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Advent, ein Schnellkurs

Hier noch ein, wie ich finde echtes Schmankerl aus der Kategorie: „Die etwas andere Medienpastoral“.

Warum ist sowas auf deutsch anscheinend nicht möglich?

Oder kenne ich es nur nicht??

Hinweise werden gern entgegengenommen!

(Hinweis: Wem’s auf englisch ein bißchen schnell geht, es gibt da die Pause-Taste!)

Wunderbar, oder? Meine Lieblingstelle ist bei 1.50: Wenn Dir Weihnachten am 25. Dezember zum Hals raushängt – hast Du den Advent nicht richtig durchgeführt! Allenfalls würde ich den Aspekt des adventlichen Fastens, so in der eschatologischen Perspektive auf die Wiederkehr ein wenig mehr betonen wollen, aber ich faste halt überhaupt  gern… 😉

PS: Wer weiß, was „a cozier“ in dem Zusammenhang heißt?? Ein gemütlich-machendes Aufräumen des Hauses??

[EDIT: Ok, die „Cozier-Frage“ ist geklärt. Ich hatte Knöpfe vor den Augen und hab ein Substantiv geshen, wo ich nur den rechten Bezug für den Komparativ hätte sehen müssen, nämlich das „getting“; also, „Advent ist einen schönere/gemütlichere Art, sein Heim in Ordnung zu bringen“; Danke „Braut des Lammes“! (vgl. Kommentare)

Der Chesterton Adventskalender – Tag 1

The life of the great civilisation went on with dreary industry and even with dreary festivity. It was the end of the world, and the worst of it was that it need never end. A convenient compromise had been made between all the multitudinous myths and religions of the Empire; that each group should worship freely and merely live a sort of official flourish of thanks to the tolerant Emperor, by tossing a little incense to him under his official title of Divus.

[Das Leben der großen Zivilisation [sc. des spätrömischen Reiches] schleppte sich hin, mit trostloser Geschäftigkeit und sogar mit trostloser Festlichkeit. Es war das Ende der Welt, und das Schlimmste daran war, daß es nie zu enden brauchte.

Ein allen dienlicher Kompromiß war erzielt worden zwischen all den zahllosen Mythen und Religionen des Reiches, daß jede Gruppe ihren Glauben frei leben sollte, und daß sie lediglich in einer Art Geste des offiziellen Dankes an den toleranten Kaiser, ihm unter seinem offiziellen Titel des „Divus“ regelmäßig ein wenig Weihrauch zu Füßen werfen sollten.]

Der Chesterton Adventskalender – Vorabend

„[…] Jeder Chesterton-Satz atmet eine Lebensfreude und Daseinsdankbarkeit gegenüber Gott und den Mitmenschen, die alle atheistische Verbrüderungs-Rhetorik alt aussehen läßt. (Marko Martin, DIE WELT, 09/2006)

Obwohl es in den letzten Jahren besser geworden ist (Zusammenschau hier) findet sich, wenn Sie „Chesterton“ googeln (vom allgegenwärtigen AMAZON einmal abgesehen) nach wie vor die Website eines amerikanischen Herstellers von Pumpendichtungen noch vor den Artikeln über den großen englischen Dichter und Essayisten Gilbert K. Chesterton (1874 – 1936, Konversion1922).

Die Chestertons

G.K. Chesterton und Ehefrau Frances

Chesterton war lange Zeit dem deutschen (Nachkriegs-)Publikum nur durch seine Pater Brown Krimis bekannt, bzw. deren, naja, ‚unterschiedliche‘, Fernsehadaptionen. Hinzu kommt, daß sich deutsche Übersetzer und Herausgeber eine Zeitlang nicht schämten, ihren Lesern Ausgaben mit willkürlichen Ergänzungen und Auslassungen zuzumuten. So wurden z.B. kritische Töne über Luther schlicht weggelassen (ein Umstand, dem man einen eigenen Essay widmen könnte, aber vielleicht besser nicht im Advent 😉 ).

Mir jedenfalls, und vermutlich vielen, wenn nicht den meisten, katholischen Bloggern hat dieser Autor schon viele Stunden ungetrübten Vergnügens und echter Erbauung (jawohl: Erbauung!) verschafft. Noch nachträglich bitte ich meine Mitfahrer in den Zügen zwischen Erfurt und Weimar um Nachsicht, wenn ich gelegentlich über der Lektüre laut losgeprustet habe, kann aber ehrlicherweise nicht versprechen, es nicht wieder zu tun!

Nun, intelligentes Lob über Chesterton können Sie im Netz selber finden, wobei wenig überraschend deutschsprachige Autoren gerne so manche Radikalität milde bedauern und stattdessen seinen Bezug auf die ‚Moderne‘ hervorheben; Ach ja (gähn!).

PuLa hat sich hingegen überlegt, Ihnen im Advent 24 Häppchen aus Chestertons Buch: The Everlasting Man (Der Unvergängliche Mensch) von 1925 zu servieren,  als Chesterton Adventskalender („ChAK“) eben.

Ganz wie es sich gehört, soll jeden Morgen ein Türchen aufgehen.

In dieser zweiteiligen Geschichte der Menschheit beginnt nämlich der zweite Teil ‚On the Man Called Christ‘ unter der Überschrift ‚The God in the Cave‘ naheliegender Weise mit der Weihnachtsgeschichte. Paßt das nicht gut? (nur die ersten drei Tage gehören noch zu Teil I ‚On the Creature called Man‘, genauer deren letztem Teil ‚ The End of the World‘).

Auf den englischen Originaltext folgt jeweils eine deutsche Lesehilfe von mir (‚Übersetzung‘ möchte ich meine Bemühungen gerade bei diesem Autor lieber nicht nennen, die Arbeit war schon so manchmal nicht ganz banal!) Einwände zum deutschen Text sind umso lieber gesehen, wenn sie mit eigenen Vorschlägen einher gehen.

Kleine Kostprobe vorab? (über die spätrömischen Christenverfolgungen)

That sad and weary society seems almost to find a new energy in establishing its first religious persecution.

Nobody yet knows very clearly why that level world has thus lost its balance about the people in its midst; but they stand unnaturally still while the arena and the world seem to revolve round them.

And there shone on them in that dark hour a light that has never been darkened; a white fire clinging to that group like an unearthly phosphorescence, blazing its track through the twilights of history and confounding every effort to confound it with the mists of mythology and theory; that shaft of light or lightning by which the world itself has struck and isolated and crowned it; by which its own enemies have made it more illustrious and its own critics have made it more inexplicable; the halo of hatred around the Church of God.

[Diese traurige und müde Gesellschaft scheint fast zu neuer Energie zu finden, indem sie ihre erste religiöse Verfolgung ins Werk setzt.

Noch weiß niemand so genau, warum diese Welt, berühmt für ihren klaren Kopf, so sehr ihr Gleichgewicht verloren hat über diese Leute in ihrer Mitte; doch stehen sie unnatürlich still, während sich die Arena und die Welt um sie zu drehen scheinen.

Und in dieser dunklen Stunde schien auf sie ein Licht, das nie mehr verdunkelt wurde; ein weißes Feuer, das an dieser Gruppe haftete, wie ein überirdisches Phosphoreszieren, das sich seinen Weg bahnt durch das Zwielicht der Geschichte und alle Anstrengungen zunichte macht, es zunichte zu machen mit den Gespinsten von Mythologie und Theorie; jene Achse aus Licht oder jener Blitz, mit dem die Welt sie selbst geschlagen hat und isoliert und gekrönt; wodurch ihre eigenen Feinde sie berühmter gemacht haben und ihre Kritiker unerklärlicher; der Heiligenschein aus Haß um die Kirche Gottes.]

 

Viel Vergnügen und eine gesegnete Adventszeit!

Goethe hatte doch recht

Unser Weimarer Mitbürger, der Kollege Goethe (war ja sozusagen auch im Öffentlichen Dienst, nicht wahr?), hat einmal einen sehr bekannten Ausspruch getan, dessen Wahrheit ich lange bezweifelt habe:

„Amerika, du hast es besser!“

Nun, überzeugen Sie sich selbst (und legen sicherheitshalber ein Taschentuch bereit… ;-), 1.44 Min.!)

Medienpastoral der anderen Art.

EDIT: Auf mehrfachen Wunsch hier eine Abschrift des englischen Texts (nach dem Gehör, also keine Gewähr, aber ich meine, ich hab’s einigermaßen):

Our family’s made up of every race; we are young and old, rich and poor, men and women, sinners and saints.

Our family’s spanned the centuries and the globe.

With god’s grace, we started hospitals, to care for the sick.

We established orphanages and help the poor.

We are the largest charitable organization on the planet, bringing relief and comfort to those in need.

We educate more children than any other scholarly or religious institution.

We developed the scientific method and laws of evidence.

We founded the college system.

We defend the dignity of all human life and uphold marriage and family.

Cities were named after our revered saints, who navigated a sacred path before us.

Guided by the Holy Spirit, we compiled the bible.

We are transformed by sacred scripture and sacred tradition which have consistently guided us for 2000 years.

We are the Catholic Church; with over one billion in our family sharing in the sacraments and fullness of the Christian faith.

For centuries, we have prayed for you and our world every hour of every day whenever we celebrate the mass.

Jesus himself laid the foundations for our faith when he said to Peter, the first pope, you are rock and upon this rock I will build my church.

For over 2000 years we’ve had an unbroken line of shepherds guiding the Catholic Church with love and truth in a confused and hurting world.

And in this world filled with chaos, hardship and pain, it’s comforting to know that some things remain consistent, true and strong: Our Catholic faith and eternal love that God has for all creation.

If you’ve been away from the Catholic Church, we invite you to take another look. Visit Catholics Come home.org today!

Ours is one family united in Jesus Christ our Lord and Saviour.

We are catholic; welcome home!

 

Sketchlet zum Advent No. 1 – Das Krippenspiel

Rund um das idyllisch gelegene Wundersdorf kommt es jetzt im Advent zu wunderlichen Begebenheiten; nomen est omen:

 

Das Krippenspiel

Ein Sketchlet zum Ersten Advent 2011 für vier Schafe und beliebig viele Schafstatisten

 

(Eine Weide vor den Toren des kleinen Städtchens Wundersdorf. Eine Herde Schafe grast gemütlich. Wolle, Flocke und Kohle, drei der Schafe, stehen zusammen und unterhalten sich.)

Wolle: Wann kommt er denn?

Flocke: Wollte eigentlich jetzt.

Kohle: Ich bin ja mal gespannt!

Wolle: Mut haben sie ja!

Flocke: Ein Krippenspiel mit echten Schafen!

Kohle: Cool!

Wolle: Guckt mal, Krutzi steht so weit weg von uns allen …

Alle drei: Krutzi!

Flocke: Was ist los? Warum ißt du nichts?

Krutzi: Ich faste zur Vorbereitung auf die große Aufgabe.

Kohle (neugierig): Was hast du denn vor?

Krutzi: Das Krippenspiel natürlich.

Wolle: Ey, Krutzi, immer locker bleiben!

Kohle: Sie werden uns schon nicht den Kopf abreißen.

Flocke: Du hast wohl Lampenfieber?

Krutzi: Ich werde ja auch mehr beachtet als ihr alle zusammen!

Wolle: Wie kommst du denn darauf?

Flocke: Ich dachte, wir spielen alle dasselbe …

Kohle: … jedes Schaf so gut es kann.

Krutzi (wirft den Kopf zurück): Irrtum! Ich beabsichtige nämlich das Christkind zu spielen!

Wolle: Mäh!

Flocke: Nicht schon wieder!

Kohle: Um dumme Ideen nie verlegen!

Wolle: Du bist viel zu dick für das Christkind!!!

Krutzi: Deshalb faste ich ja!

Kohle: Krutzi, du bist ein Schaf! Wir haben einfach eine andere Rolle!

Flocke: Es ist doch jeder wichtig. Auf uns können sie genau so wenig verzichten wie auf das Christkind!

Wolle: Sei doch vernünftig!

Krutzi: Nichts da! Ich habe jetzt, zu Beginn des Winters!, mein Vlies geopfert, damit für den Herrn Bürgermeister die Kirchenbank gepolstert werden konnte. Dafür will ich jetzt wenigstens das Christkind spielen! Ist ja wohl nicht zuviel verlangt!

Wolle (zu den andern beiden): Schaf! Deshalb die rappelkurze Wolle!

Flocke: Ich hab mich schon gewundert.

Kohle (gutmütig): In die Verlegenheit komme ich zum Glück nicht – mit meiner schwarzen Wolle. Die will keiner haben.

Wolle: Armes Krutzichen!

Flocke: Ob es friert?

Kohle: Kommt, wir packen es ein!

Wolle: Wie das Christkind.

(Ehe Krutzi davonlaufen kann, haben sich die drei im Kreis um das fast kahle Schaf herumgestellt und wärmen es. Da erscheint Hochwürden Kneif auf der Weide.)

Krutzi (zischt): Weg mit Euch – er kann mich ja gar nicht sehen. (Laut) Herr Pfarrer! Hier! Hier bin ich!

 

Cornelie Becker-Lamers

 

Ja, so geht’s zu in, äh, um Wundersdorf! Bloß gut, daß bei uns in Weimar kein Schaf auf die Idee käme, für gepolsterte Bänke das Christkind spielen zu wollen!

 

PS: Keine Sorge, den Sketch des Monats gibt’s auch noch, vermutlich zum Nikolaus! Und wenn alles gutgeht beginnt am 1. Dezember der PuLa-Adventskalender…

 

Metanoia im Wilden Westen, oder: Ghostriders in the Sky

[metanoia, griech., die Umkehr, „Buße“]

Weil ich schon als Jugendlicher an dem allermeisten, was unter „Populärer Musik“ lief, keinen richtigen Geschmack finden konnte, hat sich PuLa bisher an der schönen Übung, immer mal wieder Musikvideos einzustellen, die in der Blogozese gepflegt wird, kaum beteiligt und wenn dann eher mit flämischer Polyphonie des 16. Jahrhunderts, hüstel!

Aber wir würden ja hier nicht von katholischen Blogs sprechen, wenn diese Videos bloß (nostalgischer) Selbstzweck wären, nein, sie werden auch schon immer mal auf ihren kulturellen Gehalt hin „abgeklopft“ und wenig verwunderlich findet sich so manches Stück abgesunkenen christlichen Inhalts an manchmal überraschenden Stellen.

Gelegentlich spricht aber ein Song auch ganz direkt von unseren Themen. So, als ich für eine meiner Töchter den Text von ‚Ghostriders in the Sky‘ anguckte.

Pure Eschatologie! Da müssen die Verdammten für immer über den Himmel reiten und dann kommt ganz direkt die Aufforderung zur Umkehr:

„Cowboy, wenn du deine Seele vor der Hölle retten willst […], dann ändere dein Leben noch heute, oder du wirst mit uns reiten und versuchen des Teufels Herde zu fangen über diese endlosen Himmel…“

Daher (und um unter Beweis zu stellen, daß ich gar nicht sooo’n doller Snob bin… ;-)), Johnny Cash mit Ghostriders in the Sky:
[Edit 2021: Das ursprüngliche Video mußte ersetzt werden]

Hier der vollständige Liedtext:

An old cowboy went ridin‘ out one dark and windy day.

Upon a ridge he rested as he went along his way.

When all at once a mighty herd of red-eyed cows he saw,

Plowing through the ragged skies.

And up a cloudy draw.

Their brands were still on fire and their hooves were made of steel.

Their horns were black and shiny and their hot breath he could feel.

A bolt of fear went through him as they thundered through the sky.

Oh, he saw the riders comin‘ hard,

And he heard their mournful cry…

Yippee-I-Yay…Yippee-I-Yo…

Ghostriders in the sky…

Their faces gaunt, their eyes were blurred, their shirts all soaked with sweat.

He’s ridin‘ hard to catch that herd but he ain’t caught ‚em yet

‚Cause they’ve got to ride forever on that range up in the sky

On horses snortin‘ fire…

As they ride on hear their cry…

As the riders loped on by him, he heard one call his name

„If you wanna save your soul from hell, or ridin‘ on our range

Then cowboy, change your ways today, or with us you will ride

Tryin‘ to catch the devil’s herd

Across these endless skies…“

Yippee-I-Yay…Yippee-I-Yo…

Ghostriders in the sky…

(written by: Stan Jones, 1948)

Herrlich nostalgisch/gruselig illustriert, die Ramrods,

Yippee-I-Yo…

 

Katholischer Kindergarten Weimar sucht neue Leitung

Haben Sie’s schon gelesen? Für unseren Kindergaten St. Elisabeth ist die Stelle der Leiterin/des Leiters ausgeschrieben. Da sich auf der Homepage der Gemeinde ja sonst nicht so viel tut, daß man dort dauernd hinschaute, ist es vielleicht ganz gut, noch mal drauf hinzuweisen (hier)!

Bewerbungsschluß ist der 28. Februar 2012, zum 1. August soll die Stelle dann neu besetzt werden.

Jetzt weiß ich ja nicht, wie es Ihnen geht, aber irgendwie kommt es mir doch so vor, als ob das einen relativ häufigen Wechsel in der Führungsposition bedeutet.

Hm! Ob unser aller Kinder und Enkel in Weimar besonders anstrengend sind? Nach meiner noch sehr wachen Erinnerung an die Kindergartenzeit unserer beiden Töchter eigentlich nicht.

Oder könnte es am Ende mit der in der Ausschreibung geforderten „selbstverständlichen gute[n] Zusammenarbeit mit dem freien Träger des Kindergartens“ also der „Gemeindeleitung“ zusammenhängen?  Sie erinnern sich, man hörte ja schon davon, daß sich das Kindergartenteam nicht mehr alles sagen läßt (vgl. hier).

Übrigens, Stichwort „Kindergarten“. Wußten Sie eigentlich schon, daß sich bereits vor über einem Jahr eine Trägergesellschaft für katholische Kindertageseinrichtungen im Bistum Erfurt mit Namen St. Martin unter dem Dach der CARITAS gegründet hat (S. hier)?

Ihr Ziel ist es u.a. „Träger und leitende Mitarbeiterinnen aus den betroffenen Einrichtungen […] unter anderem von Verwaltungsaufgaben [zu] entlaste[n]“. Schon zu Beginn sind immerhin 26 von 74 katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum unter dieses Dach gegangen.

Weimar nicht.

Dafür mag es gute Gründe gegeben haben, aber wenn Ihnen gegenüber nächstens jemand klagt, wie schrecklich doch der ganze „Verwaltungskram mit dem Kindergarten“ sei, wissen Sie jetzt: Es gab die Chance, all das mit einem Schlag loszuwerden, z. B. um sich stärker auf die seelsorglichen Kernaufgaben zu konzentrieren.

Freilich hätte es die eine oder der andere aus der „Gemeindeleitung“ dann mit einem unabhängigen und sehr professionellen Gegenüber zu tun gekriegt, dem sich bestimmt nicht so leicht reinreden ließe…

Mal schauen, wie sich die Angelegenheit entwickelt. 😉

Carl Lampert seliggesprochen – Gedenken in Weimar

Gestern fand in Dornbirn wie vielfach in der Blogozese angekündigt die Seligsprechungsfeier für Carl Lampert statt. Wie man den vielen Bildern entnehmen darf, die die Kirche in Vorarlberg aus diesem Anlaß ins Netz gestellt hat, war es eine schöne und würdige Feier.

Und es ist in der Tat auch gelungen in Weimar, in „unserem“ Karmel, ganz bescheiden an das Martyrium von Carl Lampert zu erinnern. Der Zelebrant, Hw. Klemm, führte zum Ende des Gottesdienstes in die Biographie von Carl Lampert ein und ich hatte anschließend die Ehre den folgenden Ausschnitt aus einem seiner Briefe vorzutragen:

Brief aus dem Gestapogefängnis Stettin vom13. Juli 1943 (an seinen Bruder Julius und alle Lieben in der Heimat)

„… Sonst hatsche ich halt so mühsam meine Tage dahin, wie ein Vogel mit gebrochenem Schwingen im Käfig und lebe mein einsames, ausspracheloses Leben so gut und so schlecht, als ich es eben vermag und ohne Illusionen! Aber je mehr dem Menschen liebe Menschen fehlen, umso mehr wendet sich die Seele an den, den niemand ferne halten kann; und da bin und fühle ich mich nie mehr allein und einsam; wie danke ich Ihm, dem guten Vater im Himmel und meinem Herrn und Meister Jesus Christus und dem Tröster Gott!
Ich kann nicht sagen, was es für mich bedeutete, daß ich jetzt ein paar mal still und allein für mich am frühesten Morgen, wenn alles noch still ist, das heilige Opfer feiern konnte. Keine Worte können solches wiedergeben.
Und so spreche ich viel und oft mit Ihm, für Dich und mich und Euch alle und Eure Sorgen und Nöten und für all die vielen in Kampf und Not und Leid unserer Tage. So hab´ ich auch eine große Aufgabe und Gott gebe mir Kraft, sie treu zu erfüllen. Das soll auch ein Stück meines Dankes an Euch alle sein, für all Eure Liebe und Sorge um mich. Freilich, helfen durch die Tat schien mir schöner und oft genug schreit´s in meinem Innern danach, aber des Menschen Leben geht nicht am Zügel frommer Wünsche. Der religiöse Mensch weiß, daß es ihm durch göttliche Bestimmung gegeben ist, damit er sich darin tätig oder leidend bewährt. So geschehe sein heiligster Wille – auch in einsamer, leidender Stille…“

 

Der Text spricht gewiß für sich, doch möchte ich einen Aspekt der uns heute leider nicht mehr ganz so geläufig ist, besonders hervorheben: Lampert hat im Gefängnis, ohne einen weiteren Menschen, die Heilige Messe gefeiert. Ich finde, an diesem anrührenden Beispiel (Photo 2 in der Bildergalerie aus Vorarlberg!!) wird besonders schön deutlich was der CIC meint, wenn er davon spricht, daß jede Messe, unabhängig von der Anzahl der anwesenden Gläubigen, immer ein „opus Christi et ecclesiae“, ein Werk Christi und der Kirche, ist und bleibt. Vielleicht sollten wir daran denken, wenn wir gelegentlich „die Messe zu leer“ finden.

Und vielleicht kann das auch den einen oder anderen nachdenklich machen, der sich an vermeintlichen oder tatsächlichen Verfechtern des „Heiligen Rests“ abarbeitet. In diesem extremen aber gar nicht so fernen (Irak, Pakistan!) Beispiel bestand der Rest aus dem Priester und dem HErrn.

„Rest“??!!

So sage ich auch in diesem Sinne:

Seliger Carl Lampert, bitte für uns!

St. Bonifatius, Westportal

St. Bonifatius, Gedenkort für O. Neururer und M. Spanlang

Material zur Information der Gottesdienstbesucher

St.Bonifatius, Weimar-Schöndorf von Südwesten am Morgen des 13.11.2011

Ein Termin der uns angeht: Seligsprechung von Carl Lampert

Die Blogozese, also die Gesamtheit der traditionell orientierten katholischen Blogs des deutschen Sprachraums, ist etwas Wunderbares! Schauen Sie mal, dies hier fand ich vergangenen Samstag auf „Frischer Wind“:

Und noch etwas:

Diese Seligsprechung hat eine gewisse Verbindung zu unserem Mitblogger PuLa in Weimar!

Warum? Wer hat eine Idee? PuLa übernehmen Sie!“

Natürlich hat mich diese „Herausforderung“ nicht ruhen lassen und dank der ausgezeichneten Links aus ihrem Posting konnte ich das Rätsel denn auch lösen, noch bevor die Kollegin mir freundlicherweise in einer E-Mail direkt den richtigen Weg wies.

Am kommenden Sonntag, dem 13. November, wird in Dornbirn, Vorarlberg/ Österreich, Dr. Carl Lampert selig gesprochen. Was uns das in Weimar angeht? Eine ganze Menge!

Provikar Dr. Carl Lampert

 

Das Wirken des Provikars (also des Stellvertreters des Bischofs) Dr. Carl Lampert war den nationalsozialistischen Machthabern schon lange ein Dorn im Auge (was zu mehrfachen Verhaftungen führte) als ihnen die Todesanzeige für Otto Neururer, für die Carl Lampert die Verantwortung übernahm, die Handhabe für seine endgültige Einweisung ins KZ im August 1940 brachte. Nach einer mehrjährigen Odyssee, die ihn unter anderem auch mehrfach nach Zinnowitz! führte, wurde Carl Lampert am 13. November 1944 in Halle/Saale auf Grund eines fabrizierten Todesurteils enthauptet.

Bitte sehen Sie sich den Beitrag von „Frischer Wind“ an und schauen gegebenenfalls auf den umfangreichen und gut gemachten Seiten der katholischen Kirche in Vorarlberg zu dem Thema vorbei.

Als die Gemeinde, in deren Pfarrkirche Reliquien von Otto Neururer liegen, und aus deren Kindergarten jedes Jahr eine Gruppe nach Zinnowitz fährt, wollen wir am kommenden Sonntag des Martyriums und der Seligsprechung von Carl Lampert gedenken. Und wo könnte das passender geschehen als in „unserem“ Karmel, der Kirche St. Bonifatius in Weimar-Schöndorf, die ja die Sühnekirche für das KZ Buchenwald ist, und in der es neuerdings ja sogar einen Erinnerungsort, auch an Otto Neururer, gibt! Dank der spontanen und großzügigen Zustimmung der Schwestern und, selbstverständlich, mit dem ausdrücklichen Einverständnis des Zelebranten, Hw. Klemm, soll an zwei Stellen im Gottesdienst ein kurzer Abriß des Lebens von Carl Lampert gegeben und ein Text aus seinen Briefen vorgetragen werden.

Wer also nicht durch das wichtige gleichzeitige Hochamt als Eröffnungsgottesdienst für die Firmlinge in der Pfarrkirche gehindert ist, der hat an diesem Vormittag die Gelegenheit in ganz besonderer Weise unserer Verbindung mit der Kirche in der ganzen Welt und mit der Kirche der Heiligen aller Zeiten nachzuspüren! Jedenfalls aber sollten wir am 13. November Carl Lamperts in seiner Todesstunde um 16:00 Uhr gedenken.

Kirche St. Martin in Dornbirn, Vorarlberg mit roter "Carl-Lampert Säule"

Todesanzeige Otto Neururer

 

Die Woche spricht zurück: Von Harten Bänken und dem Salz der Erde

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, liebe Leserinnen und Leser, aber mir tut schon der Verlust ganz kleiner Traditionen immer leid. Und so finde ich es schade, daß die aktuellen Vermeldungen für den 32. Sonntag im Jahreskreis (Woche vom 6. bis zum 13. November) den „Aufmacher“ nicht mehr „In die Woche gesprochen“ nennen. PuLa bleibt bis auf weiteres bei „Die Woche spricht zurück“; Sie wissen ja schon was ich meine, wenn von jenem nach wie vor anonym verfaßten wöchentlichen Beitrag die Rede ist, den man wohl gerade deshalb als zumindest offiziöse Verlautbarung der „Gemeindeleitung“ lesen darf oder muß.

Nach etlichen Wochen mit recht bis richtig guten Beiträgen zu den aktuellen Texten des Kirchenjahres haben wir es in dieser Woche wieder einmal mit einem etwas schwierig zu lesenden Stück zu tun, gewissermaßen einer Herausforderung für Hobbyexegeten…

Im Einzelnen auf alle insinuierten aber unklaren Vorwürfe, die da gemacht werden, einzugehen ist mir zu mühsam (es gibt diese Woche noch genug zu schreiben!) aber zwei Aspekte muß man doch kurz aufgreifen:

Es scheint als wollte die Verfasserin/der Verfasser sich von vermeintlichen Stimmen absetzen, die „mehr Latein“ und „weniger Nähe“ wollten und die den „Abschied von der Welt“ propagierten.

Wie jetzt? Hat nicht Pfarrer Kämpf gerade eine schöne Messe mit viel Latein zelebriert („Volkschoralamt“ heißt ähnliches anderswo bezeichnenderweise!) und in der Predigt die gelegentliche Verwendung des Lateinischen prima begründet? Und wer will denn „weniger Nähe“? PuLa jedenfalls hat sich hier vor kurzem erst für die Chance zu mehr Nähe ausgesprochen; mehr Nähe zum Herrn nämlich. Weil es genau diese „Nähe“ ist, der Glaube, der uns mehr Nähe zum Nächsten erst ermöglicht und uns zu ihr verpflichtet. Andersherum droht das Pferd schlicht von hinten aufgezäumt zu werden.

Und das gleiche Prinzip gilt auch für das Stichwort der „Weltflucht“, zu der die „Ent-weltlichung“, von der Benedikt in Freiburg gesprochen hat, gerne implizit verfälscht wird, was ich jetzt langsam richtig ärgerlich finde. In der Beziehung ist es leider auch keine gute Gesellschaft, in der die Verfasserin/der Verfasser sich da mit dem Ratsvorsitzenden der EKD, Nikolaus Schneider befindet (Bericht vor der Synode, hier, S. 6).

Dabei dürfte es sich doch mittlerweile herumgesprochen haben, daß der Heilige Vater in Freiburg mit seinem Stichwort von der Entweltlichung ganz ausdrücklich keinen Rückzug aus der Welt gemeint hat (bitte nach-lesen, S. 6)! Und wo soll denn unsere Kraft  für das Wirken in der Welt herkommen, das „Salz der Erde“ (Mt 5, 13)? Aus der Welt selbst etwa? Die Gräber einstmals mächtiger Ideologien legen beredtes Zeugnis ab dafür, wo das hinführt.

„Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.“ (Joh 17, 16)

Aber: Wer weiß? Vielleicht steckt ja die eigentliche Botschaft dieser Vermeldungen schon im ersten Abschnitt? Und da kann PuLa nur sagen: Oho! Es scheint doch tatsächlich Kritik an den Maßnahmen der „Gemeindeleitung“ zu geben. Zur Kirchenausstattung, genauer zu den frisch restaurierten Kirchenbänken nämlich.

Na sowas! Erst meckert PuLa, jetzt formieren sich die „Bankrebellen“ und, wie man so hört, im Kindergarten läßt man sich auch nicht mehr alles sagen. Wenn da mal nicht ein Hauch von „Weimarer Frühling“ durch die spätherbstliche Nebelluft weht… 😉