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Der Adventskalender mit Fortunatianus von Aquileia, Tag 9

Und er stieg in das Schifflein, fuhr über und kam in seine Stadt.
Und sieh, sie brachten zu ihm einen Gichtbrüchigen, der auf einem Bette lag. Da nun Jesus ihren Glauben sah sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sey getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
Und siehe, einige von den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott!
Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr Böses in euren Herzen?
Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und wandle herum?
Damit ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe, die Sünden zu vergeben auf Erde; – da sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Steh auf, nimm dein Bett und geh in dein Haus!
Und er stand auf und ging in sein Haus.
Da aber das Volk dieses sah, fürchtete es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat.
(Mt 9, 1 – 8)

[Die Leseordnung sieht heute die Parallelstelle Lk 5, 17 – 26 vor]

‚Siehe, sie brachten einen gelähmten Mann auf einem Bett‘. […]
Und wie oben gesagt: ‚In seine eigene Stadt‘, doch es gab niemanden, der heilen konnte, weil das Gesetz nur ein Vorausbild ist und keine Wirkung hat. Deshalb kam der, den das Gesetz vorhergesagt hatte, und vollendete alles, was von den Propheten vorhergesagt wurde, daß er ihre Schwächen heilte und selbst ihre Leiden trug. (Jes 53, 4; Math 8,17) ​​Außerdem sah er den Glauben derer, die beteten. Wo also ein einmütiges Gebet gesprochen wird, kann <alles> erlangt werden, auch wenn derjenige, für den es erbeten wird, es nicht verdient. Nachdem er ihren Glauben gesehen hatte, sagte er zu dem Gelähmten: Deine Sünden sind vergeben. Wir wissen, daß Lähmung Sünden ohne Ende bedeutet, die einen Menschen verkrüppeln und in schwach allen seinen Gliedmaßen. Aber Jesus tat dies, damit sie dadurch wussten, daß er der Sohn Gottes ist, denn niemand anders vergibt Sünden außer Gott. Als sie ihn als einen Menschen sahen, lehnten sie die Göttlichkeit in ihm ab. Als er ihre Pläne sah – denn sie begannen zu sich zu sagen: Er lästert – sagte er zu ihnen: Was für eine Bosheit planst ihr in euren Herzen? Und er fügte noch mehr hinzu, weil sie nicht glaubten: Was ist leichter, zu sagen: ‚Deine Sünden sind vergeben‘ oder zu sagen: ‚Steh auf und geh‘? So zeigte er offensichtlich, wer er war. Er sagte: Aber damit ihr wisst, daß der Menschensohn die Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben. Dann sagt er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Bahre und geh zu deinem Haus. So zeigt er die Stärke seiner Göttlichkeit auf verschiedene Weise: erstens durch den Glauben derer, die darum bitten, daß ihre Sünden vergeben werden; dann, gegenüber denen, die darüber erstaunt sind, fügt er hinzu: ‚Steh auf und geh‘; drittens sagt er: Steh auf, nimm deine Bahre und geh zu deinem Haus. […]
Das Bett wird als Schwäche oder als Gelegenheit zur Ruhe aufgefaßt. Aber weil hier von einem gelähmten Mann erzählt wird, zeigt es die Schwäche […] Diese Schwäche besteht aus Sünden, die dem vergeben werden, der glaubt. Nach der Vergebung der Sünden ist auch der Heilige Geist gegeben: das ist die Bedeutung von „Steh auf und geh!‘. Drittens heißt es: Nimm deine Bahre und geh nach Hause. Nun, derjenige, der im Namen Christi getauft wurde, hat die Kirche als seine Heimstatt und derjenige, der auf der Bahre lag, d.h. in der Schwäche, wurde durch die Kraft des Heiligen Geistes so stark gemacht, daß kraftvoll und aktiv, eben dieses Bett herumtrug: das bedeutet, daß er Auskunft über die Schwächen anderer gab und auf welche Weise sie geheilt werden sollen.
(M. XLI. )

Als aber die Menge dies sah, fürchtete sie sich, angesichts dessen, was geschehen war. Und sie gaben Gott die Ehre (was heißt, sie glaubten), der den Menschen solche Vollmacht gegeben hatte. Vollmacht bedeutet, daß man etwas tun kann, wenn man nur ganz und gar glaubt. Wie es gesagt wurde: Wenn du Glauben wie ein Senfkorn hast, wirst du zu diesem Berg sagen: Geh weg, und er wird weggehen. (Mt 17, 19)
( M. XLII. )

Klosterbibliothek Admont, Kuppel ‚Rechtswissenschaften‘ (Nordflügel): Die Strafen der Fesselung (eigenes Bild)

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