gravierender:

Der Bus ist nämlich weg!

Wirklich, wer schon seit längerem glaubt, ihn nicht mehr gesehen zu haben, der täuscht sich nicht:

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Otto-Neururer-Haus ohne Boni-Bus (eigenes Bild)

Dort stand er jahrelang – und nun nicht mehr. Und fährt nicht mehr hier, in der Diaspora, herum und macht ergo auch keine Werbung mehr für „Katholiken unterwegs“; traurig eigentlich, oder?

Kaum mehr eine Spur ("vestigia non cognoscentur" , für Kenner ;-) ) (Eigenes Bild)

Kaum mehr eine Spur („vestigia non cognoscentur“, für Kenner 😉 ) (Eigenes Bild)

Da die jüngsten Protokolle des Pfarrgemeinderates, wenn sie nach ihrer „Absegnung“, d.h. meist Wochen nach der entsprechenden Sitzung, im Schaukasten hingen, allesamt keine Auskunft über eine etwaige Diskussion zum Thema Boni-Bus gaben, hat PuLa für Sie nachgefragt.

Wir haben in drei verschiedenen Situationen jeweils einzeln drei Gemeindemitglieder befragt, die entweder hauptamtlich in der Pfarrei beschäftigt sind oder in einem der wenigen verbliebenen Ehrenämter der Gemeinde einen theoretisch verantwortungsvollen Posten bekleiden.

Die Frage: „Was ist eigentlich mit dem Boni-Bus?“ lieferte folgende drei Antworten.

Antwort 1: „Der wird verschenkt – und ich könnte jemandem dafür [zensierter Kraftausdruck]!“

Antwort 2: „Der ist verkauft. Der war schon kaputt, wenn man die Fenster öffnen wollte, fielen sie raus. Der war schon alt. Der ist verkauft, an eine Gemeinde in Sachsen.“

Antwort 3: „Der ist weg. Den gibt’s nicht mehr. Das ist eine Sache, die muß man nicht verstehen, aber er ist weg. – Er war schon alt.“

Alles klar?

Klar ist jedenfalls (und das haben weitere Äußerungen von Leuten, die sein Fehlen jetzt ausbaden müssen, bestätigt!):

Der Bus wurde gebraucht!

Und klar scheint weiterhin, hier wurden, wieder einmal, einsame Entscheidungen getroffen.
PuLa ist ja bekanntlich kein Freund intensiver Gremienhuberei, aber das hätte nun einmal wirklich auch den PGR betroffen, denn hier geht es um ganz praktische pastorale Belange.

Den Kirchenvorstand sowieso, denn wer meint, der Bus, der tatsächlich ca. 10 Jahre alt gewesen sein muß, wäre nichts mehr wert gewesen, der irrt gewaltig! Jeder, der sich auch nur ein ganz klein bißchen auskennt, weiß ja ohnehin, daß der „Bulli“, wie er gern liebevoll genannt wird, also der VW-Transporter in seinen verschiedenen Ausprägungen, nichts weniger ist, als eine deutsche Auto-Ikone (gebaut seit 1948!!, vgl. hier) und von einem geradezu legendär hohen Wiederverkaufswert!

Wie sich  leicht auf verschiedenen Bewertungsportalen im Internet nachvollziehen läßt, war auch unser ehemaliges Exemplar sicher noch bis zu ca. 10.000 € wert! Da hätte man, um auf Antwort 2 einzugehen, ganz gewiß ein paar Fenster reparieren lassen können…

Tja, klar ist jedenfalls auch, von einem möglichen Verkaufserlös müssen, analog zur gesponserten Anschaffung, auch wieder Zweidrittel an das Bonifatiuswerk abgeführt werden, wer damit also u.U. irgendein Loch in der Kasse (es wird ja gerade mal wieder gebaut…) stopfen wollte, wird nicht soviel davon haben, denn das Bonifatiuswerk weiß natürlich von dem Verkauf (oder dem weniger wahrscheinlichen Verschenken). So wurde uns jedenfalls beim zweiten Anruf dort versichert (ob zwischen unserem ersten und unserem zweiten Anruf hier irgendwelche „Brände zu löschen“ waren, darüber wollen wir nicht spekulieren).

Weitaus schwerwiegender als diese finanziellen Fragen ist aber der Zweifel, ob es unter diesen Umständen mit Aussicht auf Erfolg möglich sein wird, erneut einen Boni-Bus zu beantragen! Denn die Pfarrei, die das Fahrzeug abgibt (egal, ob verkauft oder verschenkt), signalisiert damit aus Sicht des Bonifatiuswerks natürlich. „Wir haben keinen Bedarf (mehr)!“. Und das, so unsere Gesprächspartner dort, verringert natürlich die Chancen auf eine erfolgreiche Neubewerbung um eines der begehrten Fahrzeuge erheblich.

Hm, lassen wir einmal die letzten Jahre ausschnittweise an uns vorüber ziehen:

Kindergarten in Trägerschaft der Pfarrei – weg.

Jugendchor – weg.

Lateinkurs – weg.

Kinderschola – weg.

Literaturkreis – weg.

Orgelprofessor- weg.

Alte Beichtstühle – weg.

Viele Lektoren und Kantoren – weg.

„Zugezogene“ in den Gremien – weg.

Boni-Bus – weg.

Wie vieler Verluste bedarf es eigentlich, bis endlich jemand handelt?

Und was haben wir eigentlich dafür bekommen?!

Ach ja, einen neuen Fußboden und Kissen auf den Kirchenbänken, ich vergaß! 🙁

Irgendjemand hat dazu mal was gesagt, wer war das noch gleich?

Stimmt, der Papst:

„Viele Erleichterungen dürfen wir seitens der Kirche dankbar hervorheben, seien es neue Möglichkeiten der pfarrlichen Aktivitäten, seien es Renovierung und Erweiterung von Kirchen und Gemeindezentren, seien es diözesane Initiativen von pastoraler oder kultureller Art. Aber die Frage steht natürlich vor uns: Haben diese Möglichkeiten uns auch ein Mehr an Glaube gebracht? Ist der Wurzelgrund des Glaubens und des christlichen Lebens nicht tiefer als in der gesellschaftlichen Freiheit zu suchen? Viele entschiedene Katholiken sind gerade in der schwierigen Situation einer äußeren Bedrängnis Christus und der Kirche treu geblieben. Wo stehen wir heute?“
(Predigt von Papst Benedikt XVI. auf dem Erfurter Domplatz am 24.September 2011, Hervorhebungen von mir, vgl. hier und hier)

Ich habe das schon einmal geschrieben: Er hat von uns gesprochen!

Selten…

…ganz selten spricht ein Video einfach mal für sich!

Enjoy! 🙂

Nicht zu glauben! Tweets mit Hand und Huf (hoffentlich!)

Wundersdorf! Ja, Wunders-dorf, das uns allen wohlbekannte Örtchen im Oderbruch, trägt seinen Namen wahrlich zu Recht!

Sie werden es nicht glauben, was heute nachmittag passiert ist: Das Smartphone meldet mit dezentem Glockenton den Eingang einer Email, in feiertäglicher Gelassenheit wird der Lockscreen entsperrt, der Email-Eingang aufgerufen – und dann DAS:

„Via Twitter: @Kohle_das_Schaf  folgt Dir jetzt auf Twitter“ !!!

Und es ist wirklich wahr: Kohle, das uns wohlbekannte schwarze Schaf von der Weide nahe bei Wundersdorf hat jetzt einen Twitter-Account. „Katholische Tweets von der Weide“ will er verbreiten.
Na, so, wie wir ihn kennengelernt haben, dürfen wir uns da ja auf einiges gefaßt machen…

Jetzt versteht man jedenfalls etwas besser, warum er schon vor ein paar Wochen so erkennbar Oberwasser hatte (vgl. hier) und was er erst gestern meinte, als er von „publik werden“ raunte (hier, zum Ende).

Aber es ist ja klar, wir folgen ihm jetzt auch und wir empfehlen Ihnen das ebenfalls! Suchen Sie: @Kohle_das_Schaf auf Twitter, das gute Tier freut sich bestimmt!

Und damit Sie ihn sich ein bißchen besser vorstellen können, haben wir unsere guten Beziehungen in den Oderbruch spielen lassen, um Ihnen ein Bild von Kohle präsentieren zu können; hier ist er!

Kohle auf der Weide bei Wundersdorf (Oderbruch)

Kohle auf der Weide bei Wundersdorf (Oderbruch)

Selbst ist das Kind

Spontane (!) Aktion der kleine(re)n Tochter:

Widerstand ist machbar, Herr Nachbar ;-)

Widerstand ist machbar, Herr Nachbar 😉

(Und bevor Sie’s sagen: Ja, wir könnten mal wieder das Messing putzen! Aber man kommt nicht rum als Blogger; was schon wieder alles passiert ist…. 😉 )

PS: Das Bildchen „läuft“ gerade auch auf Twitter gut: @GGLamers