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Der Adventskalender mit dem Hl. Hilarius v. Poitiers, Tag 1

Man darf aber nicht bezweifeln, daß das, was in den Psalmen gesagt ist, auf eine der Lehre des Evangeliums gemäße Weise verstanden werden müsse, so daß, aus was immer für einer Person der prophetische Geist geredet haben mag, dennoch dieses ganz auf die Erkenntnis der Ankunft unseres Herrn Jesu Christi, seiner Menschwerdung, seines Leidens, und seines Reiches, und auf die Herrlichkeit und Kraft unserer Auferstehung sich bezieht.

Es sind aber alle Weissagungen für den Verstand und die Klugheit der Welt verschlossen und versiegelt nach jenem Ausspruch des Isaias: ‚Und es werden für euch alle diese Worte sein, wie die Aussprüche dieses versiegelten Buches. Denn mag man auch zu einem Manne, welcher die Schrift kennt, sagen: Lies dieses ! so wird er antworten: Ich kann es nicht lesen, denn es ist versiegelt.‘ [Jes 29,11]

(Tractatus in psalmos 5, Hervorhebung von mir)

Der Adventskalender mit dem Hl. Hilarius v. Poitiers, Vorabend

Die sechste Ausgabe des traditionellen Adventskalenders auf PuLa soll in diesem Jahr mit Texten des Hl. Hilarius von Poitiers (um 310 -367) bestritten werden.

Wie ich dazu gekommen bin, diese große Bischofsgestalt des 4. Jahrhunderts“ (Benedikt XVI.) auszuwählen, kann ich, wenn ich ganz ehrlich bin, gar nicht genau sagen. Aber irgendwann „wußte“ ich es eben, soll heißen, anders als in den Vorjahren ging der Wahl keine längere Lektüre oder sonstige Beschäftigung mit dem Heiligen voran – mal sehen, wohin uns das bringt!

Freilich, es gibt jede Menge guter Gründe, Hilarius zuzuhören, das wußten neben anderen schon die Hll. Augustinus und Hieronymus, die ihn öfter zitieren und so wurde er vom Sel. Pius IX. im Jahr 1851 zum Lehrer der Kirche erhoben.

Ja, und nur ein wenig um die Ecke gedacht gibt es sogar eine Art Beziehung zu Thüringen!

Um das Jahr 310 (o. 315) wurde Hilarius in eine vermutlich noch heidnische Familie im damaligen römischen Pictavium geboren, erhielt eine solide literarische und philosophische Erziehung und empfing um 345 die Taufe. Weniger als 10 Jahre später wählten ihn die Christen seiner Heimatstadt zum Bischof, ein Phänomen der damaligen Zeit, das wir vom Hl. Martin kennen.

Hilarius Bischofsweihe

Hilarius‘ Bischofsweihe (Miniatur, 14. Jh., Bild: Wikicommons, Richard de Montbaston et collaborateurs)

Und zwischen den beiden Heiligen bestanden enge Beziehungen! Der ältere Hilarius hat vermutlich Martin getauft, ihn aber auf jeden Fall zum Exorzisten berufen, später, um 360, gründete Martin mit seiner Hilfe die Abtei St. Martin de Ligugé, die, nach sehr, sehr wechselvoller Geschichte bis heute besteht.

Zu diesem späten Zeitpunkt, wenige Jahre vor seinem Tode, hatte sich Hilarius in der gesamten damaligen Christenheit einen Ruf erworben und große Verdienste – die bis heute währen!

Denn er steht nicht nur am Anfang der christlichen Hymnologie, hat nicht nur den ältesten bekannten lateinischen Kommentar zum Matthäus-Evangelium geschrieben, nein, in langen und erbitterten Auseinandersetzungen mit der tödlichen Gefahr des Arianismus hat er sich den Ehrentitel: „Athanasius des Westens“ erworben oder auch „Malleus Arianorum“ der ‚Hammer gegen die Arianer‘. 😉

Die Einzelheiten des Hin und Her in diesem langen Kampf, soweit sie sich in der Biographie ‚unseres‘ Heiligen niedergeschlagen haben, mögen Sie, wenn Sie wollen, selber nachlesen, hier oder besser hier (englisch), vielleicht gehen wir von Fall zu Fall auch in den einzelnen Beiträgen noch darauf ein. Jedenfalls teilte er mit seinem großen Bischofskollegen Athanasius das Schicksal der Verbannung: Im Jahr 356 mußte er Gallien verlassen und sich nach Phrygien in der heutigen Türkei begeben. Ins Innere der heutigen Türkei, nicht etwas an die Küste, aber wenn die Absicht war, Hilarius damit zum Schweigen zu bringen, so ist dies krachend gescheitert: Nein, auch von dort aus setzte er in Briefen in Richtung Westen sein segensreiches Wirken fort.

Dabei betonen frühe Zeugen ebenso seine Klarheit in den zentralen Punkten wie seinen Sanftmut im persönlichen Umgang und seine Bereitschaft zur Versöhnung und dazu, Abstufungen im Irrtum auf Seiten der Gegner anzuerkennen, in dem Versuch, sie als Schritte hin zur vollen Wahrheit gelten zu lassen. Papst Benedikt schreibt 2007: „Manche alte Autoren glauben, daß [der] antiarianische Umschwung der Bischöfe Galliens großenteils der Standhaftigkeit und zugleich dem Sanftmut des Bischofs von Poitiers zu verdanken gewesen sei.“

Zugleich bewirkte Hilarius einen bedeutenden Transfer des „östlichen“ Denkens in den lateinischen Westen und die entscheidenden Schritte im damaligen Ringen um die christologische Wahrheit geschahen „im Osten“: Wenn wir bis heute vom nicänischen Credo reden, dann sprechen wir auch von einer kleinen Stadt in der heutigen türkischen Provinz Bursa, in der das erste ökumenische Konzil tagte…

Leider lehrt die Erfahrung der ca. 1.700 Jahre seit ‚Nicäa‘, daß keine der „großen“ Häresien wirklich stirbt, nicht die des Marcion und auch nicht die des Arius. Vermutlich ist es für unsere Ruhe besser, daß wir nicht genau wissen, wie viele Menschen uns in der Kirche umgeben, die in der ein oder anderen Art und Weise die wahre göttliche Natur Jesu Christi hintansetzen, bezweifeln oder gar offen leugnen. Die Häresie ist unter uns, das ist leider nichts als eine nüchterne Feststellung und gelegentlich tritt sie von akademischen Kathedern her auf uns zu.

Es gibt also allen Grund und Anlaß, auf die Theologie der Väter zu hören und das wollen wir in den kommenden 24 Tagen am Beispiel des Hl. Hilarius versuchen. Übrigens: Wenn ich oben geschrieben habe, dieser Adventskalender gehe nicht auf längere Lektüre zurück, so ist das nicht ganz richtig. Tatsächlich wird uns in den nächsten vier Wochen nämlich auch ein Buch begleiten, daß ich seit dem Sommer 2012 nicht ganz zu ende gelesen habe, peinlicherweise… (Hier, Zu meiner Ehrenrettung sei gesagt: den McIntyre dafür inzwischen mehr als einmal… 🙂 )

Es handelt sich um das zur durchgängigen Lektüre vielleicht allzu systematische Werk von Michael Fiedrowicz, Theologie der Kirchenväter: Grundlagen frühchristlicher Glaubensreflexion, Freiburg 2007, jetzt, so bin ich zuversichtlich, wird es uns helfen, den theologischen, bzw. theologiegeschichtlichen Kontext der Sätze des Heiligen zu erschließen, insbesondere derjenigen aus seinen dogmatischen Werken. Neben diesen wird aber, meiner ja spätestens seit dem Psalmen-Adventskalender mit Robert Spaemann aus dem Jahr 2014 bekannten Neigung zum Psalter der späte („nachexilische“, wenn Sie den albernen Witz gestatten) Tractatus in psalmos häufig vorkommen. Der Geist, in dem dieser Psalmkommentar geschrieben ist, seine „Transparenz [auf das] Mysterium Christi und seines Leibes, der Kirche [hin]“ (Benedikt XVI.) ist absolut zeitlos, denn, wie sagt das 21. ökumenische Konzil in der dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung (Dei Verbum)?

Die Geschichte des Heiles liegt, von heiligen Verfassern vorausverkündet, berichtet und gedeutet, als wahres Wort Gottes vor in den Büchern des Alten Bundes; darum behalten diese von Gott eingegebenen Schriften ihren unvergänglichen Wert. […]

und:

Gottes Geschichtsplan im Alten Bund zielte vor allem darauf, das Kommen Christi, des Erlösers des Alls, und das Kommen des messianischen Reiches vorzubereiten, prophetisch anzukündigen […] und in verschiedenen Vorbildern anzuzeigen […]. (DV 14 f.)

Und der Thüringen-Bezug? Er liegt darin, welch durch und durch christliche Landschaft das Wirken der bedeutenden Heiligen Hilarius und Martin aus der Gegend um Poitiers offenbar gemacht hat. Denn es kann ja kein Zufall gewesen sein, daß sich die Hl. Radegunde, die letzte Prinzessin des untergegangenen Thüringer Reiches aus der ihr aufgezwungenen Ehe mit Chlotar um das Jahr 558 genau dorthin gewandt hat. So ist das mit der Gemeinschaft der Heiligen, die uns schon vorausgegangen sind: Alle sind mit allen verbunden – und mit uns!
(wie wir vor kurzem versucht haben zu zeigen: „Dove Sveta“ 🙂 )

Morgen früh geht‘s los!

Der Sturmiuspreis, Sketchlet zum Ersten Advent

Der Sturmiuspreis

Ein Sketchlet zum Ersten Advent

Wundersdorf, Oderbruch. Auf der allseits bekannten Schafweide herrscht reges Treiben. Einige Schafe putzen die Tanne heraus, die mitten auf der Weide steht und um welche die Schafe sich besonders im Advent gerne zum Singen versammeln:

Sketchlet zum Advent No. 4: Der Wallfahrtsplan

Andere schmücken den Unterstand, weil ja vielleicht der Hirte oder sonst ein Gast vorbeikommen könnte.

Das Unterstanding (2/4) Ein Sketchlet zum Zweiten Advent

Gerade im Advent weiß man nie. Wieder andere Schafe machen sich am Zaun zu schaffen, bessern morsche Stellen aus und mähen unter den Zaunlatten noch ein bißchen säuberlich den Rasen. Der Advent ist schließlich eine Zeit der Läuterung und Vorbereitung.

In einer Ecke des Unterstandes hat Kohle für Fixi und Huf sein Tablet aufgebaut. Die beiden scheinen sich sehr intensiv in einer Angelegenheit zu belesen. Die drei Altschafe Wolle, Flocke und Kohle schauen ihnen dabei über die Schulter.

 

Wolle (reserviert): Also ich halte das ja für eine Schnapsidee!

Fixi (aufgekratzt): Hier steht ausdrücklich, daß sich auch Schafe bewerben dürfen!

Huf (triumphierend): Da: „Der Preis richtet sich an katholische Schafherden, an Lämmchen-, Firm-, Erstkommuniongruppen oder Bibelkreise ebenso wie an Autoren, Weideorganisationen, Hirten und Ehrenamtliche in den Gemeinden. Generell ist er offen für alle, die sich in besonderer Weise für die Weitergabe des katholischen Glaubens einsetzen.“ (Er blickt siegesgewiß in die Runde) Die Ausschreibung ist uns quasi auf den Leib geschrieben!

Fixi (bestimmt): Wer wenn nicht wir setzt sich denn hier für den katholischen Glauben ein, hm?

Flocke (mütterlich): Lies nochmal, wen sie auszeichnen wollen. Ich kann hier von der Seite so schlecht auf den Bildschirm gucken.

Fixi: Ok. Also: „In den Herden, auf den Weiden und in anderen Zusammenhängen setzen sich Schafe, Hirten und Hilfsschäfer täglich für ihren Glauben ein. Oft wird der Glaube auf sehr kreative Art weitergegeben. Das Sturmiuswerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Glaubensimpulsen besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung zu schenken. Lassen Sie Ihren Glauben auf innovative Weise erlebbar werden oder kennen Sie jemanden, der kreativ an der Remissionierung und Neuevangelisierung arbeitet? Dann bewerben Sie sich oder schlagen Sie ein fremdes Projekt vor. Die Projekte müssen nicht besonders aufwendig oder umfassend sein. Wichtig ist die Idee dahinter. Viele Formen kommen in Frage. Die Projekte sollten zurzeit laufen oder kürzlich abgeschlossen sein.“

Wolle: Ich glaube einfach nicht, daß „Dove Sveta“ da eine Chance hätte.

Sketch des Monats: Dove Sveta

Fixi: Aber Wolle! Unsere App spricht alle gleichermaßen an.

Huf: „Dove Sveta“ hat überschaubare Regeln und ist leicht zu bedienen.

Fixi: Es vermittelt spielerisch verlorengegangenes Wissen über Heilige, ihre Patronate, ihre Attribute, ihre Ikonographie …

Huf: … und vor allem: Es bringt die Spieler ans Beten. Das ist doch die Hauptsache.

Wolle (skeptisch): Ich bin mir nicht sicher, ob es das ist, was sie hören wollen … oder innovativ finden.

Kohle (bevor Wolle etwas erwidern kann, sachlich): „Informationen zu den Preisträgern der vergangenen Jahre finden Sie hier auf unserer Homepage.“ Geh mal da drauf.  (Anmerkung der Redaktion: Kohles Tablet verfügt natürlich über das patentierte HST ™ , Huf- und Schnauzen-Touch)

Huf (etwas irritiert): Äh – Moment – ja. So. (Er ist dem Link gefolgt und hat die andere Seite aufgerufen.)

Kohle (überblickt rasch den Inhalt): So. Genau. Und jetzt lies mal vor. Wo gingen denn die Preise hin?

Huf (gewissenhaft): Bistum Osnabrück, München-Freising, Ahlen in Westfalen, Freiburg im Breisgau, Kamen – wo ist das denn?, Emsbüren, Göttingen, schon wieder Osnabrück, Bistum Fulda, (langsam genervt) schon wieder Osnabrück, Paderborn, Hildesheim, Düsseldorf, Kreis Augsburg … (erschrocken in die Runde) Was soll das? Das ist ja alles im Westen!

Kohle: So ungefähr hatte ich mir das vorgestellt. Und jetzt schau mal, wer denn tatsächlich ausgezeichnet wird.

Huf (kleinlaut): Weißt du es schon, Kohle?

Kohle (seufzt): Als ich hörte, was ihr vorhabt, hab ich mich heute vormittag schon mal ein bißchen belesen. Aber schau selbst!

Fixi (liest): Ein Hilfsschäfer, ein Caritasverband, ein Religionslehrer und ständiger Diakon, ein Gefängnisseelsorger, eine Schafskette von einem Firmkurs aus, noch eine Hilfsschäferin, ein Diözesanjugendreferent, der Fachbereich Lämmchenseelsorge eines Bischöflichen Generalvikariats,  ein Hirte macht einen Fackelumzug zu Halloween – wow! Wie innovativ! – ein Junghirte auf Fahrradtour mit seinen Firmlingen – ach du Sch… af! (empört) Das sind ja alles Hauptamtliche!

Wolle (rückt näher an den Bildschirm ran): Das kann doch nicht wahr sein!

Flocke: Das Establishment feiert sich selbst!

Kohle: Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Innovativität …

Flocke: Und wir hier im Osten können sowieso wurschteln, soviel wir wollen.

Grauchen (kommt in einer Pause vom Baumschmücken bei den fünfen angetrottet): Was ist los? Bei euch geht’s ja mal wieder hoch her, euch hört man bis draußen!

Fixi: Huf und ich hatten die Idee, uns mit „Dove Sveta“ um den Sturmiuspreis 2016 zu bewerben.

Huf: Aber jetzt haben wir uns ein bißchen informiert …

Grauchen: … und seid zu dem Schluß gekommen, daß „Dove Sveta“ zu schade dafür ist?

Huf: So etwa.

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers

 

Noctem quietam et finem perfectum…

…concedat nobis Dominus omnipotens!

Verumtamen oculis tuis considerabis * et retributionem peccatorum videbis.

(Ps. 90, 8 Vg.)

Aus den Psalmen der Komplet in der a.o. Form am Sonntag.

Noctem quietam et finem perfectum…

…concedat nobis Dominus omnipotens!

Faciens misericordias Dominus * et iudicium omnibus iniuriam patientibus.

(Ps. 102, 6 Vg.)

Aus den Psalmen der Komplet in der a.o. Form am Samstag.

Noctem quietam et finem perfectum…

…concedat nobis Dominus omnipotens!

Fac mecum signum in bonum, + ut videant qui oderunt me, et confundantur * quoniam tu, Domine, adiuvisti me, et consolatus es me.

(Ps. 85, 17 Vg.)

Aus den Psalmen der Komplet in der a.o. Form am Freitag.

Noctem quietam et finem perfectum…

…concedat nobis Dominus omnipotens!

Sed et lingua mea tota die meditabitur justitiam tuam * cum confusi et reveriti fuerint qui quaerunt mala mihi.

(Ps. 70, 24 Vg.)

Aus den Psalmen der Komplet in der a.o. Form am Donnerstag.

Noctem quietam et finem perfectum…

…concedat nobis Dominus omnipotens!

Diverte a malo, et fac bonum * inquire pacem, et persequere eam.

(Ps. 33, 15 Vg.)
Aus den Psalmen der Komplet in der a.o. Form am Mittwoch.

Blattsalat …

Blattsalat …

… soll laut „Frag Caesar“ die Übersetzung von „Cäcilia“ sein. Caecilia, caeciliae, caeciliae, caeciliam, caecilia (Vocativ, also: Oh, Blattsalat! 😉 ) und nicht zu vergessen caeciliae (Lokativ: Blattsalat als Ortsangabe). Am besten, wir fragen Caesar in diesem Falle nicht – es sei denn, die Assoziation zu Rapunzel stimmt uns hier milde. Nein! Ich neige entschieden eher der Deutung des Namens als „Die Blinde“ (von caecus, blind) zu, wie sie das Heiligenlexikon angibt. Wer nicht sieht, hört bekanntlich meist umso besser, und Cäcilia ist schließlich die Heilige der Kirchenmusik. Unseren ersten von mittlerweile sage und schreibe einhundertneun mitunter mehrteiligen publizierten Sketchen (die unveröffentlichten nicht mitgezählt) haben wir eingedenk der Heiligen Cäcilia verfaßt

Heilige Cäcilia, oder: Der Haushalt und die Kirchenmusik (Sketch des Monats)

– das ist jetzt fünfeinhalb Jahre her. Zeit, ihr zu ihrem heutigen Gedenktag einmal wieder einen inhaltlichen Beitrag zu widmen.

Wir freuen uns, daß die Homepage von Herz-Jesu Weimar  jetzt täglich auf eine(n) Tagesheilige(n) verweist, die heute natürlich Cäcilia hieß. Eine Fülle schöner Musik ist ihr gewidmet worden und auf die Ode von Henry Purcell (1659-95) möchten wir heute verlinken. Sie ist mehrere Male auf YouTube zu finden, ich habe mich für folgende Einspielung unter Marc Minkowski entschieden.
Edit 22.11.2020: Dieses Video ist nicht mehr vorhanden, daher jetzt eine Version  unter Howard Armann und Chor und Orchester des BR (?)]

Enjoy:

 

Die Ode ist hier vollständig wiedergegeben, im Gegensatz zu etlichen Teileinspielungen. Folgende Wiedergabe lediglich der ersten beiden Teilstücke allerdings ist mit einer Fülle schöner Gemälde der Heiligen unterlegt und unter diesem Aspekt lohnend:

Unverzichtbar bei alledem ist der Text mit einer Fülle von Links, die die reichen mythologischen Hintergründe des Gedichtes von Nicholas Brady ein wenig zu erhellen hilft.

Woran erinnert uns der Tag noch? Natürlich daran, daß heute vor zwei Jahren die Amtseinführung von Bischof Ulrich die zweijährige Sedisvakanz im Bistum Erfurt beendete. Da der neue Bischof in seiner Antrittsrede anläßlich des Gedenktages ausdrücklich und mehrfach auf die Heilige der Kirchenmusik abhob, haben die Cäcilini sich wenige Tage später erlaubt, ihn mit einem kleinen musikalischen Gruß willkommen zu heißen, was wiederum der Bischof sehr freundlich mit einem handgeschriebenen Satz auf dem standardisierten Dankesschreiben erwiderte. Ein guter Bischof sucht nach dem ganzen Bild, nach Ausgleich und gerechtem Urteil. „Die Kirchenmusik ist eine ganz besondere Sprache des Glaubens, weil sie unmittelbar das Herz anspricht. Lassen wir uns von all diesem großartigen Bemühen, den Glauben zur Sprache zu bringen, ermutigen, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein“, endete die Antrittsrede.
Danke, Herr Bischof!

 

Cornelie Becker-Lamers

Noctem quietam et finem perfectum…

…concedat nobis Dominus omnipotens!

Disperdat Dominus universa labia dolosa * et linguam magniloquam.

(Ps. 11, 4 Vg.)

Aus den Psalmen der Komplet in der a.o. Form am Dienstag.