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Der „Zwei katholische Bücher-Adventskalender“ – Tag 14, Zwei Bischöfe zu 40 Jahren „Demokratie in der Kirche“

Aus den Aufzeichnungen von Bischof Aufderbeck

„Pastoralsynode der DDR

Die geplante Pastoralsynode der DDR schickt ihre Schatten bereits voraus. Es sind eine Reihe von Vorkommissionen gebildet. Das Ganze läuft verhältnismäßig umständlich. Die Demokratie kostet viel Zeit, dazu viel Geld. Man muß aber wohl darauf vertrauen, daß, wenn alle guten Willens sind, der Heilige Geist in der Gemeinschaft zum Wirken kommt. Da wir heute weniger Heilige haben und sich der Heilige Geist mit seinen Gaben offenbar mehr auf alle verteilt, ist die Synode deshalb notwendig, weil ich hoffe, daß in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes die Dinge erkannt und getan werden können, die der einzelne, der kein Heiliger ist, nicht tun kann. Die konstituierende Sitzung wird im Frühjahr 1975 stattfinden. Im Herbst 1972 wird in Erfurt wie in jedem anderen Jurisdiktionsbezirk der DDR ein Pastoralkongreß oder eine Pastorale Veranstaltung stattfinden. (23.2.1972)

Abschluß der Synode am 28. – 30. November 1975

Die letzten Tage waren wie ein Fest. Es ist gut, daß die Synode stattfand – trotz mancher pessimistischer Stimmen. Es gab im Laufe der Jahre auch manche Mißstimmung und Verärgerung und gelegentliche Polarisierungen. Doch meinten westliche, österreichische und schweizerische Bischöfe, daß alles sehr freundlich verlaufen sei. Wer die Texte der Synode zu lesen versteht, wird die Grundfrage nach dem »Glauben heute« klar erkennen und Hilfen dafür finden, wie er sich realisiert in Ehe und Familie, in der Gemeinde, in der Ökumene und am Arbeitsplatz. (3.3.1976)“

 

Wieder einmal sehr  aufschlußreiche Texte. Wie Bischof Aufderbeck versucht, die Demokratie möglichst geistlich zu begründen (was ihn auszeichnet!) und seine Skepsis „tapfer“ niederkämpft? Diesmal war ich ja meinerseits in Versuchung, das Zitat von 1976 wegzulassen, aber auf PuLa wird nicht gefälscht! 😉

Außerdem kann ich mir vorstellen, daß genau die gezeigte Entwicklung durchaus typisch gewesen sein könnte, für diese Generation von Kirchenmännern: Nach einer hinreichend langen Zeit der „Gewöhnung“ haben dann vielleicht wirklich auch Phänomene in der Art von „Pastoralsynoden“ wie ein Fest erscheinen können… Womit übrigens nicht grundsätzlich bestritten werden soll, daß solche Veranstaltungen unter Umständen nötig sein können! Aber ein „wie ein Fest“? Und die allgemein vorausgesetzte Abnahme der Zahl der Heiligen? Da habe ich auch ein bißchen den Verdacht, das könnte ein, persönlich sehr sympathischer!, Bescheidenheitstopos gewesen sein, den es vermutlich auch schon in früheren Jahrhunderten gegeben hat.

Wie es sich so fügt gab es gerade vorgestern die Aussage eines Bischofs, der sich vierzig Jahre später dazu geäußert hat, wie es sich das heute für ihn darstellt, mit den Gremien:

„Wenn ich eine Sorge ausdrücken darf, die mich umtreibt, dann ist das die Last unserer Strukturen. Ich bin Mitglied von 24 verschiedenen Kommissionen und Räten (acht davon ökumenisch), mit oft unverständlichen Bezeichnungen. Wenn das nur mich beträfe, würde es mich nicht weiter beunruhigen; aber in verschiedenem Maße sind sehr viele davon betroffen. Es ist gut, daß es Beratungsorgane gibt. Doch ihre Vielzahl führt dazu, daß wir uns immer in den gleichen Zirkeln aufhalten. Dabei bräuchten wir auch Zeit, uns über diese engen Kreise hinaus zu bewegen.“ (Hervorhebung von mir)

(Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, ganzer Text hier)

Weg ist die Feststimmung; irgendetwas scheint gründlich schief gegangen zu sein…

Der „Zwei katholische Bücher-Adventskalender“ – Tag 13, Hausputz

Beispiel und Anwendung.

Die Kirche Gottes verlangt also von uns, daß wir in der heiligen Adventzeit alles Sündhafte aus unserm Herzen entfernen und dasselbe mit Tugenden ausschmücken sollen, damit es so eine würdige Wohnung für das liebe Jesukindlein werde, und damit wir einst Jesum als den kommenden Richter nicht zu fürchten haben. Und das ist eine ganz billige und natürliche Anforderung; denn wenn wir eine vornehme Person in unser Haus aufnehmen wollen, wenn ein großer Herr bei uns einkehren will, – was thun wir da? Nicht wahr, wir reinigen das Haus von Oben bis Unten, schaffen alles Unsaubere hinweg und räumen Alles auf die Seite, was die Augen eines so vornehmen Gastes beleidigen könnte? Siehe nun, Jesus, dein Herr und Gott, der König der Könige, will am Weihnachtsfeste auch zu uns kommen und in unserm Herzen wiedergeboren werden; müssen wir da nicht alles Sündhafte aus demselben entfernen und es mit allen Tugenden ausschmücken, die dem lieben Jesukindlein, diesem himmlischen Gaste, ganz besonders wohlgefallen?“

(Mehler, Hausbuch, S. 19)

Auch in diesem Advent schön und ebenfalls mit dem Gedanken des Aufräumens im Haus:

Der „Zwei katholische Bücher-Adventskalender“ – Tag 12, Nachkonziliare Orientierungssuche

Aus den Aufzeichnungen von Bischof Aufderbeck

„Ordensschwestern

Im Monat März waren in Heiligenstadt alle höheren Ordensoberinnen der DDR versammelt. Wir haben das Ordensdekret durchgesprochen, d. h. diejenigen Punkte, die für uns beachtenswert sind. Ich weiß nicht, wie diese Arbeit eigentlich recht weitergehen soll. Das Konzil öffnet hier ja wirklich Türen. Wenn es sagt, daß die Reform im Geiste der Gründer geschehen soll, dann können heute mit Hinweis auf diesen Satz die Ordensoberinnen Dinge tun, die die Gründer gern getan hätten, aber nicht tun konnten, weil es damals noch nicht ging. Das gilt ganz besonders für die Vinzentinerinnen und für alle krankenpflegenden Orden.

Es ist auf die Dauer ja unmöglich, eine ganze Ordensfrau zu sein mit allen Übungen, die eine Ordensfrau tun muß, die hauptamtlich Ordensfrau ist, und dazu mehr als vollberuflich tätig zu sein in einem Beruf. Diese Ko-Existenz bringt den Schwestern immer ein schlechtes Gewissen auf der einen und der anderen Seite. (16.4.1967)“

(Aus dem Land der Hl. Elisabeth, S. 247)

 

Ein hochinteressanter kleiner Text! Er zeigt einen Bischof, der hin- und hergerissen ist. Zwischen vom Konzil „geöffneten Türen“ und neuen Chancen der Wirksamkeit auf der eine Seite und der praktischen Unmöglichkeit, Ordens- und Berufsleben tatsächlich ohne Einbußen auf einer der beiden Seiten zu verbinden. Bischof Aufderbeck gesteht seine Ratlosigkeit offen ein: „Ich weiß nicht, wie diese Arbeit eigentlich recht weitergehen soll.“

Mir will scheinen, diese wenigen Sätze spiegelten geradezu symptomatisch so vieles, was in den Texten des zweiten Vatikanums mit guten Absichten versucht, und auf den „Geist der Gründer“ zurückbezogen, aber vielfach vielleicht auch nicht zu Ende gedacht und jedenfalls nicht hinreichend präzise formuliert worden ist. Wir alle wissen, was die Zeitströmungen dann höchst einseitig aus diesen widerstrebenden Ansätzen gemacht haben und wie der „Geist der Gründer“ vielfach gröblichst verletzt worden ist, ohne daß das „dem Konzil“ einseitig zum Vorwurf gemacht werden könnte (sehr im Gegensatz zu einigen „konziliaren Geister-Beschwörern“… 😉 ), aber eben auch so, daß es völlig unangemessen ist und bleibt „das Konzil“ unhinterfragt, „auf einen Sockel“ stellen und jeder Anfrage entziehen zu wollen!

Im vorliegenden Fall ist es heute ja eine offen zutage liegende Aufgabe, den Wert des (kontemplativen) Ordenslebens, des Gebets in den Klöstern, außerhalb der Welt, aber für die Welt!, wieder ins Bewußtsein zu rücken. Ein Bewußtsein, daß es im Abendland Jahrhunderte lang ganz selbstverständlich gab, und das andere Religionen und Kulturen ebenfalls kennen und pflegen.

Sehen Sie übrigens auch, wie man durch geschickte Auslassung und Umstellung diesen Abschnitt zu einem der üblichen „Konzils-Hipp-Hipp-Hurra-Texte“ hätte umbiegen können, ohne in dem Sinne zu „fälschen“? Ich habe dagegen den größten Respekt vor dem führenden Kirchenmann, der damals so differenziert und so ehrlich seine Gedanken und Besorgnisse niedergelegt hat! Wir werden in diesem Advent noch mehr Texten von ihm begegnen, die eine gewisse nachkonziliare Orientierungssuche widerspiegeln.

Danke, Herr Bischof!

Der „Zwei katholische Bücher-Adventskalender“ – Tag 11, Socken und Taschentücher für den Bischof

Aus den Aufzeichnungen von Bischof Aufderbeck

„Erlebnis am Rande

Eine kleine, schöne Geschichte, die ich neulich im Eichsfeld erlebt habe: eine sehr schlichte, einfache Frau gab mir 10 Mark in die Hand. Ich sagte darauf, ich wollte dieses Geld dem Priesterhilfswerk zuführen. Darauf sagte sie mir: »Nein, das ist für Sie! Dafür kaufen Sie sich ein Taschentuch und ein Paar Socken.« Ich habe sofort meine Socken angesehen, sobald die Frau weg war, ob Löcher darin waren, aber das war nicht der Fall. (17. 6. 1968)“

PS: Wer sehr gut aufgepaßt hat, konnte bemerken, daß auch schon der letzte Ausschnitt aus den „Aufzeichnungen“ das gleiche Datum trug, ich habe mich aber nicht vertan, denn so steht es im Buch und eine Überprüfung ist mir jedenfalls im Moment leider nicht möglich.

Der „Zwei katholische Bücher-Adventskalender“ – Tag 10, Seufzen und Rufen

Fr. Auf welche Weise müssen wir also nach der Absicht der Kirche die heilige Adventzeit feiern?

Antw. Wenn wir nach der Absicht unserer heiligen katholischen Kirche den Advent des Herrn feiern wollen, so sollen wir 1) vor allem erkennen, daß wir ohne die höhere Hilfe Christi von unsern Sünden und Schwachheiten nicht frei werden können; 2) sollen wir voll heiliger Sehnsucht recht oft nach Jesus seufzen und rufen, daß er komme und uns rette; 3) sollen wir das fleischgewordene Wort öfter anbeten und 4) uns der Buße, der Zurückgezogenheit, des anhaltenden Gebetes, der geistlichen Lesung, des Besuches der Kirchen und anderer guter Werke befleißen. –

Belehrung.

Ja, mein Christ! auf solche Weise sollen wir die heilige Adventzeit feiern; auf solche Weise nur tragen wir die Berge ab, füllen wir die Thäler aus, die uns von Gott trennen; so bahnen wir dem Könige des Himmels und der Erde einen Weg in unsere Herzen; so nur wird uns die erste Ankunft Jesu im Fleische heilsam, seine zweite Ankunft im Geiste möglich, sein dritte Ankunft auf den Wolken des Himmels erfreulich sein. –„

(Mehler, Hausbuch, Anhang, S. 19)

„Voll heiliger Sehnsucht seufzen“! ach, das 19. Jahrhundert! 😉

Doch jenseits aller gelegentlich fremd (geworden) –er und ein bißchen gefühliger Ausdrucksweise: Mir ist die klare Ansage in „1) bis 4)“ um Welten lieber, als das Psycho-Gesülz, das heutzutage, gerade jetzt im Advent, auf uns einstürmt und allzuoft gar nicht mehr von dem zu sprechen scheint, um den es wirklich geht!

Sketchlet zum Advent No. 2 – Der Dämmstoff

Die uns wohlbekannten Schafe auf der Weide vor den Toren von Wundersdorf nutzen die letzten Tage im Freien, um noch ein wenig in Ruhe zu grasen. Etwas abseits von der Herde steht Krutzi mit unbewegter Miene, zittert aber vor Kälte: Schon wieder ist sie zu Beginn des Winters frisch kahlgeschoren. Was ist geschehen?

Der Dämmstoff

Ein Sketch für fünf Schafe und beliebig viele Schafstatisten

 

Kohle (beim Grasen): Guck‘ euch Kruckchi ang! (Er kaut.)

Flocke (ebenso ): Waf foll mick ihr fein? (Sie schluckt) Entschuldigung: Was soll mit ihr sein?

Kohle: Na, sieh doch mal – sie ist schon wieder frisch kahlgeschoren.

Wolle: Das gibt’s doch gar nicht! Wie kriegt sie das nur immer hin?

Kohle: Laßt uns mal zu ihr gehen.

Blütenweiß (ist aufmerksam geworden). Ihr habt Recht! Laßt sie uns in der Gruppe ein wenig wärmen.

Die Schafe traben auf Krutzi zu, die sich wegdreht. Da die Schafe sie einkreisen, ist das aber keine auf Dauer wirksame Strategie.

Blütenweiß: Liebe Krutzi! Wo ist denn deine ganze Wolle?

Krutzi (unfreundlich): Bei den BLW. (Sie schaut unbeteiligt über alle Schafe hinweg in die Ferne).

Kohle: Die Brandenburgischen Lautsprecherwerke? Was machen die denn mit deinem Fell?

Krutzi (die angesichts des größer werdenden Publikums langsam gesprächig wird): Ihr wißt aber auch gar nichts! Die Lautsprecherwerke brauchen Wolle als Dämmaterial für die Boxen.

Flocke: Das ist ja schön und gut – aber können sie sich damit nicht im Frühjahr eindecken?

Krutzi (von oben herab): Das tun sie selbstverständlich. Ich wollte aber jetzt ein Zeichen der Solidarität mit der Wundersdorfer Gemeinde setzen.

Wolle: Hä?

Krutzi: Ich habe mich gestern außer der Reihe scheren lassen, weil sich am Wundersdorfer Glockenstuhl der erste Rost gezeigt hat. Stand in der Zeitung. Es muß total dramatisch sein! Ich wollte jedenfalls jetzt im Advent etwas spenden, denn sie sagen, sie sparen schon kräftig.

Kohle (mißtrauisch): Wer spart?

Krutzi: Na, die Gemeinde! Also Corinna.

Wolle (noch mißtrauischer): Und woran?

Krutzi: Pfff – am Gemeindeleben, nehme ich mal an. An was anderem kann man ja nicht sparen. Das erfährt man nicht weiter.

Flocke: Eigentümlich genug! Schließlich ist es nicht Corinnas Geld, sondern das aller Gemeindemitglieder.

Krutzi: Wie kann man nur so kleinlich sein?! Mir war wichtig zu spenden, damit der Herr Pfarrer sieht, wem die Kirche wirklich etwas bedeutet!

Wolle (ironisch): Du Gute! Immer selbstlos! Ach ja … so scheidet sich die Spreu vom Weizen …

Kohle (geradeheraus): Das mit der Extraspende, Krutzi, war eine Schnapsidee! Der Glockenstuhl ist aus Gußeisen und das hält noch ein paar Generationen, wenn sich der erste Rost zeigt.

Krutzi (in heller Aufregung): Ein paar Generationen? Aber dann könnte ja gar nicht mehr ich mich kümmern, das wäre ja dann jemand anderes! Nicht auszudenken!!!

 

FORTSETZUNG FOLGT

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

 

Tja, so geht’s zu rund um Wundersdorf! Bloß gut, daß in Weimar keiner auf die Idee käme, ganz selbstlos auf eigene Faust mit dem Geld anderer Leute zu sparen!

PS: Physikalisch korrekt gesprochen dämpft (Schaf-) Wolle den Schall natürlich und dämmt nicht, aber das wissen ja auch nicht alle Menschen und so darf man von den Wundersdorfer Schafen nicht zuviel verlangen 😉

 

Der „Zwei katholische Bücher-Adventskalender“ – Tag 9, Schwestern auf Skiern

Aus den Aufzeichnungen von Bischof Aufderbeck

„Ordensschwestern

Im Januar d. J. fand ein Skikurs für junge Ordensschwestern in Tambach-Dietharz statt. Der Kurs hat den Schwestern sehr viel Freude gemacht. Einer unserer jungen Kapläne, der Skimeister ist, hat den Kurs geleitet…

Eine Frucht der schon seit drei Jahren bestehenden Ordensoberinnenkonferenz ist der zur Zeit in Erfurt durchgeführte theologische Kurs für Ordensschwestern des 2. Noviziatsjahres. Wir haben sie vier Monate in Erfurt, aus der ganzen DDR. Es sind 24 junge Schwestern da. Herr Rektor Meisner hat die Führung dieses Kurses. Es geht uns darum, diese Schwestern in die Theologie und das geistliche Leben einzuführen. Der Kurs macht uns allen sehr viel Freude. (17. 6. 1968)“

Dieser kleine Text hat mich besonders berührt, denn, ob Sie‘s glauben oder nicht, dieser Skikurs, der findet immer noch alljährlich statt! Und es ist immer noch der gleiche Geistliche, der ihn abhält, heute in der Nähe von Oberhof: freilich, der „junge Kaplan“ von damals ist heute Ruhestandspfarrer, aber diese Aufgabe macht ihm nach wie vor viel Spaß und er erzählt gern davon, wie „Bischof Aufderbeck das damals genehmigt hat“.

Danke, Herr Bischof!

PS: Wer mit dem „Rektor Meisner“ gemeint war, ist klar, oder? 😉

Der „Zwei katholische Bücher-Adventskalender“ – Tag 8, Mariä Empfängnis

„120. Lesestück

„Du bist voll der Gnaden!“

Maria – ein Gefäß der Gnaden.

[…]

Fr. Mit welchen Gnaden war Maria schon vor ihrer Geburt erfüllt?

Antw. Sie ward unbefleckt, ohne Sünde empfangen; sie allein blieb unter allen Geschöpfen der Erde vom Gifthauche der Erbsünde, sowie von jeder anderen Sünde frei.

Belehrung.

Schon im Augenblicke ihrer Empfängniß erscheint uns Maria als die Gnadenvolle; denn vom ersten Augenblicke ihrer Empfängniß an ist sie die Lilie im Garten Gottes, die Rose ohne Dornen gewesen, das heißt, sie wurde unbefleckt – ohne Sünde empfangen. […] Daher sagt der ehrwürdige Franziskus Suarez: „ Maria hat im ersten Augenblicke ihrer Empfängniß mehr Vorzüge und Gnaden erhalten, als alle Seelen der Heiligen, ja sogar als alle Chöre der Engel, weil sie von Gott auch mehr geliebt wurde, als alle Heiligen und englischen Geister.“ – Diese Lehre von der unbefleckten Empfängniß Mariens ist begründet in der heiligen Schrift, in der Erblehre und im Glauben der heiligen katholischen Kirche. Oder hätte Diejenige, welche der Schlange (das ist dem Teufel) den Kopf zertreten sollte, hätte Jene, die zu Gott sagen konnte: „Du bist mein Sohn!“ auch nur einen Augenblick im Zustande der Sünde, also in der Gewalt des bösen Feindes sich befinden

Die Lilie Gottes (eigene Aufnahme)

können? Ziemte es sich wohl, sagen die heiligen Lehrer, daß Jene, die bestimmt war, der Welt Denjenigen zu geben, welcher durch seinen Tod das Reich der Sünde zerstören sollte, mit Sünden befleckt war? Unmöglich. – Maria ist also ohne Sünde empfangen; Dieß muß schon die gesunde Vernunft anerkennen, und so ist wahr, was wir oben gesagt haben: Maria ist voll der Gnaden, weil sie schon vor ihrer Geburt mit Gnaden erfüllt war.

Beispiel und Anwendung.

Als am 8. Dezember 1854 der Glaubenssatz von der unbefleckten Empfängniß Mariens feierlich ausgesprochen worden war (sieh das vorausgehende Bild!), da erfreuten sich die Herzen aller frommen und wahren Verehrer Mariens, und ein allgemeiner Jubel herrschte in der ganzen katholischen Kirche. […]“

(L. Mehler, Hausbuch, S. 330 f.)

In der dann folgenden Schilderung eines Vorfall aus der Gegend von Salzburg, Anfangs des Jahres 1855, fallen u.a. noch diese, seltsam aktuell anmutenden Worte: „[…] machte er vor mehreren Andern, die, wie gewöhnlich, über Nichts nachgedacht, aber über alles absprechen (d.i. „abfällig reden“) die unbefleckte Empfängniß zum Gegenstande seines Hohnes  […] (Hervorhebung von mir)

Und wie man das heute angehen kann, dieses (Fest-)Geheimnis, „an-gehen“, nicht „um-gehen“ 😉 , das zeigt uns, wieder einmal, Pfarrer Sperling aus Oschersleben, hier! Dort feiern sie nämlich heute ihr Patronatsfest und ich wäre gerne dabei!

Danke, Hochwürden!

 

Matthias Matussek liest in Erfurt

Morgen, Samstag, 8. Dezember 2012, gibt es in Erfurt eine Lesung mit Matthias Matussek, den man auf einem katholischen Blog wohl nicht mehr vorzustellen braucht, oder?

Er liest anläßlich der Einweihung des „INSA-Hauses“ aus seinem neuen Buch „Die Apokalypse nach Richard“ und hält einen Vortrag mit dem vielversprechenden Titel: „Warum glauben wir eigentlich nicht, was wir doch sehen?“

Beginn ist um 15:00 Uhr in den neuen Räumlichkeiten des Instituts für neue soziale Antworten (INSA) in der Arndtstraße 1, 99096 Erfurt (Straßenbahnlinie 1, Endhaltepunkt Thüringenhalle, von dort sind es nur noch ein paar Dutzend Meter).

Um Voranmeldung wird gebeten:

INSA, Telefon 0361-6443100, Telefax 0361-6443111, E-Mail: info [at] insa-online.de (natürlich mit Klammeraffen und ohne Leerzeichen…; Vgl. auch hier beim Aufbau-Verlag und hier, auf Matusseks eigenen Seiten).

Sehen wir uns?

Update zum Nikolaussketchlet

Die gestern erwähnte Rezension des Buchs über den Weihnachtsmann von Jürgen Kaube in der FAZ ist jetzt auch online zu finden, hier (auf „Rezensionen“ klicken!).

Manches an Kaubes Einlassungen ist allerdings ein bißchen „eigenartig“ und mir scheint, das könnte auch für das Buch im Ganzen gelten. Interessant dürfte es aber dennoch sein.

Was diese Schafe so ausgraben… 😉