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„die innere Verkettung der christlichen Heilsgeheimnisse“

25. März

Am Abend des heutigen 25. März weiht Papst Franziskus Rußland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens. Er vollzieht damit in Rom und sein Abgesandter vollzieht es in Fatima, was die Gottesmutter selber dort gewünscht hat. Die Bischöfe und die Gläubigen in aller Welt hat der Hl. Vater aufgefordert, sich ihm im Gebet anzuschließen und Maria anzuflehen, daß sie der Welt den Frieden erbitten möge. Bischof Ulrich feiert daher in Erfurt die Hl. Messe am heutigen Abend ebenfalls im Rahmen dieser Marienweihe. Er zelebriert dabei gemeinsam mit einem ukrainisch-katholischen Priester, wie sie in Erfurt ja schon seit vielen Jahren ansässig sind und ihrem spezifischen Ritus gemäß Gottesdienste feiern dürfen.
Es ist nichts Neues in der Geschichte des Christentums, daß wichtige Ereignisse der Heilung und Heiligung auf den 25. März terminiert werden. In seinem Buch „Maria. Jungfrau, Mutter, Herrschrin“ (Neuausgabe Köln 2006) widmet Klaus Schreiner ein ganzes Kapitel der Bündelung, die wichtige Stationen des Heilsplanes auf dem 25. März erfahren. Er schreibt:

Die Vorliebe für den 25. März entsprang nicht kalendarischer Kurzweil oder dem Verlangen nach schöner Symmetrie. Dem offenkundigen Bemühen, die großen Heilstaten Gottes an ein und demselben Tag stattfinden zu lassen, lag die Absicht zugrunde, die innere Verkettung der christlichen Heilsgeheimnisse kenntlich und erfahrbar zu machen.
(S. 35)

Mindestens zweimal haben wir deshalb auch auf PuLa bereits über den 25. März als Tag der Verkündigung des Herrn geschrieben (hier und hier).

Als Tag der Inkarnation des Logos ist er wichtiger als Weihnachten, der Tag der Geburt Christi, und fällt doch stets der allen Feiern abgeneigten Fastenzeit, der Stille der Karwoche, dem Proprium der Sonntage in der Fastenzeit oder der geschlossenen Zeit nach Ostern zum Opfer.
Auch heute wird der Bibelkreis von Herz Jesu Weimar, nachdem vor- und nachmittags Heilige Messen zu Mariä Verkündigung stattgefunden haben, abends einen Kreuzweg beten, wie sie jetzt wieder freitags angeboten werden. Aber weil dieser Freitag eben auf Mariä Verkündigung fällt, haben wir einen Marianischen Kreuzweg herausgesucht. Es wird ein Kreuzweg der Karl-Leisner-Jugend sein. Daneben hätten andere Marianische Kreuzwege zur Verfügung gestanden. Sie sind vielfältig wie alle Kreuzwege: Mal gereimt, mal in Prosa, mal kürzer, mal länger, mal konkreter ausformuliert und mal mit mehr Raum für eigene Gedanken.
Beide Anlässe, die Inkarnation und die Passion, betrachten die menschliche Natur Jesu: Man könnte sogar sagen, im Kreuzweg werde die Körperlichkeit des Gottessohnes geradezu inszeniert: wie sehr er unter der Marter physisch leiden muß – aber eben auch physisch leiden kann, weil er eben nicht nur ganz Gott, sondern auch ganz Mensch ist. Die Inkarnation Christi ist die Voraussetzung seiner Passion und Auferstehung. Menschwerdung und Sterben sind untrennbar verknüpft. So erscheint der Jesusknabe denn auch in den Verkündigungsbildern häufig mit einem Kreuz auf der Schulter. In der Inkarnation ist die Passion bereits beschlossen. Klaus Schreiner macht darauf aufmerksam, daß das Verkündigungsbild im linken (also vermutlich nördlichen) Seitenaltar der Kirche St. Ingenuin und Albuin in Saubach/ Südtirol das Kreuz sogar lebensgroß ins Zentrum der Verkündigung stellt. Es steht erhöht zwischen Gabriel und Maria:

Blick ins Innere von St. Ingenuin und Albuin in Saubach (Pfarrei Barbian, Südtirol); im Verkündigungsbild des nördlichen Seitenaltars steht der Kreuzestod zwischen dem Engel und Maria (Bildquelle hier)

Als Gesang zwischen den Stationen werden wir das Lied „Christi Mutter stand mit Schmerzen“ (GL 532) singen, von dem sich im Internet zehn von Heinrich Bone gedichtete Strophen finden. Wir haben drei davon gekürzt und werden sieben Strophen auf je zwei Stationen verteilen. Auch dieses Lied ruft, indem es die Szene am Kreuz ausmalt, dabei aber die Handelnden – oder besser: Leidenden – immer wieder mit „Mutter“ und „Sohn“ tituliert, den Zusammenhang zur Empfängnis ab. Maria als die auserkor‘ne Mutter des Herrn trägt auch in besonderer Weise an der Passion mit. Die wechselnde Darstellung dessen, wie sie ihre Schmerzen erträgt – ob still und gefaßt oder mit vom Leid entstellten Gesicht –, diente durch die Jahrhunderte hindurch vorbildhaft und geradezu als Konzept des erlösenden Mitleids für alle Menschen.

O du Mutter, Brunn der Liebe,
mich erfüll mit gleichem Triebe,
dass ich fühl die Schmerzen dein;
dass mein Herz, im Leid entzündet,
sich mit deiner Lieb verbindet,
um zu lieben Gott allein.
(Heinrich Bone, Stabat mater, Str. 5)

Der Bibelkreis lädt Sie herzlich zur Kreuzwegandacht um 18.30 Uhr in die Pfarrkirche ein!

Cornelie Becker-Lamers

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