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Nach Hornbostel-Sachs ein „Schneideninstrument“

Information über eine Formation

Das schöne Wort „Flöte“ kommt, der im allgemeinen ja sehr zuverlässigen Internet-Enzyklopädie Wikipedia zufolge, über das Altfranzösische aus dem Lateinischen, bedeutet „kontinuierlich blasen“ und ist ein Ablenkungs-Aerophon, bei dem der Luftstrom über eine Schneide geführt und so in Schwingung versetzt wird, hier.

Vollständig unabhängig davon hat Amei Mende schon immer Flötengruppen geleitet.

Naja – was heißt „schon immer“? Vielleicht so ungefähr seit ich denken kann – also seit etwa Anfang der 70er Jahre. Könnte hinkommen. Jedenfalls aber hat sie Kinder und Jugendliche zum Musizieren zusammengebracht, lange lange lange bevor ich sie endlich kennenlernte. Im Weimarer Land gibt es eine Dachdeckerfirma, die mit der Werbung „Dach? Walter!“ herumfährt. In diesem Sinne könnte man allemal sagen: „Flötengruppe? Mende!“ Bischöfe und Ministerpräsidenten hat sie durch ihr Engagement auf sich aufmerksam gemacht und durch ihre ehrenamtlichen Auftritte zu Dank verpflichtet. Und wenn Sie irgendeine alte Fotografie aus dem Gemeindeleben von Herz Jesu Weimar sehen und sich fragen: Wer ist denn die junge Frau mit der Blockflöte in der Hand inmitten musizierender Kinder? – dann lautet die Antwort mit ziemlicher Sicherheit: Amei Mende (vgl. etwa, im Kontext eines Beitrags, der unter dem sinnreichen Titel „Wer singt, der betet doppelt“ 😉 „Kirchenchor und kirchenmusikalische Gruppen“ vorstellt, das Bild auf S. 87 der von Walter Hentrich zum 100jährigen Kirchweihjubiläum von Herz Jesu Weimar herausgegebenen Broschüre „Kirche/ Haus für alle“, Leipzig: Benno 1991).

Jahrzehntelang war Amei Mende in Erfurt im Schuldienst tätig und am katholischen Gymnasium u.a. für die Organisation der schulischen Messen im Dom zuständig. (Man hört allenthalben, wie schmerzlich sie jetzt vermißt wird und kann es sich vorstellen!) Parallel hat sie immer auch in unserer Pfarrei die Musik unterstützt, wo sie konnte. Insbesondere die Cäcilini sind ihr, was Musicalauftritte und Krippenspiele innerhalb und außerhalb Weimars, aber auch Meßgestaltungen und das gelegentliche Singen im Seniorenkreis anbelangt, zu großem Dank verpflichtet.

Daß Amei Mende in diesem Frühjahr eine neue Flötengruppe in unserer Pfarrei ins Leben gerufen hat, hängt allerdings mit einem Kontakt zusammen, den sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit knüpfen konnte – bei den jährlichen Erinnerungsgottesdiensten zum 27. Januar. Da hatte jemand Lust, mal wieder regelmäßiger Musik zu machen und hat sich vertrauensvoll an Amei Mende gewandt. Natürlich ließ sie ihn nicht im Stich und schickte Emails mit Notenmaterial herum. So fand sich in kürzester Zeit eine kleine Gruppe aus sehr guten jungen und aus älteren Gemeindemitgliedern von Herz Jesu mit Unterstützung von Externen zusammen, die zunächst einmal bei den Senioren und dann auch zur Langen Nacht der Hausmusik am 23. März unter dem Motto „Bach trifft Charlotte“ im Palais Schardt auftrat (für Auswärtige: Das Palais Schardt in der Weimarer Scherfgasse 3 ist das Elternhaus der Charlotte von Stein). Zum Gemeindefest am 3. Juni musizierte das Ensemble unter widrigen Umständen (im Freien) erneut (ich glaube gar, im neuen Gemeindebrief, der statt zu Ostern ab jetzt zum Sommer verteilt wird, sieht man die Gruppe auf dem Foto S. 15 (unten) links auf dem kleinen geplättelten Absatz stehen – mittig, wenn mich nicht alles täuscht, gar ein „Bildnis des Bloggers ohne Kopfbedeckung“, will sagen, da ist zufällig Gereon drauf 😉 )

Ich sehe mein eigenes Engagement in dieser Gruppe auch als Platzhalterin: Wir zeigen, was in einer solchen Gruppe von Instrumenten geht (daß die Baßlinie von einer Cellistin übernommen wird, tut dem Gesamtklang meines Erachtens noch einmal so gut – es ist wirklich sehr ansprechende Musik, die da jeweils erklingt und es macht Spaß, sie zu musizieren) und nutzen den gigantischen Fundus an Notenmaterial aller Epochen, den Amei Mende über die Jahre und Jahrzehnte zusammengetragen hat. Wir möchten damit aber vor allem junge Gemeindemitglieder ansprechen, zur Musik in der Pfarrei hinzuzukommen. Wie viele spielen ein Instrument und/ oder können schön singen – und wie wenige wissen das voneinander und stehen für Messen und Gemeindeveranstaltungen zur Verfügung! Also, liebe Kinder und Jugendliche – aber auch liebe Erwachsene – ran an die Buletten, dann treten einzelne Ensemblemitglieder auch gerne für neue Musikerinnen und Musiker zurück! Den Kontakt zur Gruppe wird unser Pfarrsekretär gerne herstellen.

Cornelie Becker-Lamers

Lange Nacht der Hausmusik im Palais Schardt, 23.3.18 (Bild: M.N.)

Ein Trackback/Pingback

  1. Pulchra ut Luna › Eine doppelte Übersetzung on Freitag, 27. Juli 2018 um 07:03

    […] müssen,‭ ‬daß er auf einmal zu einem völlig ungewohnten Zeitpunkt eintraf‭ (‬PuLa berichtete‭)‬.‭ ‬Schön ist er geworden,‭ ‬viele gute und informative Bilder,‭ ‬am schönsten und […]

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