Zurüruck zum Inhalt

Das Lied zum Tage(s-Evangelium)

Heute, am Vierten Advent liest die Kirche aus dem Lukas-Evangelium (1,39-45) den Besuch Marias bei Elisabeth, und die Cäcilini an Herz-Jesu Weimar haben das Lied zum Tage; Enjoy!

Die wechselseitigen Preisungen der beiden Frauen, gipfeln im Magnificat, jenem schwerlich überbietbaren Text Marias, den auch noch z.B. ein gewisser Luther, Martin voller Begeisterung ins Deutsche übertragen hat, und der in der Tat recht verstanden ein großes Vergnügen ist! Weniger Vergnügen hat, wer sich darauf einläßt, zu lesen, was moderne Exegese dazu zu sagen hat 🙁 , aber lassen wir das heute!

Das Unterstanding (4/4) Ein Sketchlet zum 4. Advent

Das Unterstanding (4/4) Ein Sketchlet zum 4. Advent

Das interkulturelle Krippenspiel

Ein Sketchlet für – ach! alle möglichen Mitspieler

 

Wundersdorf, vor der katholischen Kirche Maria Hilf! Aus Richtung des Gemeindehauses kommt mit viel Geklingel ein Rentierschlitten daher gefahren. Äh … Schlitten? Bei den Temperaturen? Nein. Da sausen sie an uns vorbei und über den barrierefreien Zugang in die zum Bersten gefüllte Kirche hinein. Schnell hinterher! In Ermangelung von Rentieren ziehen acht Schafe das Gefährt. Aus dürren Zweigen haben sie sich kleine Geweihe zwischen die Öhrchen gebastelt. Es sieht entzückend aus! Im dritten Geschirr machen wir Flocke und ihre Schwester Curly aus und vornean läuft, eine dicke rote Nase im Gesicht, Kohle. Er ist also der „Rudolph“. Klar: Das schwarze Schaf eben, das letzten Endes alles rausreißt. Das paßt! „Santa“ – Moment! … ist das nicht der dicke Rudi? Na klar! – „Santa“ also thront auf einem alten Bollerwagen und winkt nach allen Seiten. Sie sind fast im Altarraum angekommen, als die Choralschola zu singen beginnt. Wie schön! Einen Introitus zum Krippenspiel. Nette Idee! Aber … was singen sie da eigentlich?

In der Kirche rumort und kichert es.

Hanna (in der Bank, leise zu Edith): Sie singen nicht wirklich „Rudolph the red nosed reindeer“ auf lateinisch?

Edith (grinst): Hört sich ganz so an!

Karl (schaltet sich ein): Wo haben sie das bloß her?

Edith: Kohle hat die letzten Wochen über Twitter einen Adventskalender verfolgt, bei dem irgendein Blogger jeden Tag O-Antiphonen ins Netz gestellt hat – auch gregorianische. Darüber ist er drauf gekommen.

Richard: Fehlt für Rudolph nur der Nebel.

Hedwig: Dabei ist in der katholischen Kirche nichts leichter als das!

Silke: Wie soll ich denn das verstehen?

Hedwig: Na, Weihrauch!

Silke: Ach so! Ich dachte schon …

Hanna: Tja. Die Weihrauchpraxis ist in den letzten Jahren bei uns ein wenig eingebrochen.

Karl: Aber sagt mal – ein gregorianisches Lied zum Einstieg … das ist ja mutig. Schließt das nicht Leute aus?

Hedwig: Die Idee war glaube ich, daß das Lateinische eben gerade das Interkulturelle ist und alle katholischen Christen verbindet.

Silke: Ah! Das Intrakulturelle, sozusagen.

Hedwig: Sozusagen.

Edith: Da ist was dran – und zugleich das Rudolph-Lied – american culture in der lingua franca der alten Kirche. Das hat was!

Richard: Wo hat Kohle eigentlich seine rote Nase her?

Hanna: Die hat er von einem Kirchenclown leihen können.

Richard: Ah! Na, da war‘s ja mal zu was gut …

Edith stupst ihn vorwurfsvoll in die Seite und Hanna legt den Finger auf die Lippen, denn „Santa“ hat sich aus seinem Karren befreit, im Altarraum aufgebaut und hebt zu sprechen an.

Rudi (deklamatorisch):

Kommt her, ihr Kinder, ihr Männer und Frau‘n!
Kommt, unser Krippenspiel anzuschau‘n.

Als Geschenk bring ich euch die Weihnachtsgeschicht,
und wehe euch, ihr mögt sie nicht! (Er droht wirkungsvoll mit dem Finger).

Dieses Jahr sind Menschen hier
aus Syrien, so sagt‘ man mir,
wo stand des Christentumes Wiege.
(zu den Kleinen) Ja, glaubt es nur! ‘S ist keine Lüge.

Drum sind beim Schauspiel sie dabei
mit ihrer Sprache frank und frei.
Ein jeder spricht in seinem Idiom.
(zu den Kindern) Ich glaube, ihr versteht das schon!

Wir brauchen keinen Übersetzer,
nicht Rushdie und nicht Günther Netzer.
Denn Euch ist ja die Geschichte vertraut,
habt sie gehört und angeschaut:

Die Reise, schrecklich unbequem,
von Nazareth nach Betlehem.
Mit ihrem ungebor‘nen Kind
Maria und Joseph so tapfer sind.

Und wie das Kindlein kommt zur Welt,
daß Fried‘ auf Erden Einzug hält.
So kündet’s der Engel Hallelujah
auf syrisch und deutsch der Hirten Schar.

Nun wünsch ich euch der Freuden viel
beim ganz besond‘ren Krippenspiel.

„Santa“ verbeugt sich und nimmt an der Seite des Altarraumes Platz.

Tja, und so nahm das inter- oder besser: intrakulturelle Krippenspiel in Wundersdorf seinen Lauf. Zum Teil, wie man es eben kennt: Flocke war die ganze Zeit halb abgelenkt, weil sie sich fragte, was wäre, wenn Fixi zwischendurch aufs Klo müßte (was nicht der Fall war). Denn es war ja das erste Krippenspiel, das die Herde wirklich mitspielte. Schließlich hatte ihnen Krutzi damals einen Strich durch die Rechnung gemacht (vgl. hier, hier und hier). Und in der Kirche hatten sie auch noch nie gespielt. Aber – wie gesagt – wie so häufig umsonst gesorgt, alles lief glatt. Einzelne Szenen aber erhielten eine ungeahnte Emotionalität, da die ganz konkreten Erfahrungen einiger Flüchtlinge mit Händen zu greifen waren. Edith mußte an die legendäre Aufführung mit den „Herdmanns“ denken (auch wenn die neuen syrischen Gemeindemitglieder ansonsten natürlich nichts, aber auch gar nichts mit den Raufbolden der „Herdmann-Kinder“ gemeinsam hatten.) Das Hirtenvolk oder auch die Engel sangen einige schöne Lieder, die Gemeinde durfte zuletzt auch etwas singen, und so verließen alle frohen Mutes, gestärkt und eingestimmt auf das Christfest die Kirche. Wer konnte, fuhr noch mit hinaus auf die Weide, wo die Schafe bekanntlich eine kleine Party im Unterstand organisiert hatten – mit jeder Menge Mince Pies und allem drum und dran.

Ach so – Sie fragen, wie die Schafe eigentlich in die Stadt und zurück auf ihre Weide kamen? Stimmt, das haben wir noch gar nicht erzählt. Der gute „Jabba“, Herr König-Bär, hatte es sich nicht nehmen lassen, mit seinem Pritschenwagen nach Wundersdorf raus zu kommen und die Schafe zu kutschieren. Er blieb auch nach dem Krippenspiel im Unterstand noch eine Weile dabei, und Flocke will aufgeschnappt haben, daß er auf der Suche nach einem neuen Auto ist. Das kann er sich aber erst leisten, wenn er die alte Karre verkauft hat. Und in dem Zusammenhang soll er unseren neuen Hirten beiseite genommen haben … Aber das hab ich jetzt nicht gesagt, gel?! Nicht, daß es nachher wieder heißt … Also für irgendwelche Spekulationen ist es noch viel zu früh!

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

Der O-Antiphonen-Adventskalender, Tag 20: O Rex Gentium, Charpentier

O Rex Gentium
et desideratus earum
lapisque angularis
qui facis utraque unum
veni, et salva hominem
quem de limo formasti

O König aller Völker
ihre Erwartung und Sehnsucht
Schlußstein
der den Bau zusammenhält
O komm und errette den Menschen
den Du aus Erde gebildet

Idcirco hæc dicit Dominus Deus : Ecce ego mittam in fundamentis Sion lapidem, lapidem probatum, angularem, pretiosum, in fundamento fundatum ; qui crediderit, non festinet

Darum – so spricht Gott, der HErr: Seht, ich lege einen Grundstein in Zion, einen bewährten und kostbaren Eckstein, ein Fundament, das sicher und fest ist: Wer das geglaubt haben wird, eilt nicht davon
(Jes 28,16)

Dicit illis Jesus : Numquam legistis in Scripturis : Lapidem quem reprobaverunt ædificantes, hic factus est in caput anguli a Domino factum est istud, et est mirabile in oculis nostris ?

Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nicht in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; durch den HErrn ist das geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen?
(Mt 21,42)

Die sechste (und kürzeste) der Charpentierschen O-Antiphonen fällt stilistisch etwas aus dem Rahmen, sie verdankt ihre beinahe tänzerische Prägung: „[…] italienischen Einflüssen und solchen seines Zeitgenossen Henri Du Mont dem sous-maître der Chapelle Royale.“ (Catherine Massip, Musikwissenschaftlerin und Präsidentin der Arts Florissants von 1996 – 2011)

Der O-Antiphonen-Adventskalender, Tag 19: O Rex Gentium, gregorianisch

O Rex Gentium
et desideratus earum
lapisque angularis
qui facis utraque unum
veni, et salva hominem
quem de limo formasti

O König der Völker
und ihr Ersehnter
und Eckstein
der das Getrennte eint
Komm, und rette den Menschen
den du aus Erde erschaffen hast

Dominus dixit ad me : Filius meus es tu ; ego hodie genui te.
Postula a me, et dabo tibi gentes hæreditatem tuam, et possessionem tuam terminos terræ.

Der HErr sprach zu mir: «Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt
Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum
(Ps 2,7f.)

Et dedit ei potestatem, et honorem, et regnum et omnes populi, tribus, et linguæ ipsi servient
potestas ejus, potestas æterna, quæ non auferetur : et regnum ejus, quod non corrumpetur

Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Stämme und Sprachen sollen ihm dienen
Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter
(Dan 7,14)

Der O-Antiphonen-Adventskalender, Tag 18: O Oriens, Pärt

O Morgenstern
Glanz des unversehrten Lichtes
Der Gerechtigkeit strahlende Sonne
o komm und erleuchte
die da sitzen in Finsternis
und im Schatten des Todes.

O Oriens,
splendor lucis aeternae
et sol justitiae
veni, et illumina
sedentes in tenebris
et umbra mortis

[Q]ui cum sit splendor gloriæ, et figura substantiæ ejus, portansque omnia verbo virtutis suæ, purgationem peccatorum faciens, sedet ad dexteram majestatis in excelsis

[Der Sohn], der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens ist und alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt, hat sich, nachdem er die Reinigung von den Sünden bewirkt hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt

(Hebr 1,3)

Der O-Antiphonen-Adventskalender, Tag 17: O Oriens, Charpentier

O Oriens,
splendor lucis aeternae
et sol justitiae
veni, et illumina
sedentes in tenebris
et umbra mortis

O Morgenstern
Glanz des unversehrten Lichts
der Gerechtigkeit strahlende Sonne
o komm und erleuchte
die da sitzen in Finsternis
und im Schatten des Todes

Et orietur vobis timentibus nomen meum sol justitiæ, et sanitas in pennis ejus

Und aufgehen wird Euch, die Ihr meinen Namen fürchtet, die Sonne der Gerechtigkeit und Heilung wird sein in ihren Schwingen
Mal 4, 2a Vg [3, 20a]

Per viscera misericordiæ Dei nostri, in quibus visitavit nos, oriens ex alto :
illuminare his qui in tenebris et in umbra mortis sedent : ad dirigendos pedes nostros in viam pacis.

Durch das herzliche Erbarmen unseres Gottes wird uns besuchen der Aufgang aus der Höhe
zu erleuchten, die die in Finsternis und im Schatten des Todes sitzen, um unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.“
(Lk 1,78f)

Heute, am Abend des 17. Dezember, beginnt sie wirklich, die eigentliche Zeit der O-Antiphonen (vgl. „Vorabend“)! Und ich habe nachgeschaut, ja, eine „Kurzfassung“ bildet ab heute den „Ruf vor dem Evangelium“. Das ist schön, aber: Wer hört das, soll heißen, wer kann das hören, wo doch die meisten „Werktagsmessen“ vormittags stattfinden?! Das kann nur ein eingeschränkter Personenkreis! Außerdem bleibt es dabei: Diese Stücke gehören zum Stundengebet, zur Vesper, und eben nicht zur Hl. Messe.

Darum träume ich, seit ich diese Stücke in ihrer Fassung von Charpentier kenne (also schon ziemlich lange…), davon, wie schön es wäre, sie so zu hören, wie sie immer gedacht waren: In der Liturgie! Ist das so völlig unvorstellbar, Sieben Vespern im Advent mit hochklassiger musikalischer Begleitung? Wo, wenn nicht hier in Weimar muß das vielleicht kein Traum bleiben?

Ach ja, alle, wirklich alle könnten kommen, „ganz beruhigt“, denn Sie wissen ja, das Zweite Vaticanum hat genau das gefordert: Mehr Stundengebet für die Laien (SC 100)! 🙂

Der O-Antiphonen-Adventskalender, Tag 16: O Oriens, gregorianisch

O Oriens,
splendor lucis aeternae
et sol justitiae
veni, et illumina
sedentes in tenebris
et umbra mortis

 O Aufgang,
Glanz des Lichtes der Ewigkeit
und Sonne der Gerechtigkeit
komm, und erleuchte
die sitzen in Finsternis
und im Schatten des Todes

 

Splendor ejus ut lux erit, cornua in manibus ejus : ibi abscondita est fortitudo ejus

Sein Glanz wird sein wie das Licht; gebündelt [wörtl. „die Hörner“, Symbol der Macht] in Seinen Händen: dort verborgen ist seine Kraft
(Hab 3,4)

Candor est enim lucis aeternae
et speculum sine macula Dei potentiae
et imago bonitatis illius.

(Lib Sap 7, 26)

[Die Weisheit] Widerschein ist sie nämlich des ewigen Lichts
und Spiegel ohne Makel von Gottes Macht
und das Bild seiner Vortrefflichkeit.
(Weish 7,26)

Wir wenden uns der aufgehenden Sonne zu als Symbol für den auferstandenen Christus, dessen Wiederkunft wir erwarten und werden durch dieses Zeichen zugleich an das konkrete Sich-Zeigen Gottes in der Welt erinnert

habe ich schon im Oktober 2011 geschrieben, in einem Beitrag, in dem es um unsere leider nicht geostete Pfarrkirche ging (und der damals sehr übelgenommen wurde…). Wenn ich vier Jahre später ehrlich bin: Die Irritation, sie geht einfach nicht weg.
Jede Hl. Messe, die ich in einer Kirche mitfeiern darf, die richtig herum steht, bestätigt für mich erneut die Bedeutung der Ostung, der „Orientierung“, so, wie es diese Antiphon eben auch tut; Dieser „Osten“ (woher der „Glanz“ kommt) er bleibt tief in uns verwurzelt!

In eigener Sache: “100 Tage”

Die Rede von den traditionellen „100 Tagen“, die einem neuen Amtsinhaber zustünden, um sich einzuarbeiten und erste Erfolge vorzuweisen, sie war verbreitet zu hören, nachdem Anfang September 2015 Pfarrer Timo Gothe seinen Dienst in der Pfarrei Herz-Jesu-Weimar antrat.
Nun, da diese Frist abgelaufen ist, hört man gelegentlich, sicher meist scherzhaft, aber selten ohne Seitenblick auf PuLa, „jetzt dürfen wir ja wieder meckern“.

Diese Haltung gibt Anlaß zu der ein und der anderen Klarstellung.

Zunächst haben wir das „Ich meckere gern!“ immer „anderen“ überlassen; wir haben nicht „gemeckert“, wir haben, wenn wir die Stimme erhoben haben, ernsthafte und drängende Mißstände angeprangert, nach dem Motto: „Wir meckern nicht, wir stellen fest!“

Weiterhin halten wir nicht allzuviel von einem solchen eher schablonenhaften Herangehen an die Frage, was wann an einen neuen Amtsinhaber herangetragen wird und was nicht.
Vielmehr gibt es immer Dinge, die keinen Aufschub dulden, und so war es auch hier und sie wurden zügig entschieden. Andere Dinge nach gut drei Monaten zu besprechen, mag gerade richtig (gewesen) sein, wieder anderes wird auch noch mehr, vielleicht erheblich mehr Zeit brauchen. Deswegen übrigens erscheint dieser Beitrag auch erst heute, 100 Tage nachdem Pfr. Gothe die erste Hl. Messe am Sonntag in seiner neuen Pfarrkirche feiern konnte und nicht schon vorigen Donnerstag… 🙂

Deswegen haben wir auch nicht Ende August schematisch beschlossen, „100 Tage“ deutlich weniger aus Weimar zu berichten, sondern weil uns nach der ganz zum Schluß noch einmal willentlich verschärften Spaltung und dem erneuten Aufhetzen dieser Gemeinde (vgl. hier) klar war, jedwede auch positive Äußerung unsererseits würde Pfr. Gothe zunächst nicht nützen können.
Das war uns ganz von selbst klar und auf dieser Erkenntnis beruht unser Verhalten seitdem, darauf und auf dem Wunsch genau einer wichtigen Persönlichkeit. Es beruht hingegen ausdrücklich nicht auf dem „vielfach geäußerten Wunsch“ (wie das so schön in der Werbung heißt). Diese Wünsche hat es schon gegeben und es gibt sie noch, aber wir machen sie uns nicht unbedingt zu eigen diese Wünsche, bzw. die verschiedenen Motivlagen und Informationsstände, die dahinterstehen.

Nein, wir werden selber wissen, wann wir die Berichterstattung dazu, wie es jetzt ist „Katholisch in Weimar“ zu sein, wieder intensivieren, wann wir den Zeitpunkt dafür gekommen sehen. Er wird sich ganz gewiß nicht um ein politisch-journalistisches Muster kümmern, sondern geistlich begründet sein.

Und wer heute, nach etwa 4 Jahren, 8 Monaten und 2 Wochen PuLa immer noch erwartet, dann würden wir eben „den Neuen anmaulen“, wie das leider immer wieder gesagt und geschrieben wurde, der täte uns sehr, sehr leid. Denn er verriete damit erheblich mehr über sich selbst, als ihm lieb sein sollte.
Weil so jemand nichts, aber auch gar nichts davon begriffen hätte, was uns diese lange und manchmal nicht ganz einfache Zeit hat durchhalten lassen: Freude. Die in aller Anfeindung nicht zu erstickende, überschäumende, immer neue Freude am Evangelium, die sich in unserem Leben gerade so bewährt und bewahrheitet hat.

PuLa kann nur Attacke? Sie werden sich noch wundern! 🙂

Der O-Antiphonen-Adventskalender, Tag 15: O Clavis David, Pärt

O Schlüssel Davids, Zepter des Hauses Israel, du öffnest, und niemand kann schließen
du schließt, und keine Macht vermag zu öffnen:
o komm und öffne den Kerker der Finsternis
und die Fessel des Todes.

O Clavis David
et sceptrum domus Israël
qui aperis, et nemo claudit
claudis, et nemo aperuit:
veni, et educ vinctum
de domo carceris
sedentem in tenebris
et umbra mortis

[E]t dedi te in fœdus populi, in lucem gentium,
ut aperires oculos cæcorum, et educeres de conclusione vinctum, de domo carceris sedentes in tenebris.

Und ich gebe dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen,
damit du die Augen der Blinden auftust, und herausführst den Gebundenen aus dem Einschluß und aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen.
(Jes 42,6b-7)

Et angelo Philadelphiæ ecclesiæ scribe : Hæc dicit Sanctus et Verus, qui habet clavem David : qui aperit, et nemo claudit : claudit, et nemo aperit :
Scio opera tua. Ecce dedi coram te ostium apertum, quod nemo potest claudere : quia modicam habes virtutem, et servasti verbum meum, et non negasti nomen meum.

Und dem Engel der Kirche in Philadelphia schreibe: Dies sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, und niemand schließt, und schließt, und niemand öffnet mehr
Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe dir beigegeben eine geöffnete Tür, die niemand schließen kann; denn du hast eine bescheidene Kraft aber hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.
(Offb 3,7f.)

Zu Anfang habe ich geschrieben: ‚Diese Stücke sind immer wieder auch zeitgenössisch vertont worden‘ und so ist es auch. Wir wollen in diesem Advent Arvo Pärt weiter folgen, aber hier ist eine beispielhafte Ergänzung aus der Feder des 2007 verstorbenen Jazz-Musikers und Komponisten Peter Witte. Auf Latein…

Eigentümliche Dialektik

Kennen Sie den?

These: Et jeht mir joot!
Antithese: Ja, aber wat es, wenn ich nur denken, es jeht mir joot, aber in Wahrheit, in Wahrheit jeht et mir schläch?
Synthese: Sofort Kölsch un Jrappa, weil, dann isset ejal!

 Soweit die Kölsche Dialektik und ich hoffe, Sie sind mit meinem unbeholfenen Versuch der Transkription des rheinischen Idioms zurechtgekommen, aber beim Versuch, das auf Hochdeutsch aufzuschreiben, streikte die Tastatur! 🙂

Eine Dialektik ganz anderer Art fällt geneigten Beobachtern gerade auf zwischen, nun, sagen wir zwischen Rom und Deutschland. Oder, um genauer zu sein, zwischen Rom und München.

Wie zu vernehmen war, hat der Hl. Vater ja nun die Termine für die Sitzungen des geheimnisumwitterten Kardinalsgremiums zur „Reform“ für das kommende Jahr festgelegt und auf der Agenda, so heißt es, stehe u.a. die „Dezentralisierung“ der Kirche.

Zugleich ist prominentes Mitglied diese Gremiums ausgerechnet der Vorsitzende jener Bischofskonferenz, der der Papst vor kurzem gerade gründlich den Kopf gewaschen hat (PuLa berichtete) nicht zuletzt wegen ihrer übergroßen Tendenz zur – Zentralisierung!

Ja, so ist es und PuLa möchte noch hinzufügen, daß man so hört, Menschen, die es genau (ganz genau!) wissen müssen, finden, Reinhard Kardinal Marx sähe sich, speziell was Fragen eines geordneten Verwaltungsablaufs angeht als Erzbischof von München und Freising eigentlich gerade „hinreichenden Herausforderungen“ gegenüber. Aber manche Menschen streben halt stets nach Höherem…

Hm! Was sagt uns das? Vor allem, wenn wir berücksichtigen, Papst Franziskus ist Jesuit und das waren zumindest in der Vergangenheit Meister der Dialektik! Welche Römische Dialektik ist es also, auf die der Papst hier herauswill?

Vielleicht so?

These: In der Gesamtkirche ist eine Dezentralisierung erforderlich.
Antithese: Aber gerade die Bischofskonferenzen (besonders die deutsche) sind zu zentralistisch.
Synthese: Ich mache den Bock zum Gärtner den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz zum Instrument einer Entwicklung, die im Ergebnis die „Konferenzen“ entmachtet dezentralisiert und den Einfluß Roms im einzelnen Bistum stärkt.

Merke: Gerade dieser Papst ist für Überraschungen immer gut! Diese ließen wir uns gerne gefallen!