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Und dann noch was Versöhnliches…

Musikhinweise gibt es ja, wie Sie gemerkt haben werden, in der Blogozese häufig.

Die meisten sind mir aber viel zu modern, ähem!

Wenn Sie gerade ca. 6 Minuten haben, dann hören Sie sich doch diese wunderbare Marienmottete an (kein Videogezappel!):

Jean Mouton \“Nesciens mater\“ – The Monteverdi Choir/Gardiner

Es gilt nämlich der Satz: „Wer an die Inhalte glaubt, hat nochmal so viel von Geistlicher Musik!“

Außerdem kann man da noch lernen, daß man sogar ganz ohne Orgel tolle Kirchenmusik machen kann, wenn auch hinzugefügt sein sollte, daß diese Literatur eher etwas für einen Kathedralchor ist.

Viel Vergnügen!

Normal kommt von normativ!

Wer die folgende schauerliche Geschichte bis zum Schluß durchhält, der fragt sich vielleicht, was das mit „Katholisch in Weimar“ zu tun hat.

Sehr zu Recht! Ich bitte alle PuLA Leserinnen und Leser um Nachsicht. Es ist nur so, daß es genau, aber ganz genau die Sorte Leute ist, um die es im weiteren geht, die mich gefühlte 20 Jahre Leben mit der Kirche gekostet hat, und wenn ich so etwas lese, kommt die ganze Trauer und Wut darüber eben hoch!

 

Doch keine Sorge! Schon in wenigen Tagen gibt es hier den nächsten „Sketch des Monats“. Wir besuchen wieder unser Brüder und Schwestern in Wundersdorf und betrachten, wie sie versuchen, bei der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben in der Großgemeinde (der dortigen) das Verhältnis von Haupt- und Ehrenamt auszutarieren.

Freuen Sie sich schon jetzt auf: „Die Beichthotline“!

 

Aber jetzt geht es zunächst nach Erftstadt. Nie gehört? Macht nichts, glauben Sie mir, ich kenne die Gegend…

 

Der Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis für David Berger durch den Kölner Erzbischof hat ja auch in der Blogozese bereits verschiedentlich Niederschlag gefunden. Ich habe es zuerst bei Johannes auf Vita in Deum gesehen, (dann noch hier, hier und hier, z.B.) und es ging mir wie ihm: Auch ich hätte mich dazu am liebsten gar nicht geäußert. Das Outing des armen Berger nach seiner „Karriere als konservativer Theologe“ ist ein schwieriges Thema, zu dem ich mich keineswegs hinreichend kompetent fühle. Allerdings muß ich, auch gegenüber einigen positiven Wertungen von Bergers Werken durch die „Kollegen“, sagen, daß manche seiner Schriften, wie z.B. der „Thomismus“, bei mir immer schon ein eigentümliches Gefühl erzeugt haben; es durchzieht sie ein spezifischer, gänzlich unthomasischer Eifer,  ein Mangel an innerer Mitte, finde ich.

Doch schon vor (!) den Blogs hatte ich einen Artikel in der Samstagsausgabe der FAZ vom 7. Mai (S. 39) dazu gelesen und dachte, zu den dort zitierten Äußerungen von vor Ort, dem schönen Liblar, einem Ortsteil von Erftstadt, muß man sich ja geradezu verhalten.

Im Ergebnis enthüllte sich das übliche Elend der Mainstream-Medien, wenn es um katholische Themen geht und leider auch ein eklatanter Mangel an Sorgfalt bei einer „Qualitätszeitung“ wie der FAZ.

 

Dabei ist die Sache selbst ja ganz simpel: Joachim Kardinal Meisner ist einfach als der zuständige Seelsorger der Aufgabe nachgekommen, in seinem Bistum die Verbreitung der Lehre nur in solchen Händen zu lassen, die sein Vertrauen haben. Dafür konnte es nach der Buchveröffentlichung von Berger und etlichen Interviewäußerungen nun einmal keine Grundlage mehr geben (Pressemitteilung des Erzbistums).

Der Erzbischof hat sich also ganz schlicht „normal“ verhalten, d.h. der Norm (dem Kirchengesetz) entsprechend. Daher kommt nämlich der Begriff und nicht von einem wie auch immer zu verstehenden Verhalten entweder einer großen Zahl (manchmal sogar der Mehrheit) oder einer besonders lautstarken Gruppe (meistens einer Minderheit), nein, „normal kommt von normativ“.

 

Darauf nun reagierte der örtliche Pfarrer laut FAZ mit einem „tief betroffen“. Gut, dachte ich, das kann ja vieles meinen; halten wir ihm vorerst „the benefit of doubt“ zugute.

Als aber auch noch ein CDU Stadtverordneter namens Christian Kirchharz mit den Worten zitiert wurde: ‚Meisners Entscheidung sei für ihn „nicht nachvollziehbar“, Bergers öffentliches Bekenntnis zu seiner Homosexualität hingegen verdiene „unser aller Respekt“ wurde ich langsam neugierig. Daß der oben geschilderte normale Vorgang für einen Angehörigen einer christlichen Partei (naja!) „nicht nachvollziehbar“ sei, konnte ich wiederum nicht nachvollziehen.

 

Wenig später landete ich auf den Seiten des Kölner Stadtanzeigers, der offenbar die Quelle der Zitate in der FAZ war.

 

Und da sah die Sache ganz anders aus.

Zunächst zum örtlichen Geistlichen. Ich erinnere daran, Priester versprechen bei der Weihe ihrem Bischof Respekt und Gehorsam.

Pfarrer Winfried Jansen:

„Ich bin tief betroffen über die Entscheidung der katholischen Kirche, dem Erftstädter Lehrer David Berger wegen seines Bekenntnisses zur Homosexualität die Lehrerlaubnis für katholischen Religionsunterricht an Schulen zu entziehen. Ich wusste von den Querelen, und deshalb kommt für mich die Entscheidung aus Köln nicht überraschend. Allerdings hatte in Erftstadt niemand Probleme mit Berger. Aber nach seiner Buchveröffentlichung und der Kritik an der Amtskirche war klar, dass etwas passiert. Das Imperium schlägt jetzt zurück. Die Mächtigen sind sich einig und haben gehandelt. Ich hingegen hätte es für gescheit empfunden, wenn das Erzbistum das Gespräch mit Berger gesucht und die Zusammenarbeit fortgesetzt hätte. Das Image der Kirche wird weiter angekratzt, und vielleicht gibt es wegen der Entscheidung noch ein paar weitere Kirchenaustritte.“

Von der Tatsache, daß ein Pfarrer natürlich auch Teil der „Amtskirche“ ist, mal ebenso abgesehen, wie von der Frage, wie viele „Kirchen“ außer der „katholischen Kirche“ dieser Geistliche denn noch so kennt, wollen wir übersetzen und zusammenfassen: Kardinal Meisner ist ein zweiter Darth Vader und gehört zur „Dunklen Seite der Macht“, er ist nicht recht gescheit und die erste Sorge hat dem „Image“ der Kirche zu gelten.

Aha. Und was lernen wir daraus? Wer die Worte „tief betroffen“ gebraucht, dem hört man offenbar besser schon gar nicht mehr weiter zu.

Doch war das schon alles? Kann man die Sache jetzt mit einem Stoßgebet: „HERR, Schenke uns heilige Priester und bewahre uns vor dem Rest!“ abschließen?

Leider nicht. Das Grauen ist noch steigerungsfähig!

Doch zunächst zur Frage der Äußerungen des Stadtverordneten Kirchharz.

Nun, der ist in der FAZ schlicht falsch zitiert worden! Ihm sind nämlich die Worte des zuständigen Schuldezernenten, Volker Erner, in den Mund gelegt worden:

„Das öffentliche Bekenntnis David Bergers zu seiner Homosexualität hat unser aller Respekt verdient. Ich hätte mir gewünscht, dass gerade die katholische Kirche dem Thema mehr Toleranz entgegengebracht hätte. Diesen Wunsch verbinde ich mit der dringenden Bitte an Kardinal Joachim Meisner, die in meinen Augen nicht nachvollziehbare Entscheidung umgehend zu revidieren.“

Naja, ich vermute, diese gewichtige Wortmeldung aus Erftstadt wird das Erzbistum schwer erschüttern, nicht?

Aber nun, nach diesem Ritardando, kommt der einsame Höhepunkt der Wortmeldungen aus Erftstadt erst noch; es gibt dort nämlich auch noch den Bliesheimer Pfarrvikar und „bekannten Buchautor“ Willi Hoffsümmer (doch, doch, der heißt wirklich so und er hat wirklich 100 (!) Bücher geschrieben, bzw. herausgegeben).

„Ich könnte jetzt einen Brief an den Kardinal schreiben. Aber der würde nirgends abgedruckt.“

Die Sorge um das Abgedruckt-Werden scheint bei dem Herren habituell geworden zu sein.

„Alle Fachbücher lehren etwas anderes, aber Köln macht, was es will.“

„Alle Fachbücher“? Welche Kommentare zum Kirchenrecht meint denn „der Bliesheimer“? Oder denkt er eher an die selber geschriebenen Werke?

Vielleicht an „Geschichten wie Brücken zum Leben, Mainz 1992“ oder an „7 x 12 Symbolpredigten für Familiengottesdienste durch das Kirchenjahr, Mainz  2005“ oder gar an „77 Traumfenster, Ostfildern 2010“ ?

 

Gut, bis hierher alles Realsatire, aber dann wird es richtig ärgerniserregend:

Willi Hoffsümmer:

„Herr Meisner argumentiert immer, dass es ihm um die Wahrheit gehe. Aber was ist denn die Wahrheit, wer hat sie denn?“

Pontius Pilatus:

„Was ist Wahrheit?“ (Joh. 18, 38)

Der Mann ist seit über 40 Jahren Priester. Wenn ihn in der Zeit seine Reflexion über das Wahrheitsthema nicht weiter geführt hat, wird es aber langsam Zeit, finde ich.

Doch das Beste kommt immer noch erst!

Zum Abschluß hebt der „Fernsehpfarrer und bekannte Buchautor“ nämlich zu einem wahren Finale Furioso des Gut-Menschen-Sprech an, wie man es in so reiner Ausprägung nur noch selten findet:

„Die katholische Kirche wird hier nur verlieren können, weil sie nur ausgrenzt. Das mit anzuschauen tut so weh. Im Himmel gibt es keine Mauern zwischen rechts und links, dort zählt nur die Liebe.“

Da schweigt des Sängers Höflichkeit…

Was für ein deprimierendes Ergebnis: Eine Provinzzeitung, die alles tut, nur nicht zur Sache informieren, eine Qualitätszeitung, die schlampig zitiert und zwei Geistliche, die offenkundig besser bei den Trappisten aufgehoben wären (vorausgesetzt, von dort dürfte man neben dem Schweigegebot auch nicht noch mehr Bücher auf die Welt loslassen…).

 

Arme „West-Kirche“! Denn leider ist dieses Bild nicht gerade untypisch. Nicht nur wir in der „Diaspora“ müssen „Missions-Kirche neuen Typs“ (Bischof Wanke) werden, scheint mir!

 

„Katholisches Unterholz“

Kein fröhlicher, aber ein sehr kluger Beitrag auf Credo ut intelligam.

Sehr empfohlen.

Heilige Cäcilia, oder: Der Haushalt und die Kirchenmusik (Sketch des Monats)

 

Nach längerer Pause, in der das wirkliche (Berufs-) Leben seinen Tribut forderte, hat PuLa heute ein echtes Schmankerl für seine Leser.

 

Wir treffen nämlich das erste, aber bestimmt (!) nicht das letzte Mal auf liebe Brüder und Schwestern in der „kleinen Großpfarrei“ „Maria Hilf“, die sich mit ihrem Hauptsitz im schönen Städtchen Wundersdorf vom Speckgürtel der Hauptstadt bis in den Oderbruch erstreckt.

So sind die dortigen Pfarrkinder ein buntes Völkchen, das wir nach und nach kennenlernen werden.

Wie Sie sehen, handelt es sich zugleich um den ersten Gastbeitrag auf PuLa (ich könnte niemals so schreiben…).

Viel Vergnügen:

 

Tiefe Einsicht

Ein Sketch für drei Personen

 

 

Hanna steht aufgestützt am Küchentisch und liest Zeitung. Auf dem Herd köchelt eine Suppe. Karl und Tilman kommen Arm in Arm zur Tür herein gewankt. Sie tun, als wären sie sturzbesoffen.

 

Karl und Tilman (grölend): Hooooooo! Viva, viva la musica! Viva, viva la musica! Viva la musica.

Tilman (will gerade den nächsten Kanon-Einsatz anstimmen. Als sein Vater nicht mehr mitsingt, verstummt er auch.): Viva, vi …

Hanna (blickt erschrocken von der Zeitung auf): Was ist denn mit Euch los? Ich denke, ihr wart im Pfarrheim.

Tilman: Wwwwarnwirja-aaaaauch.

Karl: WwwwwirhamnnnnnullkkkkommasechssssssssPrrr-promille! (Er grinst)

Hanna (zieht die Augenbrauen hoch): Aber bei 0,6‰ ist man doch nicht in so einem Zustand!

Karl (guckt sie aus nächster Nähe an): Oh, nnnnnnachddder Ffffffffasdnzssssseitgehdasmmmmmanchmalgganschnnnnelllllllll!

Tilman: Mmmmmmiddem ersssdn Aaaaalohol.

Hanna (rollt die Augen): Könnt ihr jetzt bitte wieder normal sein? Sonst fahr’ ich euch in die Klinik!

Karl: AaaaberTtttäubchen! Wwwwwirffffreununsdochnnnur!

Tilman: Üüüübberddden Eeeetat ffffürdddie Ki – Kikikkkirchenmusik!

Hanna: Ihr habt den Haushalt eingesehn?

Karl: Kkkklar!

Tilman: Ppppparagraph 3, Aaaaabsatz 1!

Karl: Aaausder „GgggewwaltinderVvversetzungdeskkkkatholischen Kkkirchenvermögens“

Hanna (rührt in der Suppe, leicht genervt): Das „Gesetz über die Verwaltung des katholischen Kirchenvermögens“. Ja. Kenne ich. Und? Was kam raus?

Karl: DdderEtatffffür die Kkkirchenmusik bbbeträgt nnnnnnullkkommannnullsechs Pppproßent ddes Gggesamtvolumens!

Tilman (hebt den Zeigefinger): Nnnnnnullkkommannnullsechs Pppproßent.

Karl: Ebn nnnnullkkkkommasechssssssssPrrr-promille …

Tilman: … wwwwiewwwir schschschonsssagdn!

Hanna: 0,06 % des Gesamtetats? Das kann doch gar nicht sein! Das ist doch viel zu wenig.

Karl (mit gekrauster Stirn und erhobenem Zeigefinger, deklamierend): „…bbböseMmmmenschnkkkkennn’kkkkeineLllllieder!“

Hanna: Karl! Jetzt ist es aber gut!

Tilman: Bbbbetrunkene unn Nnnnnarren sssssagen die Wwwwwahrheit!

Karl (wichtig): Ggggenau: „in vvvero vvvinitas“

Tilman: dddummmmmeinß: „in vvveniae vvvenustas“

Karl: „in Vvvvveneri vir“ (grinst)

Hanna: Karl!

Karl: äääh! … vvvviriditas! Tschulligung!

Tilman (stimmt den Sprechgesang der Allerheiligenlitanei an): Hhhhheilige Cäcilia!

Karl und Tilman (singen): Bitte für uns!

Tilman: Ihr Heiligen alle!: Bit…

Hanna: Schluß jetzt! Das ist ja nicht zum Aushalten! Ihr werdet jetzt wieder normal, oder ich eß meine Suppe alleine!

Karl (geht zum Besteckfach): Oh! Das geht nicht!

Tilman (holt Teller und Gläser aus dem Schrank): Ich habe Hunger!

Karl (deckt Besteck auf): Und wie das duftet!

Tilman (stellt eine Flasche Wasser auf den Tisch): Keine Suppe – das ist es nicht wert!

Hanna: Na bitte, warum nicht gleich so.

Hanna tut jedem auf und sie beginnen zu essen.

Hanna: 0,06% – ich kann mir das gar nicht vorstellen! Musik ist doch nicht bloß irgendeine Zutat, die man genauso gut weglassen kann … Seid ihr sicher, daß ihr euch nicht verguckt habt?

Karl (kaut ein Stückchen Brot): Ganz sicher!

Hanna: In der Zeile verrutscht?

Karl: Neenee. Wenn hier was verrutscht ist, dann der Maßstab!

Tilman: Dieser winzige Etat erklärt jedenfalls einiges.

Hanna: Gut, es kann ja sein, daß es mit dem Bau zusammenhing – es war doch der Haushalt von 2010?

Karl: Hmja. Aber derselbe Betrag wie im Vorjahr.

Tilman: Sah schwer nach „kopieren und einfügen“ aus.

Hanna: Laßt uns mal abwarten. Vielleicht wird es jetzt besser, wo der Bau abgeschlossen ist.

Tilman: Hoffen wir’s!

Karl (wiegt den Kopf): Du, ob hoffen da reicht?

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

 

Ja, so geht es zu in Wundersdorf! Ob bei uns in der Musikstadt Weimar wohl mehr Mittel für die Kirchenmusik etatisiert sind?

 

Na, jedenfalls war vor kurzem eine vorbildliche Initiative zu beobachten, um die finanzielle Lage genau dieses Haushaltssegments zu verbessern: Nach einem Konzert am 28. April stand dieses Sammelkörbchen am Ausgang (die schlechte Bildqualität bitte ich zu entschuldigen, PuLa übt noch…).

 

 

Das Sammelkörbchen nach dem Konzert am 28. April

 

„Zur Förderung der Kirchenmusik und des kirchenmusikalischen Nachwuchses an der Pfarrkirche ‚Herz Jesu“ stand da zu lesen.

 

Selbst die 5 Euro sind ja ein Anfang und wenn wir jetzt mit neuer Orgel regelmäßig mehr Besucher begrüßen dürfen, darf man ja hoffen!

Sag‘ mal keiner,

da wäre PuLa nicht am Puls der Zeit(ungen) gewesen mit dem gestrigen Küng-Witz.

Heute ein längeres (natürlich!) Interview zur Frage der anstehenden Seligsprechung in der Berliner Zeitung.

Natürlich nichts Neues, aber immer wieder hübsch: „Menschenrechte von Theologen“ seien verletzt worden. Wohl das Recht aufs Geldverdienen auf Kosten anderer?

Und dann kommen sie, die „Werte der Säkularisierung und der Aufklärung“. Ach ja.

Wer sich vor dem Wochenende die Stimmung vermiesen lassen möchte, folge dem Link, dem „Rest“ empfehle ich ggf. nochmal den Witz von gestern zu lesen.

Ergänzung vom 3. Mai: Was die „Menschenrechte von Theologen“ angeht, vgl. Ziffer 37 der „Instruktion über die kirchliche Berufung des Theologen“ vom 24. Mai 1990, wo der Begriff tatsächlich vorkommt:

„Hier von der Verletzung von Menschenrechten zu reden, ist fehl am Platz, denn man verkennt dabei die […] Natur der Gemeinschaft der Kirche sowie ihr Gemeinwohl. Überdies begibt sich der Theologe, der mit dem „sentire cum Ecclesia“ nicht übereinstimmt, in einen Widerspruch zu seiner freiwillig und bewußt übernommenen Aufgabe, im Namen der Kirche zu lehren.“

Ich empfehle die Lektüre des gesamten Dokuments (auf das in anderem (?) Zusammenhang auch Elsa Anfang April hingewiesen hatte)  sehr! Klärt den Geist und regt zur Betrachtung über Rolle und Sendung der Kirche an.

(Das Dokument ist auch über die Seite der dbk zu lesen.)

Osterlachen/Risus paschalis

Wie es sich für einen solchen Frischling von Blog gehört (und dann noch aus der Diaspora…), ist PuLa mit dem Osterlachen ein bißchen spät dran (aber noch in der Oktav!).

„Das Konklave kann und kann zu keinem Ergebnis kommen. Da geschieht das völlig Unerhörte: Der Stuhl Petri wird Hans Küng angetragen!

Und der lehnt ab. Warum?

Na, dann könnte er ja nicht mehr unfehlbar sein.“

Mehr Osterlachen bei vita-in-deum, bei brautdeslammes, und, wenn auch nicht expilizit, bei Elsas Nacht(b)revier.

Oh ja, und sogar einmal aus dem Bistum Erfurt!

Strukturreform und kein Ende?

Ganz im Gegenteil! Zur Strukturreform im Bistum Erfurt gibt es einen vorläufigen Abschlußbericht, von dem schon Ende Februar im „Tag des Herren“ zu lesen war, und der nun auf der Homepage des Bistums steht

Ganz herzlichen Dank an die Vorsitzende unseres Pfarrgemeinderats, Katharina Hille, die das herausgefunden hat!

Dieses Thema gehört ja zu denjenigen, über die häufig mehr geraunt und getuschelt wird, als daß es deutliche Aussagen gibt (aber natürlich wird alles sehr, sehr schwer werden…).

Hier kann man sich nun selber ein Bild machen. Es gibt da einiges Interessante, von dem ich jetzt nur 4 Themen kurz erwähnen möchte:

Ab S. 36 gibt es die Übersichten für das Dekanat Weimar bis 2020. Daraus ergibt sich, daß wir in Weimar schon ziemlich weit sind! Wenn der vorgesehene neue Typ der Filialgemeinde ab 2012 mit den Neuwahlen der Gremien eingeführt ist, wird es in der neuen Pfarrei Herz-Jesu Weimar (so wird sie vermutlich heißen, denn das Patrozinium richtet sich nach dem der Hauptkirche am Sitz-Ort), wohl keine weiteren territorialen bzw. organisatorischen Änderungen mehr geben müssen.

Im Stellenplan für 2020 sind bistumsweit immerhin 8 Vollzeitstellen für Kirchenmusiker vorgesehen. Da wäre doch fest zu hoffen, daß für den Ort der Musikhochschule und des Musikgymnasiums mindestens eine halbe Stelle abfiele, oder? (S. 4)

Neue Herausforderungen wie ein einheitliches elektronisches Buchungssystem kommen auf die pfarrliche Finanzverwaltung zu. (S. 5)

Eine Arbeitsgemeinschaft beschäftigt sich mit „Theologischem Verständnis, Berufung und Aufgabe der Laien“. Aha. Mal schauen, was interessierte aber nicht gremienaktive Laien davon so mitbekommen werden…

 

Jedenfalls wird PuLa auf dieses Thema in weiterem Rahmen noch zurückkommen. Stichwort: Wie ge-wichtig ist denn eigentlich die uns allen vertraute Gemeinde-Struktur wirklich? Wie sieht das aus vor dem geschichtlichen Hintergrund und welche Ansätze gibt es, darüber anders nachzudenken.

Und wer weiß, vielleicht wird es ja noch richtig spannend. Grundlegende Veränderungen in der Gremienstruktur haben vor einigen Jahren im Bistum Regensburg die Gemüter in Wallung gebracht und oberste Kirchengerichte beschäftigt. Mit dem Ergebnis freilich, daß die Neuordnung von Bischof Gerhard Ludwig Müller in Übereinstimmung mit den einschlägigen Bestimmungen des Zweiten Vatikanums voll bestätigt wurde. Keine leichte, aber spannende Lektüre!

Wer hätte das gedacht? Aus der Osterpredigt von Bischof Wanke

In seiner Predigt am Ostersonntag erwähnt Bischof Wanke die „wachsende Zahl Erwachsener, die zur Taufe finden“ und fährt fort:

„Im Gespräch mit solchen erwachsenen Taufbewerbern mache ich eine interessante Erfahrung. Was in der gegenwärtigen innerkirchlichen Diskussion sich oft einseitig in den Vordergrund schiebt, Fragen nach Kirchenreform, Zölibat und Frauenpriestertum etwa, oder auch die Frage nach Pfarreistrukturen und der Absicherung von hauptamtlichem kirchlichem Personal – das alles spielt für diese Neugetauften keine Rolle. Sie sind an ganz anderem interessiert.“

Tja; Zauber des Neubeginns. Der ist nun nicht wiederholbar, aber diese Konzentration auf das Wesentliche, die in einer solchen Haltung zum Ausdruck kommt, die könnte doch geradezu etwas Vorbildhaftes haben, so unmittelbar nach Beginn der österlichen Festzeit.

Danke, Herr Bischof!

Die Liste: 150 Blogger im Vatikan

Als kurzes Update zum vorigen Eintrag hier die Liste der 150 Blogger/innen aus aller Welt, die in den Vatikan eingeladen werden.

Falls jemand katholische Blogs für ein Randphänomen halten sollte

empfehle ich einen kurzen Klick auf eine diesbezüglich sehr aufschlußreiche Seite aus Rom, die leider nicht auf Deutsch verfügbar ist, aber das Prinzip wird schon klar.

 

„Wir“ sind da angekommen, wo wir gerne sein möchten.

Fast zu schön für die Woche vor der Karwoche…