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Die Franz-Liszt-Gedächtnisorgel und ihre Präsenz im Internet (2/2)

Professor Michael Kapsner und die hochschuleigene
Franz-Liszt-Gedächtnisorgel in der katholischen
Pfarrkirche Herz Jesu Weimar – Teil II

Vermutlich in den folgenden Monaten nach dem Mai 2011 ist der wikipedia-Eintrag zu unserer Kirche um einen Text zur Franz-Liszt-Gedächtsnisorgel erweitert worden. Er ist mit dem Text auf der Herz-Jesu-Homepage fast identisch. Da aber unsere Homepage 2016 zum 125. Geburtstag unserer Kirche komplett neu aufgesetzt wurde und ich weiß, daß ein ausführlicherer Text (nicht von mir!) mit Hörbeispielen vorlag, aber nicht erschien, vermute ich, daß der Text für unsere Homepage aus dem wikipedia-Artikel kopiert und zusammengekürzt worden ist. Technische Angaben (den Angaben auf wikipedia allerdings z.T. widersprechend – also in puncto Register, Werke und Koppeln der Orgel hält man sich glaube ich am besten an die im letzten Beitrag schon besprochene Übersicht auf der Homepage von Orgelbau Waltershausen!) nehmen dabei auf der Homepage von Herz Jesu Weimar ebenso viel Raum ein wie die Geschichte der verschiedenen Orgeln und ihrer Erbauer.

Homepage Herz-Jesu-Weimar, Abschnitt über die Orgel, wie er unter Kirchen – Herz Jesu Weimar zu finden ist (Screenshot, abgerufen am 10. Mai 2020)

Eine Erläuterung der ursprünglichen Vision, die Werke unseres einstigen Gemeindemitglieds und großartigen Spenders für den Kirchenbau, Franz Liszt, in Meßfeiern und Festgottesdiensten wieder zum Leben zu erwecken, ja, der kleinste Hinweis hierauf fehlt sowohl auf wikipedia als auch auf unserer Gemeindehomepage vollständig. Obwohl wir wissen, daß ohne diese Vision, Herrn Kapsners eigenen Worten zufolge, nicht einmal die Idee zum historisch informierten Orgelbau entstanden, geschweige denn das Instrument realisiert worden wäre – mit seiner „Lisztharmonika“, seinem Fernwerk und seinem „historisierenden Klang, der dem entspricht, was Liszt um 1860 erlebte, als er seine Orgelwerke komponierte.“ (Michael Kapsner im Interview mit Jan Kreyßig, in: Liszt. Das Magazin der Hochschule, No 16 vom 15. Oktober 2019, S. 8-11, S. 8).

Ebenso eigentümlich wie die genannte Leerstelle ist die subtile Verkehrung des Sachverhalts, wem die Orgel gehört und wer sie mit nutzen darf. Lesen wir bei Orgelbau Waltershausen und beim mdr, auf dessen Bericht der wikipedia-Eintrag übrigens als Nachweis verlinkt, von der „großen Konzert- und Übungsorgel“ der Hochschule, von der die Kirchgemeinde in ihren Meßfeiern und durch die ausgesprochen publikumswirksamen Konzertveranstaltungen profitieren kann, so wird das Millionenprojekt auf unserer Homepage (wohl in Nachfolge des wikipedia-Artikels) zu einem Instrument, das „neben dem liturgischen Gebrauch durch die katholische Kirchengemeinde auch der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar für Konzerte sowie zu Unterrichts- und Übungszwecken zur Verfügung“ steht.

Das ist, so wie es dasteht, sachlich falsch – und das fällt nicht nur mir und meinen Freunden in der Pfarrei unangenehm auf. Die Orgel-Community ist eine zwar überschaubare, dafür aber bestens vernetzte internationale Gemeinschaft, in der jeder an den Projekten anderer, insbesondere aber an Orgelneubauten, regen Anteil nimmt und sich für die Zukunft der Instrumente und der Organisten wie auch etwa für CD-Einspielungen lebhaft interessiert.

Daß die Darstellung auf unserer Pfarrei-Homepage aber noch weiter in Schieflage geraten kann, zeigt sich, wenn man die schriftliche Anmoderation zur „Pfarrei der Wocheauf Radio Horeb liest. Auf dem Weg von der mdr-Berichterstattung über die Pfarreihomepage bis zu Radio Horeb kommt der Text immer mehr vom korrekten Sachverhalt ab. Wir schneiden hier mal den Teil aus, der sich u.a. mit der Orgel befaßt:

„auf Anregung der Hochschule“: Anmoderation auf der Homepage von Radio Horeb zur Pfarrei der Woche Herz Jesu Weimar am 7. März 2019 (Screenshot, abgerufen am 8. Mai 2020)

Da wird die Orgel zu einem Instrument, das die Studis mitnutzen dürfen, weil ihre Kommilitoninnen so lieb sind, den Taizé-Abend ins Leben gerufen haben und immer so schön den Herz-Jesu-Lobpreis des Pfarrers begleiten: „Dafür dürfen die Studierenden tagsüber an der modernen Kirchenorgel üben“!
Die Orgel, aus einer Vision Michael Kapsners geboren, von der Hochschule bei Orgelbau Waltershausen beauftragt und von der DFG finanziert (das Land sprang zuletzt nur für einen Fehlbetrag ein), wird zum Instrument, das „auf Anregung der Hochschule“ gebaut und „mit Unterstützung des Landes Thüringen finanziert“ wurde. Wie ergänzen Leser, die die Geschichte nicht kennen, diese Sätze zum ganzen Bild? Vermutlich so: Die Pfarrei hat die Orgel gebaut und finanziert. Die
Anregung („Anregung“ heißt: „Macht doch mal – das wär doch schön!“) kam aus „der Hochschule“ und das Land hat die Finanzierung unterstützt. Gestemmt hat die Kirche, dem Radio-Horeb-Text zufolge, die Finanzierung offenbar weitgehend selber – und daher ist es auch ihr Instrument, das die Studierenden großzügig mit nutzen dürfen.

Voilà! Da haben wir mit nur einem Zwischenschritt (Pfarreihomepage) seit dem korrekten Bericht des mdr tatsächlich genau die Sichtweise, die einige Leute aus unserer Pfarrei nach wie vor haben möchten. Diese Darstellung aber ist und bleibt falsch.

Was die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar selber betrifft, so sieht deren konsequent personenorientierte Homepage derzeit kein Format vor, in dem eines der wertvollen Instrumente im Besitz der Hochschule detaillierter vorgestellt werden könnte. Von der Existenz der Franz-Liszt-Gedächtnisorgel als Instrument der Hochschule erfährt man unter den Studieninformationen zum Studiengang Kirchenmusik, die man über den Menüpunkt Studieninteressierte erreicht:

Screenshot der Musikhochschulseite, die die Orgel lediglich unter den anderen Instrumenten auflisten kann (abgerufen am 13. Mai 2020)

Was den vorliegenden Blog betrifft, so ging er ja im März 2011 mit und aufgrund des Orgelbaus, der Orgelweihe und aller mit ihr einhergehenden Umstände online. PuLa hat das Geschehen bis 2015, als der neue Pfarrer seinen Dienst antrat, daher etwas intensiver begleitet. Einen Überblick über die in diesem Zusammenhang relevanten Texte erhalten sie hier mit weiteren Links und Pingbacks sowie hier und hier.

Und wie Sie merken, bleiben wir weiter für Sie dran.

Fortsetzung folgt

Cornelie Becker-Lamers

Die Franz-Liszt-Gedächtnisorgel und ihre Präsenz im Internet (1/2)

Professor Michael Kapsner und die hochschuleigene
Franz-Liszt-Gedächtnisorgel in der katholischen
Pfarrkirche Herz Jesu Weimar – Teil II

Im vergangenen Text haben wir den Entstehungsprozeß der neuen Orgel in Herz Jesu Weimar von der antreibenden Vision unseres damaligen Gemeindemitglieds und Weimarer Orgelprofessors Michael Kapsner, nämlich das liturgisch-kompositorische Werk unseres ehemaligen Gemeindemitglieds Franz Liszt in unseren heutigen Meßfeiern wieder lebendig zu machen, über seine erfolgreichen Bemühungen um eine Kooperation zwischen Hochschule und Pfarrei sowie um die Finanzierung der Orgel durch die DFG bis hin zur Konzeption des Instrumentes und der Baubetreuung in Zusammenarbeit mit Herrn Stade und Herrn Krause von Orgelbau Waltershausen geschildert.

Heute möchte ich mit Ihnen gemeinsam schauen, wie über diese Tatsachen seit 2011 im Internet informiert wird. Der besseren Lesbarkeit halber werden wir dabei von Fall zu Fall nicht nur auf andere Seiten verlinken, sondern per Screenshot die Texte in ihrer derzeitigen Formulierung hier im Fließtext integrieren. Wenn ich entscheidende Texte übersehen haben sollte, setzen Sie gerne den entsprechenden Link in einen Kommentar.

Natürlich erzählt die Orgelbaufirma selber detailliert über die Orgel, über ihr Konzept, ihren Einbau, die schwierigen baulichen Gegebenheiten und über die Disposition der einzelnen Werke. Interessant ist auf dieser Website noch einmal ein Bild der Vorgängerorgel, das im Kontrast zum heute gewohnten Anblick vor Augen führt, wie sehr der ganze Kirchenraum von dem Lichteinfall durch die Rosette am Ostgiebel profitiert. Allein die Rosette wieder freigelegt zu haben, ist ein tägliches Geschenk der neuen Orgel an uns alle.
Einleitend wird auch der Name der Orgel erläutert und Franz Liszts Verdienste am Zustandekommen des Kirchenbaus (Weihe September 1891) hervorgehoben. Die Hochschule wird als Auftraggeberin  des Instrumentes genannt, und zwar eines Instrumentes, das „als große Konzert- und Übungsorgel“ vor allem der Nutzung durch die Hochschulangehörigen dediziert ist. Zugleich wird die “win-win-Situation” des Kooperationsvertrages zwischen Hochschule und katholischer Pfarrei dargestellt: Die Studierenden erleben beim Üben bereits die Akustik des Kirchenraums. Aber durch die Nutzung in der Liturgie, für welche die neue Orgel ebenfalls zur Verfügung steht, können eben tatsächlich „beide Seiten […] von dieser Kooperation profitieren, die vielfältige und interessante Möglichkeiten eröffnet.“ Die Kirchengemeinde kann „am großen musikalischen Angebot der Hochschule partizipieren“. Und zuletzt schwingt unter „Aufgaben der Orgel“ sogar der Missionsgedanke und die Idee der hierzulande ja gerne geforderten Neuevangelisierung mit, wenn es heißt: „Die Kirche rückt dadurch mehr ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit und mancher Besucher wird so in die Kirche kommen, der sonst diesen Weg nicht fände.“

Orgelbau Waltershausen zur Franz-Liszt-Gedächtnisorgel (Screenshot, abgerufen am 8. Mai 2020)

Sehr schön! Genau so ist es. Beziehungsweise: Genau so könnte es sein. Aber zu den Konjunktiven kommen wir in einem unserer folgenden Texte hier auf PuLa. Bleiben wir für heute an der Berichterstattung zum Orgelneubau, wie sie sich im Internet darstellt. Da haben wir mehr als genug zu tun. Als erstes finden wir einen Bericht des mdr vom 8. Mai 2011, also vom Tag der Orgelweihe selber (hier der am 8. Mai 2020 abgerufene Screenshot mit Quellennachweis):

Der mdr-Bericht vom 8. Mai 2011 (Screenshot, abgerufen am 8. Mai 2020)

Wie auf der Homepage von Orgelbau Waltershausen wird die Beauftragung des Instruments seitens der Musikhochschule als „große Konzert- und Übungsorgel“ apostrophiert. Und auch die Vision zur Initialzündung des Orgelbaus kommt zur Sprache: „Das Instrument […] soll an die einstige Zugehörigkeit des Komponisten Franz Liszt (1811-1886) zur Weimarer Gemeinde und an seine damalige finanzielle Unterstützung für den Bau der neugotischen Herz-Jesu-Kirche erinnern.“ Franz Liszt als „zutiefst religiöser Mensch“ wird im Zusammenhang mit dem Themenwochenende ebenfalls hervorgehoben.

Ebenfalls sehr zeitnah verfaßt, folgen zwei Augenzeugenberichte auf dem Weblog „Nacht des Herrn“, beide hier abgerufen am 8. Mai 2020:

Orgelweihe in Weimar“, ein Augenzeugenbericht (Screenshot, abgerufen am 8. Mai 2020)

Orgel – für Spezialisten“(Screenshot, abgerufen am 8. Mai 2020)

Ganz korrekt wird hier die Pfarrei Herz Jesu, die den Hochschulangehörigen den Raum für ihre Übungsstunden und ihre Konzerte stellt, als Nutznießerin des neuen Instrumentes in Messen und Andachten dargestellt. Die kryptische Insider-Andeutung „Über die rechtliche Situation kann man sich den Kopf zerbrechen, aber die Verträge sind gemacht – die Ausführung wird die Zukunft weisen“ behalten wir im Zusammenhang mit der Entschuldigung unseres Pfarrers zum Antrittskonzert von Professor Sturm am 12. Januar 2020 für einen späteren Text im Hinterkopf. Der zweite Text des „Nachtbriefträgers“ umreißt auf etwas humoristische Weise die Disposition der neuen Orgel. Im letzten Satz gibt er wiederum einen Hinweis, den wir im Hinterkopf behalten: „Organisten, die es nicht gewohnt sind in der Orgel zu sitzen, sollten einen Gehörschutz mitbringen.“

 

Fortsetzung folgt

Cornelie Becker-Lamers

Professor Michael Kapsner und die hochschuleigene Franz-Liszt-Gedächtnisorgel in der katholischen Pfarrkirche Herz Jesu Weimar

Das Antrittskonzert 2/2

Heute ist der 8. Mai 2020. Ob das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa heute vor 75 Jahren auch in Deutschland einen staatlichen Feiertag begründen sollte oder nicht, wird seit einiger Zeit aus allen Blickwinkeln beleuchtet und reflektiert. Darüber können selbstverständlich auch wir uns Gedanken machen, müssen es aber nicht, denn es machen genügend andere.

Worum wir in Herz Jesu Weimar uns kümmern müssen – alle miteinander –, ist unsere Pfarrei. Und wenn wir das tun, stellen wir u.a. fest: Herz Jesu Weimar hat heute einen Feiertag. Darüber müssen wir gar nicht diskutieren. Da kommt es nur drauf an, wie wir ihn begehen und wessen wir dabei gedenken.

Denn der 8. Mai ist der Tag unserer Orgelweihe. Heute vor neun Jahren, einem Sonntag, wurde die „Franz-Liszt-Gedächtnis-Orgel“ im Rahmen eines ganzen Festwochenendes nach einem Werkstattabend, einem international besetzten Symposium und einem geistlichen Konzert des Hochschulkammerchors durch den damaligen Bischof Joachim eingeweiht. Mit einem mehrstündigen nächtlichen Orgelmarathon „zum Auftakt der konzertanten Nutzung des neuen Instrumentes“ schloß das Festwochenende in der Nacht zum Montag ab. (Das Zitat ist dem von der Musikhochschule Franz Liszt Weimar herausgegebenen Begleitheft „Soli Deo Gloria“ S. 13 entnommen.)

Ziemlich ‚großer Bahnhof‘ also, damals, 2011, der die Bedeutung dieses Orgelneubaus und ihrer Weihe widerspiegelt. Eine Feier des Jahrestages, des 8. Mai, müßte also diese Orgel inszenieren. Der Dank an einem solchen Tag aber gehört ihrem Initiator, der das Instrument auch geplant, für die Finanzierung des Millionenprojekts gesorgt und den Bau betreut hat.

Aber auf wen gehen Idee und Initiative zu diesem großartigen Instrument zurück und was waren seine Beweggründe für ein jahrelanges ehrenamtliches Engagement in dieser Sache? Was ist aus dem „Auftakt zur konzertanten Nutzung“ geworden? Und liegt es nur an den Maßnahmen zur Corona-Eindämmung, daß wir den neunten Orgelgeburtstag nicht im selben Maße feiern wie das vor anderthalb Jahren in Jena zu neun Jahren Kutterorgel geschehen ist? Ja, daß uns dieser Tag in all den Jahren seitens der Pfarrei überhaupt nicht bewußt gemacht wurde? Offensichtlich nicht. Aber was planen wir für das kommende Jahr, das Zehnjährige, wenn der 8. Mai wieder auf ein Wochenende fällt? Wer ist nachdenklich geworden, als unser Pfarrer sich anläßlich des Antrittskonzerts des jungen Orgelprofessors Martin Sturm am 12. Januar 2020 coram publico bei der Hochschule für geschehenes Unrecht entschuldigte? Wußten alle, wovon die Rede ist – und wenn nicht, haben sie Antworten auf ihre Fragen erhalten?

Zu viele Fragen für einen Text! 

Beginnen wir mit dem Anfang. Initiator der Franz-Liszt-Gedächtnisorgel ist der Professor im Ruhestand Michael Kapsner. Michael Kapsner, ein hochintelligenter, sensibler, ebenso emotionaler wie hochreflektierter und wortgewandter Künstler, 1961 in Passau geboren und noch zu Schulzeiten auch in Wien an der Orgel ausgebildet, konnte schon auf zehn Jahre der Lehrtätigkeit in den Fächern Orgel und Improvisation an der Musikhochschule Trossingen bzw. der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, außerdem auf freiberufliche Tätigkeit als Chorleiter und Orchesterdirigent zurückblicken, als er 2004 auf die Professur für Orgel und Improvisation an der Weimarer Musikhochschule berufen wurde (Martin Sturm, der am 12. Januar 2020 sein Antrittskonzert in Herz Jesu Weimar spielte, ist also Kapsners Nachfolger in dieser Position).

Professor Kapsners Initiative für die Franz-Liszt-Gedächtnisorgel speiste sich aus mehreren Quellen. Sie ist undenkbar ohne die ‚Personalunion‘ einer Zugehörigkeit Kapsners sowohl zur Hochschule als auch zu unserer katholischen Pfarrei, in der sich auch Frau und Kinder bald ehrenamtlich im PGR, im Lektoren- und Ministrantendienst engagierten. Die damaligen Übemöglichkeiten für die angehenden KirchenmusikerInnen der Weimarer Hochschule, vor allem aber die Bedeutung Franz Liszts für die katholische Pfarrei Weimar, für deren Kirchenneubau Liszt ja nicht nur fürstliche Schatzkammern angezapft, sondern für die er auch komponiert hat, trugen ihren Teil zur Motivation des Großprojektes bei. Das kirchenmusikalische und liturgische Werk unseres einstigen Gemeindemitglieds Franz Liszt sollte in Sonn- und Feiertagsmessen seiner Heimatpfarrei zur höheren Ehre Gottes wieder zum Klingen kommen. (Denken Sie an die Rolle von Bachs Kantatenwerk in der evangelischen Stadtkirche.) Das war die große Vision hinter Kapsners jahrelanger Arbeit. Sie konkretisierte sich im Frühjahr 2006 in einem Vieraugengespräch mit dem damaligen Weimarer Ortsgeistlichen. 

Michael Kapsner konzipierte gemeinsam mit den Fachleuten von Orgelbau Waltershausen ein Instrument, das ältere Orgelliteratur, besonders aber auch romantische Kompositionen und damit auch das Werk Liszts interpretierbar macht. Eine besondere Herausforderung war, daß – anders als bei der vorherigen Orgel – die Rosette des Ostgiebels (über der Orgelempore; unsere Kirche ist gewestet) sichtbar sein sollte: Eine Anforderung, die im Fortgang der Ereignisse eine große Rolle spielte.

Zur Finanzierung stellte Prof. Kapsner einen Antrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Der Antrag wurde bewilligt. Wieviel Sachverstand ein solcher Antrag erfordert und wieviel der zusätzlichen Argumentation es seitens Michael Kapsners bedurfte, um unsere Kirchengemeinde tatsächlich vollständig aus der Finanzierung herauszuhalten, führt hier zu weit, sei aber angedeutet. Auch dieser Aspekt spielte im Fortgang eine Rolle. Daß zuletzt wirklich auch noch das Land Thüringen einspringen mußte, hing mit unerwarteten Mehrkosten durch die Anforderung „Rosette freilassen“ zusammen. Hier hatte übrigens mein Mann die rettende Idee zum Procedere und die notwendigen Hinweise für das Rektorat der Musikhochschule. Nur mal so nebenbei.

Warum schreibe ich das alles? Das steht doch sicherlich so etwa auf unserer Homepage.

Nein, tut es eben nicht. Nicht mal so etwa. Aber die Texte schauen wir uns ein andermal an. Heute geht es darum, den Namen Michael Kapsner an dieser Stelle einmal festzuhalten und sein Engagement für unsere Pfarrei knapp zu umreißen. In seiner Gänze kann man es nicht schildern, aber die hauptsächlichen Verdienste kann man doch einmal festhalten. Denn man hört immer wieder, daß Gemeindemitgliedern, gerade auch alteingesessenen, der Name Kapsner gar nichts sagt. Und daß sie ihn auf der Straße nicht erkennen würden. Und das wird, wie Sie mir spätestens nach Lektüre des obigen Textes, sicherlich zustimmen werden, seinen Verdiensten für unsere Pfarrei nicht gerecht. Daher hier auch ein Bild, auf dessen Grundlage Sie ein besseres Foto im Internet suchen können. Denn Links auf Bilder im Netz verschwinden immer schon mal. Kapsners Bild soll aber bleiben.

Abfotografie einer Doppelseite des Hochschulmagazins „Liszt“ No 16, eines Heftes mit Themenschwerpunkt Orgel, das ab S. 8 ein Interview mit Professor Kapsner abdruckt. Rechts im Bild Professor Michael Kapsner.

Fortsetzung folgt

Cornelie Becker-Lamers 

 

„Auf eigene Gefahr“

Satire in den Zeiten von COVID 19

Im vergangenen Jahr besuchten wir meine Nichte in Gießen. Und an diesem Wochenende, Mitte März 2019, galt in Gießen wirklich mal: nomen est omen. Es goß in Strömen. Das ganze Wochenende. Das tut weiter nichts zur Sache – tat es auch vor einem Jahr nicht –, soll nur die Fotografien entschuldigen, die wir gleich präsentieren, weil sie bei so erkennbar unfotogenem Wetter entstanden sind.

Natürlich waren wir auch damals am Sonntagvormittag in der Kirche. Die katholische Kirche St. Bonifatius in Gießen ist ein ganz schöner Raum. Darüber könnte man auch mal ein „PuLa unterwegs“ schreiben. Sie ist nämlich neu ausgestattet und hat trotzdem Seitenaltäre. Links einen für Maria mit dem Kind und rechts einen für Josef. Mit einer Lilie. Stellen Sie sich vor! Sogar das geht: Neugebaute Seitenaltäre! Da sollte, möchte man meinen, der Wiederaufbau eines erhaltenen historischen Inventars doch erst recht möglich sein.

Aber dazu ein andermal mehr. Darum soll es heute gar nicht gehen. Sondern um ein Warnschild vor dieser Kirche. Natürlich bezieht es sich auf Nässe, Winterdienst, Stufen oder was auch immer. Aber an den Eingangsstufen zum Kirchhof ist so eine Warnung einfach lustig. Denn da stand:

„Durchgang auf eigene Gefahr“. Ja: Vorsicht! Der Besuch einer Heiligen Messe könnte Ihren Gemütszustand beeinflussen! (Gießen, am Hoftor von St. Bonifatius im März 2019; eigene Bilder)

‚Das mußt du fotografieren‘, dachte ich mir. ‚Da kann man mal was draus machen.‘ Gesagt – getan. Aber Sie wissen ja: Manchmal wird Satire von der Realität ganz schnell eingeholt. Das hatten wir ja schon öfter mal. Jetzt ist es wieder soweit. Und das haben offenbar auch schon andere gemerkt. War die katholische Kirche lange Zeit eine Verfechterin von Anstandsregeln, hat sie nun die Abstandsregeln für sich entdeckt. Und nicht nur das:

„Die Gottesdienstbesucher sind am Zutrittsbereich durch geeignete Informationen (Hinweisschilder, Aushänge) über Händehygiene, Abstandsregeln, Husten- und Niesetikette und deren Einhaltung zu informieren. Dort hat der Hinweis zu stehen: Die Teilnahme am Gottesdienst geschieht auf eigene Gefahr“, lautet Punkt ‚l‘ des „Schutzkonzeptes für öffentliche Gottesdienstfeiern, das der Generalvikar am 23. April 2020 ins Netz gestellt hat (Hervorhebung von mir).

Ok. PuLa schätzt für Sie, liebe Leser, die Risiken ab. Wie schon in den Printmedien, so liest man auch auf der eigens eingerichteten „Corona“-Seite unseres Städtchens  „von insgesamt 64 positiven Fällen seit Beginn der Pandemie“. 58 dieser einmal infizierten Personen „gelten als genesen“. Und das ganze gibt den Stand am 06.05.2020  um 17:15 Uhr wieder. Nach Adam Riese sind derzeit hier also sechs Leute infiziert und noch nicht genesen. Das ist bei einer Einwohnerzahl von gut 65.000 Menschen π mal Daumen jeder Zehntausendste. Bei einer Katholikenzahl von etwas über 4.000 in der Stadt haben wir statistisch gesehen nicht mal einen halben Infizierten in der Pfarrei. Bei einer auf 30 Personen beschränkten Anzahl von Meßbesuchern liegt die Chance auf eine Begegnung bei … puh! Kann das einer? – Egal! Also ich an Ihrer Stelle würde einen Platz in der Sonntagsmesse buchen! Wir begrüßen daher die Gewissenhaftigkeit, mit der Herz Jesu Weimar auf die Anweisung des Generalvikars reagiert.

„Die Teilnahme am Gottesdienst geschieht auf eigene Gefahr. Bistum Erfurt 23.4.2020“: Erforderliches Hinweisschild im Zutrittsbereich der Pfarrkirche Herz Jesu Weimar (eigenes Bild)

Cornelie Becker-Lamers

„Keiner soll alleine glauben“ ?

Ostern 2020 und der Wiederbeginn

Natürlich war wieder mal das größte Problem, es nachts wirklich dunkel zu kriegen. Wenn man nicht in der komfortablen Lage ist, über den Innenhof eines Kreuzgangs zu verfügen, sondern mit Hof und Garten am Haus zurecht kommen muß, ist man in der Regel von Straßenlaternen umstellt, die ohne Rücksicht auf die spezifischen Erfordernisse einer Ostervigil die ganze Nacht vor sich hin und überall hineinleuchten: In die Fenster, in die Einfahrten und über alle Mäuerchen und Zäune. Und dann ist da ja auch noch das Licht am Hintereingang. Dort machen wir uns die fabelhafte Erfindung eines Bewegungsmelders zunutze. Das Licht läßt sich zwar auf Dauerbetrieb, aber nicht ausschalten. Also muß man auf die Leiter steigen und die Birne herausdrehen.

Aber jenseits all dieser letztlich lösbaren Probleme war es eine wirklich schöne Erfahrung, die Osternacht alleine mit der Familie zu Hause. Wir konnten es uns ja alle nicht vorstellen: Ostern ohne Messe?! Und natürlich traf man zur Ölbergstunde am Gründonnerstag denn auch die ‚üblichen Verdächtigen‘ zwischen 21 Uhr und 23 Uhr in der Pfarrkirche an. Alle brav im gehörigen Abstand von mehreren Bankreihen. Aber wenn alle zufällig gleichzeitig dasselbe beten, ist man eben trotzdem zusammen.

Die Osternacht in der Kleinfamilie war deshalb ein so intensives Erlebnis, weil wir eben nicht einfach in die Kirche gehen konnten und mitmachen, was passiert. Sondern weil wir uns genau überlegen mußten, was alles dazugehört. Und was ohne Priester geht.

Es braucht ein kleines Feuerchen. Und eine Osterkerze. Die sollte – habe ich dieses Jahr erst gelernt – neben der Jahreszahl und dem Alpha und Omega nicht einfach irgendwie mit Kreuz, Baum, Regenbogen oder sonstwas Schönem verziert sein. Sondern in die fünf Wachsnägel, die man beim Segen in das Kreuzzeichen auf der Kerze steckt, gehört je ein kleines Körnchen Weihrauch. Und da man Wachs nicht in Wachs drücken kann, mußte ich zunächst einen Kern aus echten Nägeln basteln.

Segnen dürfen auch Laien. Und so haben wir denn nach Mitternacht im Hof in einer Feuerschale einen winzig kleinen Scheiterhaufen angezündet. Von einem befreundeten Priester hatten wir irgendwann schon einmal ein Rundum-Sorglos-Paket mit geweihter Kreide, Weihrauch und einem speziell ausgehöhlten Stückchen Kohle bekommen. Auf einem Stövchen konnten wir die Kohle zum Glühen und den Weihrauch zum Qualmen bringen. Weihwasser konnte man sich ja auch beizeiten abzapfen. Und so haben wir unser Osterfeuer und die Osterkerze gesegnet und inzensiert.

Bevor es dann mit „Lumen Christi“-Gesang durchs dunkle Treppenhaus in die Wohnung ging, haben wir – einer Anregung auf Twitter folgend, die auch, wie wir später sahen, der evangelische Stadtpfarrer Ramon Seliger in seinem Wort zum Ostersonntag aufgegriffen hatte – mit Straßenkreide die Frohbotschaft auf die Bürgersteige geschrieben.

Nachts geschrieben, am nächsten Morgen fotografiert: „Christus ist auferstanden“ auf Straßen und Bürgersteigen um unser Haus herum (eigene Bilder)

Zurück in der Wohnung, haben wir reihum die Lesungen gelesen, uns hingekniet und alles was so dazugehört, und dann haben wir das Fasten gebrochen. Das ganze ging so bis halb drei, war also recht zünftig. Und tatsächlich eine sehr intensive Erfahrung – nur im engsten Familienkreis.

 

Und dann die erste wieder erlaubte Heilige Messe, die Vorabendmesse am 2. Mai! Der Einzug des Priesters mit dem einen erlaubten Meßdiener und der Diakonatshelferin wurde von einem schier nicht enden wollenden Orgelspiel begleitet. Damian Poloczek schien mit den prachtvollen Klängen die 25 Gläubigen, die auf Abstand in den Bankreihen saßen, damit für die gesamte Zeit entschädigen zu wollen, in der wir die Heilige Messe vermißt hatten. Das Lied, in welches das Orgelvorspiel mündete, wirkte wie ein Fanal in den Zeiten unserer derzeitigen Gesundheits-Religion: „Preis dem Todesüberwinder, der da starb auf Golgotha“! Ja! Fürchtet euch nicht! Der Tod ist überwunden. Das ewige Leben wartet auf euch! Der Kirchenraum – die Gemeinschaft – das gemeinsame Schuldbekenntnis mit seinen Bitten an wirklich anwesende „Brüder und Schwestern“ – von der Teilhabe am Nachvollzug des Meßopfers ganz zu schweigen – das alles ist dann eben doch unersetzbar.

Cornelie Becker-Lamers

Der Corona-Dekalog

Die zehn Gebote in unserer streng gesundheitsgläubigen Zeit

Wir leben ja gerade in einer strenggläubigen Zeit. Die Religion unserer Gesellschaft heißt Gesundheit. So heißt sie ja eigentlich schon gar lange. Wer wünscht zu Geburtstagen schon noch Gottes Segen? Gesundheit wird gewünscht. Als ginge sie über das Seelenheil. Die Corona-Pandemie nun bringt das wahre Gesicht dieser Gesundheitsreligion so überdeutlich zum Vorschein, daß man sich in ungläubigem Staunen beständig die Augen reiben möchte – wäre es nicht verboten, sich ins Gesicht zu fassen.

Spaß beiseite: Die Menschen glauben scheinbar wirklich alles. Jedenfalls verhalten sie sich entsprechend. Man könnte meinen, diese ganze Corona-Erfahrung sei nur dazu da, um die Menschen endlich einmal wieder auf axiomatische Glaubenssätze einzuschwören, die von einer dazu bestimmten Instanz Ex Cathedra verkündet werden und bei Strafe zu befolgen sind. Dabei dürfen die Glaubenssätze sich auch gerne widersprechen. Oder gegensätzliche Verordnungen sich im Wochenrhythmus ablösen. Siehe Mund-Nasen-Bedeckung. Schutz oder Gefahr? Nicht selber denken! Hören und gehorchen! Geht alles glatt durch.

Ende Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgericht die Beihilfe zum Suizid für rechtens erklärt. Wenn Menschen unheilbar krank sind und sonst leiden würden. Weil es nicht nur ums nackte Überleben geht, sondern auch darum, wie man weiterlebt. Vierzehn Tage später schließt man die Schulen und Kindergärten und verbietet den Umgang von Kindern mit ihren Großeltern. Und da liegen nun alte Menschen in ihren Pflegeheimen (die Pflegekräfte haben so viel oder so wenig Zeit, wie sie eben haben) und dürfen nicht mal mehr ihre Enkel sehen. – Fassen wir zusammen: Töten lassen darf ich mich, aber sagen: Wer weiß, wie lange ich noch lebe – lieber bekomme ich diesen Virus, als daß ich ein Vierteljahr meine Enkel nicht sehe: Das darf ich nicht. Geht es wirklich um den Schutz der Menschen? Oder um den des Gesundheitssystems?

Als heute die neue Hausordnung der städtischen Musikschule im Emailpostfach lag, habe ich die Liste der Verhaltensmaßregeln einmal (leicht ergänzt) in die Form gebracht, die eigentlich gemeint ist. Für die passende Anzahl von Geboten mußte ich schon etliche Hinweise weglassen – eigentlich sind es noch mehr. Hier kommen – übersichtlich für unsere Leser zusammengestellt:

 

Die zehn Gebote

 

Ich bin Herr Drosten, dein Arzt. Du sollst keine Ärzte neben mir haben.

 

Du sollst dir mehrmals täglich ausgiebig die Hände waschen.

Du sollst in die Ellenbeuge husten.

[NEU:] Du sollst außerhalb der eigenen vier Wände einen Mundschutz tragen.

Du sollst Abstand halten zu deinem Nächsten.

Du sollst mit deinen Nächsten keine Menschenansammlungen bilden.

Du sollst nicht in vollen Kirchen die Heilige Messe feiern.

MUNDKOMMUNION??? DU SPINNST WOHL!

Du sollst dir nicht an die eigene Nase packen und andere nicht berühren.

Du sollst nicht reisen.

Du sollst nicht ausgehen – nicht ins Theater, nicht ins Konzert, nicht ins Kino, nicht zum Essen und nicht zum Kaffeetrinken.

 

Und überhaupt! Frag nicht so viel!

 

Cornelie Becker-Lamers

Das Antrittskonzert (1/2)

Wußten Sie schon, daß man auch nach Abschaffung der Kalkanten ein An-tritts-Konzert an einer Orgel geben kann? Ja, es ist so. Und so setzte sich denn am Sonntag, dem 12. Januar 2020 Professor Martin Sturm von der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar auf die Orgelbank der Franz-Liszt-Gedächtnisorgel in Herz Jesu Weimar und begann zu spielen. Das Konzert war so gut besucht, daß etliche Gemeindemitglieder zu Beginn vor der Kirchentür standen und nicht mehr ins Gebäude kamen. Wegen Überfüllung geschlossen. Kennt man ja von den Adventskonzerten des Hochschulkammerchors. Da geht auch kein Apfel zur Erde. 

Aber zurück zu Herrn Sturm. Die Musikhochschule hat den schon in der Presse angekündigten Livemitschnitt seines Antrittskonzertes nun vorige Woche auf ihrem YouTube-Kanal zugänglich gemacht. Nicht nur, weil man gerade Corona-bedingt Zeit dazu hatte. Aber auch. Hören Sie zu Beginn die Worte des Präsidenten und dann das vollständige Konzert. Beachten Sie auch die Lightshow. Wer am 12. Januar die anschließende Abendmesse in Herz Jesu besucht hat, wird nämlich das blaue Wunder noch in Erinnerung haben, das uns, für die Gemeinde besonders gut sichtbar in der Vierung, erwartete. (Wenn ich mich recht erinnere, paßte es sogar ganz gut zum Tagesevangelium von der Taufe Jesu.)

Aber hier nun endlich der Film. Enjoy! 🙂

 

 

Fortsetzung folgt

 

Cornelie Becker-Lamers

 

PS: Die Bewertung des “Blaulichts” finde ich ja nun viel zu milde! Ich will ja gerne zugeben, daß ich vermutlich aus beruflichem Kontext eine Vorschädigung von diesen modischen (und genau deswegen ja auch schon wieder abgeschmackten) Gimmicks habe. Wem gar nichts mehr einfällt, der stellt ein paar bunte Strahler hin… 🙄
Der Vorwurf trifft natürlich im wesentlichen die Hochschule, da hätte ich mir mehr Geschmack gewünscht. Die Verantwortlichen in der Pfarrei hätten sie für die Feier der Hl. Messe aber wohl besser ausgeschaltet.

Gereon Lamers

Henne-Rösch

Zwei hilfreiche Kommentare zur Frage der Übersetzung
von Ps 15 und ApG 2

Gerade schreibe ich was zur Blogœzese (bzw. fange damit an), daß ich sie für durchaus lebendig halte, und daß ich Menschen aus diesem Kreis vermisse, da meldet sich ein besonders liebenswürdiges und, wenn ich das sagen darf, ‘urviechiges’ Exemplar aus unseren Reihen mit zwei Kommentaren zu der kleinen Folge von Beiträgen, die sich an einem konkreten Beispiel Fragen zur aktuellen Übersetzungspraxis der Einheitsübersetzung stellte (erster Beitrag hier). 

Thomas von ‘Thomas sein Abendland’ schrieb zunächst am 30. April um 17.25 Uhr: 

Als katholisches Korrektiv zur EÜ auch immer gut Henne/Rösch. 

Und warum auch nicht mal öfter Luther danebenlegen (zumindest bis einschließlich der 1957 Revision).

Er könnte wahrlich gut als Exempel lakonischen Stils dienen (wenn ich auch nicht sicher bin, daß er den spartanischen Lebensstil insgesamt so schätzen würden… 😉 ).
Ansonsten, ‘Luther’ hatte ich ja (1534! 😎 ) und ich teile ausdrücklich die Einschätzung, daß dieses “Danebenlegen” lohnt, aber es ging mir halt speziell um katholische deutsche Bibelübersetzungen (und eben einfach solche, die ich gerade zur Hand hatte).
In diesem Zusammenhang ist natürlich der Hinweis auf die auch “Paderborner Bibel” genannte Übersetzung von P. Eugen Henne und P. Konstantin Rösch sehr wertvoll! Ich kannte sie bis dato nicht und habe auch auf die Schnelle nicht viel (online) darüber gefunden, doch zum Glück steht der Text im Netz! (hier).
Na, was soll ich sagen: Psalm 15 erscheint zwar leider bei den beiden Herren schon Psalm 16, aber sie übersetzen an beiden Stellen, die der Ausgangspunkt der Betrachtung waren, jeweils “Verwesung” und wahren so die Einheit der Schrift. (Interessant übrigens auch diese Übersicht, die die deutschen Vollbibel-Übersetzungen ab 1801 (Allioli) auflistet – es waren nicht soo viele!)

Außerdem ist Thomas ein “gelehrtes Haus”, der auch selber mal gerne Psalmen übersetzt und so schrieb er nur wenig später, nämlich am 30. April um 17.54 Uhr: 

Also ich übersetze:

Wahrlich;
Du wirst meine Seele nicht im Scheol lassen.
Nicht gibst du deinem Gerechten zu schauen die Schachath.

Scheol ist Unterwelt, Totenreich.

Schachath kann sein: (1) Falle, Grube, oder (2.) Grab, Unterwelt.

Aufgrund des Parallelismus membrorum der hebr. Lyrik wäre dann zunächst einmal die zweite Bedeutungsgruppe vorzuziehen.

Gehen wir aber einmal auf das zugrundeliegende Verb zurück, so heißt dies verderben, zerstören, vernichten (und weiteres appetitliches). Für Schachath kann also auch „Vernichtung“ o.ä. übersetzt werden.

Mithin ist „Verwesung“ sogar die elegante Verbindung beider Seiten.

Wozu ich nur sagen kann: Danke, lieber Herr Kollege! 🙂

Gereon Lamers

 

PS: Es ist ja schon lustig, kaum beschäftigt man sich ein bißchen mit der Heiligen Schrift, da flattert einem, wie schon öfter geschehen, Post aus dem Herder-Verlag ins Haus, diesmal eine der sattsam bekannten Abo-Werbeaktionen der “Herder-Korrespondenz”.

„Grüner Darjeeling, Zweitaufguß“ (eigenes Bild)

Wenig bescheiden in der Selbstbezeichnung als “Monatsblatt für intelligente Leser” 🙄 werben nicht weniger als 8 Persönlichkeiten mit kleinen “Testimonials” (so heißt das heute, glaube ich) für “Wissenschaftsjournalismus im besten Sinne”.
Und was für Persönlichkeiten das sind! Zu Walter Homolka möchte ich mich aus Respekt vor dem Judentum nicht äußern, aber die anderen sieben „haben es in sich“: Johanna Rahner, Bischof Overbeck, Claudia Lücking-Michel, Hubert Wolf, Thomas Sternberg, Monika Grütters und Chr. Markschies (zu ihm auf PuLa vgl. hier).
Wie sagt das Sprichwort so richtig? “Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr!” 😐 

Und dann die Fragen… Aber sehen Sie beispielhaft selbst:

„Nur mit Schokolade zu ertragen“ (eigenes Bild)

“Die Bibel heute neu schreiben”!! Aber sicher doch, mit den erwähnten Persönlichkeiten und ihresgleichen als Gewährsträgern der Inspiration, ja?
Im Grunde käme man ja aus dem Lachen tagelang nicht heraus, wenn, ja wenn nicht zu befürchten stünde, daß diese pseudo-intellektuelle Bauernfängerei, die so unverfroren mit dem menschlichen Bedürfnis nach Distinktion spielt, doch bei genügend Menschen verfinge. Und zwar, so fürchte ich, bei genau diesen “Weisen”:

Wie könnt ihr sagen: Weise sind wir und die Weisung des HErrn ist bei uns? Fürwahr, siehe: Der Lügengriffel der Schreiber hat es zur Lüge gemacht. (Jer 8, 8f., vgl. Mt 11, 25f.; Jes 5, 21)

Die Bloggerliste in der Truhe?

“Gerüchte über unser Ableben sind maßlos übertrieben”
Neues aus der Blogœzese 1/3

Wir haben ja hier auf PuLa fleißig bis ins Jahr 2019 hinein Beiträge mit dem Tag “Blogœzese” versehen, was zwar natürlich nie ohne sachlichen Grund geschah, aber, wenn wir ehrlich sind, doch ein wenig den Charakter des “Pfeifens im dunkeln Wald” an sich hatte.
Denn in die Blogœzese, jenes wundervolle, vielfältige, gelegentlich chaotische, vor allem aber vorwiegend (recht-) gläubige Konglomerat der Hervorbringungen Katholischer Bloggerinnen und Blogger hatten wir uns, relativ spät kommend, im Frühjahr 2011 sozusagen mit Wonne eingegliedert.
Wenn das nicht schon wieder allzu sehr nach “Organisation” klänge! nein, organisiert war die Blogœzese nie, aber ein wunderbares Gefühl von Gemeinschaft, von “an einem Strang ziehen” (im Prinzip in eine Richtung… 😉 ), das hatte sich dennoch eingestellt. Man nahm aufeinander Bezug, man rieb sich wohl auch mal aneinander, man lernte sich aus der Ferne immer besser kennen und dann auch aus der Nähe auf den Bloggertreffen, von denen ich immerhin drei mitmachen durfte.

Wenn immer wieder gefragt wird, ob man denn auch “über das Internet” reale (um nicht zu sagen ‘authentische’ 😆 ) Beziehungen aufbauen kann: Ja, kann man! und mit den Kolleginnen und Kollegen hätte ich nach wie vor gerne mehr zu tun! 

Jedoch, um das oben gewählte Bild noch ein bißchen weiter zu strapazieren: Der Wald wurde so ab 2013 auf 2014 langsam aber sicher dunkler!
Die Tatsache, daß die bundesweiten Bloggertreffen dann trotz gegenteiliger Anzeichen m.W. ab dem Jahr 2015 nicht mehr fortgeführt wurden/werden konnten, war aus der Rückschau ein deutliches Indiz dafür (und unser Beitrag dazu, hier, ein “besonders lautes Pfeifen”… 🙁 ).

PuLa mit seiner bewußten lokalen und regionalen Schwerpunktsetzung hat das sozusagen zunächst gar nicht so recht bemerkt, waren doch die Jahre 2013 – 15 die, in denen sich die hiesige Auseinandersetzung immer weiter zuspitzte, um dann im September 2015 durchaus in einem “Knall” eine Art von Schluß zu finden, vgl. hier.

Wir hatten sozusagen alle Hände voll zu tun… Aber in der neuen Phase für PuLa, die sich dann anschloß (und die heute nicht das Thema ist), ließ es sich nicht mehr übersehen, daß es die Blogœzese unserer Anfangsjahre nicht mehr gab. Beiträge wurden spärlicher, einige drifteten in eine Radikalität ab, die wir nicht gutheißen konnten, manche Blogs verstummten ganz. Dieser Prozeß zog sich teils lange hin und er hatte ganz unterschiedliche Gründe, so individuell, wie die Blogs und die Menschen dahinter. Manche mögen wohl “die Kerze an beiden Enden angezündet” haben, und haben sich schlicht verausgabt, bei manchen kamen auch äußere, gesellschaftliche oder gar rechtliche Faktoren hinzu, manche werden von der Auseinandersetzung, ja dem Kampf, den es bedeutete, immer wieder das richtige zu verteidigen und nach vorn zu stellen, ermüdet worden sein (und wer gar mit der Kirchenbürokratie in irgendeiner näheren Form zu tun bekam, nun ja…). 

Einer Sache jedoch bin ich mir sicher: Bei aller Unterschiedlichkeit der Charaktere, Motivationen fürs Bloggen und schließlich der Gründe fürs Aufhören: Leicht wird das niemandem der Kolleginnen und Kollegen gefallen sein! Ja, ich kann mir sehr gut vorstellen, daß sich ein echter und dauerhafter Schmerz eingestellt hat, denn wer, einmal für eine Sache entbrannt, angefangen hat zu schreiben, der kann normalerweise davon nicht lassen! Den wird dieser spezifische Weltzugang und der Austausch, der sich daraus ergibt, nicht mehr loslassen. 

Und so ist es mir heute eine große Freude davon zu berichten, daß es Zeichen gibt, die vielleicht auf einen Aufschwung in der Blogœzese hinweisen!
Denn wenn ein absolutes “Urgestein” wie Hw. Alipius wieder aktiv wird (wieviel verschiedene Blogs hatte er seit Ende der Nuller-Jahre? 🙂 ), dann ist das schon ein Wort!
Schauen Sie hier, auf “Die Truhe”!

„Die Truhe“ (Screenshot vom 27.April 2020)

Wunderbar, echter Alipius-Content, einschließlich der, nun ja, “Ausrutscher” von der zentralen Themenstellung 😉 , ich bin sicher, da kommt noch so allerlei!

Und nicht minder erfreulich: „Der Kreuzknappe”, der seine Tätigkeit inzwischen auf Twitter (KREUZKNAPPE-tweets, @DERKREUZKNAPPE) verlegt hat (das definiert sich bekanntlich als “Mikro-Blogging-Dienst!) hat begonnen, seine immer schon wertvolle Blogliste (eingestellt im Mai 2018) anläßlich des Wiederbeginns von Alipius’ Tätigkeit ebenfalls nach und nach wieder zu aktualisieren, hier

Blogliste Kreuzknappe (Screenshot vom 27. April 2020)

Vielen herzlichen Dank an beide Kollegen, wir freuen uns sehr! 🙂

Nur: War’s das schon? Reicht es, zu schreiben: ‘Es gab da ein Auf und ein Ab in der Entwicklung dieses Phänomens “Katholisch-traditionelles Bloggen in Deutschland”, das hatte ganz viele individuell verschiedene Gründe und nun sieht es erfreulicherweise so aus, als könnte es vielleicht wieder besser werden’?
Die Frage so zu stellen heißt natürlich, sie zu verneinen und tatsächlich glaube ich, bei allen Unterschieden gibt es auch ein wichtiges verbindendes Element, das, wenn wir es so nennen wollen, zur “Krise der Blogœzese” beigetragen hat. Damit beschäftigt sich der nächste Beitrag dieser kleinen Reihe.

Gereon Lamers 

Entwicklung und Identität ohne Gegensatz

Worin wir nach den Gründen fragen

Österliche Fragen zur Übersetzung der Heiligen Schrift 3/3 

Gestern waren wir zu dem Ergebnis gelangt, daß verbreitet das Reden vom ‘Urtext’ eher Verdacht auslösen muß und alles dafür zu sprechen scheint, daß man nach wie vor das griechische ‘diaphthora’ und das hebräische ‘shachath’ gemeinsam mit “Verwesung” übersetzen, und so die Entstehung des Auferstehungsglaubens bei den Aposteln nachvollziehbar machen, wie die Einheitlichkeit der Hl. Schrift bewahren kann.
Vor diesem Hintergrund hatten wir uns gefragt, was die Gründe dafür sein könnten, daß dies in so rezenter Vergangenheit (2016) nicht geschehen ist.

Handelte es sich vielleicht um eine mißverstandene Form der Rücksichtnahme auf das Judentum? Das wäre fatal, denn indem es die Meinung festigte, das Alte Testament habe vom Glauben an persönliche Auferstehung noch nichts gewußt, würde es uns ja gerade ferner gerückt. Dies gilt natürlich in verschärfter Form hier, wo wir es mit dem Bereich persönlicher Frömmigkeit zu tun haben. In dem “Gemeinsamen Gebetbuch von Christen und Juden”, als das der Psalter so gerne und mit Recht apostrophiert wird, würde so ja gerade Trennendes betont! Und zwar völlig zu Unrecht! Denn Ps 15 ist ja keineswegs der einzige Psalm, in dem sich diese “unverkennbare geheimnisvolle Transparenz” (H.J. Kraus, Die Psalmen I, 1960, zitiert nach J. Ratzinger, Eschatologie, Regensburg 6. Aufl. 1990, S. 78) hin zur Überwindung des Todesschicksals manifestiert! Lesen Sie Psalm 72 [73], besonders die Verse 23 – 26! Oder Psalm 48 [49], hier besonders Vers 16, der “die Hoffnung des Beters ausspricht, dass Gott selbst ihn loskaufen […] also aus dem Machtbereich der Scheol – und damit auch aus dem Herrschaftsbereich des Todes – auslösen” werde (Johannes Schnocks, Psalmen, Paderborn 2014, S. 25).
Solche “Rücksichtnahme” wäre also ebenso überflüssig wie kontraproduktiv!

Oder handelt es sich um ein Ergebnis von philologischem Rigorismus? Für diese Möglichkeit spricht leider die Beobachtung des “Zurückgehens” in den möglichen Bedeutungsebenen, vielleicht auch die jetzige Wortwahl “Totenwelt” (Scheol), statt “Unterwelt” (hinter der sich obendrein noch ein “antihellenischer Affekt” verbergen könnte 🙄 ). Man weiß ja leider (wir wissen es sogar von einem Mitarbeiter an der Revision der EÜ selbst), wie wenig Alt- und Neutestamentler wirklich miteinander reden.
Hier korrigierend einzugreifen wäre Aufgabe des hochrangig besetzten “Leitungsgremiums für die Revision der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift” gewesen, dessen Vorsitz und geistliche Leitung seit dem Jahr 2008 der Erfurter Altbischof Dr. Joachim Wanke innehatte.

Einheitsübersetzung 2016, Apostelgeschichte (eigenes Bild)

Letzten Endes, freilich, wurzelt die Möglichkeit derartiger Fehl-Haltungen in der ganz grundsätzlichen Fehlentwicklung, die J. Ratzinger 1990 im Anhang zum Nachwort zur 6. Auflage seiner ‘Eschatologie’ beschreibt (a.a.O. S. 210 – 213, bes. 211), dort am Beispiel der Aufgabe des Seelenbegriffs auch im Bereich der katholischen Theologie des 20. Jahrhunderts (vgl. auf PuLa schon 2013 hier). Seine Feststellungen gelten auch für unsere (ohnehin ja verwandte) Fragestellung:

In der “diachronischen Einheit” “der Gemeinschaft des Glaubens” blieb “die Identität des Geglaubten im Prozeß der allmählichen Entfaltung der Worte und in der Ausbildung einer ganzheitlichen Anschauung  der dem Glauben zugrundeliegenden Wirklichkeit verbürgt […]: Entwicklung und Identität waren keine Gegensätze, weil das gemeinsame Subjekt Kirche beide zusammenhielt.” 

Dies endete mit Luther, dem die Kirche “[…] die eigenmächtige Verderberin des reinen Wortes [wurde]. Tradition ist [nun] nicht mehr die bleibende Lebendigkeit des Ursprünglichen, sondern dessen Widerpart. Der richtige Sinn […] muß nun im historischen Verstehen der Bibel gegen das lebendige Verstehen der Kirche gesucht werden; Entwicklung ist keine Kategorie mehr, weil ihr Träger fehlt. Damit wird die Fixierung auf die biblische Terminologie unausweichlich […].” 

Exakt diese “Trennung von Ursprung und Überlieferung”, die sich auch in allzu vielen katholischen Köpfen und Gemütern breitgemacht hat, ist es, die es fertigbringt, in der “katholischen Bibel” “Verwesung” gegen “Grube” zu tauschen und damit die Auferstehungspredigt seit apostolischer Zeit und auch das doch vor sich hergetragene Streben nach stärkerer Verbindung von Altem und Neuem Testament zu konterkarieren.
Ohne daß dies jemandem auffällt.

Anscheinend.
Oder nur scheinbar? 

An diesem Beispiel wird übrigens auch deutlich, was unter dem (häufig allzu schnell erhobenen) Vorwurf der “Protestantisierung” wirklich zu verstehen ist: Eine tödliche Gefahr, ohne deren Überwindung die Zukunftsfähigkeit der uns vertrauten Gestalt von Kirche auf dem Spiel steht: Niemand braucht ‘Wittenberg light’ mit ein bißchen katholischer Folklore! 

„Jetzt brauch‘ ich aber erstmal einen Schluck Tee!“ (eigenes Bild)

Gereon Lamers

 

Hl. Hieronymus und Hl. Augustinus, die ihr so leidenschaftlich um die richtige Übersetzung der Heiligen Schrift gerungen habt, bittet für uns! 

Pier Francesco Sacchi (1516), Vier Kirchenlehrer mit den Attributen der Evangelisten (v.l.n.r.) Augustinus mit Adler, Gregor d. Gr mit Stier, Hieronymus mit Engel, Ambrosius mit Löwen (Bild: Wikimedia Commons, User: Twice25)

 

PS: Wie Sie ja wissen, PuLa bemüht sich immer, Sie gerade auch in ernsten Fällen nicht ohne praktische Empfehlung zu lassen! 😉 So auch heute.
Daher drei Vorschläge: 

1) Mißtrauen Sie der Einheitsübersetzung. Das ist unschön, aber unausweichlich.

2) Schaffen Sie sich als stets genutztes Korrektiv eine Form der Allioli-Bibel an. Am besten antiquarisch, je älter, desto besser, aber auch die neuen Formen sind ein Schritt in die richtige Richtung.

3) Sehr, wirklich sehr zu empfehlen ist das schmale (gut 160 Seiten) aber sehr dichte und reiche Buch von J. Schnocks über die Psalmen! Leider scheint es gerade neu nicht erhältlich, aber gebraucht wirkt es gut verfügbar (ISBN-13: 978-3825234737).