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Henne-Rösch

Zwei hilfreiche Kommentare zur Frage der Übersetzung
von Ps 15 und ApG 2

Gerade schreibe ich was zur Blogœzese (bzw. fange damit an), daß ich sie für durchaus lebendig halte, und daß ich Menschen aus diesem Kreis vermisse, da meldet sich ein besonders liebenswürdiges und, wenn ich das sagen darf, ‘urviechiges’ Exemplar aus unseren Reihen mit zwei Kommentaren zu der kleinen Folge von Beiträgen, die sich an einem konkreten Beispiel Fragen zur aktuellen Übersetzungspraxis der Einheitsübersetzung stellte (erster Beitrag hier). 

Thomas von ‘Thomas sein Abendland’ schrieb zunächst am 30. April um 17.25 Uhr: 

Als katholisches Korrektiv zur EÜ auch immer gut Henne/Rösch. 

Und warum auch nicht mal öfter Luther danebenlegen (zumindest bis einschließlich der 1957 Revision).

Er könnte wahrlich gut als Exempel lakonischen Stils dienen (wenn ich auch nicht sicher bin, daß er den spartanischen Lebensstil insgesamt so schätzen würden… 😉 ).
Ansonsten, ‘Luther’ hatte ich ja (1534! 😎 ) und ich teile ausdrücklich die Einschätzung, daß dieses “Danebenlegen” lohnt, aber es ging mir halt speziell um katholische deutsche Bibelübersetzungen (und eben einfach solche, die ich gerade zur Hand hatte).
In diesem Zusammenhang ist natürlich der Hinweis auf die auch “Paderborner Bibel” genannte Übersetzung von P. Eugen Henne und P. Konstantin Rösch sehr wertvoll! Ich kannte sie bis dato nicht und habe auch auf die Schnelle nicht viel (online) darüber gefunden, doch zum Glück steht der Text im Netz! (hier).
Na, was soll ich sagen: Psalm 15 erscheint zwar leider bei den beiden Herren schon Psalm 16, aber sie übersetzen an beiden Stellen, die der Ausgangspunkt der Betrachtung waren, jeweils “Verwesung” und wahren so die Einheit der Schrift. (Interessant übrigens auch diese Übersicht, die die deutschen Vollbibel-Übersetzungen ab 1801 (Allioli) auflistet – es waren nicht soo viele!)

Außerdem ist Thomas ein “gelehrtes Haus”, der auch selber mal gerne Psalmen übersetzt und so schrieb er nur wenig später, nämlich am 30. April um 17.54 Uhr: 

Also ich übersetze:

Wahrlich;
Du wirst meine Seele nicht im Scheol lassen.
Nicht gibst du deinem Gerechten zu schauen die Schachath.

Scheol ist Unterwelt, Totenreich.

Schachath kann sein: (1) Falle, Grube, oder (2.) Grab, Unterwelt.

Aufgrund des Parallelismus membrorum der hebr. Lyrik wäre dann zunächst einmal die zweite Bedeutungsgruppe vorzuziehen.

Gehen wir aber einmal auf das zugrundeliegende Verb zurück, so heißt dies verderben, zerstören, vernichten (und weiteres appetitliches). Für Schachath kann also auch „Vernichtung“ o.ä. übersetzt werden.

Mithin ist „Verwesung“ sogar die elegante Verbindung beider Seiten.

Wozu ich nur sagen kann: Danke, lieber Herr Kollege! 🙂

Gereon Lamers

 

PS: Es ist ja schon lustig, kaum beschäftigt man sich ein bißchen mit der Heiligen Schrift, da flattert einem, wie schon öfter geschehen, Post aus dem Herder-Verlag ins Haus, diesmal eine der sattsam bekannten Abo-Werbeaktionen der “Herder-Korrespondenz”.

„Grüner Darjeeling, Zweitaufguß“ (eigenes Bild)

Wenig bescheiden in der Selbstbezeichnung als “Monatsblatt für intelligente Leser” 🙄 werben nicht weniger als 8 Persönlichkeiten mit kleinen “Testimonials” (so heißt das heute, glaube ich) für “Wissenschaftsjournalismus im besten Sinne”.
Und was für Persönlichkeiten das sind! Zu Walter Homolka möchte ich mich aus Respekt vor dem Judentum nicht äußern, aber die anderen sieben „haben es in sich“: Johanna Rahner, Bischof Overbeck, Claudia Lücking-Michel, Hubert Wolf, Thomas Sternberg, Monika Grütters und Chr. Markschies (zu ihm auf PuLa vgl. hier).
Wie sagt das Sprichwort so richtig? “Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr!” 😐 

Und dann die Fragen… Aber sehen Sie beispielhaft selbst:

„Nur mit Schokolade zu ertragen“ (eigenes Bild)

“Die Bibel heute neu schreiben”!! Aber sicher doch, mit den erwähnten Persönlichkeiten und ihresgleichen als Gewährsträgern der Inspiration, ja?
Im Grunde käme man ja aus dem Lachen tagelang nicht heraus, wenn, ja wenn nicht zu befürchten stünde, daß diese pseudo-intellektuelle Bauernfängerei, die so unverfroren mit dem menschlichen Bedürfnis nach Distinktion spielt, doch bei genügend Menschen verfinge. Und zwar, so fürchte ich, bei genau diesen “Weisen”:

Wie könnt ihr sagen: Weise sind wir und die Weisung des HErrn ist bei uns? Fürwahr, siehe: Der Lügengriffel der Schreiber hat es zur Lüge gemacht. (Jer 8, 8f., vgl. Mt 11, 25f.; Jes 5, 21)

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