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Das neue HB-Männchen als Taucher, oder „Dicht bis 30 Zentimeter Weihwassertiefe!“

Ende März hatten wir in diesen Zeilen im Rahmen unserer Auseinandersetzung mit den graphischen Elementen des Neuen Gotteslobs festgestellt, daß uns die DBK für (vermutlich) Jahrzehnte mit einer äußeren Gestaltung dieses ständigen Begleiters in die Hl. Messe „beglückt“ hat, die nicht zuletzt aus einem ziemlich beliebigen „Logo“ besteht, das wir, nach Analyse der bedenklichen Genese und der nicht weniger bedenklichen Implikationen dieser Entscheidung, das „ Neue HB-Männchen“ genannt haben, nach seinen Mentor, Bischof Hofmann (Würzburg) und seiner Designerin, M. Bartholomé (Köln), wie Sie hier nachlesen können (erster Teil zur Genese hier).

Und wir hatten, indem wir skizziert haben, wie wir uns gegen diese Zumutung wehren können, festgestellt: Hüllen spielen dabei eine wesentliche Rolle! und hatten dabei zum Glück die gute Laune wiedergefunden.

Wie angekündigt wollen wir heute einen weiteren Typus von Hülle betrachten und ein paar Beobachtungen daran knüpfen.

Heute: Die Neopren-Hülle:

Neoprenhülle noch mit Banderole (eigenes Bild)

Neoprenhülle noch mit Banderole (eigenes Bild)

Die Farbe hat was, oder? 😉 (Es gibt aber noch andere in der gleichen Art und Güte, hier)

Jedenfalls: Es paßt sogar Hülle in Hülle und damit wird Neopren natürlich zu einem guten Schutz bei widrigen Witterungsverhältnissen:

Hülle in Fülle, äh, Hülle :-) (eigenes Bild)

Hülle in Fülle, äh, Hülle 🙂 (eigenes Bild)

Und es geht noch anders, denn, wenn auch nicht so beworben, die Hülle funktioniert auch als Wendehülle:

Neoprenhülle gewendet (eigenes Bild)

Neoprenhülle gewendet (eigenes Bild)

Sieht ganz schön dunkel aus, wie? Paßt halt zu notorischen „Dunkelkatholiken“? Ja, das hätten manche gern, aber daraus wird nix! 🙂

Aber nun, mit dem sichtbaren schwarzen Neopren, wird die Assoziation zum Taucheranzug ganz übermächtig:

Das Neue HB-Männchen wird zum Taucher!

Blubb

Blubb

Blubb, blubb

Blubb, blubb

Blubb, blubb, blubb

Blubb, blubb, blubb

- weg war er! (eigene Bilder)

– weg war es! (eigene Bilder)

 

Jaja, „Dicht bis dreißig Zentimeter Weihwassertiefe“ 🙂

Das wäre doch mal ein Slogan, oder? Es gibt ja Becken mit Weihwasser, die lassen den Gedanken durchaus  aufkommen:

Becken inder Kirche XXXX zu Dülmne, vgl. hier

Becken in der Heilig-Kreuz-Kirche zu Dülmen, vgl. hier

Und? Ist Ihnen noch etwas aufgefallen?

Ja, genau: Das Kreuz ist wieder da!

Da ist es wieder! (eigenes Bild)

Da ist es wieder! (eigenes Bild)

Bißchen windschief, aber eindeutig identifizierbar. Und das auf dieser nerdigen Hülle, das ist doch sehr erfreulich.

Tja, das paßt zu der Erfahrung, die PuLa im Gespräch mit Ministranten, z.B. im Bistum Dresden-Meißen, gemacht hat: Auch jüngere und ziemlich junge (12jährige!) Gotteslob-Nutzer(innen) gruseln sich beim Gedanken an den Wegfall des Kreuzes! (Danke, Hanna K.!)
Es bestätigt sich eben wieder und wieder: Was uns ad nauseam (= zum Schlechtwerden) als „jugendlich“ aufgedrängt wird, das sind die nostalgischen Vorstellungen  von Menschen, deren Jugend schon Jahrzehnte (!!) zurückliegt…

Übrigens war das Kreuz auf den Neoprenhüllen ursprünglich anders vorgesehen:

Neoprenhüllen, Entwurf September 2013 ("Anzeige im Tag ds Herrn")

Neoprenhüllen, Entwurf September 2013 („Anzeige im Tag des Herrn“)

Ob das zu nahe am „Original“ des „HB-Männchens“ vorbeigeklaut war? 😉 Aber schön, daß es in der Realisierung eher noch traditioneller geworden ist!

Und es will scheinen, als nähme der Unwillen am „HB-Männchen“ sogar dort zu, wo man (leider) nicht gleich aufs Kreuz zurückgehen will, denn weitere Verlage steigen ins Hüllengeschäft ein:

Gotteslob-Hülle ohne Logo und Kreuz (Bild: Butzon-Bercker)

Gotteslob-Hülle ohne Logo und Kreuz (Bild: Butzon-Bercker)

Jaja, es bleibt dabei: Mit dem Thema werden wir noch eine Menge Spaß haben, denn der Trend geht zur Dritt-Hülle…

Und zur DIY-Hülle (Claudia Sp., hast Du ein paar neue Bilder für uns?!)

Freiburger Bischofsernennung: ‚WisiKis‘ rufen „Skandal“ (und machen sich lächerlich)

‚Schon wieder das Thema Bischofsnachfolge?!‘ höre ich Sie stöhnen und nicht zu unrecht! Aber heute soll es nicht um Erfurt gehen, sondern um Freiburg und dort ist die Lage ja von der unseren ganz verschieden, weil es nicht mehr um die Spekulation über Namen geht. Nein, mit Stephan Burger steht dort der Nachfolger fest.

Aber jetzt leckt sich die örtliche sog. „Kirchenvolksbewegung“ mit dem immer wieder unverschämt anmaßenden selbstverliehenen (und selbstverliebten) Titel „Wir sind Kirche“ die Wunden und hat nichts Besseres zu tun, als „haltet den Dieb“ zu rufen und nachträglich zu versuchen die Umstände der völlig rechtmäßig verlaufenen Bischofswahl zu skandalisieren.

Dafür finden sie in der Badischen Zeitung einen wohlfeilen Resonanzraum (den Artikel finden Sie hier; auch die Kommentare sind ausnahmsweise einmal nicht uninteressant)

Die Formulierungen, die diese Leute dafür benutzen, sind auf der einen Seite so vertraut, daß sie akute Sekundenschlafgefahr in sich bergen: „feudale[s] Herrschaftsgehabe der Kirchenleitungen gerade bei Bischofsernennungen“ z.B.; Ach ja, und im Keller rasselt wieder die Bartwickelmaschine…

Aber es hat sich auch etwas verändert, seit dem März 2013: Konnte man bis dahin bequem auf den alten Lieblingsgegner J. Ratzinger einschlagen, der es doch tatsächlich auf den Papststuhl gebracht hatte (wahrscheinlich hatte der „Geist des Konzils“ gerade eine Auszeit auf den Malediven genommen 😉 ), ist dies ja nun nicht mehr möglich.

Und so schwanke ich in meinem Empfinden, ob die krampfhaften Bemühungen, das selbstgezimmerte Bild von Papst Franziskus aufrechtzuerhalten eher unter der Kategorie Amüsement oder unter derjenigen der schieren Absurdität einzuordnen sind.

Ich tendiere aber zu letzterem:

Mit diesem Vorgehen, so zitiert die BZ einen ungenannten Vertreter von „Wir sind Kirche“, „habe der Vatikan den Mindeststandard ortskirchlicher Beteiligung mißachtet“, das stehe „Im krassen Widerspruch zu den Absichten von Papst Franziskus, den Ortskirchen wieder mehr Bedeutung und Verantwortung zukommen zu lassen“. „Es bedeute einen ‚Loyalitätsbruch‘ gegenüber dem Papst, wenn die Bischofskongregation dem zuwiderhandle, was Franziskus wichtig sei.“

Du liebe Güte! Ist das möglich? Wollen diese Leute wirklich insinuieren, Entscheidungen dieser Preisklasse könnten an einem schlechtinformierten und manipulativ beeinflußten Papst vorbei geschehen??!

Vermutlich ja, denn die Zeitung wird, wenn auch dieses Mal bezeichnenderweise ohne eigentliches WisiKi-Zitat, noch ein Stück deutlicher:

„Doch inzwischen fragen sich viele, ob die Art und Weise, wie der Vatikan die Zollitsch-Nachfolge durchgesetzt hat, noch jener Kollegialität entspricht, die das Konzil wollte und auf die auch der neue Papst setzt. Und ob Franziskus zu schwach ist, die Kurie zu zwingen, seinen Intentionen zu folgen. ‚Freiburg 2014‘ läßt da erste Zweifel wachsen.“ (Hervorhebung von mir)

Wir in der Blogoezese fragen uns ja schon seit einiger Zeit, wie lange das völlig verzerrte Bild von Franziskus als „Liberalem“ westeuropäischen Typs noch der Wirklichkeit standhalten kann. Wenn dieser Artikel ein brauchbarer Indikator ist, dann könnte sich bei kirchenfernen Medien die „Schöne neue Franziskus-Schein-Welt“ einem Ende nähern, bei vermeintlich kirchlichen „Reform“-Kräften hingegen offenbar immer noch nicht.

Diese meist stark ergrauten Dauer-Avantgardisten stecken, so will es scheinen, seit den 70er-Jahren derart tief in ihren ideologischen Schützengräben, daß die Wahrnehmung der Wirklichkeit dramatisch eingeschränkt ist…

Aber ist das schon alles? Fortgeschrittener Wirklichkeitsverlust in fortgeschrittenem Alter mit heftigem Nostalgiefaktor („Wißt ihr noch, damals, die Würzburger Synode!“ 😉 )?

Ich fürchte, das ist nicht alles. Ich glaube vielmehr, die Vorstellung eines „schwachen“, von seinen „Beratern“ abhängigen Papstes entspricht im Grunde einer Wunschvorstellung; nur, daß sie eben gerne sich und ihresgleichen an Stelle der jetzigen vermeintlich „rückwärtsgewanden“ Berater sähen!
Überflüssig zu sagen, daß diese Phantasien mit der apostolischen und hierarchisch verfaßten Kirche und ihrer vom Hl. Geist geführten persönlichen Leitungsverantwortung, wie wir sie im Credo bekennen und wie sie das letzte Konzil explizit bestätigte, nichts mehr zu tun hat.
Hinter all den Phrasen von „Beteiligung“, „Demokratisierung“ und was dergleichen Schlagworte mehr sind, lauert nur allzuoft – der Unglaube. Weshalb, als kleine liturgische Randbemerkung, diese Leute ja anstatt das Credo (am besten das Nicänum) zu beten auch vorzugsweise läppische Liedchen singen, in denen so eine Zumutung vorkommt wie, man solle an die „Gemeinschaft mit Gott als Fundament“ glauben (GL 777) , puh! (vgl. auch hier)

Daß das, was sich diese Leute seit Jahrzehnten zusammenträumen, exakt jenem „pensiero unico“, dem westlich links-liberalen „Einheitsdenken“ entspricht, das Franziskus in seinem latent totalitären Potential eindeutig ablehnt, und daß dieser Papst in der Weise seiner (gelegentlich alle Beteiligten überraschenden) Entscheidungsfindung ganz gewiß nicht jenem Wunsch-Bild einer schwachen Führungspersönlichkeit entspricht – es scheint, als solle es das bestgehütete Nicht-Geheimnis dieser Phase der Kirchengeschichte bleiben.

Aber welches Maß an seelischer Verwirrung das mit sich bringt, davon legt das Ende des Artikels in der BZ ein schlimmes Zeugnis ab:

„Auf der Terna steht immer nur der Eine, den die in Rom wirklich wollen, und dazu zwei Neger.“

Ja, Sie haben richtig gelesen, da steht das „N-Wort“, das als eine „seit langem kursierende, wenn auch sprachlich indiskutable Sottise“ charakterisiert wird. Ich finde den Spruch (den ich noch unter Einbeziehung eines „Chinesen“ kannte, wirkt der nicht mehr „abschreckend“ genug?) mehr als bloß „sprachlich“ daneben!
Freilich, das kennen wir ja aus Weimar auch: Wenn es um die eigene (Wahn-) Vorstellung von der „Reform“ geht, da müssen „Prioritäten“ gesetzt werden: „Ein Schwarzer? Lieber nicht!“… (vgl. hier)

Es ist, wenn man näher hinschaut, ziemlich erschreckend, was sich einem zeigt, blickt man in die Abgründe der ach so „netten“ „Kirchen-Reformer“. 🙁

Fürs erste aber gilt es, wenn Sie das nicht sowieso schon längst getan haben, den neu ernannten Erzbischof von Freiburg ins Gebet einzuschließen und zwar gewiß für längere Zeit, denn er wird es nicht leicht haben!

PuLa wünscht allen Lesern morgen ein gesegnetes und frohes Fronleichnamsfest!

 

PS: Wir haben hier ja morgen leider keinen Feiertag, deswegen ist es sehr erfreulich, daß es mit der Hl. Messe um 19.00 Uhr in der Pfarrkirche Herz-Jesu eine Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch gibt, die berufstätige Gläubige auch wahrnehmen können. PuLa hatte das verschiedentlich angemahnt und sagt nun: Danke!

PPS Und Dank auch Dr. Armin Schwibach (@ASchwibach auf Twitter) für den Hinweis auf den Artikel und der Kollegin vom Beiboot Petri (@beibootpetri03) für die Formulierung „N-Wort“!

Die Unruhe der Unruhestifter – schon wieder Zeitungsbericht zur Bischofsfindung

Ich bin es leid.

Ich bin es leid!

Ernstlich, da schreibe ich gestern ausführlich, daß und warum ich es für besser hielte, wenn nun mal alle mehr oder weniger Beteiligten die Äußerungen über das Thema Bischofsfindung für Erfurt endlich einstellten, da steht prompt heute schon wieder was in der Zeitung!

Diesmal in der Thüringer Allgemeinen, TA; Sie finden den Artikel hier.

Martin Debes schreibt dort unter der Überschrift: „Unruhe: Suche nach Bischof in Erfurt zieht sich schon eineinhalb Jahre“ eine Art Zusammenfassung dessen, was wir hier ja alles schon seit längerem kennen, wirklich, der Artikel bringt keinerlei neue Fakten oder auch nur neue begründete Mutmaßungen.

Was an dem Artikel neu ist, ist die Einbeziehung eines bisher in diesem Zusammenhang noch nicht in Erscheinung getretenen Interviewpartners: Martin Debes hat mit Alois Wolf gesprochen, dem Vorsitzenden des Katholikenrates im Bistum Erfurt (und Vizepräsident des ZdK)  von der Zeitung sinnigerweise als „oberster Laie des Erfurter Bistums“ bezeichnet.
Hmpf! Das scheint mir ein Feld, dem sich PuLa ein anderes Mal annehmen muß; bis dahin gilt: „Mich vertritt nicht das ZdK!“ (und den „Katholikenrat“ kann ich mich auch nicht erinnern gewählt zu haben…)

Wolf spricht dann, insoweit ganz richtig, von der „Sehnsucht auch wieder einen Bischof zu haben“, aber eben auch von „Unruhe“ und „Ungeduld“, womit, wenn man das in der Zeitung sagt, der Umschlag ins „Unruhe stiften“ leider schon ganz nahe liegt…

Wolf scheint nicht PuLa zu lesen, andernfalls hätte er die Frage, mit der er zitiert wird: „Warum dauert das so lange?“ ja leicht beantworten können.

So aber erzeugt der gesamte Artikel so eine Stimmung ratloser Unzufriedenheit, Unzufriedenheit natürlich mit „Rom“, das so lange brauche. Ein Eindruck, den der Verfasser des Artikels zweifellos beabsichtigt hat, denn so etwas ist es, wovon Zeitungen nun mal leben, da läßt sich wieder und wieder drüber schreiben, weshalb das Ganze auch noch mit dem Stichwort der „Dramatik“ angereichert wird.

Martin Debes tut damit nur, was seinem Handwerk entspricht, aber wäre es von katholischer Seite nicht möglich gewesen dieser Stimmung (und Stimmungsmache) etwas entgegenzusetzen?

Das ist doch nicht so schwer:

Der Vergleich mit Passau, der ein bißchen nach weinerlichem Kleinkind schmeckt: „Die haben jetzt aber schon einen, rabähh!“, geht beispielsweise völlig in die Irre: Die Sedisvakanz in Passau hat auch genau am 1.10.2012 begonnen und damit wohl auch sehr lange gedauert, nicht wahr? Und die zeitliche Abfolge deutet stark darauf hin, daß die „Ternae“ für Passau und Erfurt etwa gleichzeitig versandt worden sein müssen. Ich sage es nochmal: Da sind deutschlandweit „Päckchen geschnürt“ worden, es ist einfach naiv und der Komplexität der Situation völlig unangemessen, so zu tun, als lebten wir auf einer Insel! Und wir sind jetzt eben durch die Umstände in die nächste Runde der „Päckchen“ geraten. Pech, aber was können denn die Passauer dafür, daß bei uns einer abgesagt hat?

Vollends von keinerlei Sachkenntnis getrübt ist der Vergleich mit Freiburg. Ja, Freiburg schnell wieder zu besetzen war wichtiger als Erfurt – nur, warum denn? Weil die Spätphase von „EBZ“ (Erzbischof Zollitsch) Phänomene mit sich gebracht hat („Diözesanversammlung“, „Handreichung Ehepastoral“!), die in Rom völlig zu recht die Alarmglocken haben klingeln lassen; das duldete wirklich keinen Aufschub!!

Vor diesem Hintergrund wäre, ich wiederhole mich, etwa folgende Reaktion brüderlich und angemessen:

Mitfreude mit den Passauern und den Freiburgern; Christentum ist nämlich u.a. so ziemlich das exakte Gegenteil eines Nullsummenspiels…

Freude und Zufriedenheit darüber, daß man in Rom das Bistum Erfurt anders als Freiburg nicht in die Kategorie: „Es brennt“ einordnen zu müssen glaubt; nicht, daß hier nichts zu tun wäre, aber es ist doch eine andere Qualität.

Freude darüber, daß wir, anders als z.B. Köln, einen Administrator in der Weihestufe des Bischofs haben, dessen wir jeden Sonntag im Hochgebet gedenken können;  hier, im Hochgebet, übrigens bitte, bitte ohne den Nachnamen! Das klingt in diesem Rahmen immer so „technisch“ und förmlich; ich finde: „unser Administrator, Weihbischof Reinhard“ heißt das, nichts mehr hat da was zu suchen!

Zuversicht im Bewußtsein, die Kirche wird geführt, Zuversicht die durch die Betrachtung der jüngsten Weihen und Ernennungen nur noch gestärkt werden kann; was leicht fällt, vorausgesetzt man hat nicht die ideologische Brille auf, es könne „Böses aus Rom“ kommen…

In dieser Betrachtungsweise stellt sich wie von selbst das Gegenteil von „Unruhe“ ein, nämlich Gelassenheit.
Ich fände es schön, derartige Gedankengänge auch einmal aus geistlichem Munde zu hören.
Bis dahin hoffe ich inständig, es kehrt in das Thema endlich einmal wieder die ihm angemessene (und vorgeschriebene) Ruhe ein!

PS: Diese Hoffnung habe ich auch deswegen, weil ich endlich mit anderem weiterkommen will: „Das Bild von 1968″, Two Colours“, „Neulich, im Pfarrgemeidenrat“, oder „Gründonnerstag im Mai“, das sind nur einige der Themen in PuLas Pipeline. Bleiben Sie dran! 😉

„Noch kein neuer Bischof in Sicht?“ Erfurter Diözesan-Administrator erwähnt Fragestellung in Predigt

Also, eigentlich…

–       eigentlich sollte man keinen Text mit ‚also‘ beginnen!

Hm! 🙁

Nochmal:

Wenn ich ganz ehrlich sein soll…

Auch nicht besser! (sind wir außerdem immer) 🙂

Was ich mit diesem sprachlichen Kniff andeuten will, geschätzte Leserschaft, ist, daß ich absolut keine Lust habe, schon wieder über die Bischofsfindung für Erfurt zu berichten, aber, was soll ich sagen, ich schlage heute morgen die Zeitung (TLZ) auf, und da steht doch schon wieder was drüber drin, Sapperlot!
Und da ich Sie natürlich nicht in den Fängen der Mainstream-Medien lassen kann, wenn es um dieses Thema geht (und weil PuLa eine geographisch weitere Verbreitung hat als unsere Regionalzeitungen.. 😉 ), komme ich also nicht umhin, mich an die Tastatur zu bemühen, seufz!

Nun, der Hintergrund der erneuten Presseberichterstattung ist die Predigt, die unser Diözesan-Administrator, Weihbischof Hauke, zur Jugendwallfahrt 2014 gehalten hat, und die die Pressestelle des Bistums mit der Überschrift: „Noch kein neuer Bischof in Sicht?“ unter eben diesem Aspekt auf der Website beleuchtet (hier).

Sie bezieht sich dabei im einzelnen auf folgende Sätze aus der auch im Wortlaut veröffentlichten (hier) Predigt:

„Was ist mein Ziel und wer nimmt mich dahin mit? Ihr werdet vielleicht sagen: „Das musst Du mit deinen 60 Jahren doch schon wissen!“ Aber da kann ich heute antworten: ‚Ich weiß es nicht genau, denn wir haben keinen Bischof und was mal aus mir als Weihbischof wird, ist unklar! Wer wird in Rom auf die Liste geschrieben? Welches sind die drei Kandidaten, aus denen das Domkapitel in Erfurt einen Bischof auswählen soll? Wird dieser auch Ja sagen und die Wahl annehmen oder müssen wir noch lange warten, weil er sich nicht entscheiden kann?‘

Mal von dem Detail abgesehen, daß das bloß formaliter drei (wie die Bistumspresse schreibt), inhaltlich aber doch wohl eher zwei Fragen sind (denn nur aus der „in Rom geschriebenen“ Terna kann das Domkapitel wählen), nötigt mir die sympathische Offenheit, mit der Weihbischof Hauke hier seine eigene Unsicherheit in der Situation thematisiert, Respekt ab; solche Gelegenheiten sind einfach ein „Heimspiel“ für ihn! (Die Frage des persönlichen Ergehens eines Bischofs in solch einer Konstellation hatten wir ja auf PuLa auch schon reflektiert, hier)

Allerdings weiß ich nicht so ganz, was man inhaltlich über das hinaus, was wir hier in den letzten Tagen schon herausgearbeitet haben, aus Reinhard Haukes Worten machen soll!

Da man vermutlich ausschließen kann, daß tatsächlich „noch“ (also in diesem Moment) nach wie vor auf eine Antwort gewartet wird, liegt eher die Vermutung nahe, der Satz könnte so zu verstehen sein, daß man hofft nicht „noch einmal“ (wie gerade geschehen) längere Zeit auf eine Antwort warten zu müssen. Das ist eine Empfindung, die wir nur teilen können und ansonsten darauf hinweisen, daß der Sketch, „Der Erwählte“ den wir vor kurzem gebracht haben (hier) offenbar in mehrerer Hinsicht besonders hellsichtig war…
Ansonsten könnte man die Äußerung so verstehen, als daß tatsächlich erst gewählt und dann gefragt wird – falls man sich den Formulierungen im Rahmen einer Predigt wirklich so analytisch nähern soll oder kann.

Also, eigentlich ( 😉 ), eigentlich wäre ich froh, wenn das „geheime Verfahren“ jetzt mal wirklich in der Stille abliefe!
Es ist uns nämlich völlig ernst damit, daß PuLa keinesfalls die Absicht hat, in dieser Frage irgendwelche „Enthüllungen“ zu bringen, oder von sich aus ständig Spekulationen anzustellen! Aber wenn ohnehin darüber geschrieben (oder allzuviel geredet…) wird sehen wir uns natürlich veranlaßt, die Entwicklungen zu kommentieren und von Fall zu Fall die Dinge geradezurücken – sonst glaubt am Ende noch eine arme unbedarfte Seele tatsächlich, es käme „Böses aus Rom“, solchem Unfug muß einfach vorgeeugt werden, ts, ts! 😉

 

PS: Es scheint jedenfalls als bliebe es bei dem, was wir hier nun ja mittlerweile wirklich schon lange schreiben: Das dauert im Zweifelsfall noch…

 

„Bei einfachen Priestern kommt eine Absage durchaus vor“ – Wer für Erfurt abgesagt haben könnte

Erst gestern haben wir aus gegebenem Anlaß ein wenig erläutert, wie PuLa so funktioniert, und daß man sich vor allem keine Sorgen (Hoffnungen schon gar nicht! 😉 ) machen soll, wenn einmal ein paar Tage (scheinbar) nichts geschieht. Das ist so, aber ich muß zugeben, unangenehm ist es, wenn unter einer solchen Phase ein wohlgemeinter Kommentar „zu leiden“ hat, der geeignet ist, die Diskussion voranzubringen; ich will versuchen (technisch) Abhilfe zu schaffen, bitte aber bis dahin dennoch gerade diejenigen, die sich mit einem Kommentar Mühe geben, der dann im Erscheinen auf sich warten läßt, um Nachsicht und Geduld – nichts geht verloren!

Im konkreten Fall geht es um einen Kommentar vom 8. Juni (so gerade noch 😉 ) zu dem Beitrag vom 6. Juni (hier) und er ist von großem Interesse, lesen Sie selbst:

„Dass ein Weihbischof absagt, ist sehr unwahrscheinlich – die sind in der Regel froh, wenn sie endlich “richtige” Bischöfe sein dürfen.
Bei einfachen Priestern kommt eine Absage durchaus vor, nach einer Interview-Bemerkung von Kard. Ouellet vor einiger Zeit wohl sogar häufiger, als man denkt.
Es bliebe theoretisch auch noch die Möglichkeit, dass das Kapitel die ganze Terna nach Rom “zurückgegeben” hat, weil sie alle Kandidaten für nicht wählbar hielt (inkl. Puff). Das läuft dann in der Regel auf einen heftigen Machtkampf mit Rom hinter den Kulissen hinaus.
So etwas soll es in den vergangenen Jahren durchaus gegeben haben. Ob man einem braven mitteldeutschen Domkapitel derart viel Resistenzwillen zuschreiben möchte, ist allerdings eine andere Frage (wohl eher nicht).“

gez. „Commentator“

Vielen Dank für diese so offensichtlich ausgesprochen kenntnisreichen Bemerkungen! Das bringt die Betrachtung ein gut Stück weiter.

Die Beobachtung zu den Weihbischöfen deckt sich glücklicherweise mit dem, was wir hier ja in Bezug auf A. Puff auch bereits vermutet hatten, und der Hinweis auf die relativ „häufigen“ Absagen „einfacher Priester“ ist ein sehr erhellender neuer Aspekt (wäre es u.U. möglich, den Fundort des Interviews mit Kardinal Ouellet zu erfahren?! Ich würde ggf. sehr gerne darauf verlinken!).

Was die Einschätzung der Disposition des Erfurter Domkapitels, eine Terna in Gänze nach Rom „zurückgehen“ zu lassen: Auch die teile ich; hat es eher nicht! 😉
Dazu paßt auch die Äußerung von Diözesanadministrator R. Hauke, die die TLZ am 11. Juni zitiert hat:

„Wir arbeiten zügig an einer Lösung, aber sind auch abhängig von Dingen, die wir nicht selbst beeinflussen können.“

„Dinge, die wir nicht selbst beeinflussen können“, das paßt ja gut zu einer „Absage“ und zu den Konsequenzen, die die Bestimmungen des Konkordats dann eben bewirken!

Bitten wir die Allerseligste Jungfrau Maria, daß sie mit uns fleht, daß alle deutschen Bistümer und damit auch das unsere zur rechten Zeit den rechten Hirten erhalten!

Albrecht Dürer, Betende Maria, Staatliche Mussen Berlin (Bild: Wikimedia Commons, anagoria)

Albrecht Dürer, Betende Maria, Staatliche Mussen zu Berlin (Bild: Wikimedia Commons, anagoria)

 

 

 

 

Der Wettstreit um den Korb

„In Berlin da ist der Rainer, Dresden hat den Heiner nur bei uns, da ist keiner.“
(Erfurter katholischer Volksmund zur Sedisvakanz)

Was geschieht genau, wenn es in einer Ortskirche darum geht, einen neuen Bischof zu finden? Diese Frage hat in der zurückliegenden Woche bemerkenswerterweise Schlagzeilen gemacht, im Bistum Erfurt. Denn am Mittwoch (11. Juni) nahm das Thema breiten Raum ein in der Thüringischen Landeszeitung (TLZ), auf der Titelseite (!) und im „Landesspiegel“, dem Thüringen-Teil unter dem Titel:  „Gewählter Bischof gab Erfurtern offenbar Korb“ (hier).

Für PuLa-Leser war da freilich die Grundinformation, daß es nämlich eine Terna für Erfurt gegeben hat und allem Anschein nach Ansgar Puff, Weihbischof in Köln, bei uns „nicht zum Zuge gekommen“ ist, nichts mehr neues, wir hatten die Meldung bereits am vorangegangenen Freitag (6. Juni) gebracht… 🙂 (hier)

Beide Berichte beziehen sich auf den FAZ-Artikel von Daniel Deckers, der in gedruckter Form am 5. Juni erschienen war (dann auch hier).

Soweit, so klar, hinsichtlich des „Korbs“ besteht sozusagen Einigkeit zwischen den Publikationsorganen.
Und der „Wettstreit“? Der liegt in dem Wort „gewählt“ begründet. Denn während H. Kaczmarek für die TLZ bei D. Deckers angerufen hat und die Auskunft erhielt: „die Kandidaten, die auf der Dreierliste des Vatikans stehen [würden] vor der Wahl durch das Domkapitel nicht nach ihrer Bereitschaft gefragt, das Amt auch zu übernehmen“ (Hervorhebung von mir) habe ich vor einer Woche genau das geschrieben: „Bei der Abfrage nach der Bereitschaft, die der Wahl vorangeht, hat wohl jemand […] erklärt, daß er nicht bereit ist“

Und deswegen befinden wir uns jetzt in einem journalistischen Wett-Streit darum, wie es wirklich war, bzw., vermutlich war, denn ich rechne nicht damit, daß hier letzte Sicherheit herzustellen sein wird, schließlich findet das Verfahren geheim statt und das ist ja auch gut und richtig so!

Was soll ich sagen? PuLa ist dran, aber noch gibt es keine Ergebnisse und ich kann auch guten Gewissens nicht versprechen, daß es am Ende wirklich welche geben wird! Bis dahin dürfen (und „müssen“) Sie entscheiden, was Sie selber dazu denken.
Ich möchte aber betonen, daß ich nicht geschrieben hätte, was ich geschrieben habe, wenn ich meine Quellen nicht für seriös, belastbar und „nah dran“ hielte (das ist hier übrigens immer so!).

Ach, Sie denken gerade: „Naja, so’n Blogger, schön und gut, aber Deckers, mag er ja sein wie er will, ist doch ein erfahrener Journalist…“ Stimmt schon, aber das bewahrt von Fall zu Fall auch nicht vor sachlichen Fehlern, o, nein! Lesen Sie doch in Bezug auf Daniel Deckers und sein journalistisches Handwerksverständnis bitte den (langen) Text eines Vortrags den Martin Mosebach am 1. Mai in Bonn gehalten hat (hier).

Freilich, auch über Mosebachs Einschätzungen läßt sich durchaus diskutieren (vgl. z.B. hier), aber mir  scheint die Lektüre doch erhellend – auf jeden Fall gemahnt sie zur Vorsicht, was allzu großes Zutrauen in Journalisten, die über Kirche schreiben angeht.

In dem Zusammenhang, es ist ja auch interessant, was H. Kaczmarek aus dem Deckers-Artikel nicht übernommen hat: Die „pointierte“ (A. Kissler auf Twitter) Kritik am vormaligen Erzbischof von Freiburg („Günstlingswirtschaft und Rücksichtslosigkeiten“) nämlich…

Naja, Sie lesen ja PuLa und wissen daher umfassend Bescheid und ich, ich warte jetzt nur noch drauf, daß dieser Blog in der Zeitung auch mal erwähnt (also beschimpft 😉 ) wird, denn als Presseorgan anerkannt hat uns ihr Stv. Chefredakteur ja indirekt schon lange (sonst schickt man ja keine Bitten um Gegendarstellung, vgl. hier). Dieses Kompliment ist uns auch weiterhin Ansporn noch besser zu werden für unsere geschätzte Leserschaft, bleiben Sie also dran! 😉

 

PS: Und weil wir es gerade nochmal von durchaus unerwarteter Seite (daher hat es uns um so mehr gefreut!) gehört haben, daß unsere Leser uns vermissen, wenn länger nichts Neues zu lesen ist (was uns wirklich rührt; Danke!!): Machen Sie sich bitte keine Sorgen, wenn mal ein paar Tage nichts erscheint! Dafür gibt es immer Gründe, z.B. den, daß wir gerade andere Baustellen haben, die sich zur Publikation (noch) nicht eignen, oder daß die Recherche einfach mal wieder länger dauert, oder daß wir einfach mal ein bißchen ausruhen 🙂 aber bestimmt nicht, ganz, ganz sicher nicht, daß wir PuLa zur Disposition stellen würden – Darauf können Sie sich verlassen!

PPS: Gerade bin ich auf einen interessanten Kommentar gestoßen, den ich bisher glatt übersehen hatte (was ich sehr bedauere!), der wird (vermutlich morgen) extra gewürdigt werden!

 

„Böses“ aus Rom? die Zweite

Unter dem Titel: „‘Böses‘ aus Rom? – Sedisvakanz im Bistum Erfurt“ hatte PuLa am 8. Oktober 2012 über die damals erst wenige Tage alte Sedisvakanz im Bistum Erfurt berichtet und dabei gezeigt, zu welch skurrilen und entlarvenden Verwirrungen der deutsche National- und „Reform“-Katholizismus auch in der Provinz, der mitteldeutschen Diaspora fähig ist (hier). Namentlich hatte sich damals der Stellvertretende Chefredakteur einer örtlichen Zeitung (und „engagierter Laie“…) dazu verstiegen zu schreiben, „aus Rom“ sei ja in Sachen Bischofsernennungen im Zweifelsfall nur „Böses“ (!) zu erwarten – abenteuerlich!

Nun, 19 Monate später, kam mir dieser Text wieder in den Sinn, als ich den nicht weniger abenteuerlichen aber informativen Text von Daniel Deckers über die Besetzung des Erzstuhls von Freiburg las, den wir vor wenigen Tagen ja schon unter dem Aspekt betrachtet haben, was sich aus ihm an Details über unsere Erfurter Situation entnehmen ließ (hier).

Doch dieser Artikel (hier) verdient es, wie schon angekündigt, noch unter weiteren Aspekten gelesen zu werden!

Da sind zunächst die auch für uns im Bistum Erfurt zumindest interessanten Bewertungen, mit denen Deckers das Vorgehen des vormaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Zollitsch in „seinem“ Erzbistum charakterisiert: Von „Günstlingswirtschaft“ ist da die Rede und von „Rücksichtslosigkeiten“, die den Nachfolger noch lange belasten werden. Aus dem Munde traditionsverbundener Blogger waren solcherart Einschätzungen von „EBZ“ (Erzbischof Zollitsch) schon gar lang verbreitet, aber aus dem Munde von Daniel Deckers? Bemerkenswert.

Für unsere heutige Betrachtung relevanter ist aber, wie Deckers den Weg von Stephan Burger auf die Dreierliste („Terna“) schildert und vor allem, wie er versucht, Motivation und „Hintermänner“ dieses Geschehens zu identifizieren.

Burger habe, so Deckers, keinesfalls auf der Liste gestanden, die das Freiburger Domkapitel nach Berlin zur päpstlichen Nuntiatur gesandt hat, aber eben auf derjenigen, die aus Rom nach Freiburg zurückgekommen sei, kombiniert mit Kandidaten, von denen aus Gründen eines ungeschriebenen Gesetzes („wir wählen ausschließlich Priester des Erzbistums Freiburg zum Erzbischof“) relativ sicher davon auszugehen war, daß sie nicht gewählt werden würden. Mit anderen Worten: „Rom“ wollte, daß in Freiburg der „junge“ (* 29. April 1962) Kirchenrechtler Burger, von dem bekannt war, daß er die jüngsten deutsch-katholischen Eskapaden seines Vorgängers nicht gutgeheißen hat, und von dem es heißt, die Gottesdienste, die er zelebriert, liefen ab in Treue zu den gültigen Regeln der Kirche…( 🙂 ) Bischof wird!

Und an dieser Stelle geschieht in dem Text von Deckers endgültig der „Umschlag“ von einem, von Tendenz gewiß nicht freien aber doch nachvollziehbaren Zeitungsbericht in eine Art von Räuberpistole, denn ganz nach den Gesetzen dieses Genres wird nun gefragt: „Whodunnit?“ (wer war es?)…

„- wer immer Stephan Burger als „Anti-Zollitsch“ ins Spiel brachte [hatte] – sehr leichtes Spiel.

Wer aber war es? Wieder einmal richten sich viele Blicke auf den vormaligen Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Dessen Einfluß auf die Bischofsernennungen in Deutschland ist ungeachtet des Amtsverzichts im vergangenen Februar unvermindert groß.“ (Hervorhebung von mir)

Kardinal Meisner! Natürlich… Das kennen wir ja aus den Spekulationen über die Besetzung von Erfurt auch (vgl. hier) doch erregt der Fortgang des Artikels wirklich Heiterkeit, denn im allernächsten Atemzug werden dann lauter aktuelle (vermeintliche) „Mißerfolge“ des ach so Einflußreichen aufgeführt… Wie das zusammenpaßt? Auf einer sachlichen Ebene natürlich gar nicht. Hier ist es wohl unausweichlich auf die Ebene der Psychologie zu wechseln (auch wenn PuLa das bekanntlich nicht sehr schätzt, vgl. hier und hier):

Kardinal Meisner, das ist für manche offenbar einfach die Personifikation alles dessen, was sie ablehnen und es scheint als diene er mittlerweile als eine Art „Standard-Buhmann“, wenn es darum geht, sich den Gedanken vom Halse zu halten, einmal zu fragen, warum es denn so etwas wie „Bischöfe mit mehr Einfluß in Rom“ gibt, ob das am Ende gar einfach daran liegt, daß sie dem näher stehen, was in Rom notwendigerweise und daher immer gedacht werden wird, wie z.B. dem einfachen Prinzip, daß die Bischöfe überall auf der Welt die eine Lehre verbreiten sollen – und nicht, wie „EBZ“, Verwirrung stiften oder jedenfalls zulassen dürfen.
Aber diese „geistige Zumutung“ ist offenbar für manche unerträglich, und der Katzenjammer daher groß:

„Am Ober- wie am Niederrhein [sc. Freiburg und Köln] hatte man nach vielen Äußerungen von Papst Franziskus über die Bedeutung der Ortskirchen gehofft, daß es mit der unter den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. geübten Praxis vorbei sei, die Vorschläge der Domkapitel in Bausch und Bogen zu ignorieren. Hier wie dort herrscht seit Freitag Ernüchterung, wenn nicht Entsetzen. Denn alle schönen Worte des Papstes haben nichts daran geändert, daß seine Mitarbeiter im Vatikan und in der Nuntiatur in Berlin zusammen mit einflußreichen Bischöfen in Deutschland festlegen, wer hierzulande Bischof werden darf und wer nicht.“ (Hervorhebung von mir)

„Ernüchterung, wenn nicht Entsetzen“! Dieser Halbsatz belegt erneut, wie tief eingesessen und weit verbreitet die Verwirrung ist, die in diesen Kreisen herrscht, z.B. weil es ganz offenkundig überhaupt nicht um die Person der neuen Bischöfe geht, um die Frage, ob sie gute Hirten ihrer „Herde“ sein werden, sondern allein darum, wer sie „aussucht“, um eine rein politische, eine Machtfrage, mit anderen Worten! Und so warte ich schon auf den nächsten Kommentar in der örtlichen Presse über weiteres „Böse“, daß wir aus Rom zu erwarten hätten… PuLa hält Sie auf dem Laufenden! 😉
Ob sich dann irgendwann auch an dem schiefen Blick auf Papst Franziskus selbst etwas ändert, der eben kein „westeuropäischer Liberaler“ ist, wie sich das manche Leute zusammengeträumt haben? Wir werden sehen, aber optimistisch bin ich nicht; die Fähigkeit vieler Menschen  nur zu sehen, was sie sehen wollen ist atemberaubend…

In Wahrheit jedoch bedeuten die jüngsten Ernennungen natürlich eine große Ermutigung und so werden wir weiterhin und in gestärkter Zuversicht mit dem Hl. Petrus Canisius im Gebet verharren, daß Erfurt ebenso wie alle vakanten deutschen Bistümer zur rechten Zeit den rechten Hirten erhalten!

Gebet für die Bischöfe

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast für die Leitung Deiner heiligen Kirche und die Glaubenseinheit über uns die Bischöfe gesetzt als Nachfolger der Apostel, als Wächter und Beschützer der Seelen. Gieße aus über sie, so flehen wir inständig zu Dir, eine Gnadenfülle, wirksam genug, daß sie sich immer mehr als gute Hirten bewähren und nutzbringend arbeiten zu Deiner Verherrlichung und unserem Heil. Daß sie durch ihr Wort und vor allem durch ihr Beispiel vollkommen alle Pflichten erfüllen, die ihnen aufgetragen sind. Daß sie den christlichen Glauben rein von jedem Irrtum bewahren. Daß wir unter ihrer glückbringenden Leitung allezeit leben können in Frömmigkeit, Frieden und christlicher Liebe.

Amen.

„In Erfurt nicht zum Zuge gekommen“; Neues zur Besetzung des Bischofssitzes

Seufz! Man kommt nicht rum! Gerade wollten wir uns, dem Schwerpunkt von PuLa gemäß, wieder verstärkt drängenden lokalen Themen zuwenden, da gibt es, wenn auch nur indirekt und in einem anderen Kontext, neue Nachrichten zu der Frage, wer in Erfurt nicht Bischof geworden ist. Jaja, wer nicht Bischof geworden ist, Sie lesen ganz richtig! Es ist trotzdem wichtig und aufschlußreich und der Kontext ebenfalls!

Gestern erschien in der FAZ ein Bericht des notorischen Daniel Deckers (mit dem sich auch dieser Blog schon auseinandergesetzt hat, hier) unter der Überschrift: „Franziskus hat gut reden, Der Freiburger Anti-Zollitsch und römische Zügel für den badischen Katholizismus“ (jetzt auch online, hier).

Er beschäftigt sich mit dem neuen Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, und wie dessen Wahl zustandegekommen ist und einzuordnen sei. Das ist sehr interessant (unter mehreren Aspekten) und stimmt einen im Ergebnis ausgesprochen hoffnungsvoll, und daher wollen wir uns damit in Bälde in einem separaten Beitrag beschäftigen.

Für uns im Bistum Erfurt ist aber zunächst ein Halbsatz ausschlaggebend im Zusammenhang mit der „Rekonstruktion“ der Dreierliste, der „Terna“, wie sie dem Freiburger Domkapitel aus Rom zugeleitet worden sein soll. Er lautet:

„Stattdessen fand sich auf der Freiburger Liste der […] Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp wieder, dazu entweder als Dritter der Kölner Weihbischof Ansgar Puff, der vor einiger Zeit in Erfurt nicht zum Zuge kam, oder ein Priester aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart.“ (Auslassung und Hervorhebung von mir)

Oha! Wenn das stimmt (und „gute Quellen“ sind Deckers wohl nicht abzusprechen), dann bestätigt sich damit, was vor einiger Zeit zu hören war: Es gab eine Terna aus Rom für Erfurt, Ansgar Puff stand tatsächlich darauf (vgl. hier) – aber es gab eben keine Bekanntgabe eines neuen Bischofs. Es will also sehr so scheinen, als hätte PuLa vor einigen Tagen (hier) im Prinzip ganz richtig gelegen: Bei der Abfrage nach der Bereitschaft, die der Wahl vorangeht, hat wohl jemand (theoretisch auch Puff, der Formulierung nach vermutlich aber jemand anders) erklärt, daß er nicht bereit ist. Schade.

Und damit ging das Verfahren wieder ganz von vorne los, denn nun verfügt ja das Domkapitel nicht mehr über die vom “Preußen-Konkordat” vorgesehene und vom Papst bestätigte Dreier-Liste, aus der es (aus-) wählen kann.
Daher die Einschätzung: Das wird nun vermutlich noch einige weitere Monate dauern. Und es bestätigt sich eben auch, was wir hier nun schon seit Monaten schreiben: Alle anstehenden Neubesetzungen in Deutschland hängen eng miteinander zusammen. Seien wir also keine „Kirchturmspolitiker“, sondern beten darum, daß es überall in Deutschland zur rechten Zeit zu den rechten Hirten kommt; damit ist auch uns am meisten gedient!

 

PS: Übrigens: Nicht nur gab es wie berichtet ganz kurz nach der Bekanntgabe des neuen Oberhirten von Freiburg das Vorstellungsvideo, nein, wieder nur wenige Stunden später gab es auch schon einen Twitter-Account: @BischofFreiburg Dort wurde als allerertes der Hl. Vater retweetet und dann angekündigt, weitere, eigene Tweets folgten nach Weihe und Amtseinführung. Das hat Stil und legt die Latte noch ein Stückchen höher…

Nicht wiederzuerkennen?

Bei einer Notiz in der Kategorie „Kurz und bündig“ auf der Seite 11 im Diözesanteil des aktuellen „Tag des Herrn“ (Nr. 22 vom 1. Juni 2014) mußte ich schmunzeln.
Da wurde berichtet von einer Diakonenweihe in Sonneberg, im Süden Thüringens, einem außerordentlich erfreulichen Ereignis also, aber die gewählten Formulierungen, die waren, na, was würden Sie sagen?

„Als Stefan Burmeister am 10. Mai zum Diakon geweiht wurde, erkannte man die Sonneberger Kirche St. Stefan kaum wieder. In einem festlichen Pontifikalamt spende­te Weihbischof Reinhard Hauke das Sakrament der Diakonen­weihe in Burmeisters Heimat­kirche, die von Weihrauchduft, Glockengeläut und Chorgesang erfüllt war.“

St. Stefan Sonneberg von Südwesten (Bild: Wikimedia Commons, Michielverbeek)

St. Stefan Sonneberg von Südwesten (Bild: Wikimedia Commons, Michielverbeek)

Hm! Eine katholische Kirche, die man, wenn sie von „Weihrauchduft, Glockengeläut und Chorgesang erfüllt“ ist kaum wiedererkennt??
Irgendwie war es da mit meinem Schmunzeln auch schon vorbei… 🙁

Denn, machen wir uns nichts vor, dieser kleine, vordergründig lustige, Schnitzer der Kollegen vom TdH, diese, grundsätzlich („philosophisch“) gesprochen ausschließliche Berücksichtigung der Seins- (der empirischen) Ebene und die Vernachlässigung der Sollens- (der normativen) Ebene, die entspricht ja leider genau dem, was uns tatsächlich allzuoft in (deutschen) Kirchen begegnet – und beileibe nicht nur hier bei uns in der Diaspora!
Dies ist nicht der Ort, zu untersuchen, warum das Phänomen sich mancherorts geradezu in einen Furor der Leere, ja der abgestandenen Häßlichkeit längst vergangener Gestaltungsepochen steigert (ich sage nur: „Meßgewänder“! Und dabei hängen doch etliche Sakristeien voll mit wunderbaren alten Sachen!), aber feststeht: Das ist nicht katholisch.

Denn der Kirche war immer klar: Für uns an Zeit und Materie gebundene Wesen gehört zur  Verherrlichung Gottes der gegenständliche Aufwand – so seltsam das unter mancher Perspektive auch erscheinen mag! Umgekehrt hat nämlich noch jeder Versuch der ausschließlichen Vergeistigung zu einem mehr oder weniger unerträglichen Purismus geführt, der ebenso unmenschlich war, wie er dem Prinzip der Inkarnation selbst nicht gerecht werden konnte und kann („Bilderstürmer“ und vermeintliche Wesentlichkeitsfanatiker [„darauf kommt es doch nicht an“] aller Zeiten gehören hierher).

Wie sich die Sache in St. Stefan, Sonneberg normalerweise verhält, wissen wir nicht, aber schauen Sie nur, was es von der Weihe dort für schöne Bilder im Netz gibt, hier. (Nebenbei: Die ganze Homepage wirkt frisch und, vor allem, lebendig, da sollte so manches „Redaktionsteam“ mal draufgucken…)

Besonders empfehle ich Ihrer Aufmerksamkeit das dritte Bild von links in der zweiten (vollständigen Reihe von oben. Es zeigt den Moment, in dem der Weihekandidat in der Prostratio verharrt, während die Allerheiligenlitanei rezitiert wird, unmittelbar vor der eigentlichen Weihehandlung. Und alle, alle Anwesenden, die Priester und das  Volk (der Kandidat sowieso) sind gemeinsam ausgerichtet auf den hin, auf den es ankommt – gemeinsam zum HErrn hin, ad orientem! (Was in Sonneberg auch mehr oder weniger „stimmt“, die Ostung ist nur etwas nach Süden gedreht)

Wer schon einmal Gelegenheit hatte, das zu erleben weiß, welch starkes Gefühl der Einheit, der Gemeinsamkeit und der konzentrierten Aus-Gerichtetheit dabei entsteht, und der wird sich gewiß fragen, warum wir das nicht öfter erleben dürfen und zwar nicht nur beim Weihesakrament…
Und wohlgemerkt: All das spielt sich Rahmen der ordentlichen Form des römischen Ritus, im novus ordo, ab; na sowas, es geht, ohne daß der Himmel der Liturgiereform einstürzte! 😉

Nun, aus Weimar waren zwei „unserer“ Priester aus diesem schönen Anlaß dort und das führte dazu, daß wir am Sonntagabend in der Predigt im Grunde die gerade skizzierten Gedanken vernehmen durften (natürlich der Situation angemessen etwas weniger abstrakt; Danke, Hw.!).

So hatten die „sichtbehindernden Weihrauchschwaden“ (vgl. drittes Bild von Links, unterste Reihe) von Sonneberg noch einen weiteren höchst erfreulichen Effekt.

PuLa wünscht Diakon Stefan Burmeister von Herzen Gottes Segen in der weiteren Verfolgung seiner Berufung!

Naja, und wenn man Stefan heißt und in St. Stefan geweiht wird, da ist der „zuständige“ Heilige ja eh klar…

Hans Memling (circa 1433–1494) Hl. Stephan, ca. 1480 (Bild: Wikimedia Commons, The Yorck Project)

Hans Memling (circa 1433–1494) Hl. Stephan, ca. 1480 (Bild: Wikimedia Commons, The Yorck Project)

Heiliger Erzmärtyrer Stephanus, Patron der Diakone, bitte für den Neugeweihten!

Weitere Berichte über die Weihe, auch mit Bildern hier und hier.

 

 

Der Bundeschorwettbewerb, ein Sketch von der Wundersdorfer Schafweide

Der Bundeschorwettbewerb

Ein Sketch für vier Personen, sieben Schafe und beliebig viele Schafstatisten

 

Wundersdorf, die uns bekannte Schafweide.

Aber was ist das? Nicht ein Schaf ist zu sehen, so weit das Auge reicht!

Wo sind sie hin? Ah! Jetzt hört man etwas. Lautes Jubeln und Grölen, Singen darunter … Es kommt von der Ladefläche des Pritschenwagens, der da gerade den Feldweg entlanggetuckert kommt. Tatsächlich! Es ist der uns bekannte Pritschenwagen, nur sein Motorengeräusch war jetzt vor lauter Sangesfreude nicht zu hören. Da hält er – und bringt gottlob unsere Schafe zurück! Eins nach dem anderen hopst von der Ladefläche. Jedes singt für sich oder mit anderen zusammen irgendwas. Dazwischen hört man lautes Jubelgeschrei. Eine Stimmung wie bei der WM!

Richard, Edith, Emily und Teresa sitzen am Wiesenrain und picknicken. Als die ersten Schafe auf die Weide gerannt kommen, springt Teresa auf und läuft zu Fixi und Huf. Richard, Edith und Emily bleiben sitzen und knüpfen mit Wolle, Flocke, Kohle und einigen anderen Schafen ein ‚Gespräch auf Augenhöhe‘ an.

Edith: Na? Wo kommt ihr denn her? Wir haben euch schon vermißt.

Flocke: Vom Bundeschorwettbewerb aus Weimar.

Wolle: E – he – he – he – heeeee ….

Richard: Ihr hattet euch für den Bundeschorwettbewerb qualifiziert? Das ist ja unglaublich!

Blütenweiß (bescheiden): Naja – Kategorie Kirchenschafe bis fünf Jahre.

Emily: Und? Habt ihr was gewonnen?

Alle Schafe grölen wild durcheinander. Nach einer Weile

Kohle: Na klar …

Wolle (unterbricht ihn im Eifer des Gefechts): Und zu Recht! Die „Zinnowitzer Zibben“ haben wir sowas von an die Wand gesungen! (mit Kopfstimme) „Wes Herd‘ dies auch sei – hier muß ich rrraaaaaaaasten!“

Kohle: … wir haben den Zweiten gemacht …

Flocke: Einen Ersten haben sie allerdings nicht vergeben!

Kohle (will jetzt endlich mal ausreden) … und einen Sonderpreis für die schönsten Felle abgefaßt. (Er schüttelt sich stolz).

Blütenweiß (streicht ihr Fell glatt): Das wird nämlich alles mitbewertet – Formation, Auftreten, Ausdruck …

Edith: Die schönsten Felle! Donnerwetter! (Sie streichelt dem ihr nächsten Schaf über den Rücken).

Kohle: Hm. Ja. Wir hatten Krutzi in die letzte Reihe gestellt.

Wolle: Das hat auf jeden Fall was gebracht.

Grauchen (mit Kennerschaft, nickt): Absolut die richtige Entscheidung!

Blütenweiß: Ganz ausschließen wollten wir sie natürlich nicht!

Richard: Das habt ihr gut gemacht! Bravo!

Edith: Aber sagt mal, was sind denn da so für Anforderungen? Hattet ihr Vorgaben, was ihr singen solltet?

Die Schafe (durcheinander): Na klar! – Knallhart! – Was dachtest du denn? – Also mit dem, was man so unter der Dusche singt, kann man da nicht ankommen! – Unterschiedliche Epochen – Zeitvorgaben natürlich …

Emily (hält sich die Ohren zu): Okay, das Übliche. Und – was habt ihr also gesungen?

Wolle: Na, für Barock den Ixtebude. Kennt ihr doch: E – he – he – he – heeeee ….

Edith (rasch): Äh, jajaja, stimmt, kennen wir! Und dann?

Flocke: Hochromantik. Das Ave Maria von Karl May.

Kohle (jovial): Für ein bißchen Lokalkolorit. Und als Verbeugung vor den Sachsen.

Richard: Wieso Sachsen? Weimar liegt doch in Thüringen.

Kohle (von oben herab, mit hochgezogenen Augenbrauen): Ah ja? Na, für uns Berliner Schafe ist das doch alles eins! (Er räuspert sich.)

Flocke (leise zu Grauchen): Hä? Aber heißt dieser Adlige nicht Saxweimareisenachski?

(Grauchen blickt Flocke völlig verständnislos an und hört weiter den anderen zu.)

Emily (zu Kohle): Und dann? Neues Geistliches Lied vielleicht? Als Kirchenschafe?

Grauchen: Yep! Das Lied des Wundersdorfer Hirten: „Meine Schafe – eine Strafe! Ach, ich Armer!“ (Sie beginnen zu singen.) Kam voll gut. Ist ja ein bißchen parodistisch.

Richard: Verstehe! Aber das kann doch nicht das einzige Zeitgenössische gewesen sein?

Kohle (stolz): Neinnein, natürlich nicht! Wir hatten noch eine Auftragskomposition!

Edith: Ui!

Flocke: Halt das „Wes Herd‘ dies auch sei, hier muß ich rasten“   Eine Eloge auf die „Gemeinschaft mit Gott als Fundament“. Sozusagen.

"Wes Herd' dies auch sei..." (Bild: H. Gerken)

„Wes Herd‘ dies auch sei…“ (Bild: H. Gerken)

Wolle (begeistert): Sollen wir euch den Anfang mal vorsingen?

Flocke (beginnt sofort): Wes.

(PausePausePausePause)

Kohle: Wes.

(PausePausePause)

Grauchen: Wes.

(PausePausePausePausePause)

Einige Schafe (in rascher Abfolge): Wes – Wes – Wes – Wes

Der ganz Chor (springt aus dem unisono in eine Verschränkung zweier verminderter Akkorde, im Fortissimo): Wes Heeeeeeeeeerd‘!

Die Bässe (alleine, kaum hörbar leise): Wes Herd‘ dies auch sei …

(Das Kopfthema wird noch ein wenig ausgesponnen, bevor sich die hohen Stimmen mit einer lyrischen Melodie über das zum Mezzoforte angeschwollene Eingangsmotiv legen.)

Die hohen Stimmen: Hier muß ich rrrrrraaaaaaaaaaaaaa-sten.

Teresa (Kommt mit Fixi und Huf zu der Gruppe dazu): Was um alles in der Welt singt ihr da?

Edith (mit etwas säuerlicher Miene): Und das war also eine Auftragskomposition? Alle Achtung!

Richard (betreten): Ist bestimmt total schwer zu singen …

Emily (mit Kennerohr): Aber gut gemeinsam abgesprochen!

Kohle (stolz): Tja! Von irgendwas muß der zweite Preis ja kommen!

Edith (deren Blick auf das Wildschaf fällt): Was war eigentlich mit dem Mufflon?

Flocke: Ging nicht in unserer Kategorie. Hat sich um die Kleinen gekümmert. Tritt dann mal wieder solistisch auf oder moderiert einen Vortrag – da finden wir schon was! (Wendet sich zum Gehen.)

Richard: Vorbildlich! Wie ihr das managt, daß jeder zu seinem Recht kommt!

Wolle: Jetzt hab ich aber Durst! (Sie verabschiedet sich kurz und läuft zur Tränke.)

Kohle: Also dann – ich werd‘ auch mal bißchen was essen gehen. Bis die Tage! (Die Schafe trollen sich.)

Edith, Richard, Emily und Teresa: Wohl bekomm’s! – alles Gute – bis bald – ciao!

Edith: Immer wieder erfrischend, diese Schäfchen.

Flocke (kommt mit plötzlichem Einfall zurückgesprungen): Jetzt hab ich’s: Sakskoburggotski!

 

ENDE

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

 

Ja, so ging’s zu, auf den Wiesen rund um Weimar anläßlich des BundesSchafChorwettbewerbs, sozusagen eine Art ‚Parallelaktion‘ 😉 und ist es nicht reizend, wie die lieben Tiere dann zuhause davon berichten?

Aufgrund unserer guten Kontakte in Schafkreise können wir hier für alle Interessierten an wertvollem neuen Liedgut auch den Text des „Lied des Wundersdorfer Hirten“ bringen:

 

Meine Schafe – eine Strafe! Ach, ich Armer!

Doch ich rufe lieber nicht zu dem Erbarmer,

denn wenn dieser sagte: „Du,

geh doch auf die Schafe zu!

Und nun red‘ nicht, sondern tu!“,

hätt ich nie mehr meine Ruh‘.

 

Die Melodie ist ja bekannt genug: