Zurüruck zum Inhalt

„Jede Sünde ist der Elf zugehörig“

Wie angekündigt und (leider!) notwendig hier der zweite Teil der Auseinandersetzung mit der Verteufelung von PuLa:

 

„Jede Sünde ist der Elf zugehörig“ (Beda Venerabilis)

Gedanken zu einer deplazierten Wortmeldung

Als die Karnevalsjecken im vergangenen Herbst die „fünfte Jahreszeit“ am Jahrhundertdatum eines 11.11.11 einläuten konnten, druckte die FAZ einen Essay von Theo Stemmler zur Symbolik der Zahl Elf ab. (Theo Stemmler, In Überzahl gegen Kirche und Staat, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 263 vom 11. November 2011, S. 8; alle Zitate des Abschnitts aus Stemmlers Text.) Die Elferräte, lesen wir dort, treten erst seit Anfang des 19. Jh.s zusammen, aber die Sonderstellung der Elf reiche weit in die Sprach-, Religions- und Kulturgeschichte zurück. Den Zahlwörtern der indoeuropäischen Sprachen etwa sei abzulesen, daß die Elf – wörtlich jeweils „eins darüber“ oder „eins über zehn“ – stets als „‘krumm, schräg, überzählig‘ negativ bewertet“ worden sei. In der mittelalterlichen Bibelexegese, so Stemmler, werde die Elf gar der Sünde zugeordnet.

Wie schön, daß in Weimar die Welt noch in Ordnung ist. Denn folgerichtig auf S. 11 gab uns der letzte Osterpfarrbrief einen Text zur Kenntnis, der unverkennbar Züge des Närrischen trägt: Eine kleine Gruppe maskierter Privatpersonen (auf die private Finanzierung der Seite wird eigens hingewiesen) vergleicht sich zunächst mit dem Herrn selber, malt dann aber in einem wütenden Wortschwall aus frei erfundenen Geschichten und verfälschender Textwiedergabe den Teufel an die Wand und stellt – schief, überflüssig und in einem Osterpfarrbrief definitiv fehl am Platze – die Wahrheit auf den Kopf.

Verhelfen wir nun, gegen Ende der Osterzeit, der Wahrheit wieder zu ihrem Recht. Wir müssen dabei deutlicher werden, als die anonymen Verfasser des genannten Elaborats dies wünschen werden.

 

„Was darf die Satire? Alles.“ (Kurt Tucholsky)

Eine Einführung in die Wundersdorfer Sketche

Daß Literatur nicht erklärt, was geschieht, sondern es vor den Augen der Leserschaft im Text selber geschehen läßt, macht Literatur in Erkenntnisprozessen so wertvoll: Situationen werden so nicht bloß intellektuell nachvollziehbar und verständlich, sondern darüber hinaus beim Lesen gefühlsmäßig in vielen ihrer verschiedenen Facetten erfaßt. Daß Literatur eben dadurch „engagiert“ sein und mit ihrer eigenen Realität tatsächlich auf die außerliterarische Wirklichkeit zurückwirken und in sie eingreifen kann, muß man vielleicht einmal selber erlebt haben, um es zu glauben.

Wir erleben es gerade.

Auf PuLa sind einige Sketche erschienen, die Szenen aus dem Leben der katholischen Diasporagemeinde Maria Hilf! in Wundersdorf/ Oderbruch und einer ebendort beheimateten aufgeweckten Schafherde zum Inhalt haben. Die Sketche nehmen Machtanspruch und tatsächliche Herrschaftsausübung einer weiblichen Person aus dieser Gemeinde aufs Korn. Kritisiert wird in den unterschiedlichen Situationen immer wieder dieselbe Person, ob in der Figur der „Corinna“ oder als Schaf „Krutzi“ – selbst wenn sie als Figur gar nicht selber auftaucht, sondern eine Szene die Folgen ihres Kontrollzwangs und des seelischen Drucks, den sie auf die handelnden Personen ausübt, vor Augen führt. So thematisiert „Der Hauptgewinn“ (September) ihren Machtanspruch über die Ehrenämter der Gemeinde, „Das Nikolausgeschenk“ (Dezember) ihre Monopolisierung der gemeindeeigenen Medien und „Das Copy-Right“ (Januar) den Druck, unter dem die Sekretärin der Wundersdorfer Gemeinde steht.

Liebe Menschen übertragen die Wundersdorfer Sketche auf ihre eigene Gemeinde und erfreuen sich an der treffenden Schilderung von Zuständen, die ihnen vertraut erscheinen. Andere übertragen sie auch und fühlen sich ganz offenbar ertappt. Dies voraussehend, waren die Sketche denn auch als vergleichsweise gutmütige Hinweise an eine Person unserer Weimarer Gemeinde gedacht, ihr Verhalten zu überdenken und der Gemeinde die Vielfalt und Qualität der gerade hier in Weimar möglichen ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht weiter vorzuenthalten (vgl. in diesem Sinne bereits den Beitrag „Boshaft?“).

Interessanterweise aber wird auf der SEITE 11 des Osterpfarrbriefes die Frage, ob denn jemand – und wenn ja: wer in der Figur der „Corinna“ auf die Schippe genommen werden könnte, auf das Sorgfältigste ausgeklammert. Diese Frage soll ganz offenbar außerhalb des Denkbaren gehalten werden. Statt dessen unternimmt es die SEITE 11 mit viel Mühe, in sämtlichen PuLa-Beiträgen nach Textstellen zu suchen (man fand deren zwei…), die so weiter-„entwickelt“ werden konnten, daß die implizite Kritik an unserem „Corinna“-Pendant in Herz-Jesu Weimar als Kritik an ganz anderen Menschen erscheint. So versucht die SEITE 11 den falschen Eindruck zu erwecken, die betreffenden Gemeindemitglieder würden ungerechtfertigter Weise zum Opfer „unsachlicher“ Beschreibung.

Wir haben uns daraufhin gefragt, ob die Verfasser der SEITE 11 ernsthaft wollen können, daß PuLa „Klarnamen“ nennt. Vielleicht kann „Else Franke“, die fleißige Kommentarschreiberin mit den guten Beziehungen, ja auch dies einmal recherchieren … (Ich muß den Namen hier in Anführungszeichen setzen, denn „Else Franke“ existiert, so wie sie im Kommentarbereich von PuLa agiert, ebenfalls nur als literarische Figur. Denn die Person hinter „Else Franke“ – Mitgliedern des PGR wie des KV unter diesem Namen unbekannt und dennoch nach eigenem Bekunden bis zuletzt beim Ehrenamtstreffen unserer Gemeinde zugegen – bringt nicht unseren Mut auf, unter Klarnamen zu schreiben und bedient sich daher des Namens einer hochbetagten, wenn nicht mittlerweile verstorbenen Dame aus Sachsenhausen/ Filialgemeinde Buttstädt, von der mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen ist, daß sie nicht via Internet kommunizieren würde.) Nein! Wir werden selbstverständlich auch weiterhin den Namen der von uns kritisierten Person nicht nennen. Es erkennt sie ohnehin jeder, der mit unserem Gemeindeleben vertraut ist, und andere interessiert ihr Name nicht.

Auf SEITE 11 also wird vieles unterstellt, was wir nicht getan und Kritik erwähnt, die wir nicht geäußert haben, so daß wir heute ausnahmsweise ein bißchen deutlicher werden und den Spaß etwas beiseite lassen müssen. Eine der bewußten Verfälschungen bezieht sich auf einen der ganz wenigen von mir verfaßten nicht-literarischen Gastbeiträge, nämlich den Text von der „Ersten allgemeinen Ver-un-sicherung“, weswegen ich diese Verfälschung auch selber richtigstellen möchte. Besagter Text hatte, wie die Sketche, ins Schwarze getroffen und seine Wirkung nicht verfehlt: Die Person, deren Verwirrung stiftende Halbwahrheiten in der „Ersten allgemeinen Ver-un-sicherung“ richtiggestellt werden, hatte sich so geärgert, daß sie den Inhalt zu einer Beschimpfung unserer bischöflichen Behörde „umfrisierte“ und war damit in Erfurt aufmarschiert, um mich anzuschwärzen. Im Ordinariat freilich ist man auf PuLa zu Hause, hatte rasch im Original nachgelesen, die Fälschung aufgedeckt, und die betreffende Person hätte sich auf dem Grunde der für mich gegrabenen Grube wiedergefunden, hätte man in Erfurt nicht in aller Eile die ganze Grube zugescharrt. In dieser „Ersten allgemeinen Ver-un-sicherung“ nun wird en passant eine Situation erwähnt, die sich während der letzten RKW zugetragen hat: Eine Erstklässerin hatte Bescheid gesagt, daß sie austreten müsse und war doch im für sie unbekannten Legefelder Wald allein gelassen worden, bis sie die Gruppe nicht mehr sah. Das ist wirklich passiert, das Kind war meine Tochter, und die Aufsichtsperson war in dieser Gruppe nicht unser Gemeindereferent, sondern selbstverständlich ebendie Person, von der ja der gesamte „Ver-un-sicherungs“-Text handelt. Besäße diese Person einen Funken Kritikfähigkeit, hätten wir es bei dem allgemein gehaltenen Hinweis vom 18. Januar belassen können. Nun aber müssen wir, um unseren gewissenhaften Gemeindereferenten zu entlasten, Roß und Reiter deutlich benennen.

Merke: Alle Andeutungen auf PuLa sind in dieser Weise ernst zu nehmen! Immer stehen sehr konkrete Ereignisse im Hintergrund, die der/ den Verantwortlichen wohlbekannt sind. Die Rücksicht, die wir auf PuLa unserer „Gemeindeleitung“ gegenüber trotz allem nehmen, sollte nicht dazu verleiten, unsere Kritik vom Tisch wischen oder gegen Dritte kehren zu wollen.

Nun will ich noch einen Vorwurf der SEITE 11 dementieren, der auf mich gemünzt sein muß, mich aber bei all seiner Schwere eigentümlich unbeteiligt läßt, eben weil er so gänzlich daneben liegt: Eine PuLa-Autorin hätte im Sekretariat in vertraulichen Unterlagen „gekramt“. (Liegen da vertrauliche Unterlagen herum? Ich denke, wir haben so einen tollen Datenschutz ) Wenn ich recht sehe, haben bisher nur Amei Mende, Frau Kuhn (PuLa-kritisch) und ich Gastbeiträge für PuLa geliefert. Frau Mende fällt für diese Idee aus, leitet außerdem zur Zeit keine Gruppe und hat daher kaum im Sekretariat zu tun, Frau Kuhn steht wohl außerhalb jedes Verdachts. Auf mich trifft der Vorwurf ebenfalls nicht zu. Nicht nur, weil ich in der Regel in aller Eile die notwendigen Kopien gezogen habe, wenn bereits Chor-Kinder da waren, sondern weil die ganze Idee des heimlichen „Kramens“ mir charakterlich fremd ist. Man erfährt weiß Gott in dieser Gemeinde ständig von so vielen Dingen, zu denen man nicht schweigen kann, daß man nicht auch noch Lust verspürt, aktiv nach weiteren zu suchen. Nein: Diese Erfindung der SEITE 11 klingt doch sehr nach einer nachträglichen Rechtfertigung von Überwachungsmaßnahmen, die der Januar-Sketch „Das Copy-Right“ anhand eines Wundersdorfer Beispiels aufs Korn nimmt. Doch das dort beschriebene Mißtrauen ist ja – für die Figuren im Text wie in der Weimarer Realität – eben deshalb so verletzend, weil es hier wie da unbegründet ist. Aber wer, wie u.a. die Figur der Wundersdorfer „Corinna“ (vgl. auch „Die Laufschriftanzeige“), ein künstliches Autoritätsgefälle unter den Ehrenamtlern durch möglichst finales Vorenthalten möglichst aller Informationen aufbauen und aufrechterhalten will, sieht sicherlich über kurz oder lang Gespenster.

Was, um auch hierauf noch einmal eigens einzugehen, unsere angeblich beschimpften Weimarer Sekretärinnen angeht: Bekanntlich ist jeder Sketch in einen kleinen Vorspann und einen abschließenden kleinen Ausblick eingebettet. Und da lesen wir nach dem „Copy-Right“: „Ja, so geht’s zu in Wundersdorf! Bloß gut, daß wir in Weimar so gute und belastbare Sekretärinnen haben“. Die Textaussage des Sketches kann nicht als Angriff auf die Wundersdorfer Sekretärin gelesen werden und ist auch beim bösesten Willen nicht in diese Richtung auf die Weimarer Verhältnisse ausdeutbar. Kontrollfimmel und Herrschsucht gehen, wie mehrere Sketche zeigen, von einer anderen Person der Gemeinde aus, im Falle Wundersdorfs eben von „Corinna“.

So geht es denn in den Wundersdorfer Sketchen überhaupt um „Herrschaftskritik“. Der Erwartungshorizont, vor dessen Hintergrund die Sketche zu lesen sind, ist also nicht der gemütliche Kaffeeplausch beim Gemeindefest, sondern die Politsatire. Wenn Sie sich nun in Erinnerung rufen, welcher Ton im politischen Kabarett herrscht, werden Sie zugeben, daß die Geschichten von Wolle, Flocke, Kohle und Krutzi dagegen nur als „lammfromm“ (sozusagen im Wortsinne…) zu bezeichnen sind.

Im Gegensatz zur politischen Satire. Aber auch im Gegensatz zum in der Weimarer Herz-Jesu-Gemeinde herrschenden Umgangston seitens der „Gemeindeleitung“. Wenn seitens der „Gemeindeleitung“ in einer Konfliktsituation die Kommunikation nämlich nicht der Einfachheit halber schlicht abgebrochen wird, mißachtet sie bekanntlich insbesondere hinter den von unserem Pfarrer in seiner Predigt zum 3. Sonntag der Osterzeit so wortreich beworbenen „verschlossenen Türen“ gerne einmal die Grenzen des Anstandes und der bürgerlichen Umgangsformen. Und Konfliktsituationen produziert unsere „Gemeindeleitung“ in ihrer derzeitigen Konstellation ständig – zum Imageschaden unserer Gemeinde im Bistum, in den Institutionen unserer Stadt und darüber hinaus. Und sehr zum Leidwesen vieler aktiver Gemeindemitglieder: Der gewöhnlich lapidar gebrauchte Ausdruck des „krank Ärgerns“ wird in Herz-Jesu Weimar immer wieder erschreckend konkret: Es geschieht erzwungenermaßen, aus purem Selbstschutz, daß sich immer mehr Familien gerade der aktivsten Gemeindemitglieder vollständig aus dem Gemeindeleben in Herz-Jesu zurückziehen und lieber die Kirchen anderer Orte oder gar anderer Konfessionen besuchen.

Interessanterweise weinen all diese Menschen sich seit Jahren bloß untereinander aus und wenden sich nicht an das doch für die Sorgen der Gemeindemitglieder eigentlich zuständige Gremium, den Pfarrgemeinderat. Da wir die Teilnahme an diesem heimlichen Dauerdiskurs der versteckten Trauer und unterdrückten Wut irgendwann nicht mehr mit unserem Gewissen vereinbaren konnten, haben wir uns nach langem Abwägen zu dieser Dialogplattform – eben PuLa – entschieden, die den Gedemütigten zeigen kann, daß sie nicht allein unter den hiesigen Verhältnissen leiden. Für die Verantwortlichen in dieser Gemeinde der beinahe paralysierten Gremien und der verhinderten Kommunikationsforen hingegen war und ist PuLa eine Chance, sich zu Problemen zu äußern, etwas zu erläutern und etwas zu ändern. Nach Ablauf eines Jahres wissen wir freilich, daß das heimliche Reden hinter vorgehaltener Hand der „Gemeindeleitung“ immer schon lieber war und bleibt.

Woher soll nun vor dem Hintergrund des Gesagten die Motivation kommen, die in der Kritik stehenden Personen mit Samthandschuhen anzufassen? Ich kann die Empfindlichkeiten nicht verstehen, mit denen den Wundersdorfer Sketchen hin und wieder begegnet wird. Sie müssen entweder auf bewußt verbreiteten Fehlinformationen beruhen (wie z.B. den unlängst frei erfundenen Geschichten über Unterschriftssammlungen gegen den Pfarrer), auf bislang mangelnder eigener Erfahrung in dieser Gemeinde – oder aber sie sind Zeichen der Angst, die verbreitet unter den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern unserer Gemeinde herrscht.

Denn sagen Sie einmal ehrlich: Wenn es in unserer Gemeinde jemanden gibt, der mühelos in der Figur der „Corinna“ wiederzuerkennen ist, hat diese Person es dann nicht verdient, daß man solche Sketche über sie schreibt – und daß diese Sketche auch erscheinen? Doch, das hat sie! Aber, wie Kurt Tucholsky so schön bemerkt: „Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.“ So sitzen denn auch einige Menschen aus der Weimarer katholischen Gemeinde auf dem Sofa und schmollen. Wagen nicht mehr, uns anzusehen, weil sie doch gar zu gerne den Boten für die Nachricht haftbar machen möchten und die Schuld an den Mißständen in der Gemeinde denen in die Schuhe schieben wollen, die diese Mißstände benennen: „Ach, wie war es doch vordem ohne PuLa so bequem!“

Oder man erschrickt, weil man plötzlich die Leute kennt, die in einem politischen Kabarett vorkommen. Man fürchtet sich oder schämt sich für sie.

[…hier folgte ein Abschnitt über das Verhältnis von „Gemeindeleitung“ (mit Anführungszeichen) und Gemeindeleitung (ohne Anführungszeichen), den die Redaktion für dieses Mal „um des lieben Friedens willen“ gestrichen hat, was aber nicht heißt, daß es nicht notwendig wäre, über genau dieses Verhältnis nachzudenken, bzw., darüber, was die Weimarer Zustände überhaupt erst ermöglicht…]

Nun aber noch einmal zurück zum Ausgangspunkt. Was bedeutet es konkret, wenn ich sage: „Wir erleben gerade die Wirkung engagierter Literatur in einer autoritären Herrschaftsstruktur“? Ohne daß es, von meinen Emails und Kommunikationsangeboten abgesehen, in den vergangenen anderthalb Jahren irgendeinen Austausch zwischen der Gemeindeleitung und mir gegeben hätte – dieser Austausch war ursprünglich übrigens sehr freundlich und verhältnismäßig rege –, erhielt ich im Januar unter fadenscheinigen Gründen gleichsam „Berufsverbot“, wurde also von allen Ehrenämtern ausgeschlossen. In dem der „Dorflogik“ verhafteten Einflußbereich wurde außerdem ein Aufführungsverbot über meine Werke verhängt, und zwar nicht über die Sketche – das wäre ja schon bemerkenswert genug –, sondern über das Musical zum biblischen Buch „Rut“, das zur Uraufführung beim Gemeindefest 2011 vielen Menschen sehr viel Freude bereitet hat (hier zu sehen) und, da punktgenau zum Thema der nächsten RKW passend, zur Kinderwallfahrt 2012 auf dem Erfurter Domberg zwei weitere Male aufgeführt werden sollte. Dies wurde mit erheblichem Aufwand hintertrieben. Ausgrenzung, Verleumdungen und Beschimpfungen treffen darüber hinaus nicht nur uns, sondern auch all die Menschen, die sich den Umgang mit uns nicht verbieten lassen möchten. PuLa-Lesen schlußendlich wird dem Vernehmen nach geradezu zum beichtwürdigen Vergehen hochstilisiert.

Also, liebe Kinder, aufgepaßt: Hat die PuLa-Uhr Punkte oder Striche? 😉

Einen Dialog in der Gemeinde an das faktische Ende von PuLa zu knüpfen, wie die SEITE 11 dies abschließend tut, ist vor diesem Hintergrund nur als zynisch zu bezeichnen, denn die Kommunikation ist seit längerem gestört, und das nicht nur uns gegenüber (vgl. auch Kommentar 7, hier). Wir werden deshalb selbstverständlich weiterschreiben, weil in unserer Gemeinde durch Gespräche nichts zu bewegen ist solange

– die Gemeindeleitung die Kommunikation abbricht, sobald es „kritisch“ wird,

– die Gremien gerade gut genug sind, um vorgeschoben zu werden, wenn die „Gemeindeleitung“ nach außen hin eine fragwürdige Entscheidung bemänteln will,

– Gästen mit Nachfragen in der PGR-Sitzung der Mund verboten wird und sie des Raumes verwiesen werden,

– schriftliche Anfragen selbst aus dem PGR heraus – und seien sie so harmlos wie die Bitte um eine verbesserte, d. h. bei uns: überhaupt eine Ehrenamtskoordination – von Sitzung zu Sitzung ergebnislos vertagt werden,

– es keine Gemeindeversammlungen und keinerlei gemeindeöffentliche Kommunikation gibt,

– die Machtausübung, die wir hier erleben, nur möglich ist, weil alles heimlich und verborgen geschieht, Bekanntgewordenes unter den Teppich gekehrt wird und das Schweigen aller die Herrschaft unserer „Gemeindeleitung“ stabilisiert,

– immer mehr Menschen dem Gemeindeleben entfremdet werden und wir darunter leiden.

 

„L’exil et le royaume“

Die Wundersdorfer Sketche beziehen ein Asyl

Wir möchten nun, was die Sketche betrifft, auf diejenigen unserer Freunde Rücksicht nehmen, die darüber aus welchen Gründen auch immer erschrocken sind. Die Sketche ziehen deshalb um. Da ihre Zahl gerade in den letzten Wochen aus gegebenem Anlaß sehr stark angewachsen ist, sollen sie selbstverständlich weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Sie erscheinen ab jetzt auf einer anderen Internetseite und sind dann nur noch für Insider auf die Weimarer Verhältnisse übertragbar – das reicht ja. So bleiben sie den Verantwortlichen ein Hinweis, unseren gekränkten Freunden ein Trost und Unbeteiligten ja übrigens einfach eine Freude. Denn so einzigartig sind wir hier nun auch wieder nicht, daß es nicht genügend Menschen gäbe, die in den Wundersdorfer Sketchen Grundmuster ihres je eigenen Umfelds wiedererkennen und denen diese kleinen Texte darum wertvoll sind. An Kirchenkabarett besteht auch über Weimar hinaus großer Bedarf, schauen Sie bei Gelegenheit doch mal, wen es da alles gibt, hier.

 

Cornelie Becker-Lamers

 

NB: Ein „Exil“ freilich bloß „bis auf weiteres“, denn es schmerzt mich sehr, auf ein so wesentliches Element von PuLa verzichten zu sollen, das viele Leser nicht zu Unrecht für den besten Teil dessen hielten, was hier bisher zu lesen war!

GL

 

 

3 Trackbacks/Pingbacks

  1. […] haltlose Vorwürfe (im Osterpfarrbrief 2012, also der berühmt-berüchtigten „Seite 11“, vgl. hier oder in dem anonymen Schreiben aus dem Herbst letzten Jahres, vgl. hier fehlte in der Aufzählung […]

  2. […] Wie die Zeit vergeht: Jetzt ist es tatsächlich schon gut einen Monat her, daß auf PuLa eine Anleitung zum Verständnis literarischer Texte angekündigt wurde (hier); zu den Punkten 6) und 7) und so will ich dieses Versprechen doch auch endlich einlösen. Anlaß waren, es sei der verstrichenen Tage wegen daran erinnert, neuerliche Zeilen von unserem „Elslein“ (Enttarnung bereits vor anderthalb Jahren (hier). […]

  3. […] Wie sieht es aber mit der Person aus, die ihn angerufen hat? Auch da hat unser Gastautor natürlich vom Grunde her recht: Wenn man nur auf die Sache schaut, auf den Vorgang der Anrufung selbst, so verbietet sich die (Ab-) Qualifizierung eigentlich. Und eine so deutliche Sprache ist ja für das Pfarrblatt auch gar nicht typisch. Für das heutige Pfarrblatt, früher wurde hier ja durchaus mal noch ganz anders „hingelangt“, wer wüßte das besser als wir? (vgl. hier, hier und hier) […]

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