Zurüruck zum Inhalt

Der ‘Führer zum Himmel’ Adventskalender, Vorabend

In bewährter Weise nehmen wir erneut ein katholisches Buch, heuer freilich eher ein Büchlein, allerdings nur vom äußeren Format her!, zum Inhalt des diesjährigen Adventskalenders. 

Es ist, und auch das hatten wir vor Jahren schon einmal, ein Geschenk eines lieben Freundes, der wiewohl selber Lutheraner, dieses Schätzchen beim Aufräumen im Keller seines Elternhauses fand und, statt es zu entsorgen oder zu verkaufen, an mich gedacht hat; Vergelt’s Gott!

Und das gilt auch für die nachgerade luxuriöse, maßgeschneiderte Geschenkverpackung (mit Magnetverschluß!), die seine liebe Frau beigesteuert hat! 

“Führer zum Himmel, Vollständiges Gebet- und Andachtsbuch für katholische Christen” nennt es sich selbstbewußt und stammt aus Schlesien:
“Bearbeitet von Pfarrer Heinsch, Stuhlseiffen, Bez. Breslau”
Das Imprimatur ist vom 1. Februar 1923

Ich finde solche alten Bücher, Sie wissen es schon, ja regelmäßig nicht nur historisch interessant (und im vorliegenden Falle einfach niedlich), sondern wir konnten ja auch schon verschiedentlich feststellen, daß sie an Klarheit der zum Ausdruck gebrachten Gedanken auf Basis der katholischen Lehre, aber auch einfach aufgrund ihrer Praktikabilität überzeugen konnten.

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir unangemessen lange gebraucht, bis wir angesichts eines nahe bevorstehenden Todesfalls in der weiteren Familie ein geeignetes, nicht modernistisch verseichtes Gebet fanden! 

Also, lassen Sie uns in den kommenden Wochen schauen, wohin das gut 100 Jahre alte Druckwerk uns führt!

Vorgeschmack gefällig?

 

Gebet im Advent.

Wie herrlich, o Jesus, ließest du im alten Bunde deine Ankunft verheißen, um die Menschen von dem Elende der Sünde aufzurichten. Seitdem unsere Stammeltern im Paradiese gesündigt hatten, wurden die Menschen recht unglücklich, die erste Sünde trug bittere Früchte. Adam und Eva mußten sehen, daß einer ihrer Söhne seinen eigenen Bruder erschlug. Und bald nahm die Lasterhaftigkeit so überhand, daß du, gerechter Gott, alle Sünder auf einmal durch die Sintflut vertilgtest. 

Den frommen Noe mit den Seinigen hattest du erhalten, aber seine Nachkommen verließen dich wieder. Götter von Holz, Stein und Erz machten sich die Menschen und beteten sie an, und Eltern glaubten, den Göttern zu Ehren ihre geliebten Kinder lebendig verbrennen zu müssen, und allerlei andere Laster verbreiteten sich mit dem Götzendienste wie eine verheerende Flut über die Menschheit. Damit deine Kenntnis unter den Menschen nicht ganz zugrunde ginge, wähltest du Abraham und sein Volk, gabst ihm durch Moses dein Gesetz, und deine Propheten mußten dein Volk Israel immer an deine Gebote erinnern. Fortwährend wiesest du durch die Propheten auf den Erlöser der Menschen hin; den Erlöser bildetest du durch alle Opfer und sonstigen Religionsgebräuche des alten Bundes vor.

Das tröstete die Menschen gewiß sehr. Wie jubelt der Prophet Isaias, so oft er im Geiste die Tage des Messias erblickt! Aber wir, im neuen Bunde, sind doch noch weit glücklicher, als Israel im Lichte des alten Bundes. Du bist nun schon gekommen, o Jesus! wir kennen deine göttliche, deine tröstliche Lehre; wir haben dein h. Beispiel vor Augen, wir haben die h. Sakramente in deiner unfehlbaren Kirche, wir legen dich selbst in unser Herz, wenn wir Gast an deinem heil. Tische sind -wir leben und sterben mit dir. 

Ach, das alles hatten deine Kinder im alten Bunde nicht, sie sahen das Heil nur von fern, und wünschten zu sehen, was wir sehen, und haben es nicht gesehen, sie verlangten zu hören, was wir hören, und haben es nicht gehört. Sie konnten wohl selig werden, wenn sie Buße taten, sich besserten und auf den künftigen Erlöser vertrauten. Aber wie viel, wie weit seliger können wir schon hienieden leben, o Jesus, wenn wir deine Lehre und dein Beispiel und die Geheimnisse deiner Gnade recht benutzen! leichter können wir uns bessern,

Aber bin ich so gut, als ein Gläubiger des neuen Bundes sein kann und sein soll? Ach nein, o Heiland, das Irdische fesselt mich noch immer, die Sünde hält mich in ihren Banden, für das Himmlische habe ich wenig Sinn. Das könnte wohl anders werden, wenn ich die Feste deiner h. Kirche besser feierte. Die h. Kirche wird jetzt abermals das ganze Werk deiner Erlösung in einer Reihe von Festen meinen Blicken vorüberführen. Das will ich zu meiner Besserung benutzen. Um das bevorstehende Fest deiner Geburt zu meinem Seelenheile zu feiern, will ich nun im Advent mein Gemüt mehr versammelt halten, meine Gedanken oft auf das Unglück der Menschen richten, in welchem wir noch stecken würden, wenn du, o Gottessohn, nicht vom Himmel gekommen wärest. Dann werde ich mit großer Herzensfreude deine Geburt feiern, ich werde dich mehr lieben, deine heil. Religion und Kirche werden mir wichtiger werden.

Da, wo ich mich zur Feier deiner Geburt vorbereite, will ich mehr wachen über mich und kämpfen, damit ich meine Gewohnheits-Sünden, besonders diese […] endlich einmal ausrotte; meine Standespflichten will ich treuer erfüllen, meine Leiden geduldiger tragen. Dann bringe ich dir, mein Jesus, Besserung und gute Werke als Geschenke an deinen h. Tisch mit, wenn ich zur Feier deiner Geburt die heiligen Sakramente empfange. Amen.

Morgen geht’s los!

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