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„Else Markwardt, Heiner Franke“ ?

Zwei Regionalzeitungen werden in Weimar und im Landkreis Weimarer Land (in dem der größte Teil der Pfarrei Herz-Jesu liegt) vorwiegend gelesen, die auf PuLa bekanntere, traditionsreiche ‚Thüringische Landeszeitung‘, TLZ mit Sitz in Weimar und die ‚Thüringer Allgemeine‘ mit Sitz in Erfurt, die natürlich über eine Weimarer Lokalredaktion verfügt.
Nun gehören aber beide Blätter zur sog. ‚Funke-Mediengruppe‘ , Sitz Essen, und so kommt es, daß immer wieder auch Meldungen aus dem lokalen und regionalen Bereich (und nicht nur aus dem überregionalen sog. „Mantelteil“) identisch in beiden Zeitungen zu finden sind.

So geschah es auch mit zwei aufeinander bezogenen Beiträgen aus der Feder von Jens Lehnert, der dem Team der TA angehört.

Deren erster erschien unter dem sprachlich wenig eleganten Titel „Beschluss ohne das ordentliche Verfahren“ (leider nicht online, vgl. aber hier) schon am 19. Januar in beiden Blättern. Er beschäftigte sich, in immerhin fünf Spalten, mit der die breitere Öffentlichkeit ja wirklich weithin bewegenden Frage, wie die Veränderungen in den Gottesdienstzeiten, die bei uns mit der Fastenzeit in Kraft treten, „in Kranichfeld und Blankenhain“ aufgenommen würden.
Doch, wirklich!, stand so in der Zeitung, das könnte ich mir gar nicht ausdenken… 😉

Anlaß für den Artikel war eine E-Mail von „Heiner Markwardt, der der Filialgemeinde im Südkreis angehört“ und Fragen zur örtlichen Akzeptanz der Neuregelung aufwarf. Außerdem sei der „Beschluss des Weimarer Pfarrgemeinderates“ (Hervorhebung von mir) nicht korrekt zustandegekommen, ja „unwirksam“, denn zur fraglichen Sitzung sei nicht in korrekter Form eingeladen worden und ergo habe der Filialgemeinderat sein verbrieftes Anhörungsrecht nicht wahrnehmen können. Der Artikel endet mit dem ominösen Satz: „Schließlich mahnte Markwardt, die Spaltung der Gesamtgemeinde Weimar mit den Filialen Buttstädt und Bad Berka nicht weiter voran zu treiben“.

„Auf einmal!“

„Auf einmal!“, so unsere spontane Reaktion, auf einmal kann sich die gleiche Zeitung, in der rechtliche Überlegungen im Raum der Kirche bisher immer den „gesetzesgläubigen Traditionalisten“ vorbehalten schienen, über die Verletzung kirchlichen Verfahrensrechts erregen. Wir rieben uns die Augen. War das wirklich das gleiche Organ, in dem gegen die jahrelange Haltung von „legal, illegal, sch…“, na, Sie wissen schon, wie sie gerade in Bezug auf „unsere Gremien“ und ihre Öffentlichkeit hier vorgeherrscht hatte, nie etwas zu vernehmen gewesen war? Was hatte sich denn da plötzlich geändert? Wir hatten so einen Verdacht, beschlossen aber, die Sache weiter zu beobachten, jedoch vorerst hingehen zu lassen.

‚Heiner Markwardt‘ – ein Phantom

Das ging aber nicht lange gut, denn schon am 2. Februar erschien ein (noch längerer) Folgeartikel unter der Überschrift: „Neue Gottesdienst-Zeiten ab Mitte des Monats“ (online hier). Hier wurde zunächst seitens zweier Vertreter des Pfarrgemeinderats eingeräumt, ja, das Zustandekommen der Sitzung war fehlerhaft. Weiterhin wurde nun auch presseöffentlich, was sich jeder auch nur einigermaßen Kundige eh gedacht hatte: Eines „Beschlusses“ durch den PGR im eigentlichen Sinne bedurfte es für diese Änderung überhaupt nicht, so daß die „Markwardtsche Vermutung“ von der „Unwirksamkeit“ von vornherein ins Leere laufen mußte. Genau deswegen konnte ja der Verstoß gegen das Verfahrensrecht auf dem Wege einer erneuten Sitzung (die inzwischen bereits stattgefunden hat) auch leicht ‚geheilt‘ werden.

Die eigentliche Überraschung des Beitrags war aber dies: Einen ‚Heiner Markwardt‘ als Angehörigen dieser Pfarrei gibt es gar nicht! Und das sagt nicht bloß die Zeitung, das hat auch Pfr. Gothe inzwischen gemeindeöffentlich gesagt. Vorher hatten bereits unsere eigenen Recherchen ebenfalls in diese Richtung gezeigt.

Ein starkes Stück, oder? Nun stellten sich natürlich doch einige Fragen.

Deren erste geht in Richtung des Journalisten: Wurde da etwa der Inhalt einer Mail eines bis dato notwendig unbekannten Absenders ‚einfach mal so‘ in einen Artikel umgesetzt, denn: „ein bißchen Stunk macht ja immer eine Meldung“? Ging dem etwa tatsächlich kein Stückchen Recherche und Absicherung voraus? Ist sowas möglich? PuLa hat selbstverständlich versucht, vor diesem Beitrag mit Herrn Lehnert ins Gespräch zu kommen, aber mehrfache Anfragen an verschiedene E-Mail-Adressen bleiben leider unbeantwortet.

„Heinrich, mir graut vor Dir!“

Die andere Möglichkeit ist natürlich: Der (wahre) Absender war eben doch nicht unbekannt und der zweite Artikel ist lediglich die „Flucht nach vorn“, nachdem die tatsächliche Nicht-Existenz von ‚Heiner Markwardt‘ nicht mehr zu bestreiten war. Hier ging unsere erste Überlegung, um wen es sich wohl wirklich gehandelt haben könnte, in Richtung eines Journalisten-Kollegen von J. Lehnert aus Bad Berka (vgl. hier) aber, das sei ausdrücklich gesagt, für diese Spur spricht im Moment nichts, es würde auch zu dem Betreffenden nicht gut passen!

„Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten!“

Nein, das Nachforschen mußte grundsätzlicher, sozusagen struktureller geschehen. Woher kannten wir das: Quasi aus dem Nichts taucht plötzlich eine Person auf, die in der Pfarrei keiner kennt, die aber offenbar über ein gewisses Maß an Insider-Wissen verfügt und sich mit Vorliebe scheinbar juristischer, stets aber völlig haltloser, gerne auch frei erfundener Pseudo-Argumente bedient, an denen immer nur soviel dran ist, daß sie dazu angetan sind, bei einfacheren Gemütern Verwirrung zu stiften?

Woher? Das kennen wir von der causa „Else Franke“, jener bis zum November 2013 auf diesem Blog herumgeisternden, ebenfalls als solche nicht real existierenden Kommentatorin, deren Hervorbringungen Sie sich hier zusammengefaßt anschauen können.

Ja, vieles spricht dafür, daß es sich bei dem realen Menschen hinter „Else Franke“ und demjenigen hinter „Heiner Markwardt“ um die gleiche Person handelt und so nimmt es auch eine Mehrheit der Kundigen in allen Ständen der Pfarrei an.
Wobei nun allerdings davon auszugehen ist, von ‚Heiner Markwardt‘ werden wir, anders als von ‚Else Franke‘ nicht über längere Zeit etwas hören, denn dieses Alias wurde ja nun doch sehr schnell öffentlich „verbrannt“ – dumm gelaufen aber auch. 😀

Diese Hypothese würde nun helfen, die oben gestellte Frage zu beantworten: ‚Was hat sich geändert, daß auf einmal von dieser Seite versucht wird (vermeintlich) rechtliche Überlegungen in Stellung zu bringen? Ganz einfach: Wenn bis vor kurzem natürlich kein Interesse daran bestehen konnte, die eigene Machtausübung durch solche „Kleinigkeiten“ wie das kirchliche Verfahrensrecht beschnitten zu sehen, so – gibt es diese Position heute einfach nicht mehr. Und voller Frust greift man zu derartigen Strohhalmen.

Wer Augen hat, zu sehen

Hätte man diese Posse um potentiell fragwürdige journalistische Praktiken und erlittene narzißtische Kränkungen nicht auf sich beruhen lassen können? Wir haben uns, wie oben angedeutet, diese Frage auch einige Zeit gestellt. Aber diese Vorgänge, sie zeigen in Verbindung mit anderen Faktoren doch höchst bedenkliche Punkte auf, um derentwillen wir heute, am Tag vor Beginn der Fastenzeit, die mit solchem Unbill zu unterbrechen hoffentlich (!) nicht notwendig sein wird, das Wort erheben.

Erinnern Sie sich an den letzten Satz aus dem Artikel vom 19. Januar?
„Schließlich mahnte Markwardt, die Spaltung der Gesamtgemeinde Weimar mit den Filialen Buttstädt und Bad Berka nicht weiter voran zu treiben“.
Das ist des Pudels Kern: Der als Vorwurf behauptete, in Wahrheit aber von interessierter Seite höchst absichtsvoll selbst betriebene Versuch eine „Spaltung“ zu inszenieren! Dieses Vorhaben ist hinterhältig und perfide in einer Situation, in der die Kräfte aller Gutwilligen zur Arbeit an Heilung und Einheit gebraucht werden. Man wird allerdings auch kaum als „gutwillig“ charakterisieren können, wer ausgerechnet mit diesem peinlichen Possenspiel unsere Gemeinde in die Zeitung zerrt. Und man sieht daran genau, wer es schon immer war, der hier tatsächlich „Spaltung“ betrieben hat, und wer gegen andere Gemeindemitglieder gehetzt hat – bis hin zur Entmenschlichung (vgl. hier)

Hinzu treten Beobachtungen.
Wir beobachten „Briefe“, die geschrieben und breit gestreut werden.
Wir beobachten nicht zwingende und wenig brüderliche „Anwesenheiten“, gerne in Abwesenheit unseres Pfarrers.
Wir beobachten maulige oder versteinerte Gesichter, wo Einsatzbereitschaft oder befreiendes Lachen am Platze wären.
Wir beobachten den lächerlichen und kleinstkarierten Versuch, auf unheimlich vertraute Weise Angst zu erzeugen („Ordnungsamt“), wo nur ein alter Brauch gepflegt wird – in Räumen, die dafür gebaut sind!

Dazu sagen wir: Wir werden zur gegebenen und besprochenen Zeit unserer Freude und Dankbarkeit über die eingetretene Veränderung (vgl. zuletzt hier) noch ausführlich Ausdruck verleihen und nach besten Kräften an der Zukunft der Pfarrei mitarbeiten.
Wer bis dahin aber etwa dächte, PuLa hätte in den letzten beinahe 5 Jahren in Bezug auf die Vergangenheit schon alles gesagt, von dem wir wissen, der irrte gewaltig.
Nein, und wir werden es nicht kampflos hinnehmen, falls zu irgendeinem Zeitpunkt der Versuch unternommen würde, die Zeit zurückzudrehen!

Und damit erst gar kein Mißverständnis aufkommen kann: Wer es nötig hat, das als Drohung aufzufassen, der versteht es ganz richtig.

 

Tu Domine servabis nos et custodies nos * a generatione hac in aeternum.
(Ps. 11, 8, Vg.)

“Du wirst uns erretten, o Herr,
vor diesem Geschlecht uns behüten zu aller Zeit.“
(Übertragung nach dem „Deutschen Psalter“ von R. Guardini)

 

4 Kommentare

  1. Admiral schrieb:

    Wieso muß ein Pfarrgemeinderat Gottesdienstzeiten „beschließen“?
    Ist das nicht die Verantwortung des Pfarrers, die Gottesdienste unter Berücksichtigung der vorhandenen Zelebranten zu koordinieren? Da hat doch ein PGR gar nichts zu melden!

    Dienstag, 9. Februar 2016 um 19:47 | Permalink
  2. Hartmut Kaczmarek schrieb:

    Sehr geehrter Herr Becker-Lamers,
    Sie können das gut: Gerüchte in die Welt setzen, um sie gleich im nächsten Satz (scheinbar) zu dementieren. Das Ganze geschieht doch nach dem Motto: Irgend etwas bleibt immer hängen! Ich finde diese Verfahrensweise absolut widerlich.
    Lassen Sie mich nur eins zu Ihren pseudo-journalistischen Texten sagen: Ich habe es nicht nötig, mich hinter irgendeinem Pseudonym zu verstecken. Ich kämpfe (natürlich nur verbal), wenn nötig, mit offenem Visier. Mit Ihnen und mit anderen.
    Mit unfreundlichen Grüßen
    Hartmut Kaczmarek

    Dienstag, 9. Februar 2016 um 19:48 | Permalink
  3. Danke! Natürlich ist es so! Das sind alles nur pseudo-juristische Nebelkerzen, derer, denen es nie um Recht ging, sondern nur um ihre eigene Machtausübung!

    Donnerstag, 11. Februar 2016 um 12:41 | Permalink
  4. @ Hartmut Kaczmarek

    Sehr geehrter Herr Kaczmarek,

    zunächst: Ich heiße bloß „Lamers“, den Doppelnamen trägt nur meine Frau (mit der identifiziert zu werden ich aber ansonsten keinerlei Problem habe, cf. Gen 2,24!).

    Es tut mir ehrlich leid, wenn Sie das so aufgefaßt haben, es war definitiv nicht meine Absicht. Ich dächte auch, ich hätte sehr deutlich geschrieben, daß ich eben davon ausgehe, daß das NICHT Ihr Stil ist. Mein Ziel war einfach nur den Gang der Überlegung wiederzugeben und Sie werden nicht bestreiten können, bei einer solchen Wortmeldung aus dem Umkreis von Bad Berka, da konnte einem der Gedanke, rein sachlich, schon kommen! Aber wir wissen ja glaube ich alle, wer vermutlich wirklich dahintersteckt.
    Also: ich sage es gerne noch einmal ganz explizit: Ich bin wirklich davon überzeugt, H. Kaczmarek hat mit ‚Heiner Markwardt‘ nichts zu tun!
    Aber warum Sie immer gleich so hinlangen müssen!? „Widerlich“, ts! Ganz wie Sie schreiben, wenn ich die Absicht gehabt hätte, etwas „hängen zu lassen“, ich hätte es geschickter angefangen. Hatte ich aber nicht.
    Sie sollten mir vielmehr bitte umgekehrt zugute halten, daß ich, wenn ich mich in der Vergangenheit über Ihre öffentlichen Äußerungen (das ist nicht identisch mit Ihnen als Person!) geärgert habe, nie einen Zweifel daran gelassen habe, wer und was gemeint war. Und das soll auch so bleiben.

    Das Stichwort „Pseudo-Journalismus“ finde ich schon „bemerkenswert“ im Zusammenhang eines Textes, der sich, nolens volens, gerade auch mit dem Verhalten eines professionellen Journalisten beschäftigt. Ich posaune auf dem Blog keine wilden Theorien heraus, die aus der E-Mail eines unbekannten Absenders stammen. Wenn er denn wirklich unbekannt war. Sagen Sie doch dazu mal was.

    Mit freundlichen Grüßen (aus dem Krankenstand)

    G. Lamers

    Donnerstag, 11. Februar 2016 um 13:01 | Permalink

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