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Der Dodekapropheton-Adventskalender, Tag 23, Sacharja 9

Exsulta satis, filia Sion ; jubila, filia Jerusalem : ecce rex tuus veniet tibi justus, et salvator : ipse pauper, et ascendens super asinam et super pullum filium asinæ.

Et disperdam quadrigam ex Ephraim, et equum de Jerusalem, et dissipabitur arcus belli: et loquetur pacem gentibus, et potestas ejus a mari usque ad mare, et a fluminibus usque ad fines terræ.

Frohlocke sehr, du Tochter Zion; jauchze, du Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir; ein Gerechter und ein Retter ist er, arm und reitend auf einem Esel, und zwar auf einem Füllen, einem Jungen der Eselin.

Und ich werde die Streitwagen aus Ephraim ausrotten und die Pferde aus Jerusalem; und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden; und Er wird den Völkern Frieden gebieten; und seine Herrschaft wird reichen von einem Meer zum anderen und vom Strom bis an die Enden der Erde.

Sach 9, 9f.

 

Et cum appropinquassent Jerosolymis, et venissent Bethphage ad montem Oliveti : tunc Jesus misit duos discipulos,

dicens eis : Ite in castellum, quod contra vos est, et statim invenietis asinam alligatam, et pullum cum ea : solvite, et adducite mihi:

et si quis vobis aliquid dixerit, dicite quia Dominus his opus habet : et confestim dimittet eos.

Hoc autem totum factum est, ut adimpleretur quod dictum est per prophetam dicentem:

Dicite filiæ Sion : Ecce rex tuus venit tibi mansuetus, sedens super asinam, et pullum filium subjugalis.

Euntes autem discipuli fecerunt sicut præcepit illis Jesus.

Et adduxerunt asinam, et pullum: et imposuerunt super eos vestimenta sua, et eum desuper sedere fecerunt.

 

Als sie sich nun Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, sandte Jesus zwei seiner Schüler

und sprach zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; die bindet los und führt sie zu mir

und wenn euch jemand etwas sagt, so sprecht: Der Herr braucht sie!, dann wird er sie sogleich senden.

Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der spricht:

‚Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir demütig und reitend auf einem Esel, und zwar auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers‘.

Die Jünger aber gingen hin und taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte,

und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider auf sie und setzten ihn darauf.

Mt 21, 1-7

Et accedens Jesus locutus est eis, dicens : Data est mihi omnis potestas in cælo et in terra

Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden

Mt 28, 18

Sacharja (Zacharias) mit Zitat Vers 9! H. van Eyck, Genter Altar (Bild: WikiCommons, The Yorck Project)


 

 

Der Dodekapropheton-Adventskalender, Tag 22, Haggai 1, 2

Et suscitavit Dominus spiritum Zorobabel, filii Salathiel, ducis Juda, et spiritum Jesu, filii Josedec, sacerdotis magni, et spiritum reliquorum de omni populo : et ingressi sunt, et faciebant opus in domo Domini exercituum, Dei sui.

Magna erit gloria domus istius novissimæ plus quam primæ, dicit Dominus exercituum : et in loco isto dabo pacem, dicit Dominus exercituum.

Und der Herr erweckte den Geist Serubbabels, des Sohnes Schealtiels, des Statthalters von Juda, und den Geist Jeschuas, des Sohnes Jozadaks, des Hohenpriesters, und den Geist des ganzen Überrestes des Volkes, so daß sie kamen und die Arbeit am Haus des Herrn der Heerscharen, ihres Gottes, in Angriff nahmen

Die letzte Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die erste, spricht der Herr der Heerscharen; und an diesem Ort will ich Frieden geben! spricht der Herr der Heerscharen.

Hag 1, 14; 2, 10 [9]

 

Responderunt ergo Judæi, et dixerunt ei : Quod signum ostendis nobis, quia hæc facis ?

Respondit Jesus, et dixit eis : Solvite templum hoc, et in tribus diebus excitabo illud. Dixerunt ergo Judæi : Quadraginta et sex annis ædificatum est templum hoc, et tu in tribus diebus excitabis illud ?

Ille autem dicebat de templo corporis sui.

Cum ergo resurrexisset a mortuis, recordati sunt discipuli ejus, quia hoc dicebat, et crediderunt scripturæ et sermoni quem dixit Jesus.

 

Dann antworteten ihm die Juden und sagten: Welches Zeichen bringst du uns, daß du dies tust? [tun darfst]

Jesus antwortete ihnen und sagte: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.

Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?

Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.

Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Schüler, daß er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Joh 2, 18-22

Haggai, Rußland (Afon) 16. Jh (Bild: WikiCommons)


 

Der Dodekapropheton-Adventskalender, Tag 21, Zefanja 3

Et derelinquam in medio tui populum pauperem et egenum et sperabunt in nomine Domini

Reliquiae Israhel non facient iniquitatem nec loquentur mendacium et non invenietur in ore eorum lingua dolosa quoniam ipsi pascentur et accubabunt et non erit qui exterreat

Lauda filia Sion iubilate Israhel laetare et exulta in omni corde filia Hierusalem

 

Und ich will in deiner Mitte ein demütiges und geringes Volk übriglassen; das wird auf den Namen des HErrn vertrauen.

Der Rest Israels wird kein Unrecht tun und keine Lüge reden, und in ihrem Mund wird keine trügerische Zunge gefunden werden, sondern sie werden weiden und lagern, und niemand wird sie aufschrecken.

Juble, Tochter Zion, jauchze, Israel! Freue dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem!

 

Zef 3, 12-17

 

Ego sum ostium. Per me si quis introierit, salvabitur: et ingredietur, et egredietur, et pascua inveniet.

 

Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird eingehen und ausgehen und Weide finden.

 

Joh 10, 9


Jesus, inspirator prophetarum, Zentrales Fresko der Klosterkirche zu Metten (eigenes Bild)

Mit diesem Bild ist  auch das „Rätsel“ von Tag 8, wo sich denn dieses Fresko befinde, geklärt ist: Es befindet sich in der Kirche der Benediktinerabtei Metten und wir haben auch eine Gewinnerin; aber dazu später! 😉

Jedenfalls beinhaltet das Fresko in Kurzform nachgerade das Motto des ganzen Adventskalenders:

„Jesus, inspirator prophetarum“!

Jesus, die Inspiration der Propheten, Fresko Klosterkirche Metten (eigenes Bild)

Und immerhin insofern hat es der arme Bischof Franz-Peter Tebarz van Elst gut getroffen, mit der Wahl seines Aufenthaltsortes, dort ist es richtig schön!

Klosterkirche Metten (Bild: Pauline Lamers)

Lassen Sie uns diese Gelegenheit nutzen zu einem Gebet für die Bischöfe, in das wir Bischof Franz-Peter einschließen:

Gebet für die Bischöfe

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast für die Leitung Deiner heiligen Kirche und die Glaubenseinheit über uns die Bischöfe gesetzt als Nachfolger der Apostel, als Wächter und Beschützer der Seelen. Gieße aus über sie, so flehen wir inständig zu Dir, eine Gnadenfülle, wirksam genug, daß sie sich immer mehr als gute Hirten bewähren und nutzbringend arbeiten zu Deiner Verherrlichung und unserem Heil. Daß sie durch ihr Wort und vor allem durch ihr Beispiel vollkommen alle Pflichten erfüllen, die ihnen aufgetragen sind. Daß sie den christlichen Glauben rein von jedem Irrtum bewahren. Daß wir unter ihrer glückbringenden Leitung allezeit leben können in Frömmigkeit, Frieden und christlicher Liebe.

Amen.

Hl. Petrus Canisius (via Elsa, Danke!)

 

Und schließlich unvermeidlich: „Tochter Zion“…

Auf einem mitteldeutschen Blog natürlich in einer ‚hiesigen‘ Darbietung:

 

Der Dodekapropheton-Adventskalender, Tag 20, Habakuk 2

Et respondit mihi Dominus et dixit scribe visum et explana eum super tabulas ut percurrat qui legerit eum

Quia adhuc visus procul et apparebit in finem et non mentietur si moram fecerit expecta illum quia veniens veniet et non tardabit

Ecce qui incredulus est non erit recta anima eius in semet ipso iustus autem in fide sua vivet

Da antwortete mir der Herr und sprach: Schreibe das Gesehene nieder und grabe es in Tafeln ein, damit man es geläufig lesen kann!

Denn die Offenbarung wartet noch auf die bestimmte Zeit, und doch eilt sie auf das Ende zu und wird nicht trügen. Wenn sie sich verzögert, so warte auf sie, denn sie wird gewiß eintreffen und nicht ausbleiben.

Siehe, der Vermessene — unaufrichtig ist seine Seele in ihm; der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.

Hab 2, 2-4

 

Iustitia enim Dei in eo revelatur ex fide in fidem sicut scriptum est iustus autem ex fide vivit

Die Gerechtigkeit Gottes nämlich wird darin [sc. Im Evangelium] geoffenbart aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«.

Röm 1,17

Habakuk, russ. Ikone, 18. Jh. (Bild: WikiCommons, Roman Z)

PS: Habakuk 2, Vers 2 (’schreibe das Gesehene nieder‘) scheint mir auch für Blogger eine veritable Ermutigung 😉

 

Neues Gotteslob in der ‚Region Ost‘ am Sonntag Laetare (30. März 2014)

Da flatterten heute morgen im Abstand von einer Stunde und einer Minute (ja, ganz genau! ) gleich zwei Pressemittelungen des Benno-Verlags in PuLas Postfach, beide mit dem Inhalt, wie ihn die Überschrift wiedergibt.

Allerdings war die erste Meldung noch mit einer Sperrfrist versehen, vor dem 7. Januar 2014, 9.00 Uhr hätte das nicht gemeldet werden sollen und PuLa, ganz seriöses Publikationsorgan 🙂 , hätte sich daran natürlich auch gehalten!

Aber wenig später wurde die Sperrfrist eben aufgehoben, nach Angabe der Pressesprecherin des Benno-Verlags, weil die Meldung im Bistum Dresden „aufgrund eines Kommunikationsmissverständnisses“ schon verbreitet wurde.

Naja, wenn ich häßlicher wäre, als ich eigentlich bin, würde ich ja sagen: Das wäre ja auch zu schön gewesen, um wahr zu sein, wenn es in Bezug auf dieses Thema mal keine Panne gegeben hätte… 😉

Aber im Ernst: Das kann natürlich immer mal passieren! Interessant die durchaus nachvollziehbare Begründung für die Sperrfrist. Man wollte Rücksicht auf die gerade um diese Zeit langsameren Kollegen von der Print-Abteilung („Kirchenzeitung“) nehmen.

PuLa sagt: Gut gemeint, aber überflüssig: Wer bloß die Kirchenzeitung liest, kriegt es auch jetzt nicht früher mit! 😉

Hier der wesentliche Inhalt der Pressemitteilung:

Presse-Information

Leipzig, 19. Dezember 2013

In der Fastenzeit 2014 wird das neue Gotteslob der Region Ost eingeführt

Die Einführung der gemeinsamen Gotteslob-Ausgabe der (Erz-) Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg erfolgt am 30. März 2014

Am 4. Fastensonntag »Laetare«, dem 30. März 2014, wird das neue Gotteslob offiziell in den Gemeinden der (Erz-)Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg eingeführt. »Der Sonntag Laetare – lateinisch für ›Freue dich‹ – ist ein geeigneter Rahmen für die Einführung des neuen Gotteslob. Zum einen ist es ein Grund zur Freude, wenn die Wartezeit auf das neue Gebet- und Gesangbuch endet. Zum anderen entfaltet sich das Lob Gottes nur mit Freude in Herz und Seele«, meint Michael Birkner, Geschäftsführer des St. Benno-Verlags.

»Mit der Auslieferung der vorbestellten Gotteslob-Exemplare an die Pfarrgemeinden, Buchhandlungen und Kunden beginnen wir Ende Februar 2014, so dass dem neuen Einführungstermin nichts im Wege steht«, erklärt Birkner. […]

Das neue Gotteslob der Region Ost mit einer Gesamt-Auflage von mehr als 150.000 Exemplaren erscheint als Gemeinschaftsausgabe der (Erz-)Diözesen Berlin, Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg im Leipziger St. Benno-Verlag. Als Mitte September 2013 bekannt wurde, dass auch die Ausgabe Ost von der Papierproblematik analog zu 13 anderen Diözesanausgaben betroffen ist, entschieden sich die Herausgeberbischöfe und der Verlag dafür, die Möglichkeit eines Neudrucks in Anspruch zu nehmen. Alle Exemplare der neuen Erstauflage werden derzeit auf dem ursprünglich geplanten Dünndruckpapier gedruckt.

[…]

„Als Mitte September bekannt wurde..“, jaja, „wir stolpern uns zum Gotteslob“, könnte die Überschrift auch heißen (PuLa berichtete, hier, hier und hier), aber was soll’s.

Nun kommt es also und das ist gut so. Zugleich erinnert mich der Termin daran, daß ich Ihnen noch weitere Beiträge zu dem Thema schuldig bin, die ich sogar schon angekündigt habe (hier).

Aber das schreibt sich nicht so leicht, habe ich feststellen müssen, vor allem so mitten im Adventskalender-Streß…

Mal sehen, vielleicht wird’s ja was um den Jahreswechsel herum. Bis dahin empfehle ich zur Lektüre z.B. den Beitrag auf Allotria Catholica, hier. (Und das hier, natürlich 😉 )

Fest steht aber schon jetzt: Es besteht Handlungsbedarf! „Einfach so“ werde ich mit dem neuen Buch jedenfalls nicht in die Messe gehen!

 

Der Dodekapropheton-Adventskalender, Tag 19, Nahum 1

Bonus Dominus et confortans in die tribulationis et sciens sperantes in se

Gütig ist der Herr, eine Zuflucht am Tag der Bedrängnis; und er kennt die, welche auf ihn vertrauen.

Nah 1, 7

 

Sed firmum fundamentum Dei stetit habens signaculum hoc: cognovit Dominus qui sunt eius

Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen!

2 Tim 2, 19a

Nahum, Dreikönigsschrein zu Köln (Bild: WikiCommons, Goodness Shamrock)

 

Das folgende konnte ich mir einfach nicht verkneifen; Amerika überrrascht einen einfach immer wieder 🙂

Burger-Tüte mit Prophetenzitat (Bild WikiCommons, Bobak Ha'Eri)

Das machen die bei der Firma öfter, vgl. hier

 

 

Der Dodekapropheton-Adventskalender, Tag 18, Jona 2

Et dixit clamavi de tribulatione mea ad Dominum et exaudivit me de ventre inferni clamavi et exaudisti vocem meam

Ad extrema montium descendi terrae vectes concluserunt me in aeternum et sublevabis de corruptione vitam meam Domine Deus meus

Et dixit Dominus pisci et evomuit Ionam in aridam

Und [er] sprach: Ich rief in meiner Bedrängnis zum HErrn und er hörte mich. Ich schrie aus dem Rachen des Todes und du hörtest meine Stimme.

Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HErr, mein Gott!

Und der HErr sprach zu dem Fisch und der spie Jona aus ans Land.

Jona 2, 3.7.11

 

Et accesserunt ad eum pharisaei et sadducaei tentantes et rogaverunt eum, ut signum de caelo ostenderet eis.

Generatio mala et adultera signum quaerit, et signum non dabitur ei, nisi signum Ionae. Et, relictis illis, abiit.

Da traten die Pharisäer und Sadduzäer zu ihm; die versuchten ihn und forderten ihn auf, ihnen ein Zeichen vom Himmel zu zeigen.

Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen; doch soll ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Jona. Und er ließ sie stehen und ging davon.

(Mt 16, 1.4)

Auferstehung aus dem Mund des Walfischs, Epitaph [1595] aus der Pfarrkirche St. Peter, Sarleinsbach OÖ (Bild: Wikicommons, Wolfgang Sauber)


 

Der Dodekapropheton-Adventskalender, Tag 17, Obadia 15 und 21

Quoniam iuxta est dies Domini super omnes gentes […]

Et ascendent salvatores in montem Sion iudicare montem Esau et erit Domino regnum

Denn der Tag des HERRN ist nahe über alle (Heiden-) Völker. […]

Und es werden die Retter vom Berg Zion kommen, um das Gebirge Esau zu richten, und die Königsherrschaft wird des HErrn sein.

Ob 15a, 21

Undecim autem discipuli abierunt in Galilaeam, in montem ubi constituerat illis Iesus,

Et accedens Iesus locutus est eis dicens: Data est mihi omnis potestas in caelo et in terra.

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.

Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

Mt 28, 16.18

Obadia, Ikone (Bild: Wikicommons)

Hinweis: Das Buch Obadia ist das kürzeste im gesamten AT, es umfaßt gerade einmal 21 Verse und ist daher nicht in Kapitel eingeteilt worden. Daher beziehen sich die obigen Angaben „direkt“ auf den jeweiligen Vers. Es gehört im übrigen zu den wenigen Büchern des AT, die im NT nicht direkt zitiert werden.

 

Der Dodekapropheton-Adventskalender, Tag 16, Joel 2

Et scietis quia in medio Israhel ego sum et ego Dominus Deus vester et non est amplius et non confundetur populus meus in aeternum

Et erit post haec effundam spiritum meum super omnem carnem et prophetabunt filii vestri et filiae vestrae senes vestri somnia somniabunt et iuvenes vestri visiones videbunt

Sed et super servos et ancillas in diebus illis effundam spiritum meum

 

Und ihr sollt erfahren, daß ich in Israels Mitte bin und daß ich, der HERR, euer Gott bin und keiner sonst; und mein Volk soll nimmermehr zuschanden werden!

Und nach diesem wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch; und weissagen werden eure Söhne und eure Töchter, eure Ältesten werden Träume träumen, eure Jungen werden Gesichte sehen

Und auch über die Knechte und über die Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen

Joel 2, 27-29

 

Et apparuerunt illis dispertitæ linguæ tamquam ignis, seditque supra singulos eorum :

et repleti sunt omnes Spiritu Sancto, et cœperunt loqui variis linguis, prout Spiritus Sanctus dabat eloqui illis.

Stans autem Petrus cum undecim, levavit vocem suam, et locutus est eis : Viri Judæi, et qui habitatis Jerusalem universi, hoc vobis notum sit, et auribus percipite verba mea.

Non enim, sicut vos æstimatis, hi ebrii sunt, cum sit hora diei tertia :

sed hoc est quod dictum est per prophetam Joël :

Et erit in novissimis diebus, dicit Dominus, effundam de Spiritu meo super omnem carnem : et prophetabunt filii vestri, et filiæ vestræ, et juvenes vestri visiones videbunt, et seniores vestri somnia somniabunt.

Et quidem super servos meos, et super ancillas meas, in diebus illis effundam de Spiritu meo, et prophetabunt

Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen gleichwie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden Einzelnen von ihnen.

Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an in verschiedenen Sprachen zu reden, wie der Heilige Geist ihnen gab zu sprechen.

Da stand Petrus [auf] mit den Elfen, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Männer von Judäa und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnt, dies sei euch kund, und vernehmt mit den Ohren meine Worte!

Denn diese sind nicht, wie ihr meint, betrunken denn es ist die dritte Stunde des Tages;

sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist:

‚Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, daß ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Visionen sehen, und eure Ältesten werden Wahrträume träumen;

und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen.‘

Apg 2, 3f. 14-18

‚Filiae (!) vestrae prophetabunt, Fresko in der Klosterkirche zu ? (Bild: WikiCommons, Wolfgang Sauber

 

Das Klonschaf, Ein Schafsketchlet zum dritten Advent

Das Klonschaf

Ein Sketch für fünf Schafe und beliebig viele Schafstatisten

 

Wundersdorf, Schafweide. Die Schafe grasen friedlich und stehen in kleinen Gruppen zusammen. Wir nähern uns der Gruppe um Kohle, Wolle und Flocke und hören mal, was sie zu besprechen haben.

Wolle: Kohle, was ich dich die ganze Zeit schon fragen wollte …

Kohle: Was denn?

Wolle: Warum warst du eigentlich vor zwei Wochen so durch den Wind, daß du unseren Auftritt versemmelt hast und dann plötzlich bei Edith und Richard in der Küche standest ? War das echt nur wegen Nikolaus?

Kohle: Nikolaus? Wieso wegen Nikolaus? Nein! Überhaupt nicht! Nicht wegen Nikolaus, nein!

Wolle: Ja, aber warum denn dann?

Kohle (seufzt): Weil hier größere Veränderungen anstehen und ich nicht weiß, wie die Herde damit fertig werden wird. (Er guckt ernst.)

Wolle und alle Umstehenden (durcheinander): Wieso? – Was denn? – Was für Veränderungen? – Welche Herde?

Kohle: Ach, das reicht eine ganze Weile zurück … Bis zu einer Bemerkung unseres Hirten in der Kirchweihmesse einer Filialgemeinde …  „Manche Ehrenamtler würde man gern zerteilen, damit man sie mehrmals hat“

Flocke: Ja … und? Das war doch nur so daher gesagt.

Grauchen: Kann ja gar nicht anders.

Kohle (ernst): Als ich neulich wieder zur Kinderwallfahrt des Bistums in den Streichelzoo in die Hauptstadt eingeladen war, habe ich zufällig aufgeschnappt, daß da wohl leider weit mehr dahintersteckt.

Die Schafe: Jetzt bin ich aber neugierig! – Und was? – Schieß los! – Das gibt’s doch gar nicht!

Kohle: Habt ihr mal was vom Klonen gehört?

Wolle: Äh, im Prinzip schon, klar. Und?

Kohle: Und an wem haben diese sogenannten Wissenschaftler das Klonen damals ausprobiert?

Blütenweiß (ist womöglich noch blasser geworden): Du meinst …

Kohle: … an einem Schaf, genau!

Die Schafe (in wilder Aufregung): Das können sie doch nicht machen! – Auf was willst du raus? – Jetzt sag bloß nicht …

Kohle: Doch! Ganz genau: Sie wollen das jetzt an unserer Herde testen – und ihr dürft dreimal raten, wer sich sofort freiwillig gemeldet hat?

Die Schafe stehen eine Schrecksekunde lang sprachlos da. Dann:

Flocke (trocken): Krutzi.

Wolle (ebenso): Klar!

Grauchen (ebenso): Es ist doch immer dasselbe.

Kohle: Krutzi. Nach meinem jetzigen Informationsstand wollen sie Krutzi klonen.

Die Schafe sind verstummt und sehen sich betroffen an. Nach einer Weile:

Wolle: Dann haben wir Krutzi hier mehrmals?

Flocke (schlägt sich die Vorderhufe um die Stirn): Buhuhuhuhuhuuuu!

Grauchen: Das ist … das kann doch nicht … das überlebt die Herde nicht … Ich meine: Jede Intrige vervielfacht …

Wolle: Dann gibt’s bald gar kein Herdenleben mehr – dann geht’s nur noch um Zäune und Ställe!

Blütenweiß (vorsichtig): Ähm … Moment mal … Vielleicht neutralisieren die Krutzis sich ja auch gegenseitig?

Kohle (verblüfft): Wie meinst du das?

Blütenweiß: Naja … ich meine … Krutzis Problem ist doch, daß sie niemanden neben sich duldet … ich vermute, auch nicht sich selbst. Vielleicht machen sich die beiden Krutzis dann gegenseitig das Leben zur Hölle (immer heiterer) und wir können endlich wieder ein normales Herdenleben aufbauen.

Wolle (leise): Aber … überlegt mal … Klonschafe werden ja nicht gebaut, sondern geboren … der Krutzi-Klon wäre ja dann erstmal ganz klein … ein Lämmchen …

Flocke (ergriffen): Du hast recht! Völlig schutzlos!

Grauchen (in Aufwallung): Das müßten wir unbedingt vor Krutzi beschützen!

Blütenweiß: Du hast recht! Also, auch wenn es Krutzi wäre: Erstmal wäre es klein und unschuldig.

Die Schafe blicken sich betroffen an, aber das Entsetzen ist vollständig einem diffusen Mitgefühl gewichen.

Kohle: Wer weiß … vielleicht würde dann gar keine Krutzi aus dem Kleinen?

Wolle: Wie meinst du?

Kohle: Na, so aggressiv wie Krutzi kommt man doch nicht auf die Welt. Bestimmt hatte sie als Lämmchen irgendwelche traumatischen Erlebnisse … und wenn man das Kleine davor bewahrte …

Blütenweiß: Dann könnte vielleicht sogar Krutzi … Ich meine: Vielleicht wäre es eine Riesenchance für sie, sich selbst noch einmal wachsen zu sehen … sich falscher Weichenstellungen und falscher Entscheidungen zu erinnern und verschüttete Verletzungen aufzuarbeiten …

Grauchen (die Augen füllen sich mit Tränen): Arme Krutzi …

Wolle (mit brechender Stimme): … und sie hätte die Chance, anders zu werden, weil sie sähe, daß sie sich gar nicht so verhalten muß, wie sie es ständig tut … daß sie in jedem Moment die Wahl hat …

Flocke (leise): Bestimmt hat sie Furchtbares durchgemacht, bis sie so geworden ist …

Kohle (impulsiv): Kommt, wir packen sie ein und wärmen sie ein bißchen!

Grauchen (schon im Gehen): Das haben wir früher viel öfter gemacht!

Die Schafe galoppieren zu Krutzi, die gerade wieder irgendwelche Lämmchen zusammenstaucht und umrunden sie.

 

ENDE

Cornelie Becker-Lamers, Weimar