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Das Wunder des Lebens

Gestern war Erntedankfest. Mittlerweile wird das als Kinderfest gefeiert. Weil die Möhren ja das ganze Jahr über im Rewe liegen. Und die Äpfel auch, notfalls in Neuseeland auf die Reise geschickt. Da ist das für die Erwachsenen offenbar nicht mehr so existentiell. Zugleich unterstellt man bei Kindern entweder die größere Naturnähe, oder man will sie gerade anerziehen. Weil man doch ein bißchen schlechtes Gewissen hat, daß man kaum noch was im Garten macht? So einen Mechanismus könnte ich mir zumindest vorstellen.

Weil jedenfalls Erntedank heutzutage eher ein Kinderfest ist, ist es ungünstig, wenn es in die Herbstferien fällt. Weil die Familien dann unterwegs sind, zu den Großeltern oder wohin auch immer. Das Erntedankfest wird dann vorgefeiert, zu Beginn der Herbstferien, oder, wie in Weimar, sogar schon am 23. September, damit es sich nicht Ende September mit der Festmesse zu unserem Kirchweihjubiläum überschneidet.

Also war gestern nur eigentlich das Erntedankfest.
Ok.
Trotzdem dachte ich, wir posten eingedenk Erntedank was Schönes zum Thema „Wunder des Lebens“. Mir waren beim Spazierengehen nämlich wieder die seidenweichen und glänzenden frischen Kastanien aufgefallen und ich hatte wieder, obwohl ohne Kinder unterwegs, meine Hosentaschen damit vollstopfen müssen. Manche Früchte waren sogar noch in ihren Schalen. Die kann man dann ganz frisch auspacken. Das ist toll. Allerdings piksen sie bis dahin. Die nimmt man lieber auf dem Rückweg mit.

Ganz frische Kastanien, nach Volksglauben gut gegen Rheuma, auch prophylaktisch: Man sollte immer welche in den Jackentaschen haben

Vor allem aber hatten wir in der ersten Ferienwoche, also bis gestern, fünf Hasenjunge, etwa vier Wochen alt, mit ihrer bildhübschen Mama und dem schlappohrigen Papa (in einem Extrastall) zur Pflege. Die Kleinen sind schon unglaublich groß. Wenn man sie gesehen hat, als sie ein paar Tage alt waren, mag man es kaum glauben. Freilich sehen sie dicker aus, als sie sind. Das sind alles die langen Haare. Wenn man sie vorsichtig anfaßt, streichelt oder auf den Arm nimmt, spürt man jedes der fragilen Knöchelchen des Skeletts durch Haut und Fell hindurch. Das ist beim Papi schon anders, der ist wirklich dick!

Hasenvater und die bildhübsche Hasenmama mit ihren strahlend blauen Augen

Die Kleinen fressen aber auch wie die Scheuendrescher und brauchen zweimal täglich frisches Grün, Möhren, Äpfel, Brötchen und Wasser. Und Trockenfutter zur Sicherheit. Das fressen sie aber praktisch nicht, wenn es auch frischgepflückten Löwenzahn und Giersch gibt.

„Erntedank“, denken auch die Häschen

Weil es so süß aussieht und sich vor allem auch so niedlich anhört, wenn sie sich auf das frische Futter stürzen (unser Garten ist derzeit restlos von Löwenzahn befreit und auch die sorgsam gepflegten Giersch-Plantagen 😉 an den Beeträndern sind merklich geschrumpft), habe ich einen kleinen Film gedreht und poste ihn hier unter dem Motto „Wunder des Lebens“.

Enjoy! 🙂

Cornelie Becker-Lamers

 

PS: Nun ja, mit süßen Häschen kann ich nicht aufwarten, aber eine wahre Erntedankfreude habe ich gerade auch erleben dürfen:

Zitronatzitronen, Jg. 2017/18

Vier Zitronatzitronen (citrus medica) gewachsen nicht in Medien (Name!), sondern in Weimar. Nach etlichen Jahren scheint sich das stachelige Bäumchen besonnen zu haben und will nun Früchte tragen, wie schön!

Damit einher geht der Vorausblick auf eine kommende Zeit im Kirchenjahr (OCC [obligatory catholic content]): Den Advent nämlich!
Denn wenn die Früchte kandiert sein werden, dann landen sie im Stollen!
Ich freu‘ mich drauf, auch wenn der Oktober gerade noch spätsommerlich einherkommt… 😉

Gereon Lamers

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