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X 451, die zweite

‭Ende November hatten wir das Vergnügen,‭ ‬über die erste Ausgabe von‭ „X 451, Fanzine des katholischen Glaubens“ aus Eisenach berichten zu können, hier.

‭Nun liegt tatsächlich schon die zweite Ausgabe vor, die sich, naheliegend um diese Zeit, besonders intensiv und unter verschiedenen Blickwinkeln mit der Frage der Menschwerdung befaßt und das in sieben („sieben“, klar! 😉 ) lohnenden Beiträgen von vier Autorinnen und Autoren, darunter erfreulicherweise auch wieder ein „älterer“ Schriftsteller, nämlich der Hl. Papst Leo I., der Große, dessen Verdienste um den wahren Glauben im 5. Jahrhundert ja genau in die thematische Richtung des Heftschwerpunkts gingen.

X 451, adventlich (eigenes Bild)

‭Wenn es etwas zu bedauern gibt, dann allenfalls, daß nun, am 21. Dezember, die Zeit für die Beschaffung der „Weihnachtsausgabe“ unmittelbar zu Weihnachten dann doch ein wenig knapp geworden ist; macht aber nichts, denn wir wissen ja, die Weihnachtszeit reicht bis zum 2. Februar, also genug Zeit für die Lektüre!
Erhältlich ist auch dieses Heft über die schon bekannte E-Mail-Adresse: fanzine@x451.de und künftig soll die Publikation zu jedem geraden Monat des Jahres erscheinen. Das merken wir uns vor, fügen aber hinzu: X 451 gehört unserer Meinung nach auch in jede ordentliche Pfarrbibliothek (zumindest) unseres Bistums!

‭Mir hat an der aktuellen Ausgabe eine scheinbare (!) Kleinigkeit besonders wohl getan, mit der die Autorin direkt mein Herz erobert hat: Silvia Berndt verwendet nämlich in ihrem Beitrag „Gott wird Mensch“ (S. 4f.) die historisch korrekte und wissenschaftlich avancierte einzig richtige Nummerierung der Psalmen, wie das ja auch hier auf PuLa geschieht; wunderbar, Danke! 🙂

‭„Sieben Beiträge“ habe ich oben geschrieben, aber im Grunde sind es doch acht, denn das Editorial aus der Feder von Dr. Sebastian Berndt „transportiert“ im Wege einer Bildbetrachtung auch schon Inhalt und zwar auf eine besonders schöne und eingängige Weise.
‭Das Bild steht gemeinfrei leider nicht zur Verfügung, aber Sie können es hier anschauen, ‭doch die Betrachtung darüber zitiere ich hier jetzt nicht, Sie sollen sich schließlich das Heft beschaffen! 😉 Sie ähnelt übrigens ein wenig dem, was wir zu Tag 18 bei Fortunatianus gelesen haben.

X 451, 2 Detail (eigenes Bild)

‭Wenn Sie mich fragen: Diese Art des Herangehens, diese selbstverständliche Verbindung von Text und Bild ohne großes TamTam: da merkt man die Erfahrung, die der Autor beim Bloggen gewonnen hat! Und was soll ich Ihnen sagen: Mit der hier ja wohlbekannten „Kollegin“ Claudia Sperlich ist im Heft noch eine weitere Bloggerin vertreten! Wie schön!

‭Wissen Sie, es gibt ja Leute, die da meinen und formulieren, Katholische Blogs hätten ihre beste Zeit hinter sich. In der Regel sind diese Bemerkungen etwas schadenfroh oder gleich richtig hämisch gemeint und mit ihnen verbindet sich wohl die Hoffnung auf „Ruhe“, „Ruhe“ vor uns, den „Störenfrieden“ in „schöner“ Verbundenheit mit Reinhard „Verblödung“ Kardinal Marx, der für seine unsäglichen Beschimpfungen soweit ich weiß immer noch nicht um Verzeihung gebeten hat, vgl. hier und hier.
Nun, X 451 No. 2 ist mit seinen Autorinnen und Autoren neben allem anderen auch ein Beleg dafür, daß diese häßliche und böse Erwartung vergebens ist.
Die Formen mögen variieren und die Konjunkturen schwanken, aber glauben Sie mir: Wer mit dem Schreiben angefangen hat, über etwas, was ihm wirklich wichtig ist, der wird schreiben – denn er kann nicht anders!

‭Nix ist mit „Ruhe“, nicht in Eisenach, nicht in Weimar und nicht in Rom, denn: We‘re here to stay! 🙂

Der Adventskalender mit Fortunatianus von Aquileia, Tag 19

Erneut finden wir bei Fortunatianus zur heutigen Perikope Lk 1, 39 – 45, der ‚Heimsuchung‘, leider nichts. Da es in diesem Abschnitt jedoch (ein wenig) auch um Johannes geht, wenn Elisabeth sagt:

Denn siehe, als die Stimme deines Grußes in meinen Ohren erscholl, hüpfte das Kind freudig auf in meinem Leibe.
Und selig bist du, daß du geglaubt hast, denn was dir von dem Herrn gesagt worden ist, wird in Erfüllung gehen.
(Lk 1, 44f.)

schauen wir heute auf einen weiteren Kommentar zum Wirken des Täufers:

Ich taufe euch zwar im Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, ist stärker als ich und ich bin nicht würdig, seine Schuhe zu tragen; dieser wird euch mit heiligem Geiste und mit Feuer taufen.
Er hat seine Wurfschaufel in seiner Hand und wird seien Tenne reinigen, seinen Weizen wird er in seine Scheune sammeln, die Spreu aber mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.
(Mt 3, 11f.)

‚Ich taufe dich in der Tat im Wasser der Reue.‘
Denn Johannes konnte nichts anderes darbringen, als die Bekehrung des Volkes und ihr Aufkommen zum Glauben an denjenigen, der im Heiligen Geist taufen würde: Johannes erkannte, daß er nicht würdig war, dessen Sandalen zu tragen.
Diese Sache wird erwähnt: Löse den Riemen deiner Schuhe, denn das Land, auf dem du stehst, ist heilig. (Ex 3, 5) Darum ruft Johannes dies in Erinnerung: So wie Mose damals sagt, daß er nicht würdig sei, so jetzt auch Johannes. Johannes bezeichnet so die Art der Person, für die er den Weg bereitet: Dieser wird im Heiligen Geist und im Feuer taufen, sagt er, und eine Worfschaufel halten. Das ist eine Flachschaufel, mit der der Weizen von der Spreu getrennt wird, während sie vom Wind davongetragen wird. So ist die Worfschaufel die Kraft Gottes und die königliche Größe seines Wortes. Wie die Spreu werden auch die nichtigen Menschen auf die gleiche Weise von den Rechtschaffenen und all den anderen, die die Nahrung für die Lehre liefern, getrennt, wie die Lämmer, die Kleidung liefern, von den nutzlosen Ziegen.
Wenn er sagt, ‚dessen Sandalen ich nicht würdig zu tragen bin‘, ist der Grund für die Erwähnung der Sandalen folgender: Wenn ein Mann ohne Kinder starb, nahm ein Verwandter oder sein Bruder dessen Frau auf, um im Namen des Verstorbenen die Nachkommen großzuziehen. Wenn es einen nahen Verwandten gab, der diese Pflicht nicht erfüllte, dann wurden seine Sandalen vor den Augen des Volkes ausgezogen, und dieses Haus hieß „das Haus desjenigen ohne Sandalen“. (vgl. Dt 25, 5; 7 -10) Daher sagt Johannes: ‚Ich bin nicht würdig, seine Sandalen zu tragen.‘ Erstens impliziert er damit daß er nicht würdig ist, zu predigen. Denn alle, die meinen, daß sie unwürdig seien, sind die bessere Wahl, genau wie Petrus: ‚Non sum dignus.‘ (vgl. Lk 5, 8)
Selbst Mose sagte: „Nehmt einen anderen Mann, ich bin nicht würdig. (Ex 4, 13)
So ist dies das Vorbild der Heiligen: Wenn sie meinen, daß sie unwürdig sind, so werden sie tatsächlich für würdig befunden, wie Salomo sagt: ‚Am Anfang ihres Gebetes sind die Gerechten ihre eigenen Ankläger.‘ (Spr 18, 17) Während also Johannes sagt, daß er nicht würdig sei, sagt der Heiland selbst als Zeugnis über ihn, daß es unter den von einer Frau Geborenen keinen größeren gibt als Johannes der Täufer, und 〈… 〉 fügt hinzu: ‚Wer aber im Himmelreich weniger als er ist, der ist größer als er.‘ (vgl. Mt 11, 11) […]
Ebenso sollte auch jetzt niemand durch Ehrgeiz einen Platz in den Reihen der Kirche erhalten, sondern nur derjenige, der auserwählt wurde. Dies traf schon auf die beiden Brüder Jakobus und Johannes zu, die darum baten, im Himmelreich rechts und links [von Jesus] sitzen wollten, und denen gesagt wird, daß der Platz für andere vorbereitet worden sei. (Mk 10, 40)
(M. XI. )

Klosterbibliothek Admont, Südflügel, Kuppel ‚Theologie‘ Gesamtansicht (eigenes Bild)

Der Adventskalender mit Fortunatianus von Aquileia, Tag 18

Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Allerhöchsten dich überschatten, darum wird auch das Heilige, welches aus dir geboren werden soll, Sohn Gottes genannt werden.
(Lk 1, 34f. Ausschnitt aus der heutigen Perikope: Lk 1, 26 – 38)

Um nun die Verherrlichung der hochheiligen Maria, die aus eben diesem Grund von Joseph bis zur Geburt nicht erkannt werden konnte, vollständiger darzutun, war es von ihr nicht bekannt, daß sie den Herrn der Herrlichkeit und aller Kraft in ihrem Schoß trug.
Wenn nämlich schon das Antlitz des heiligsten Moses so verherrlicht wurde, als er mit Gott sprach, daß die Kinder Israel ihn nicht bestaunen konnten, sondern er einen Schleier auf das Gesicht legte, als er zu ihnen sprach, um wieviel mehr konnte die Seligste Maria nicht erkannt oder betrachtet werden, die, wie wir sagten, in ihrem Schoß den Herrn der Stärke, den Emmanuel, trug? (vgl. Ex 34, 33 – 35)
Der Engel Gabriel sprach ausführlicher über eben diese Sache, als er zu Maria sagte: ‚Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Allerhöchsten wird euch überbeschatten.‘ (Lk 1, 35) Wir sollten daher diese Überschattung durch die Macht des Allerhöchsten nicht etwa als Dunkelheit, sondern als unendliche Helligkeit verstehen.
So wie unser eigenes Sehen durch überbordende Leuchtkraft verdunkelt wird und unsere Sehkraft beeinträchtigt wird, wenn wir direkt auf die Sonnenstrahlen blicken, und sie uns völlig unfähig machen zu sehen, so konnte die hochheilige Maria, überschattet vom hellen Glanz der Kraft des Allerhöchsten, von Joseph erst nachdem sie geboren hatte, erkannt werden. Erst nach der Geburt, wie wir gesagt haben, wurde sie von Joseph [in ihrer vollen Bedeutung] erkannt, und zwar eindeutig durch die Erscheinung ihres Gesichts und nicht etwa durch die Berührung des Begehrens.
(M. lang II)

Klosterbibliothek Admont, Zentralkuppel ‚Offenbarung‘: Athanasius, Chrysostomos, Origenes, Thomas v. Aquin, Anselm v. Canterbury (mit Lilie und dem Werk: ‚De Conceptu virginis‘! 🙂 ) (eigenes Bild)

Der Adventskalender mit Fortunatianus von Aquileia, Tag 17

Vorbemerkung: Die letzten Tage vor dem Hl. Weihnachtsfest sind in der Leseordnung vorwiegend geprägt durch Lesungen aus dem ersten Kapitel des Lukasevangeliums – und das behandelt unser bischöflicher Ausleger unglücklicherweise (unmittelbar) gar nicht. Sollte ich nun, wie schon zwischendurch geübt, andere Kommentatoren zu Wort kommen lassen, an mehreren Tagen hintereinander?
Das schien mir dann doch mißlich, denn Thema dieses Adventskalenders ist ja nun einmal der Kommentar des Fortunatianus!
Deswegen habe ich mich entschieden, wo möglich lieber Kommentar von ihm zu anderen Textstellen, aber aus dem Kontext der vorweihnachtlichen Zeit zu bringen.

Wer weiß, mit den wunderbaren Lukas-Stellen beschäftigen wir uns vielleicht in einem andren Jahr.
Heute ist der Abschnitt Lk 1, 5 – 25 an der Reihe. Stellvertretend hier einige Verse, die mir besonders gut gefallen (vgl. auch schon hier) in der bewährten Allioli-Version:

Und der Engel antwortete und sprach zu [Zacharias]: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt worden, mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen.
Und siehe, du wirst stumm seyn und nicht reden können bis auf den Tag, da dieß geschehen wird, darum, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die zu ihrer Zeit in Erfüllung gehen werden.
Das Volk aber wartete auf Zacharias und es wunderte sich, daß er so lange im Tempel verweilte.
Als er nun herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden und sie merkten, daß er ein Gesicht im Tempel gehabt hatte und er winkte ihnen und blieb stumm
(Lk 1, 20 – 22)

Ich hatte ja gestern schon angedeutet, daß Fortunatian zu dem gestrigen Abschnitt aus dem Markus-Evangelium noch mehr zu sagen hat; es handelte sich um den Abschnitt Mt 1, 18 – 24, daraus heute nochmals folgende zwei Verse:

Joseph aber, ihr Mann, weil er gerecht war, und sie nicht in üblen Ruf bringen wollte, gedachte, sie heimlich zu entlassen.
[…]
Als nun Joseph vom Schlafe aufstand, that er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm sein Weib zu sich.
(Mt 1, 19; 24)

Dies also ist Emmanuel,“Gott mit uns“, den die Jungfrau Maria hervorgebracht hat. Joseph wurde vom Engel unverzüglich belehrt, was er in dieser Angelegenheit zu tun hat, und er führte es aus. Als nächstes heißt es: ‚Und als er aus dem Schlaf aufstand, tat er, was der Engel des Herrn ihm befahl, und er nahm seine Frau zu sich und war mit ihr nicht vertraut, bis sie einen Sohn zur Welt brachte, und er nannte ihn mit Namen Jesus. Was die Worte anbelangt, ‚Er war bis zu der Geburt nicht vertraut mit ihr‘, so lesen sie viele Leute mit Unbehagen, wenn auch nur Menschen des Fleisches, nicht solche des Geistes, weil gesagt wird: „Bis dahin“, als ob Joseph anschließend mit ihr vertraut geworden wäre, nachdem Jesus geboren war. Wer aber einen gesunden Verstand hat und geistlich ist, der sollte nicht annehmen, daß Joseph, ein Gerechter, der Visionen von Engeln hatte und von Engeln lernte, was er tun sollte, Maria hätte verunreinigen können. Er hatte gelernt, daß aus ihr der Sohn Gottes geboren werden würde, dem den Namen Jesus zu geben ihm der Engel auch befahl, d.h. der „Retter“. Wie hätte es der Fall sein können, daß der gerechte Joseph, den wir als Hüter Mariens ausgewählt sehen, der an dem Zeichen festhielt, von dem die Propheten sagten, daß es unter dem Volk geschehen würde, daß ein solcher Mann Maria auf die Probe stellen sollte, um des Begehrens willen? Denn es ist offensichtlich, daß Engel immer den heiligen und keuschen Menschen erschienen sind. Daher gilt: Hätte Joseph seine Schritte nicht fest auf den Weg der Tugend gesetzt gehabt, hätte er meiner Meinung nach niemals Visionen von Engeln sehen können und aus deren Ratschlag gelernt, was er zu tun hatte.
Und mehr noch: Wenn diese Behauptung wahr wäre, dann hätte Jesus sicherlich nie zu Maria, seiner Mutter, inmitten seines Leidens gesagt: Siehe, dein Sohn, in Bezug auf den Jünger Johannes, und zu Johannes selbst, siehe, deine Mutter. […] (Joh19, 26) Darum ist man sicher, daß die heiligste Maria nach der Geburt Jesu [unverändert] so geblieben ist und daß sie ihm [Jesus] immer gefolgt ist und sich später dem Gebet mit den Aposteln gewidmet hat, wie es in der Apostelgeschichte steht: Alle diese Menschen haben sich einmütig dem Gebet gewidmet, mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu und seinen Brüdern. (Apg 1, 14) Auch hier sehen wir, daß die Gestalt Mariens sich von anderen unterscheidet: Hätte man sie als Frau der gleichen Art wie die anderen betrachtet, dann wäre sie zweifellos in deren Reihe eingeschlossen worden. Aber wenn es ‚mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu‘, heißt, dann sehen wir, daß Maria diese [anderen] Frauen übertrifft, ganz so wie wir es in der Geschichte von Moses und Aaron finden: ‚Aber Maria [Miriam] ging voraus und rief:’Lasst uns dem Herrn singen‘ und so weiter. (Ex 15, 21; im Lateinischen ist Miriam und Maria identisch) Sie ging vor die Frauen, weil sie Jungfrau war. So war auch diese Maria, die eine Frau war, insoweit sie gebar, eine Jungfrau, soweit es einen Mann betrifft. Es ist daher nicht unangebracht, daß sie nicht unter die Frauen gezählt wird, sondern getrennt behandelt wird, und es heißt: ‚mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu‘.
(M. lang II)

Klosterbibliothek Admont, Kuppel ‚Rechtswissenschaften‘, Nordflügel: Kanonisches und weltliches Recht (eigenes Bild)

Der Adventskalender mit Fortunatianus von Aquileia, Tag 16

Aber mit der Geburt Christi ging es also zu: Als seine Mutter Maria mit Joseph vermählet war, fand sich‘s, ehe sie zusammenkamen, daß sie empfangen hatte vom heiligen Geiste.
Joseph aber, ihr Mann, weil er gerecht war, und sie nicht in üblen Ruf bringen wollte, gedachte, sie heimlich zu entlassen.
Als er aber mit diesem Gedanken umging, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Schlafe und sprach: Joseph, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen; denn was in ihr erzeugt worden, das ist vom heiligen Geiste:
und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erlösen von seinen Sünden.
Dieß alles aber ist geschehen, auf daß erfüllet werde, was von dem Herrn gesagt worden durch den Propheten, der da spricht:
Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären; und sie werden ihm den Namen Emmanuel geben, welches gedolmetschet [sic!] heißt: Gott mit uns!
Als nun Joseph vom Schlafe aufstand, that er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm sein Weib zu sich.
(Mt 1, 18 – 24)

Als nächstes heißt es: ‚Während er darüber nachdachte, erschien Joseph der Engel des Herrn in einem Traum und sagte: Joseph, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu nehmen! Was von ihr geboren wird, kommt vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären, und du wirst ihm den Namen Jesus geben. Er wird sein Volk von ihren Sünden erretten.‘ (Mt 1, 20f.)
Denn der Name Jesus wird übersetzt als „Retter“. Weil Joseph ein Gerechter war und wußte, daß es von den Propheten geschrieben stand, daß der Erlöser kommen würde, der Sohn Gottes, der aus einer Jungfrau geboren wurde, glaubte er nicht nur an die Worte des Engels Gottes, sondern er führte auch bald die Befehle aus. Der ganz heilige Matthäus machte daher Gebrauch von dem Zitat des Propheten Jesaja, als er die jungfräuliche Geburt und Empfängnis einführte. (vgl. Mt 1, 23)
Denn Jesaja hatte gesagt, daß Gott selbst ein Zeichen geben würde, und als ob er gefragt worden wäre, was das Zeichen sei, antwortete er: Siehe, eine Jungfrau wird in ihrem Schoß schwanger werden, und sie wird einen Sohn gebären und so weiter. (Jes 7, 14)
Nachdem die zweiundsiebzig Übersetzer im Auftrag des Ptolemäus das ganze Gesetz vom Hebräischen ins Griechische übersetzt hatten, getrennt arbeitend, aber wie mit einer Stimme und einer Auffassung, ließen einige Schriftverderber („Corruptores“) und Schriftinterpolatoren unter den Juden diesen Absatz nicht „Jungfrau“, sondern „junge Frau“ lesen.
Doch welches Zeichen sollte der Herr hier wohl geben, wenn eine junge Frau ein Kind von einem Mann hätte? Das ist der Weg der Natur. Aber der Herr hat ein Zeichen versprochen, daß eine Jungfrau den Emmanuel gebären müsse, das heißt: „Gott mit uns“. Jeremia spricht auch darüber wie folgt: Das ist unser Gott, und kein anderer wird in Betracht gezogen werden. Er wurde auf dem Land gesehen und unterhielt sich mit Menschen. (Bar 3, 36; 38)
(M. lang II)

In den drei ausführlichen Einleitungskapiteln zu Matthäus schreibt Fortunatianus zum Beginn des Matthäus-Evangeliums noch weiteres, das bis heute zu bedenken ist – weil es bis heute umstritten ist! Vielleicht kommen wir noch darauf zurück.
Für jetzt bleibt festzuhalten, daß sich seit damals die Verhältnisse, soweit ich das überblicke, gründlich verkehrt haben: Während jüdische Exegetinnen und Exegeten heute ohne weiteres die sprachliche Berechtigung der Lesart „Jungfrau“ zugeben, sind es auf Seiten aller christlichen Konfessionen die liberal-skeptizistischen Vertreter der Zunft, die an der „jungen Frau“ festhalten, als ob ihre Seligkeit davon abhinge – wo doch das gerade Gegenteil der Fall ist! 😉

Klosterbibliothek Admont, Zentralkuppel ‚Offenbarung‘: Die vier Evangelisten (eigenes Bild)

Das rosa Gewand 6/n

Jaja! Es ist wieder soweit: Wir feiern den Sonntag Gaudete – Freuet Euch! – und weit und breit ist kein rosa Gewand in Sicht.

Weit und breit?

Falsch!

Zwar tragen unsere Priester weiterhin ihre rosa Stolen und erklären sie schön. Aber gar nicht weit von hier, in einer sehr sehr kleinen Kapelle in einer westlich angrenzenden Pfarrei, wurde aus Spenden in diesem Jahr ein wunderschönes Meßgewand aus rosafarbenem Brokatstoff französischer Provenienz in Auftrag gegeben und rechtzeitig durch eine fränkische Schneiderei fertiggestellt. Wir konnten es dieser Tage fotografieren und dürfen es auf PuLa abbilden. Dafür sei hiermit herzlich gedankt!

Tja – aber natürlich haben wir vor allem unser kleines Liedchen aus dem vergangenen Jahr für Sie aktualisiert, will sagen an die derzeitige Anzahl und Herkunft unserer geschätzten Priesterschaft angepaßt und ein wenig erweitert.

Außerdem stand recht bald nach dem Erscheinen der ersten Version für eines unserer Kinder fest, daß es eine Neueinspielung würde geben müssen. Man weiß schließlich, was man sich schuldig ist, wenn es ums Singen geht. Ich sage nur: Denken Sie an die Kaffeemühle von Kasperls Großmutter, nachdem die Fee Amaryllis sie in den Fingern hatte …

Aber nun Film ab für die Version 2.0 von „Schön ein rosa Meßgewand“. Viel Spaß! 🙂

 

Der Adventskalender mit Fortunatianus von Aquileia, Tag 15

Es war ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Joannes.
Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugniß von dem Lichte gebe, auf daß alle durch ihn glauben möchten.
Er war nicht das Licht, sondern er sollte Zeugniß von dem Lichte geben.
Und dies ist das Zeugniß des Joannes, als die Juden von Jerusalem, Priester und Leviten an ihn sandten, daß sie ihn fragen sollten: Wer bist du?
Und er bekannte und leugnete es nicht und er bekannte: Ich bin nicht Christus!
Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du der Elias? Und er sprach: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein!
Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? damit wir denen, die uns gesandt haben Antwort geben.Was sagst du von dir selbst?
Er sprach: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, wie der Prophet Isaias gesagt.
Die Abgesandten aber waren Pharisäer.
Und sie fragen ihn und sprachen zu ihm:Warum taufest du aber, wenn du nicht Christus, noch Elias, noch der Prophet bist?
Joannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber in eurer Mitte stehet der, den ihr nicht kennet.
Dieser ist es, der nach mir kommen wird, der vor mir gewesen ist, und dessen Schuhriemen aufzulösen ich nicht würdig bin.
Dies ist zu Bethania geschehen, jenseits des Jordan, wo Joannes taufte.
(Joh 1 6- 8, 19 – 28)

‚Sie befragten ihn erneut und sagten:“Bist du Elija? Er sagte:“Ich bin es nicht und so weiter. Er sagte zu ihnen: „Ich bin die Stimme eines Schreienden in der Wüste. Bereite den Weg des Herrn vor, wie der Prophet Jesaja sagte und so weiter.‘
Denn die Juden wissen, daß Christus und Elija kommen sollen, aber sie irren sich, weil sie nicht glauben, daß Christus bereits in Demut gekommen ist. Sie entsandten Vertreter zu Johannes und erkundigten sich, wer er sei.
Als er gesagt hatte, daß er nicht der Christus sei, sagten sie: „Bist du Elija? Als er verleugnet hatte, daß er Elija sei, sagten sie zu ihm: „Bist du ein Prophet? Und er sagte, daß er kein Prophet sei, denn er war vom Herrn als größer als alle Propheten verkündet worden sei. (Lk 7, 28) Er hat zu Recht die Rolle des Propheten abgelehnt, denn ein Prophet ist einer, der voraussagt, was kommen wird; Propheten heißen danach, daß sie prophezeien, weil sie Verkünder des Kommenden sind.
Denn alle Propheten sagten, daß Christus kommen würde, aber Johannes zeigte mit seiner eigenen Stimme allen, daß er [bereits] anwesend war, und sagte: Siehe, das Lamm Gottes, siehe, derjenige, der die Sünde der Erde wegnimmt. (Joh 1,29) So übertraf er die Aufgabe eines Propheten, als er den Sohn Gottes in seiner Gegenwart offenbarte. Denn die anderen hatten gesagt, daß er kommen würde; Johannes zeigte, daß er gekommen war. […]
J. XI.

‚Und diejenigen, die von den Pharisäern und Leviten gesandt worden waren, um ihn zu befragen, sagten zu ihm: Warum taufst du dann, wenn du weder Christus noch Elija noch ein Prophet bist? Darauf antwortete Johannes:“Ich taufe tatsächlich im Wasser der Buße. Aber in der Mitte von euch steht einer, den ihr nicht kennt und so weiter.‘
So taufte die Stimme des Johannes das Volk zur Buße. Denn die Reue folgt nur aus einem Vergehen; doch wo es kein Vergehen und keine Sünde gibt, da ist auch keine Buße. Da es also sehr viele Sünden und Verbrechen unter den Menschen gab, entstand ein Ort für die Buße. Johannes, als Vorläufer des Herrn, wurde mit der Aufgabe betraut, das Volk durch die Taufe der Buße auf den Herrn vorzubereiten: das ist der Sinn, den Weg des Herrn vorzubereiten, […]. Er fügte hinzu:“Aber in der Mitte von euch steht einer, den ihr nicht kennt, nämlich Jesus, der Sohn Gottes, der in sein Eigen gekommen ist und sein Eigen hat ihn nicht aufgenommen. (Joh 1, 11) ‚weil nach mir ein Mensch kommt‘, weil sechs Monate nach Johannes, ein Mensch, dem Fleische nach durch Maria, geboren wurde und offenkundig vollkommen gemacht wurde, um Vollmacht zu haben.
‚Die Schlaufe, von der ich nicht würdig bin, sie zu lösen‘ […] Er bestreitet, daß er würdig sei, den Riemen der Sandale dieses Mannes zu öffnen. Im Gesetz steht geschrieben, daß jedem, der sich nicht [der verwitweten Frau seines Bruders] nähern möchte, seine Sandalen entfernt bekommen sollte. (vgl. Deut 25, 8 – 10) Dies also ist der wahre Bräutigam, ein Mann, der vollkommen ist: Gott, der Sohn Gottes, Jesus. Niemand ist würdig, auch nur dessen Schuhriemen zu lösen, denn er ist der wahre Bräutigam, in dem sich alle zuvor verkündeten Vorausbilder als erfüllt erweisen. Denn Mose und sein Nachfolger, der Prophet Josua, Sohn Nuns, werden angewiesen, den Riemen ihrer Sandalen zu lösen, wenn sie ein Gespräch mit Gott erleben durften. (vgl. Ex 3,5) Das liegt daran, daß sie nicht der Bräutigam waren, sondern Freunde des Bräutigams, (Joh 3,29) wie eben Johannes sagt. Den Gurt lösen: Das bedeutet, selbst die kleinsten Gebote zu übersehen. Denn etwas wird gelöst, wenn es vernachlässigt oder übergangen wird; […] Johannes versichert, daß er nicht würdig wäre, dies zu tun.
J XII.

Klosterbibliothek Admont, Zentralkuppel ‚Offenbarung‘: Die Propheten Jesaja, Jeremias, Ezechiel und Daniel (eigenes Bild)

Der Adventskalender mit Fortunatianus von Aquileia, Tag 14

Und da sie von dem Berge herabstiegen […]
[…] fragten die Jünger ihn und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, Elias müsse zuvor kommen?
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elias wird zwar kommen und alles wieder herstellen;
ich sage euch aber, daß Elias schon gekommen ist und sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch des Menschen Sohn von ihnen zu leiden haben.
Da verstanden die Jünger, daß er von Joannes dem Täufer zu ihnen geredet habe.
(Mt 17 9a, 10 – 13)

Bekümmert fragen sie auch um die Zeiten des Elias. Er aber antwortet ihnen, Elias werde kommen, und Alles wieder herstellen, das heißt, er werde das, was er aus Israel noch übrig finden wird, zur Erkenntnis Gottes zurückrufen. Und er gibt ihnen zu verstehen, daß mit der Kraft und dem Geiste des Elias Johannes gekommen sey, an welchem sie jede Grausamkeit und Härte verübt hätten; so daß er, die Ankunft des Herrn verkündigend, durch seine Erduldung des Unrechtes und der Qual auch ein Vorläufer in dem Leiden war.
(Hilarius v. Poitiers Kommentar zum Evangelium des Matthäus, 17. Hauptstück, 4)

Da zur heutigen Perikope erneut bei unserem Hauptautor nichts zu finden war, gibt es heute sozusagen ein Flashback zum Adventskalender des vergangenen Jahres mit dem Hl. Hilarius v. Poitiers; immer schön, das „Wiederlesen mit alten Bekannten“, oder? 😉

Kloster Admont Torfeststeller (eigenes Bild)

Der Adventskalender mit Fortunatianus von Aquileia, Tag 13

Womit soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen? Es ist den Kindern gleich, die auf dem Markte sitzen und ihren Gespielen zurufen,
und sagen: Wir haben euch gepfiffen und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen und ihr habet nicht geweint.
Denn Joannes ist gekommen, er aß und trank nicht und sie sagen: Er hat den Teufel!
Des Menschen Sohn ist gekommen, er isset und trinket und sie sagen: Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Aber die Weisheit wird von ihren Kindern gerechtfertiget.
(Mt 11, 16 – 19)

‚Aber mit was soll ich diese Generation vergleichen? Sie ist wie Jungen, die an einem öffentlichen Ort sitzen und schreien.‘
Wir finden in der Heiligen Schrift zwei Arten von Jungen, einige in ihrem Denken und einige in ihrem üblen Tun, wie der Apostel sagt: Laßt euch nicht zu Knaben [EÜ: „Unmündige“] in eurem Denken machen, sondern seid [wie] Kinder gegenüber dem üblen Tun, damit ihr vollkommen im Denken seid. (1 Kor 14, 20)
Der öffentliche Ort bedeutet Jerusalem, wo die Einhaltung des Gesetzes und die Gerechtigkeit verhandelt wurden. Es zeigt, daß Jungen [im guten Sinne: ‚Kinder‘] an diesem öffentlichen Ort saßen, die Propheten in der Vergangenheit und die Apostel nach der Passion des Herrn. Alle jene, die ohne Übeltat waren, werden angemessen als Kinder verstanden. Tatsächlich sagt der Herr durch den Propheten: Siehe, ich und die Kinder, die Gott mir geschenkt hat. (Jes 8, 18) Und anderswo sagt er: Kinder, habt ihr etwas zu essen? (Joh 21, 5) Abraham, als er schon im hohen Alter war, wurde der Knabe des Herrn genannt. (vgl. Gen 26, 24) […]
‚Wir haben für euch gesungen, und ihr habt nicht getanzt‘, das heißt, wir haben das Kommen und die Herrlichkeit des Herrn gepredigt, und ihr habt euch geweigert zu glauben. Denn tanzen heißt sich zu freuen und mit der Stimme des Sängers in Einklang zu kommen. Das weigerte sich das Volk zu tun, denn sie trauten den Propheten nicht, die predigten, daß der Sohn Gottes kommen würde, und später wollten sie auch nicht den Aposteln glauben, die Zeugnis ablegten, daß er gekommen war.
‚Wir haben für dich geklagt und du hast nicht geweint.‘ Denn alle Heiligen weinten über die Vernichtung Jerusalems und die Zerstreuung seiner Bewohner […]
M. LXII.

Klosterbibliothek Admont, Kuppel ‚Naturwissenschaften‘ (Südflügel): Putten mit Blumen (eigenes Bild)

Der Adventskalender mit Fortunatianus von Aquileia, Tag 12

Es ging aber viel Volk mit ihm und er wandte sich zu ihnen und sprach:
Wenn jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater und Mutter und Weib und Kinder und Brüder und Schwestern, ja auch sogar seine eigene Seele, der kann mein Jünger nicht seyn.
Und wer sein Kreuz nicht trägt und mir nachfolget, der kann mein Jünger nicht seyn.
Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, wird sich nicht zuvor niedersetzen und die nöthigen Kosten überschlagen, ob er auch habe, um auszulangen
damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat, und den Bau nicht vollenden kann, alle, die es sehen, ihn zu verspotten anfangen,
und sagen: Dieser Mensch fing an zu bauen und konnte nicht vollenden?
Oder welcher König wird gegen einen andern König ausziehen und Krieg führen, ohne sich zuvor niederzusetzen und zu überlegen, ob er mit zehntausend Mann bei dem etwas ausrichten könne, der mit Zwanzigtausend Mann zu ihm kommt?
Kann er das nicht, so wird er Gesandte schicken, da jener noch ferne ist, und um Frieden bitten.
Also kann auch keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er besitzt, mein Jünger seyn.
(Lk 14,25-33)

Damit aber dieser Haß gegen die Nächsten nicht aus Leidenschaft erwächst, sondern aus Liebe, fügte er hinzu: „und dazu noch seine eigene Seele“. Es ist also sicher, daß der durch Lieben seinen Nächsten hassen muß, ihn so haßt wie sich selbst; denn wir hassen unser Leben dann richtig, wenn wir seinen fleischlichen Gelüsten nicht nachgeben, sein Verlangen brechen und gegen seine Begierden ankämpfen. Dieses verachtenswerte Leben wird also zum Besseren geführt, es wird gleichsam durch den Haß geliebt.
Denn sein Kreuz tragen und Gott nachfolgen bedeutet entweder die fleischliche Enthaltsamkeit oder das Mitleiden mit den Nächsten zu üben im Verlangen nach dem ewigen Leben.
Weil hier hohe Anforderungen gestellt sind, wird sofort der Vergleich mit dem Bau eines Turmes angefügt. […] Denn alles, was wir tun, müssen wir zuvor durch eifriges Überlegen abwägen. Wenn wir also den Turm der Demut bauen wollen, dann müssen wir uns vorher auf die Widrigkeiten dieser Welt vorbereiten. (Gregor der Große)

Die Einheitsübersetzung übersetzt „hassen“ durch „gering achten“, Allioli übersetzt das „odit“ der Vulgata korrekt mit „haßt“ und nur so versteht man auch die Ausführungen des Hl. Gregor d. Gr. richtig, auf den wir erneut zurückgreifen mußten, da sich für heute bei Fortunatian aber auch partout nichts fand. Und wo schon alles anders ist, gibt es heute auch ein Photo, das zwar aus Stift Admont, aber erkennbar nicht aus der Bibliothek stammt! 😉

Stiftskirche Admont (eigenes Bild)