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Fürchtet Euch nicht!

Für alle, die es zu Weihnachten nicht wirklich verstanden haben, kommt eine der zentralen Botschaften des Christentums in jedem Jahr zu Ostern noch einmal: „Fürchtet Euch nicht!“ beruhigt ein Engel die Hirten auf dem Feld (Lk 2,10) und ein Engel des Herrn sagt es den Frauen, die am ersten Tag der Woche, am Morgen nach dem Sabbat zum Grab kommen, um Jesus zu salben und eine leere Grabstätte vorfinden (Mt 28,5): „Fürchtet euch nicht!“

In jedem Jahr sprüht oder schreibt diesen Satz irgendjemand auf die Straße. Auch an diesem Ostermontagmorgen haben wir ihn in unserer Straße, die direkt zur Kirche führt, an mehreren Stellen auf dem Bürgersteig gefunden. Direkt vor der frisch geplättelte Zufahrt zum Pfarrgarten und wiederum auch an anderen Stellen stand zudem „Jesus ist auferstanden!“

Ostern 2021 in der Weimarer Paul-Schneider-Straße und direkt vor der Toreinfahrt zum Pfarrgarten (eigene Bilder)

Das ist freilich gerade zur Zeit leichter gesagt als getan. Ein Zufallsbefund bei einem Gang zur Musikhochschule ohne Umweg oder eine Suche nach Veränderungen ergab heute Nachmittag, daß der Bekleidungsladen für Jugendliche, Pimkie (bekanntlich eine Ladenkette), seine Weimarer Filiale am Theaterplatz geschlossen hat. In der Neugasse ist der Kunsthandwerksverkauf mit den Erzgebirgsfiguren eingegangen, statt S.Oliver versucht sich in der Schillerstraße jetzt hogl und Gerry Weber hat zwar ein Plakat mit der Aufschrift „New Collection“ hängen, es stehen aber keine eingekleideten Schaufensterpuppen dabei. Ein Reiseunternehmen im Goethekaufhaus informiert per Aushang über seine Schließung aufgrund der Öffnungsverbote zum „Coronaschutz“  und das erste Haus am Platz, Hotel Elephant am Markt, bei dem es ja eigentlich darauf ankommt, einmal im Café mit den historischen Van-de-Velde-Stühlen zu sitzen, versucht sich als Lieferservice.

Fürchtet Euch nicht?

Ja, fürchtet Euch nicht. Zumindest wir anderen, deren ökonomische Existenz gerade nicht akut bedroht ist: Fürchten wir uns nicht, selber zu lesen, selber zu hören, selber zu denken und zu sagen, was das alles für ein Irrsinn ist (angesichts beispielsweise einer deutschlandweiten Untersterblichkeit zwischen 9 und 14% im dritten Monat in Folge …).

Oder, wie Anthony Hopkins unlängst so schön auf Instagram zitiert wurde: „Keiner kommt hier lebend raus. Also hört auf, Euch wie Andenken zu behandeln” 

Fürchten wir uns nicht!

PuLa wünscht allen Leserinnen und Lesern mehr als nur körperliche Gesundheit – und eine gesegnete Osterzeit!

 

Cornelie Becker-Lamers

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