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Starker Nachhall

Einen starken Nachhall hat PuLas außergewöhnlich eindeutige Stellungnahme zu Pfr. Kämpfs Interview i.S. Nachhaltigkeit des Papstbesuchs ausgelöst, selbst wenn man dies nur an der Anzahl der Kommentare abliest (und das sind nicht die einzigen Reaktionen…).

Jedenfalls bin ich zwei Kommentatoren noch eine Antwort schuldig. Herrn Vollmer zu seinen Beobachtungen zum Zölibat muß ich noch weiter vertrösten, aber ich glaube, wir sind uns einig, die Sache hat Zeit, oder?

Aber auf die Beobachtungen von Annemarie Kliegel möchte ich heute eingehen. Sie schrieb:

Eingereicht am 27.08.2011 um 18:16

Zum PuLa – Beitrag Der Papst kommt! – Na und?:

Pfarrer Kämpf wurde von der TLZ um das Interview gebeten und hat seine Meinung wahrhaftig geäußert. Ist das in der Gemeinde verboten oder unerwünscht? Im Übrigen steht er mit seiner Meinung nicht allein. Ich glaube, dass die Gemeinde sehr froh und dankbar ist, diesen Pfarrer zu haben.

Des Weiteren vermisse ich in Ihrem Beitrag die Nächstenliebe. Möchten Sie öffentlich in der Weise auf Ihr eventuelles Fehlverhalten angesprochen werden, wie Sie es mit Pfarrer Kämpf tun??

Dieser Beitrag trägt jedenfalls nicht zu einem guten Gemeindeklima bei und hat nichts mit dem Auftrag, Reich Gottes zu leben, zu tun.

Ich frage wie Heiner Geißler: “Was würde Jesus dazu sagen?”

 

Verehrte Frau Kliegel,

diese Anrede erscheint mir aufgrund Ihres, darf ich es verraten?, hohen Alters von über 80 Jahren doch angemessen. Ich hatte es Ihnen ja schon in meiner direkten Reaktion per Mail geschrieben: Ich bin beeindruckt, wie souverän Sie mit dem Medium „Blog“ umgehen! Zumal ich auch noch erfahren mußte, daß Ihre Augen nicht mehr ganz so gut sind wie ehedem. Wo doch PuLa ziemlich kleine Lettern nützt. Und wie gut Sie sich als Protestantin in unserer Gemeinde auskennen; Wirklich imponierend!

Nun, wie sich das auch immer erklären mag, ich möchte gerne auf Ihre Kritikpunkte im einzelnen eingehen.

So, die TLZ hat um das Interview gebeten. Und? Muß man es deshalb geben? Muß man nicht! (Pardon, davon verstehe ich aus zwanzig Jahren dienstlicher Erfahrung etwas.)

Nein, wer sich darauf einlässt (und zwar nicht zum ersten Mal), der weiß was er tut.

Und er äußert sich eben nicht für sich allein, sondern als Amtsperson. Als Repräsentant nicht nur dieser Gemeinde, sondern der ganzen Kirche. Und nur daran ist die Zeitung interessiert. Das zeigt ja schon ein kleines Gedankenexperiment: Hätten TLZ und TA Ihnen oder mir den gleichen Platz zur Verfügung gestellt für unsere Gedanken zum Papstbesuch?   Na also. (Daher sind ja auch vereinzelte Stimmen aus dem Bistum, hier handele es sich um eine „private Äußerung“ einfach absurd.)

Sie fragen weiter, ob es mir gefiele, wenn mein eventuelles Fehlverhalten derart öffentlich angesprochen würde. Das kann man ja tatsächlich in gewisser Weise vergleichen, denn auch ich bin in einem hierarchisch aufgebauten System, dem Thüringer Öffentlichen Dienst nämlich, tätig. Und wenn ich mich öffentlich in vergleichbarer Weise über die Aktivitäten meiner Vorgesetzten ausgelassen hätte, dann hätten diese auch öffentlich ganz gewiß keine Rücksicht auf meine Empfindungen genommen, darauf können Sie sich verlassen. Und ja, das würde ich dann akzeptieren, denn ich akzeptiere meine Rolle und meine Pflichten in diesem „Organismus“. Darauf habe ich einen Eid geleistet, wissen Sie.

Aber Ihr entscheidender Vorwurf ist ja, ob meine deutlichen Worte denn christlicher Kommunikationskultur entsprächen. Ob ich denn nicht hätte erst im Stillen reagieren können.

Nun, da kommt einem natürlich das Evangelium des vergangenen Sonntags in den Sinn (Mt. 18, 15-20), demzufolge man seinen Bruder unter vier Augen ansprechen soll. Und darauf mit ein oder zwei Zeugen.

Aber dann eben auch vor der (ganzen) Gemeinde!

Es ist halt wieder einmal ein Text, den man zuende lesen muß. Nein, mit dem Evangelium kann man das Zudecken und Verschweigen von Problemen eben nicht begründen, dafür gibt es viel zu viele Worte des HERRN, die noch wesentlich „ungemütlicher“ sind als dieses hier.

Aber sind denn die ersten zwei Schritte versucht worden? Oh ja, sie wurden versucht. Immer wieder und von vielen. Aber wie die Kommunikationskultur in dieser Gemeinde wirklich ist, wenn keine Öffentlichkeit dabei ist, das wird deutlich, wenn wir uns vor Augen halten, daß gerade schon wieder ein Mitglied des Pfarrgemeinderats entnervt das Handtuch geschmissen hat, nachdem es im strengen Wortsinne aus diesem Gremium heraus-gebrüllt worden sein soll.

Ich weiß jedenfalls von vielen, die an solcher Kommunikationsstruktur leiden und gelitten haben und falls ich diesen Menschen ein kleines Forum oder auch nur ein Ventil bieten kann, werde ich es weiterhin tun.

 

Mit verbindlichem Gruß

 

G. L.

 

PS: Natürlich ist die o.g. Perikope auslegungsbedürftig und natürlich geht ihr Gehalt weit über das hinaus, was ich gerade holzschnittartig angedeutet habe. Dafür halte ich mich aber nicht für berufen. Weil mir aber erzählt wurde, mindestens zwei Predigten am vergangenen Sonntag hätten die Stelle sehr stark auf ihren Anfang hin ausgelegt (und damit auf das „stille, stille“) möchte ich doch mit dem Hl. Augustinus eine echte Autorität zu genau diesem Abschnitt zitieren:

„Diejenigen Verfehlungen sind also öffentlich zu tadeln, die auch öffentlich begangen wurden, im Verborgenen dagegen diejenigen, die im Verborgenen begangen wurden. Unterscheidet also die Zeiten und bringt so die Schriftstellen in Einklang miteinander!“ (In der catena aurea des Hl. Thomas)

 

Das hat mich dann doch ziemlich beruhigt… 🙂

 

Vor genau einem Monat

erschienen in TLZ und TA zwei Artikel über Äußerungen (ehemaliger) Geistlicher in unserer Stadt.

Der folgende Leserbrief, den Frau Asshoff PuLa dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat, erschien jedoch nur in der TA.

Schon dies ein Grund, ihn hier nochmals zu veröffentlichen.

Leserbrief zu „Seelsorger mit anderen Mitteln“ und „Bedenken gegen ein Großereignis“ TA 5.8.11

Die Aussagen des außerordentlich tüchtigen ehemaligen Pfarrers der Herderkirche Thomas Gessner in dem Artikel „Seelsorger mit anderen Mitteln“ und die des Pfarrers Kämpf, Seelsorger der katholischen Gemeinde Herz-Jesu in dem Artikel „Bedenken gegen ein Großereignis“ scheinen mir Ausdruck eines Zeitgeistes zu sein und sollten deshalb relativiert werden.

In der sicherlich intensivsten Phase der Sanierung des Herderplatzes und der für 2012 geplanten Sanierung der Herderkirche verlässt Herr Gessner das Kirchenschiff. Das Anliegen seines künftigen Berufes der „Familienaufstellung“, das er in dem oben genannten Artikel zum Ausdruck bringt, lässt sich allerdings mit seinem Verhalten vereinbaren. In seinem künftigen Beruf gehe es darum, so sagt er, liebevoll und streng die Verantwortung für alle Leiden und Symptome bei den jeweiligen Leuten selbst zu lassen.

Nicht minder verwunderlich ist die Aussage des Pfarrers Kämpf, der mit dem Papstbesuch „hadert“. Er schreibt diesem Besuch „Eventcharakter“ zu und präjudiziert mangelnde Nachhaltigkeit. Mit diesen Bemerkungen wird er sicherlich in einigen Kreisen Anerkennung finden, doch mich stimmt es traurig, dass der Papstbesuch, in dem sich vielleicht zahlreiche Chancen eröffnen, von vornherein schlecht gemacht wird. Auch sollte man nicht die Nachhaltigkeit eines Ereignisses in Frage stellen, das überhaupt noch nicht stattgefunden hat.

Der lateinische Schriftsteller Cicero würde unter Umständen diesen beiden Herren seine bekannte Aussage entgegenschleudern: O tempora, O mores! (oh Zeiten, oh Sitten)

Elisabeth Asshoff

Weimar

Tja, zu dem Herrn Gessner fiele mir auch noch was ein, aber das verbietet die ökumenische Höflichkeit ebenso, wie das Prinzip des „Kehrens vor der eigenen Tür“. Dazu mehr im nächsten Posting.

Aber wie wär’s denn mit einem knackigen, ordentlich lutherischen Nachbar-Blog? „Evangelisch in Weimar“, sozusagen; PuLa würde sich freuen… (und hätte notfalls sogar schon einen Namensvorschlag)

“Die dunkelste und wagemutigste aller Grenzüberschreitungen”

„Der bekannte radikale Philosoph Slavoj Zizek weist seine Zuhörer regelmäßig darauf hin, daß es in unserem Zeitalter der ‚abgesegneten Grenzüberschreitungen‘ nichts gibt, das ganz so radikal ist wie das, was G.K. Chesterton die ‚aufregende Liebesgeschichte Orthodoxie‘ nannte. So wird in unserem trunkenen Zeitalter die Orthodoxie für Zizek (den kämpferischen Atheisten) wie für Chesterton (den traditionellen Katholiken) zur ‚dunkelsten und wagemutigsten aller Grenzüberschreitungen‘.“

So schrieb Ashley Woodiwiss schon 2005 in Christianity today (und es darf gerne jeder an meiner Übersetzung rummäkeln; wenn er denn bessere Vorschläge hat 🙂 , Originaltext unten)

Wer mit den Werken des großen Chesterton ein bißchen vertraut ist, weiß natürlich; „Orthodoxie“, das meint hier weder die orthodoxen Kirchen, noch im engeren Sinne die „rechte Lehre“, sondern das, was Chesterton selbst „den Glauben der Apostel“ (the creed of the apostles) nannte. Traditionelles christliches Denken und Handeln, Einstellungen und Lebensführung (was er, klar!, in der römischen Kirche und ihrer Lehre idealtypisch verwirklicht sah).

Für Woodiwiss war das der Aufhänger, um über die überaus interessante angelsächsische theologische Strömung der Radical Orthodoxy zu berichten (vgl. letzter Satz englisches Original); es lohnt sich sehr , den ganzen Artikel zu lesen!

PuLa hingegen möchte seine Leser bitten, sich das einen Moment auf der Zunge zergehen zu lassen: Da bescheinigt uns ein prominenter Vertreter der postmodernen Philosophie (über die man viel sagen kann, aber zeitgenössisch ist sie ganz gewiß) in ironischer Weise nichts weniger, als daß wir heute eigentlich die einzig Interessanten seien! Daß es eine mutige, nein, fast die mutigste Haltung ist, die man heutzutage einnehmen kann, z.B. die christliche Ehe zu verteidigen. Daß wir vor allem eines nicht sind: langweilig.

Langweilig sind nämlich die, die immer noch nicht verstanden haben, daß sich die Kämpfe wie die Versprechen der Moderne mittlerweile schlicht erledigt haben. Das (philosophische) Denken hat sich gewandelt und, siehe, nachdem der Staub sich verzogen hat ist das traditionelle Christentum noch da und sieht, gerade in den Augen etlicher Betrachter von außen, attraktiver aus, denn je.

Wer also immer noch in den Schützengräben der 60er Jahre steckengeblieben ist, egal auf welcher Seite: „Rauskommen!“ Da fällt schon lange der Schuß nicht mehr.

Und wer sich hat einreden lassen, als traditionsverbundener Christ und als Katholik ganz besonders sei man ja eigentlich eine zum Aussterben verurteilte Rand- und Resterscheinung: „Den Kopf hochnehmen!“ Dann sieht man besser. Unerwartete Verbündete, z.B.

Und mit Joseph Ratzinger/Benedikt XVI empfangen wir bald einen Papst, der intellektuell noch nie in diesen Gräben gestanden hat (weshalb ihn ja „Kritiker“, die ihm geistig nicht das Wasser reichen können, auch nicht einzuordnen vermögen, wie z.B. das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung). Hier in unserer „Diaspora“, wo manche am liebsten immer noch vor allem geistig in Ruhe gelassen werden wollen, dürfen wir ihn empfangen. „Aufwachen und mit-machen!“ Und mit-denken. Und zuversichtlich und treu nach Rom schauen.

Denn dann werden wir alle miteinander wie der Igel fröhlich sagen können: „Ich bin all hier!“

Und wenn jemand möchte, hier noch ein bißchen mehr Zizek (allerdings auch auf englisch).

Originaltext:

(As the popular radical philosopher Slavoj Zizek routinely points out to his audiences, in our age of ordained transgressions, there is nothing quite so radical as what G.K. Chesterton called the „thrilling romance of orthodoxy.“ Thus in our besotted age, orthodoxy becomes for Zizek (the fighting atheist) as for Chesterton (the traditionalist Catholic), „the most dark and daring of all transgressions. We ought not to be surprised then, that at the dawn of the 21st century a movement dubbed Radical Orthodoxy (RO) has emerged at the cutting-edge of theology and postmodern philosophy.“)

 

Hey, ho, it’s to Alaska we go!

In der Diözese von Anchorage, Alaska, leben ca. 32.170 Katholiken, sie wurde gegründet, oops, 1966; Doch schon!

Und jetzt raten Sie mal, wieviel Jungen (nur Jungen!) sich in diesem wahren Zentrum des Katholischen auf der Welt gemeldet haben, als es darum ging einen Sommerkurs für Ministranten im Dominikanischen Ritus mitzumachen?

Na?

Drei?

Sieben?

Sechsundzwanzig!!


Der Geist weht, wo er will.

 

Hier können Sie sich das ansehen und durchlesen (wobei Sie auch wieder feststellen werden, wie wohltuend es ist, wenn sich Geistliche in der ihnen angemessenen Kleidung bewegen…)

Zur Erläuterung: Unter dem „Dominikanischen Ritus“ versteht man die traditionelle liturgische Form der Dominikaner, die diese schon ab der Mitte des 13. Jahrhunderts in leichter Abwandlung des „Römischen Ritus“ vollzogen haben. Auch diese außerordentliche Form die Hl. Messe zu feiern erfreut sich mittlerweile glücklicherweise einer Wiederbelebung, nachdem sie nahezu „ausgestorben“ war.

Und was meinen Teaser zu objektiven „Ratzinger-Elementen“ in unserer Pfarrkirche angeht: Ich komme gerade nicht rum, das wird ein etwas längerer Text, ich muß um Geduld bitten…

Herzlichen Glückwunsch!

PuLa gratuliert Ordinariatsrat Winfried Weinrich herzlich zur Ernennung als Vertreter des Bistums im Rundfunkrat des MDR (Meldung des Bistums hier).

Die Neubenennung war durch das Ableben von Msgr. Ducke erforderlich geworden.

In den vergangenen zwanzig Jahren bin ich Winfried Weinrich in den verschiedensten dienstlichen Zusammenhängen immer wieder begegnet und glaube daher sagen zu dürfen: Eine gute Wahl!

Merke: Die besten Medienarbeiter und Medienbeauftragten sind die, die nicht gern selber so häufig wie möglich in den Medien sind…

Viel Erfolg und Gottes Segen in dieser verantwortungsvollen Position!

 

Ein Sonntagmorgen voller guter Laune

Uns Traditionalisten wird ja gerne vorgehalten, sie hätten eigentlich dauernd was zu meckern – vielleicht nicht immer ganz zu unrecht…

Aber PuLa möchte sich diesen Schuh nicht anziehen, bzw. etwas dagegen tun.

Daher passend zum heutigen (wie jedem) Sonntag: Dank und gute Nachrichten!

Zunächst durfte ich heute in der 9.00 Uhr Messe ausgerechnet aus dem Römerbrief den Anfang des 12. Kapitels lesen: „Paßt Euch nicht dieser Welt an“ (Nolite conformari a huic saeculo) Wie wunderbar! (Die Einheitsübersetzung ist zwar mal wieder doof, aber wir wollten ja heute nicht meckern, oder? 😉 )

Dann gab es von Pfr. Kämpf eine richtig gut durchdachte Predigt mit ordentlichen Bezügen auf Evangelium und beide (!) Lesungen, sehr schön! (Wenn die Evangelischen ja mit irgendwas recht haben, dann damit, daß sie erwarten in der Predigt werde auch zu den Texten des Tages gesprochen!)

Weiterhin wurde durch Prof. Kapsner zauberhaft georgelt: Tja, wer kann, der kann!

Und zum Abschluß haben wir ein Marienlied gesungen, ganz wie es sich gehört. Wer auch immer die Liedauswahl besorgt hat (die auch sonst sehr sinnreich war), ihm gebührt ebenfalls Dank!

 

Und „Maria“ ist auch das Stichwort für weiteren Grund zu Anerkennung und guter Laune: Wir waren zu den letzten zwei Marienfesten: Himmelfahrt und Krönung am 15. und 22. August nicht im Lande, aber was zeigt ein Blick ins Pfarrbriefarchiv?

An beiden Tagen gab es Abendmessen, sodaß berufstätige Gläubige diese Feste begehen konnten. Genau das hatte PuLa ja schon einmal kritisiert als es nicht geklappt hatte, daher freue ich mich heute besonders und sage Dankeschön!.

(Nebenbei: Falls jemand denkt, das mit den Marienfesten sei ja so mehr oder weniger Geschmacksache und abhängig vom je eigenen Empfinden. Ist es nicht! Im CIC, can. 276, § 2, Nr. 5 wird vielmehr gerade den Klerikern ausdrücklich “nahegelegt, […], die besondere Verehrung der jungfräulichen Gottesmutter zu pflegen[…]!)

 

Zu Mariä Himmelfahrt haben wir übrigens eine Messe in St. Paulin in Trier besucht. Wer die Kirche noch nicht kennt: Die lohnt alleine den Weg in den tiefen Westen der Republik! Eine der zauberhaftesten Barockkirchen, die ich je gesehen habe; Der ganze Raum „tanzt“!! Absolut faszinierend! (Bild wird nachgereicht, kann aber die Wirkung allenfalls erahnen lassen.)

 

Tja und dann habe ich heute in unserer Pfarrkirche etwas „entdeckt“, das ich noch ein bißchen durchdenken muß, bevor ich es niederschreiben kann.

Man könnte es ein liturgisch-architektonisches Element von nachgerade ratzingerscher, bzw. beneditikscher Prägung nennen.

Neugierig?

Na, hoffentlich! 🙂

Universae Ecclesiae reloaded, oder: Rom ist nicht amüsiert!

Die vatikanische Instruktion Universae Ecclesiae hatte PuLa ja schon einmal gestreift. Sie erinnern sich: In ihr wird vorgeschrieben daß und wie im einzelnen Messen im außerordentlichen Ritus anzubieten sind, d.h. angeboten werden müssen.

Nach wie vor ist mir die zögerliche Haltung vieler (deutscher) Bischöfe mehr als unverständlich, denn hier fänden sie die Unterstützer, die sie brauchen: Dezidiert katholisch, engagiert und jung! Und nicht bei angegrauten Gremienkatholiken.

Jedenfalls ist Rom offenbar „not amused“. So hat jetzt mit Msgr. Nicola Bux ein enger Mitarbeiter des Hl. Vaters ungewohnt deutliche Worte gefunden:

„Es gibt ohne Zweifel eine Form von schleichendem Neogallikanismus, demgemäß einige Teile der Kirche meinen, sich selbst zu genügen und von Rom unabhängig zu sein. Wer aber so denkt, ist nicht katholisch. Die Bischöfe, die dem Papst ungehorsam sind, versetzen sich selbst in eine Situation, in der sie nicht mehr verlangen können, daß ihnen die Priester und Gläubigen gehorsam sind.“

Was ja nun wirklich starker Tobak ist!

(„Neogallikanismus“ bezieht sich übrigens auf die unselige Phase des „Gallikanismus“ in der französischen Kirchengeschichte, in der dort die päpstliche Autorität zugunsten des Königs/Staats geschwächt wurde, und die verhängnisvolle schismatische (Nach-)Wirkungen hatte.)

Aber auch der Rest des Interviews bei Katholisches.de ist sehr lesenswert.

Kostprobe:

„Das derzeitige Drama der Kirche ist der Exklusivismus jener, die sich ökumenisch nennen.“

Gott sei Dank, Gott sei Dank! gibt es in „der Zentrale“ noch Leute, die klar denken und formulieren können und es auch tun und nicht aus Angst vor „schlechter Presse“ schweigen, wo gesprochen werden muß!

 

Sturm über Madrid – Berichte vom Weltjugendtag

Manche Menschen in unserer Nähe bezweifeln die „Nachhaltigkeit“ von Begegnungen mit dem Hl. Vater (PuLa berichtete).

Wenn man die Berichte in der Blogozese zur Kenntnis nimmt (und sich nicht nur den deutschen Main-Stream-Medien „aussetzt“), hat man gewisse Schwierigkeiten, diese Zweifel nachzuvollziehen…

Ich bin gerade dienstlich so bis über beide Ohren beschäftigt, daß im Augenblich nicht mehr möglich ist, als Verweise:

„Gut wäre insbesondere, wenn einige Kirchenverantwortliche und Oberhirten in Deutschland genauer hinschauen würden, welche Eckpfeiler den WJT eigentlich ausgemacht haben: Anbetung, Beichte, Katechese und – die Begegnung mit dem Heiligen Vater.Damit kann man zwei Millionen junge Menschen aus allen Kulturkreisen begeistern. Immerhin.“

schreibt „Elsas Nachtbrevier“ hier, und dem ist nicht viel hinzuzufügen.

Nur schauen Sie sich bitte unter diesem Link auch das kurze Video von der Vigil im Sturm an. Sehr, sehr ermutigend!

Und Elsa allgemein ist überhaupt immer einen Besuch wert.

PuLa würde sich natürlich ganz besonders über einen Gastbeitrag von den Weimarer WJT-Teilnehmern freuen!!

Bitte schickt einen kurzen „Kommentar“, der nur die Bitte um Kontaktaufnahme beinhalten muß, und ich setze mich per Mail mit Ihnen/Euch in Verbindung.

Dieser Mechanismus gilt übrigens für alle Themen, hinsichtlich derer Sie mit PuLa Kontakt aufnehmen möchten! Leider ist die direkte Angabe der Email-Adresse wegen der Gefahr von Spam-Mails zu hoch, aber dieser Weg funktioniert ganz sicher und unproblematisch!

Nur zu!

 

Marx und Paulus in vollen Zügen

Ich geb’s lieber gleich zu: Der Titel verspricht heute vielleicht mehr, als das Posting hält, aber ich wollte doch der geschätzten Leserschaft meine jüngsten Erlebnisse und Gedanken im Zusammenhang mit der  Thüringer LINKS-Partei nicht vorenthalten.

Der Anlaß ist ein zweifacher. Zunächst begegnete mir ein ehemaliger Fraktionsvorsitzender der Thüringer Linken im Zug.

Richtung Osten, selbstverständlich, wohin sonst?

Naja, zumindest diese ‚Orientierung‘ (was ja nichts anderes heißt, als eben „Ostung“, von lateinisch oriens!) haben traditionelle Sozialisten und traditionelle Katholiken ja immerhin gemein!

Der Abgeordnete saß (wie ihm das als Mitglied des Landtags zusteht!) in der klimatisierten Ersten Klasse des proppenvollen Triebwagens und las ein Buch: „Wo Marx recht hat“.

Ein eher schmales Bändchen… 🙂

Tja, das ist dann wohl so, als läse unsereiner eine Einführung in das Werk des Hl. Augustinus. Ich jedenfalls finde es gut, daß man, wenn man eine Weltanschauung hat, sich um seine Klassiker bemüht.

Allerdings wirkte der Leser etwas abwesend. War die Lektüre vielleicht ermüdend?

Oder dachte er an einen Artikel in der Ostthüringer Zeitung vom gleichen Tage (hier nachzulesen), in dem der jetzige Fraktionsvorsitzende der Linken im Thüringer Landtag interessante Äußerungen zum Papstbesuch und den Demonstrationen in seinem Umfeld tat.

Bodo Ramelow freut sich nämlich über den Besuch: „Als evangelischer Christ sage ich: Es ist gut und richtig, daß der Papst kommt“, so führt er aus, um anschließend die von einem Mitglied der LINKEN als Privatperson angemeldeten Demonstrationen für „legitim“ zu erklären.

(Einschub: Das sind sie auch. Allerdings ist es genauso legitim, zu diesen Demonstrationen und den Personen und Institutionen (z.B. eine Gruppe mit dem schönen Namen „wider die natur“), die dahinter stehen, eine Meinung zu haben. Gegebenenfalls auch eine sehr dezidierte.

Merke: Das Demonstrations-Recht-haben heißt nicht inhaltlich Recht-haben. Einschub Ende.)

Herr Ramelow fährt dann fort festzustellen, er werde die Rede des Hl. Vaters im Bundestag hören, aber keine Messe besuchen, denn: „Ich möchte bei einer liturgischen Veranstaltung nicht gefilmt werden.“

Das finde ich eine sehr verständliche und ehrenwerte Haltung (wie er damit wohl bei unserem letzten ZDF Gottesdienst zu Recht gekommen wäre? Zu dem Thema hier in Bälde mehr!).

Freilich: Bei einem so gewieften Politiker ist der Grund für dieses Fernbleiben natürlich nur teilweise „persönlich“, hat doch Bodo Ramelow stets mit den aggressiven Atheisten in seiner Partei zu kämpfen, was er ja auch standhaft tut!

Man stelle sich vor, ihm würde während der Papstmesse ein Kreuzzeichen unterlaufen, soll ja auch Protestanten gelegentlich passieren, da würde er vermutlich exkommuniziert, äh, aus der Partei geworfen werden.

Nun ist all das ja ganz nett, aber eigentlich von Interesse ist etwas anderes, nämlich die Frage, die Ramelow in dem Artikel aufwirft, nämlich, „ob die katholische Kirche Teil der Gesellschaft ist“.

Die Frage im soziologischen, also plattestmöglichen, Sinne einfachhin mit einem „Ja“ zu beantworten, hieße Ramelow, der ein sensibler Mensch und ein wacher Kopf ist, zu unterschätzen. Nein, hier rührt der Herr Fraktionsvorsitzende an einen Punkt, dem wir nicht ausweichen sollten.

Wenn man die Frage nämlich recht betrachtet, muß man sie wohl ehrlicherweise mit einem: „Nur bedingt“oder „Nicht ganz“ beantworten. Denn die Kirche könnte ja offenkundig nur um den Preis der Selbstaufgabe zu dieser (oder irgendeiner!) bloß menschlichen Gesellschaft gehören, wenn man darunter versteht, daß sie in ihr und ihren wechselnden Vorstellungen vollständig aufgeht. Die PID-Entscheidung ist hier nur das aktuellste Stichwort.

Und natürlich wird dieser Eindruck völlig zu Recht verstärkt durch eine Institution, deren Zentrale dem Staat nicht angehört, den diese (oder irgendeine!) Gesellschaft sich schafft, dem Vatikan eben (der ein eigenes Völkerrechtsubjekt ist).

Deswegen u.a. muß man ja so dankbar sein, daß wir sie haben, diese Zentrale. Das verschafft nämlich innere Freiheit vor staatlichen wie gesellschaftlichen Zumutungen. Und daß die Zeitgeistanpasser in der Kirche genau das nicht verstehen ist eigentlich komisch, denn so schwierig ist der Gedankengang doch gar nicht, oder?

Und neu ist er natürlich, wie die allermeisten richtigen Gedanken, auch nicht. Denn wie sagt der Hl. Apostel Paulus im Römerbrief, Kapitel 12, Vers 2:

Nolite conformari a huic saeculo/ Paßt euch nicht dieser Welt an

[sondern wandelt euch und erneuert euer Denken]

Und daher kommt übrigens, pikanterweise, der Begriff des Nonkonformismus.

 

 

Sketch des Monats – Die Verlautbarung

Der Hl. Vater besucht bekanntlich auch Berlin.

Und siehe da, auch unsere Brüder und Schwestern in Wundersdorf haben so ihre Sorgen in der Zeit der Vorbereitung…

(Zur Weimarer Situation hatte PuLa ja bereits hier Stellung nehmen müssen.)

 

Die Verlautbarung

Ein Sketch für acht Personen

 

 

(Wundersdorf, Pfarrbüro der Gemeinde „Maria Hilf“. Hanna und Edith, Silke und Emma sitzen oder stehen bei Monique, der Pfarrsekretärin, um den Schreibtisch herum. Sie sind augenscheinlich nicht der besten Laune, brüten vor sich hin oder diskutieren gereizt.)

 

Hanna: Nicht zu fassen! Und so ganz ohne Not! Macht sich und uns alle zum Obst, weil die Zeitungen im Sommerloch nicht wissen, was sie schreiben sollen.

Edith: Wenn er sich geäußert hätte, als die Diskussion um den Ort noch anstand, das hätte ja noch Sinn gehabt – aber jetzt, fünf Minuten vor der Angst?! Wem will er denn jetzt noch damit imponieren?

Silke: Wahrscheinlich ist inzwischen raus, daß er bei der Feier keine große Rolle spielen sollte und ist beleidigt.

Edith: Genau! Und warum soll er dann für irgend jemanden so schrecklich früh aufstehen?!

Hanna: Da hat er ja erst in der Osternacht wieder eine Bemerkung drüber gemacht.

Edith: Und jetzt ist es sogar bloß dessen Stellvertreter!

(Sie lachen grimmig auf, schütteln den Kopf, fahren sich mit der Hand über die Augen etc.)

Emma: Daß über das Ereignis irgendwelche Leute den Stab brechen würden, war ja zu erwarten …

Edith: … aber wenn es ein Hirtenstab ist, bleibt einem doch erst mal die Spucke weg!

Hedwig (klopft und kommt lächelnd herein): Guten Morgen! Was ist hier denn für eine Vollversammlung?

Hanna (schiebt Hedwig die Lokalseite des Petershagener Boten hin) Hallo, Hedwig. Pfarrer Kneif macht seinem Namen mal wieder alle Ehre. Schon gelesen?

Hedwig (überfliegt den Artikel und wird blaß. Sie blickt fassungslos in die Runde): Er distanziert sich vom Papstbesuch … Das gibt’s doch nicht … (Sie nimmt lesend auf einem freien Stuhl Platz)

Edith (gereizt): Mhm! Det is jut, wa? (Sie gestikuliert) Ick renne mir seit Wochen die Hacken ab, um noch Helfer für den Papstbesuch zu werben, und unser Herr Hirte lässt verlauten, er mache jedenfalls schon mal nicht mit. Wie stehen wir denn jetzt da?

Hedwig: Ich bin eigentlich gekommen, um die Unterrichtsmaterialien aus Freiburg abzuholen. Sind die mittlerweile da?

Monique (langt ihr einen großen braunen Briefumschlag aus dem Posteingang): Hier, bitte. Ich wollte dich schon anrufen.

Hanna: Was ist das?

Hedwig: Unterrichtsmaterialien, die das religionspädagogische Institut der Erzdiözese Freiburg erarbeitet hat, zur Vor- und Nachbereitung des Papstbesuches. (Sie reißt den Umschlag auf und entnimmt ihm diverse Handreichungen. Vor sich hin) Wie soll ich den Schülern den Papstbesuch nahe bringen, wenn der Pfarrer sich zitieren lässt, es sei bloß ein Event, zu aufwendig und womöglich ohne Nachhaltigkeit? (Sie liest aus dem Anschreiben vor) „Mit großer Vorfreude sehen wir diesem außerordentlichen Ereignis entgegen, von dem wir uns vor allem wichtige spirituelle Impulse, gerade auch für die Begeisterung im Glauben und dessen Weitergabe an die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen erhoffen“ (Sie wirft die Handreichung flach auf den Schreibtisch und blickt ernst in die Runde).

Edith (nickt): Tja. So kann man das auch formulieren!

Emma: Um nicht zu sagen: Er wäre dafür da, solche Sätze zu finden und nicht die Gegenargumente. (Alle nicken ihr zu)

Hanna: Spirituelle Impulse …

Edith: Den Geist erfahren …

Hedwig (sarkastisch): Und wir haben statt einem Geist-Erfahrer hier einen spirituellen Geisterfahrer …

Silke: … total neben der Spur …

Hanna (liest aus dem Zeitungsartikel) „So wird die Ökumene beispielsweise nur noch zaghaft diskutiert“ – hallo?! Es gibt in Erfurt da diesen Dialog im Augustinerkloster, das wird weltweit wahrgenommen!

Edith (sarkastisch): Aber so viel wie Pfarrer Kneif tut wahrscheinlich kaum einer für die Ökumene … ihr wisst, was ich meine?! (Alle nicken ihr zu und schnauben grimmig).

Emma: Seine evangelischen Kollegen werden sich jetzt auch auf die Schenkel klopfen, was das Ernstnehmen der kirchlichen Hierarchie bei uns angeht.

Hanna (zischt): Vorsicht! Da kommt Corinna!

Corinna (poltert ohne anzuklopfen herein): Guten Morgen!

Alle (durcheinander): Hallo – guten Morgen – grüß dich, Corinna.

Hanna: Na, mal wieder fleißig?!

Corinna (unwirsch): Einer muß in diesem Saustall ja aufräumen! Jetzt auch noch dieser Papstbesuch! Ich kann zur Zeit gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte! (Sie zieht Unterlagen aus dem Schreibtisch und rauscht wieder hinaus).

(Alle blicken sich an, rollen die Augen oder stöhnen.)

Karl (kommt herein. Freundlich): Guten Morgen! Was ist denn mit Corinna los, sie rennt einen ja fast um?

Hanna (zuckt mit den Schultern): Sie hat uns an ihrer unaufschiebbaren Tätigkeit nur auf sehr unbestimmte Weise teilhaben lassen.

Edith: Schon Zeitung gelesen?

Karl: Nein, aber im Deutschlandfunk gehört.

Alle: Was? Das bringen sie jetzt schon im Radio?

Karl: Der Kindsmörder kriegt 3000 Euro Schmerzensgeld – meintet ihr das nicht?

Monique: Nein. Herr Kneif boykottiert den Papstbesuch und will an keiner der Messen teilnehmen.

Karl: Ach du liebe Güte! Wo ist er denn statt dessen?

Hanna: Weiß er noch nicht.

Karl: Aber weg?

Edith: Ja, weg. Beten.

Karl: Ui!

Silke: Er fliegt vielleicht nach Israel …

Hanna: … jetzt mal ganz nachhaltig …

Edith: Da war er ja eigentlich im Advent gerade erst eine Woche …

Hedwig: … und im März zehn Tage in Syrien …

Hanna: Im Januar war er dann zu den Einkehrtagen …

Emma: … im Februar in Köln, Fasching feiern …

Monique: Ende Juni noch mal die Woche bei diesen österreichischen Prämonstratensern …

Karl (schlägt mit dem Handrücken auf die Zeitung in seiner Hand): Also, dafür, daß er sich so viel auf heilige Reisen begibt, ist er in spirituellen Fragen ganz schön desorientiert!

Silke (zitiert): „Herr, bleib bei uns, wenn’s Abend wird, daß wir nicht irre gehn!“

Edith: „So wird die Herde wie der Hirt’ …

Alle: … einst glorreich auferstehn (sie singen) Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah!“

 

ENDE

 

Cornelie Becker-Lamers, Weimar

 

 

Ja, so geht’s zu in Wundersdorf. Ob wir in Weimar zumindest die Vorbereitung im Schulunterricht besser hinkriegen?