Zurüruck zum Inhalt

Zweierlei Maß…

Heute früh brachte es der noch andauernde Urlaub mit sich, daß ich zufällig einen Beitrag in der Sendereihe „Tag für Tag, Aus Religion und Gesellschaft“ im Deutschlandfunk hörte, der sich mit den „Religiösen Speisevorschriften im Judentum von heute“ beschäftigte.

Das paßt, so dachte ich, ganz gut zum ersten Freitag nach der Weihnachtsoktav, an dem ja so langsam die Einhaltung des freitäglichen Fastengebots wieder in den Blick gerät, ähem 😉

Der Bericht in einer Sendereihe, die ja leider für Katholiken zu katholischen Themen häufig genug relativ unerträglich ist (wie das meiste „Katholische“ im DLF, dem Himmel sei‘s geklagt!), aber dies war ein ganz nüchterner und informativer Bericht (nachzulesen und zu –hören hier) mit sinnvollen O-Tönen, ja, er schien gar von einer gewissen Sympathie geprägt!

Besonders interessant erschien mir der Abschnitt, in dem ausgeführt wurde, daß für die jüdischen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion (heute in den jüdischen Gemeinden ja in der Regel die Mehrheit) die jüdischen Speisegesetzen meist keine Rolle spielen. Für ihre Kinder hingegen sehe das anders aus:

„Also, ich fange jetzt koscher bei mir zuhause zu kochen, da ich eigentlich aus einer Familie komme, wo wir ganz normal uns ernährt haben – wie überall gegessen wird. Aber jetzt, da ich meinen eigenen Haushalt habe, […]“

wurde da der O-Ton einer jungen Frau eingespielt. Wie ausgesprochen erfreulich! Wer denkt da nicht an den großen Zuspruch, den die Messe im außerordentlichen Ritus gerade unter jungen Katholiken findet (wo sie sie denn kennenlernen dürfen 🙁 ).

Sehr bedenkenswert auch die Überlegungen der interviewten Professorin zum „Aufmerksamkeitstraining“, der „Bewußtseinsbildung“ und der identitätsstärkenden Wirkung der Beachtung der Speisevorschriften.

Und ich frage mich wieder einmal: Warum wird auf der anderen Seite der (katholische) Christ, der sich unaufdringlich um die Einhaltung der eigenen Fastengebote bemüht, eher als bedauernswerter finsterer Sonderling (oder sonderbarer Firnsterling) betrachtet?

Wäre dies ein ‚Tweet‘ und kein Blogeintrag, so würde ich einfach die Hashtags #Heuchelei und #Selbsthaß setzen…

 

Einen Kommentar schreiben

Ihre Email wird NIE veröffentlicht oder weitergegeben. Benötigte Felder sind markiert *
*
*

*