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Mira heißt wunderbar

Abendmesse mit studentischem Chor oder Wenn wir die Hochschule nicht hätten …

 

Wir haben sie aber! Und die Studierenden der Kirchenmusik bescheren den Gottesdienstbesuchern mit ihren Abschlußarbeiten immer wieder wunderschöne Erlebnisse. So am 25. Februar 2018 in der Abendmesse mit dem Zelebranten Dr. Pittner und Jakob Dietz an der Orgel. (Daß unsere Rezension so spät kommt, hat mit zuviel Arbeit und der Grippewelle zu tun 🙁 )

Die Absolventin Mirosława Cieślak hatte aus Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie einzelnen Noch-Nicht-Studierenden, die sie beim Gemeindegesang mit sicherem Gehör aus der Bank gefischt hatte 😉 , einen Projektchor zusammengestellt, der nach drei Proben die Messe mit gut einer halben Stunde Musik bereicherte.

Neben Eingangs- und Danklied (Aus tiefer Not, GL 277 bzw. O, Mensch bewein, GL 267), die der Chor mit der Gemeinde im strophischen Wechsel sang, hörten wir das Kyrie, das Sanctus/Benedictus und das Agnus Dei aus Antonio Lottis (1666-1740) Missa brevis (ab Minute 2:00):

Die Tempi in Frau Cieślaks Chor waren zum einen getragener, zum andern im Benedictus spritziger (und übrigens war alles einen Halbton höher angestimmt) – insgesamt schöner als Sie es hier vom Kammerchor der Interlochen Arts Academy hören können, aber durch das YouTube-Video erhalten Sie immerhin eine Vorstellung von der Musik. Die Besetzung war identisch, auch in Weimar standen pro Stimme fünf Sängerinnen bzw. Sänger zur Verfügung, aus deren Reihen sich während des Wortgottesdienstes Elisabeth Maruschke zum Kantorieren löste.

Zur Gabenbereitung erklang das Parce Domine von Feliks Nowowiejski (1877-1946):

Nach dem Schlußsegen schwang der Chor sich, dann vor den Altarstufen postiert, sogar zu Henryk Góreckis (1933-2010) fast 10-minütigem Marienlob Totus Tuus auf.

Da die Vermeldungen den Chor aus Versehen nicht angekündigt hatten (oder, wahrscheinlicher, der nötige Input fehlte) und auch ich vergessen hatte, in der Kirchenchorprobe dafür Werbung zu machen (Asche auf mein Haupt), war die Kirche spärlicher besetzt, als es für gewöhnlich zu solchen Gelegenheiten der Fall ist. Was unserem Genuß keinen Abbruch tat, aber für alle schade ist, die es verpaßt haben, weil sie den Termin einfach nicht wußten. Aber hier in der Rezension ist er nun wenigstens aufgehoben und wir schließen mit der Vorfreude auf die nächste vergleichbare Messe.

 

Cornelie Becker-Lamers

Ein Trackback/Pingback

  1. Pulchra ut Luna › Salve Regina! on Dienstag, 1. Mai 2018 um 10:53

    […] den Pfarrer konnte sehr schnell eine Violinstudentin zu Probe und Gottesdienst gewonnen werden. Ich sage ja: Wenn wir die Hochschule nicht hätten … Wir haben sie […]

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